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Buchvorstellung: Handbuch Online-Beratung

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Markus Jung

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Das Handbuch Online-Beratung - Psychosziale Beratung im Internet* wurde von Stefan Kühne und Gerhard Hinterberger herausgegeben und liegt mir in der 2. Auflage von 2009 vor. Es ist im Verlag Vandenhoeck und Ruprecht erschienen und umfasst 265 Seiten mit 2 Abbildungen und 9 Tabellen.

Es handelt sich um einen Sammelband mit Beiträgen von verschiedenen Autoren, die thematisch in sieben Kapitel einsortiert sind. Auch wenn das Buch sich auf "psychosoziale Beratung" konzentriert, sind viele Inhalte auch für die Online-Bildungsberatung passend. Ich bin bei der Lektüre allerdings selektiv vorgegangen und habe einige Beiträge nicht gelesen, die sich gezielt mit anderen Bereichen beschäftigen, zum Beispiel mit Paarberatung oder der Beratung von AIDS-Patienten. Daher ist mein nachfolgender Inhaltsüberblick auch nicht vollständig, sondern konzentriert sich auf die Inhalte, die ich für mich und für die Bildungsberatung zum Thema Fernstudium als nützlich empfinde. Teilweise habe ich daher auch einige meiner Überlegungen zu einzelnen Punkten ergänzt.

Anmerken möchte ich noch, dass die beiden Herausgeber beide auch Mitherausgeber des e-beratunsjournal.net sind, das ich an dieser Stelle schon mal empfehlen möchte und dem ich später sicherlich nochmal einen separaten Blog-Beitrag widmen werde.

Das erste Kapitel liefert eine Einführung in die Online-Beratung. Im zweiten Kapitel geht es um die Theorie der Online-Beratung. Intensiv habe ich mich hier mit dem Beitrag "Theoretische Grundlagen der Online-Beratung" von Alexander Brunner beschäftigt. Ausgehend von einem klassischen Verständnis des Beratungsbegriffs (vereinfacht: ein Kommunikationsprozess mit festgelegten Zielen bzw. Erwartungen) werden hier die Besonderheiten der Online-Beratung unter den Aspketen mündlich/schriftlich, sinnlich/textlich, real/imaginär sowie personal/depersonal betrachtet. Dadurch ergeben sich dann auch verschiedene Vorteile und Nachteile, die es zu Berücksichtigen gilt.

Im dritten Kapitel werden in vier Beiträgen verschiedener Autoren unterschiedliche Medien der Online-Beratung (Mail, Chat, Foren, Mobilmedien) betrachtet. Sehr spannend im Hinblick auf Fernstudium-Infos.de fand ich hier den Beitrag von Nicola Döring und Christiane Eichenberg zur Foren-Beratung. Nach einem kurzen Überblick über den Stand der Forschung wurde zunächst betrachtet, was Foren-Beratung eigentlich ist und dass Beratung in Foren auf verschiedenen Ebenen statt findet oder statt finden kann:

1. Formalisierte Beratung durch professionell ausgebildete Berater

2. Halbformalisierte Beratung durch "bevorzugte Nutzer"

3. Informelle Beratung durch andere Nutzer

4. Selbstberatung der Nutzer durch Lektüre

Eine wirklich formalisierte Beratung findet bei Fernstudium-Infos.de ja nicht statt, so dass es sich hier auf die Bereiche 2.-4. konzentriert. Insbesondere der vierte Punkt sollte meiner Meinung nach nicht unterschätzt werden, wenn ich mir anschaue wie viele der Benutzer nur lesend aktiv sind. Hier sehe ich ein wenig die Gefahr, dass mancher in dieser "Selbstberatung" eine Situation auf sich bezieht, die eigentlich gar nicht so ganz passt. Andererseits können natürlich durch die Beiträge viele Anregungen gegeben werden und es bleibt zu hoffen, dass bei Unklarheiten dann doch eine Nachfrage erfolgt. Interessant fand ich auch ein Studienergebnis, dass sich auch die nicht-schreibenden Forenteilnehmer der Community als zugehörig fühlen. Das kann man auch aus manchen Forenbeiträgen hier bei uns herauslesen, wenn Teilnehmer sich dann nach einer oft recht langen Zeit doch noch zu Wort melden und etwas dazu schreiben, dass sie die Diskussionen schon längere Zeit interessiert verfolgen.

Als nächste Besonderheit wird auf die Beratung in einem quasi "öffentlichen Raum" eingegangen. Dies ist bei Fernstudium-Infos.de ja ganz besonders deshalb der Fall, weil die Foren auch ohne Anmeldung gelesen werden können.

Weitere Abschnitte beschäftigen sich mit der Stellung der Nutzer, der Moderation, Zugang und Indikationen für Forenberatung (Selbsthilfecharakter, niederschwelliger Zugang), Zielgruppen, Grenzen (zum Beispiel Probleme durch störende oder spammende Benutzer) und technische Lösungen eingegangen.

Insgesamt ein Beitrag, mit dem ich mich sicher noch intensiver auseinander setzen werde.

Das vierte Kapitel besteht aus fünf Beiträgen zu verschiedenen methodischen Ansätzen in der Online-Beratung. Hier gefällt mir besonders der von Birgit Knatz vorgestellte Ansatz des Vier-Folien-Konzepts für die Mail-Beratung, der sehr praxis-orientiert und mit einem Beispiel beschrieben wird. Bevor das eigentliche Konzept vorgestellt wird, wird die Bedeutung der Lese-, Schreib- und Beratungskompetenz für die Online-Beratung dargestellt. Alle drei Bereiche müssen zusammen kommen. Es reicht nicht aus, wenn jemand zwar eine hohe Beratungskompetenz hat, diese aber nicht schriftlich ausdrücken kann oder aus den schriftlichen Anfragen (die ja wesentlich weniger Elemente enthalten als in einer direkten Gesprächssituation vorhanden sind) nicht entnehmen kann, was der Verfasser meint.

Nach Ansicht der Autorin sollen Online-Berater vertraut sein mit:

- Dem klientenzentrierten Konzept von Carl Rogers

- Dem ressourcen-orientierten Ansatz in der Beratung

- Den verschiedenen Grundsätzen der humanistischen Psychologie

- Den wichtigsten theoretischen Inhalten der Kommunikationspsychologie und deren Handhabung

Diese Auflistung hat mich in sofern gefreut, als dies Bereiche sind, in denen ich im Rahmen meines Weiterbildungskonzeptes eh schon aktiv bin. War für mich eine schöne Bestätigung :-)

Das 4-Folien-Konzept sieht dann vier Stufen (oder "Folien") bis zur Antwort vor. Zunächst geht es darum, welche Gefühle und Resonanzen beim Berater ausgelöst werden, dann um den Inhalt der Anfrage, im Dritten Schritt um die Diagnose und erst im vierten Schritt um die Intervention bzw. Antwort.

Das fünfte Kapitel geht auf die zielgruppenspezifische Online-Beratung ein. Die drei enthaltenen Beiträge zur frauenspezifischen Online-Beratung, zur Paarberatung online und zur Aidshilfe-Beratung habe ich mir nicht genauer angeschaut.

Die beiden Beiträge des sechsten Kapitels beschäftigen sich mit der Wahl der Technik und mit Standards in der Online-Beratung. Was die Technik (Beitrag von Petra Risau) angeht, habe ich mich bereits entschieden. Für die Forenberatung kommt hier ja seit vielen Jahren ein System eines großen Herstellers zum Einsatz, von dem ich aufgrund des Umfangs der Inhalte eh kaum weg kommen könnte, aber auch nicht von weg möchte, da es sich trotz einiger Defizite insgesamt als sehr zuverlässig und "passend" erwiesen hat - auch weil es möglich ist, es in eigenen Bereichen passend zu machen - und beständig weiter entwickelt werden. Sollte ich künftig auch eine individuelle (im Sinne von persönlich/nicht-öffentlich) Online-Beratung anbieten, steht dafür auch schon ein System mehr oder weniger fest, auf das ich dann sicherlich näher eingehen werde, wenn es konkreter wird. Die Standards in der Online-Beratung werden im Beitrag von Frenz Eidenbenz anhand von Überlegungen aus der Schweiz dargestellt. Einige Interessante Anregungen habe ich daraus mitgenommen, insbesondere zu Möglichkeiten, das Feedback der Beratenen einzuholen. Was konkret Qualifikationsstandards angeht, werde ich mich aber vor allem noch näher mit dem deutschen Projekt zur Beratungsqualität in Bildung, Beruf und Beschäftigung beschäftigen (http://www.beratungsqualitaet.net/).

Das siebte und letzte Kapitel mit der Überschrift Qualifizierung für Online-Beratung enthält den Beitrag "Aus- und Weiterbildung in der Online-Beratung" von Stefan Kühne. Hier werden einige Angebote aus dem deutschsprachigen Raum vorgestellt

* = Affiliate-Link


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2 Kommentare


werkstattschreiber

Geschrieben

Hallo Markus, vielen Dank für diese ausführlichen Einblicke.

Mich hätte interessiert, worin sich „frauenspezifische Online-Beratung“ zur „herkömmlichen Online-Beratung“ unterscheidet bzw. warum dem ein Beitrag gewidmet wird. Na ja, Online-Beratung und (öffentliche) Foren sind ein weites Feld, ich könnte es mir mit den Inhalten erklären, die man evtl. sensibler angehen müsste, je nach dem worum es halt geht.

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Markus Jung

Geschrieben

Mich hätte interessiert, worin sich „frauenspezifische Online-Beratung“ zur „herkömmlichen Online-Beratung“ unterscheidet bzw. warum dem ein Beitrag gewidmet wird.

Der Beitrag beginnt so: "Unter frauenspezifischer Online-Beratung wird gesellschaftspolitisch engagierte, feministische Beratung von Frauen und Mädchen über das Internet verstanden".

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      im Folgenden möchte ich gerne versuchen, meine Erfahrungen, welche sich während des Studiums angesammelt haben, kurz darzustellen. Ich hoffe, dies motiviert noch-Unentschlossene, sowie derzeit Studierende gleichermaßen.
       
      Warum ein Fernstudium?
       
      Ich habe bereits mehrere Jahre lang als Fertigungsmitarbeiter gearbeitet und habe gemerkt, dass ich diese Arbeit nicht mein Leben lang machen möchte. Schichtdienst, geringer Lohn und auf Dauer ziemlich anspruchslose Tätigkeiten.
      Allerdings hatte ich mir mit einer eigenen Wohnung (ledig, damals keine Freundin, keine Kinder) schon Kosten geschaffen, die ohne die Arbeit nicht zu finanzieren gewesen wären. Deshalb entschied ich mich für ein Fernstudium. Mit meinem Chef bin ich diverse Studiengänge durchgegangen. Letzten Endes hatte er für mich diesen Studiengang bei der Wilhelm Büchner Hochschule ausgesucht. Das war die einzige Hochschule, die diesen Studiengang mit dieser Vertiefungsrichtung angeboten hatte, die auch genau der Sparte der Arbeit entsprach. Mein Chef übernahm 50% der Kosten. Dafür verpflichte ich mich bei ihm für 3 weitere Jahre (eigentlich nur eine Form der Sicherung des Arbeitsplatzes). Sein Angebot, halbtags zu arbeiten, hatte ich abgelehnt. Somit hatte ich durchweg eine 40-Stunden-Woche. Somit ist das Fernstudium nicht vergleichbar mit der Ausbildung, da man ja nicht nebenbei noch etwas macht, sondern in Vollzeit.
       
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      Man kann das Studium nur mit einem klaren Ziel schaffen. Ansonsten fehlt einem der Ansporn. Mein Ziel war von Anfang an klar: Raus aus der Schicht. Besseres Gehalt. Anspruchsvollere Tätigkeiten. Und dies bitte noch, bevor ich 50 bin (habe mit 26 angefangen zu studieren). Es gab bei mir persönlich im Laufe des Studium zwei ganz große negative Ereignisse, die mich in ein großes Loch haben fallen lassen. Mein Fehler war, dass ich dennoch zwei Klausuren geschrieben hatte (beide eine 4,0), die mir den Schnitt versaut haben. Aber trotzdem kam es mir niemals in den Sinn, das Studium zu schmeißen. Ich hätte mich ein Leben lang darüber geärgert.
       
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      Es ist so wichtig, differenzieren zu lernen. Man muss unterscheiden können, ob man an dem einen Tag einfach nicht durch ein Heft kommt, weil das Gehirn partout nicht will, oder weil einem die Lust dazu fehlt. Für Ersteres muss ich sagen: „Pack’ das Heft beiseite und lass es für heute sein! Es ist furchtbar demotivierend, wenn man es verzweifelt zu verstehen versucht.“. Für Letzteres sag ich: „Heute lässt man es sausen, weil man keine Lust hat. Morgen lässt man es sausen, weil es auf der Arbeit doof war, übermorgen lässt man es sausen, weil die unwichtige Serie im Fernsehen, die man ja eigentlich nicht interessant findet, sehen muss...“. Es gibt so viele Gründe, die man sich sucht. Nur, um sich nicht durch so manch total uninteressanten Module (bei mir waren es die BWL- und Unternehmensführung-Themen) durchquälen zu müssen.
      Es ist sehr faszinierend, dass man immer wieder Phasen erlebt, an denen man einfach nur unmotiviert und lustlos ist. Deshalb hatte ich mir das Lernen als einen Termin gemacht. Wenn ich lediglich sagen würde, täglich nach der Arbeit etwas zu lernen, dann (ich kenn mich) würde ich es ziemlich schleifen lassen. Deshalb hatte ich mir gesagt, dass ich um x-Uhr mit dem Lernen beginne. Das Ende ließ ich offen. Wenn es nicht so ganz gut lief, dann hatte ich schon nach einer Stunde aufgehört, wenn es sehr gut lief, dann wurden es auch schon mal 9 Stunden. (Essen nicht vergessen). Hinzufügen muss ich noch, dass ich im Schichtdienst gearbeitet hatte. In der Spätschicht konnte ich viel besser lernen als in der Frühschicht, da ich früh aufgestanden bin, von 9-13 Uhr gelernt hatte und dann (zum Entspannen lach) zur Arbeit gegangen bin. Man muss lernen, sich zu organisieren. Zeitmanagement, Disziplin und Durchhaltevermögen sind drei absolut wichtige Dinge, die man beherrschen muss. 
      Ich hatte annähernd jeden Tag gelernt. Meine Freunde und Familie mussten stark sein und die Nerven behalten. Allerdings fand ich es auch super, wenn mich eben diese mal weg geholt haben vom Schreibtisch. Denn nur büffeln ohne soziale Kontakte geht auch nicht.
      Mir war es wichtig, viele Kontakte zu knüpfen. Sei es über den Austausch im Forum, sei es ei den Stammtischtreffen, oder gar (wenn man das Glück hat und viele Studenten in der Nähe wohnen) sich privat zu treffen. Dabei muss es nicht unbedingt immer um die Uni gehen
       
      Angebote der Uni
       
      Nicht selten habe ich die (Online-) Repetitorien wahrgenommen. Die Qualität dieser schwankte allerdings sehr. Es gab Reps, wonach ich genauso schlau wieder rausgegangen bin, weil sie quasi Null auf die Klausur vorbereitet haben. Und es gab Reps, die haben mir bei der Klausur echt den Ar*** gerettet.
      So ein Crashkurs (genannt: Kompaktkurs) habe ich ein Mal gemacht. Das waren 2 Tage volle Dröhnung Informationen. Am zweiten Tag konnte man sich kaum noch konzentrieren. Dies sollte man nur machen, wenn man bereits alle dazu gehörigen Hefte durch hat.
       
      Die Module
       
      Ich empfand Englisch, Mathematik und die Vertiefung als sehr einfach. Letzteres deshalb, weil ich diese ganze Thematik auf meiner alltäglichen Arbeit sehe. Somit hatte ich Theorie und Praxis zur gleichen Zeit.
      Besonders schwer gefallen sind mir die Systemtheorie und Regelungstechnik und die ganzen Geschichten über Laplace und Fourier. Oh man, hab ich das gehasst. Dazu hatte ich auch den Crashkurs gemacht.
      Die Projektarbeit war noch einmal etwas ganz anderes. Hier war es wichtig, sich früh Leute zusammen zu suchen, mit denen man im Optimalfall schon länger in Kontakt steht. Da hatte ich großes Glück gehabt und bin über dieses entstandene Team sehr froh gewesen. Alle waren motiviert, konnten konstruktive Kritik äußern und auch Kritik annehmen. Die Realisierung von Treffen äußerte sich auf Grund der geografischen Lage aller Studenten im Team (Berlin, Aachen, Frankfurt/M.) als äußerst schwierig. Nichtsdestotrotz waren sowohl die Durchführung, das Schreiben des Berichtes und die anschließende Projektpräsentation in der Uni absolut vorbildlich. Das war super Teamwork. 
       
      Abschlussarbeit und Kolloquium
       
      Ich muss sagen, dass ich sehr viel Unterstützung von meinen Kollegen (Chef inklusive) bekommen hatte. Es standen mehrere kleinere Projekte an, von denen ich mir eines aussuchen konnte, welches ich für meine BA machen wollte. Man glaubt ja gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht, wenn man eine Abschlussarbeit durchziehen möchte.
      Ich fand es sinnvoll, zunächst einen roten Faden zu finden, wie man die BA aufbauen möchte. Das klingt einfacher, als es doch war. Bei mir war es der Fall, dass ich vor meiner eigentlichen Durchführung viel über das Messsystem und das Produkt beschreiben sollte, da es sehr fachspezifisch war.
      Meinen Betreuer habe ich mir nach Sympathie ausgesucht. Er hat zwar nur ansatzweise etwas mit meinem Thema zu tun, aber ich wollte ihn unbedingt haben, da ich mit ihm in den vielen Jahren immer gut ausgekommen bin. Mein Tutor sollte erreichbar sein und mir verständlich sagen können, was er anders haben möchte.
      Als der Text fertig war, hieß es nur noch: drucken. Aber wo? Hier in Berlin mangelt es nicht wirklich an Universitäten und den damit verbundenen Druckereien. Aber dennoch hatte ich mir – trotz anfänglicher Zweifel – für eine Online- Druckerei entschieden (www.druck-deine-diplomarbeit.de). Dort hatte ich gefühlt mehr Auswahl, was man mit dem Buch alles machen kann. Montagabend bestellt und Mittwoch erhalten. Und die Qualität konnte sich echt sehen lassen. Vergesst nicht, die drei Exemplare zu unterschreiben!!! Das ist mir ja fast passiert.
      Nach dem Versenden hat man es fast geschafft. Ich hatte mich nicht gleich auf die Erstellung der Präsentation gestürzt, sondern mich meiner Freizeit gewidmet, muss ich gestehen.
      Ungefähr 2,5 Wochen vor dem Kolloquium- Termin, den ich per Mail erhalten hatte, fing ich dann an, an der Präsentation zu werkeln und meine Rede zu üben. Der Anfang ist einfach nur fürchterlich holprig. Aber da muss man durch. Meine Freundin musste als Zuhörerin und Kritikerin herhalten und hatte mir Hinweise gegeben, wo ich hinschaue, ob ich deutlich rede und ob die Folien zu überladen aussehen.
      Drei Tage vor dem Kolloquium hatte ich die Möglichkeit, die Präsentation auf der Arbeit vor mehreren Ingenieuren zu halten. Auf 18 Minuten reden folgten 50 Minuten Diskussion. Das kann ich wirklich jedem empfehlen, dies zu machen. Ich hatte dadurch mächtig an Selbstsicherheit gewonnen.
      Kolloquium. Man war ich nervös. Ich stand nach 4,5 Jahren Studium endlich vor dem Raum, wo ich meine Abschlusspräsentation halten soll. Fein im Anzug, bewaffnet mit Laptop und Präsenter. Das Kolloquium selbst war erstaunlich angenehm. Der Ersttutor hatte mitgeteilt, dass ich die Präsentation ungestört durch Zwischenfragen halten könne. Erst nach der Rede würde man die Fragerunde starten. Ich begann zunächst mit „Sehr geehrte Frau Professor X, Frau Dr. Y, Herr Dr. Z, ich freue mich, heute eine Rede halten zu können über...“. Dann lief eigentlich nur ein Band ab. Ich erzählte, was ich die vielen Male davor auch meiner Freundin und meinen Kollegen erzählte. Ich glaube, ich lag am Ende bei 21 Minuten.  Die anschließende Fragerunde war überaus fair. Es wurden einige Fragen gestellt, die sich auf die Folien bezogen („Warum wurde es so gerechnet?“, „Was wäre die Folge, wenn der Wert so-und-so gewesen wäre?“) und welche, die sich auf die Bachelorarbeit bezogen („Hier steht, dass der yxz-Effekt dafür verantwortlich ist. Was ist denn dieser xyz-Effekt?“). Dann wurde ich gebeten, raus zu gehen und von dem Moment an fingen laaaange fünf Minuten Beratungszeit an. Als man mich wieder rein bat, wurde mir gleich gratuliert, die Note mitgeteilt und zur Abrundung noch etwas Kritik zur BA mitgegeben.
      Da stand ich nun. Fertig. 4,5 Jahre kontinuierliches lernen. Einfach zu Ende. Ich habe es auf dem Heimweg noch nicht so wirklich realisiert. Aber das kann einem keiner mehr nehmen.
       
      Unterm Strich
       
      „Kann ich nicht.“ – Gibt’s nicht! Wenn man es will, dann zieht man es durch. Bei dem Einen dauert es 3,5 Jahre, bei dem Anderen halt meinetwegen +7 Jahre. Who cares? Man macht es für sich selbst. Auf meiner Arbeit habe ich schon eine Veränderung bemerkt. Die Ingenieure, die auf einer Präsenzuni waren, bekundeten ihren Respekt, dass man ein Studium nebenbei machen kann. Somit sammelt man nebenher Sympathiepunkte
      Ich würde ein Fernstudium wieder machen. Auch an dieser Hochschule. Natürlich gab es immer wieder Situationen, wobei ich die Hochschule verflucht hatte, aber unterm Strich kam man mit ihr gut zurecht. Vielleicht mache ich noch den Master. Ich weiß allerdings noch nicht so genau, welchen ich machen will.
       
    • MrMoro12
      Von MrMoro12 in B.A. Gesundheitsmanagement -IUBH 6
      Hallo,
       
      nach langer Zeit folgt nochmal ein neuer Blogeintrag von mir. Bisher bin ich mit dem Studium, meiner Familie und der Arbeit zeitlich sehr gut ausgelastet.
      Dennoch möchte ich mitteilen, dass mich gestern eine E-Mail vom Studentenwerk Rostock erreicht hat. In dieser wurde mir die versprochene Antwort vom BMBF mitgeteilt.
      Zur Info: Ich musste mein Studium an der WINGS unterbrechen/beenden, da das Studentenwerk Rostock der Meinung war, dass die Online-Studiengänge nicht BAföG Förderungsfähig sind - trotz Vollzeitvariante. Mit der Entscheidung war ich nicht einverstanden und habe deshalb eine "Beschwerde" an den Gruppenleiter des Studentenwerkes geschrieben, in welchem ich mein Anliegen näher dargelegt habe. Er hat sich dahintergeklemmt und beim Bundesministerium um rechtliche Prüfung gebeten. Und Tatsache! Die Studiengänge sind sehr wohl Förderungsfähig!
       
      Bisher habe ich 3 Klausuren an der IUBH geschrieben, 3 liegen noch vor mir. (bis zum Feb. 2017)
      Falls ich alle 3 weiteren Klausuren bestehen sollte, hätte ich im Februar insgesamt: 80 ECTS.
       
      Ich habe eine Mail an den Studiengangskoordinator der WINGS geschrieben und ihn gebeten zu prüfen, ob die Module der IUBH an der WINGS angerechnet werden können. Falls das der Fall ist, so würde ich wieder zur WINGS wechseln. Dann hätte ich insgesamt: 102 ECTS.
      Das Problem wird sein, dass die Module an der IUBH mit je 5 ECTS bewertet werden, an der WINGS hingegen mit 6 ECTS -> bei gleichem Workload. Das liegt an der unterschiedlichen Bewertung je ECTS (IUBH: 30 Stunden pro ECTS, WINGS 25 Stunden pro ECTS).
       
      Was würdet ihr machen? Würdet ihr an meiner Stelle wechseln? Oder sieht das "komisch" im Lebenslauf aus?
      Ich würde auch enorme Kosten sparen (IUBH: 3,5k pro Jahr, WINGS 2k pro Jahr) Auch fühlte ich mich an der WINGS schon wohler
    • SebastianL
      Von SebastianL in M.Sc. Wirtschaftsinformatik an der WBH 5
      Letzte Woche hatte ich noch regen Schriftwechsel mit meinem Dr.-Vater. Es ging um die Promotionsfähigkeit. Ich hatte alle notwendigen Unterlagen eingereicht und diese auch schön aufbereitet. Aus seiner Sicht sprach nichts gegen eine Promotionsfähigkeit, er wollte aber sicher gehen, dass es am Ende keine Probleme gibt und hat offiziell im Dekanat angefragt. Zum Hintergrund, ich habe ja Wirtschaftsinformatik studiert und möchte in Informatik promovieren. Das sollte eigentlich kein Problem darstellen, aber er wollte eben sicher gehen, dass es das Dekanat genauso sieht. Das ging relativ schnell und ich hatte dann das Ergebnis schriftlich im Mail-Postfach. Also natürlich vorausgesetzt ich schließe den Master ab, erst dann bin ich promotionsfähig. Somit muss jetzt nur noch das Kolloquium über die Bühne und dann kann ich mit meinem Dr,-Vater den Doktoranden-Vertrag schließen. In diesem Vertrag verpflichte ich mich jedes halbe Jahr Fortschritte über meine Forschung zu reporten und er verpflichtet sich mich zu betreuen. Soweit also alles auf Kurs.
       
      Die Woche habe ich mich, wie angekündigt mit meinem Dr.-Vater getroffen und die grobe Richtung mit dem groben Thema abgesprochen. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht und war ein echt gutes Gespräch. Das Thema meiner Masterarbeit hat sich rentiert, denn ich kann da mit Wissen anknüpfen. Es geht in Kurzform auch, wie in meiner Masterarbeit um Kompetenzen und deren Vergleich im Hinblick auf Medizinischer Weiterbildung. Soweit jetzt mal grob die Richtung formuliert. Ich muss mich jetzt die nächsten Wochen mit Recherche beschäftigigen und die Problemstellung mit groben Ziel zu definieren. Mir steht auch ein Prof. Dr. in Medizin zur Verfügung, der mich in Sachen Medizin fachlich unterstützt. Der hat sein Büro neben der Büchner Villa, wo ich war. Ich meine mit Büchner Villa nicht die Hochschule, sondern es gibt in Pfungstadt ein Gebäude das so heißt und auch sehr bekannt ist in Pfungstadt.
       
      Auf jeden Fall freue ich mich schon sehr auf die Promotion und das Thema finde ich auch sehr spannend. Ich hab mir immer gedacht, Dr.-Vater finden schon schwer und dann noch einen zu finden, der ein Thema hat das einen interessiert ist noch schwerer. Aber da habe ich wohl insgesamt sehr glück gehabt, dass auf Anhieb gleich alles passt.
       
      Mein nächster Blogeintrag wird nach dem Kolloquium sein und mein letzter in diesem Blog. Danach werde ich einen neuen Blog über meine Promotion aufmachen.