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Klingt nach Zweitausbildung? Abgelehnt!

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DolStudent

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Das ist die offiziell Antwort der Staat. Ich bekomme kein Gebärdensprachdolmetscher unterstützt. Fertig. Aus. Basta!

Begründung:

Sehr geehrter Herr Herb,

das Integrationsamt Bayern fördert die berufliche Eingliederung von schwerbehinderten Menschen in den allgemeinen Arbeitsmarkt. Schwerbehinderte Menschen und deren Arbeitgeber können hierbei auch finanzielle Hilfen erhalten.

Bei Förderungen an schwerbehinderte Menschen zur Erhaltung und Erweiterung beruflicher Kenntnisse und Fähigkeiten sind grundsätzlich nur behinderungsbedingte Mehraufwendungen bei Fortbildungen (z.B. Gebärdensprachdolmetscher, spezielles Unterrichtsmaterial, Begleitperson etc.) förderfähig. Einzige Ausnahme können hier Fortbildung sein, die sich speziell an Menschen mit Behinderung richten (z.B. EDV Kurse für sehgeminderte und blinde Menschen). Nicht gefördert werden jedoch regelmäßig diejenigen Kosten, die durch die Fort- oder Weiterbildung selbst entstehen (z.B. Kursgebühren). Sinn und Zweck dieser Verfahrensweise ist es, schwerbehinderte Menschen im Berufsleben weder schlechter noch besser zu stellen als andere, nicht behinderte Menschen, die eine Fortbildung machen. Eine weitere Voraussetzung wäre zudem, dass die Fortbildungsmaßnahmen im konkreten Zusammenhang mit einem vorhandenen Arbeitsplatz stehen und die Tätigkeit mindestens 15 Stunden pro Woche ausgeübt wird.

Grundsätzlich können auch Hilfen zum beruflichen Aufstieg erbracht werden, der berufliche Aufstieg muss aber auf den bisher ausgeübten Beruf aufbauen (z. B. die Altenpflegehelferin zur Altenpflegerin, der Geselle zum Meister). Keinesfalls förderfähig sind behinderungsbedingte Mehrbedarfe bei Zweitausbildungen oder Umschulungen in andere Tätigkeiten.

Der von Ihnen erlernte Beruf Fertigungsmechaniker ist grundsätzlich nicht Zulassungsvoraussetzung für den von Ihnen angestrebten Bachelor-Studiengang Mechatronik. Nach erfolgreichem Abschluss dieses grundständigen Studiengangs hätten Sie als studierter Mechatroniker die Befähigung zur Ausübung eines anderen Berufes, als des bisherigen, erlangt. Eine solche Zweitausbildung ist jedoch im Rahmen der begleitenden Hilfe im Arbeitsleben als Hilfe zum beruflichen Aufstieg nicht förderbar.

Aufgrund Ihrer Schilderung sehen wir eine Fördermöglichkeit durch das Integrationsamt als nicht gegeben. Wir bedauern Ihnen keine günstigere Rückmeldung geben zu können.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Ich weiß nicht mehr, was ich Zukunft machen soll. Ich könnte Dolmetscher ja selber bestellen, aber es kostet fürstlich, so dass es sowieso unbezahlbar wird...

Kostet ein Gebärdensprachdolmetscher:

jede angefangene Stunde kostet 40€ bis 45€ plus Fahrkosten!

Es gibt aber Regel, dass ab 1,5h Einsatz zwei Dolmetscher anwesend sein sollen.

Also für Mathematik 1-Rep dauert 3h (4x45min). Also müsste ich zwei Dolmetscher bestellen.

2x40€x3 macht insgesamt 240 € plus Fahrkosten. Das nur für eine Rep.

Wenn ich mal an Einführungsveranstaltung (3 Tage) denke...

Damit wäre es teuersten Ausbildung meines Lebens... Also beste Weg wäre Studium abzubrechen.

Oder ich bin auf jede Unterstützung durch Kommilitonen angewiesen.

Für Kolloquium als Abschlussarbeit wäre ich bereit die Summe komplett zu tragen um Abschluss zu gelangen.. Aber während der Studiumzeit (3,5 Jahre)...

Ich weiß nicht mehr...

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13 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Vom Bayerischen Staat würde ich mir gar nichts erwarten.... (schlechte eigene Erfahrung). Gibt es bei euch keinen Verband, Fördervereien oder so, der dich unterstützen könnte? Ich kenne das vom Blindenverband so.

Wäre es ev. möglich, dass du jemanden, der die Ausbildung zum Gebärdendolmetscher macht, zu einem etwas günstigeren Preis engagieren könntest? Ich kenne jemanden, der das machen möchte, die wäre an sowas mehr als interessiert. Allerdings kommt das jetzt zu früh, den sie hat erst gerade mit dem Lernen angefangen.

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So eine Sch***!:thumbdown:

Ein paar weitere Ideen:

  • Stipendium suchen (z.B. das Aufstiegsstipendium bringt dir 2000€ im Jahr für Studiengebühren, damit hast du wieder Ressourcen frei um einen Dolmetscher aus eigener Tasche zu bezahlen) http://www.sbb-stipendien.de/aufstiegsstipendium.html
  • Arbeitgeber, Betriebsrat, Integrationsbeauftragte befragen nach Ideen, Kontakten, etc.
  • Aushang an der Gebärdendolmetscherschule: vielleicht kann sich da ja was über Praktikas oder Praxis-Projekte ergeben.

Kopf hoch! :thumbup: Lass dich doch nicht vom Staat von deinem Wunsch den Beruf zu "wechseln" abhalten!

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Hast Du die WBH kontaktiert? Vielleicht haben die eine Idee.

Genau das wäre auch meine Idee gewesen ... vielleicht geht das alles ja auch per Online-REP und du kannst alles nachlesen?

Wegen des Kolloquiums würde ich mir an Deiner Stelle aktuell noch keine Gedanken machen ;) Zur Not klärst du da mit deinem Erstbetreuer, dass er Dir die anfallenden Fragen einfach jeweils aufschreibt.

Ich halte alle Daumen, dass sich ein Weg findet :thumbup:

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Ich denke auch, dass es keinen anderen Weg gibt als den Versuch, das durch eigene Initiative zu regeln.

Mir scheint das in diesem Fall auch keine Boshaftigkeit irgendeiner staatlichen Stelle zu sein. Es sieht eher wie die Analogie zu Bafög, Weiterbildungen etc. zu sein. Alles, was Zweitausbildung oder Aufstiegsfortbildung ist, fällt aus einer "öffentlichen" Förderung heraus.

Das trifft Sie härter als andere, dennoch ist es eine im Grunde sinnvolle Grenzziehung in Bezug auf förderungswürdige Weiterbildungswüsche.

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Mir scheint das in diesem Fall auch keine Boshaftigkeit irgendeiner staatlichen Stelle zu sein. Es sieht eher wie die Analogie zu Bafög, Weiterbildungen etc. zu sein. Alles, was Zweitausbildung oder Aufstiegsfortbildung ist, fällt aus einer "öffentlichen" Förderung heraus.

Ja so sehe ich es auch. Und auch wenn es etwas hart klingt, aber irgendwie kann ich das auch verstehen. Solche Förderungen sind leider auch einfach teuer. Ich finde es ja schonmal sehr gut, dass der Staat "Erstausbildungen" fördert, das gibt es nicht in vielen Ländern. Aber bei Zweit-, Dritt-Ausbildungen würde das denke ich auch einfach zu hohe Kosten ergeben und irgenwo muss man halt einfach auch die Grenze ziehen, so leid es mir für dich an der Stelle tut.

Aber Kopfhoch, ich denke die Hochschule kann dir da bestimmt eine Empfehlung geben.

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Ein großer Teil der Präsenzveranstaltungen ist an der WBH ja freiwillig, wenngleich die Repetitorien schon sehr nützlich und hilfreich sind. Kannst du dir vorstellen, es weitgehend ohne die Repetitorien durchzuziehen und nur notfalls für einzelne, ganz wichtige Veranstaltungen auf eigene Kosten etwas zu organisieren?

Meine anderen Überlegungen wurden hier schon genannt:

1. Finanzielle Unterstützung durch Vereine etc.

2. Evtl. gibt es Menschen, die quasi ehrenamtlich übersetzen, gegen eine Aufwandspauschale?

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Müssen solche Dolmetscher während ihrer Ausbildung vielleicht Praktika oder andere "Einsätze" nachweisen? Vielleicht wäre da ja etwas zu machen...?

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Ich sehe hier die WBH in der Pflicht im Sinne der Barrierefreiheit ihr Angebot so anzubieten, dass auch du allen Präsenzveranstaltungen folgen kannst.

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Ich habe heute Spätschicht, vor kurzem fängt 30min Pause gerade! Daher Sorry für meine späte Kommentar hier.

Ich werde alle Möglichkeit ausschröpfen inkl. WBH Anfragen.

Dank klausu-Post konnte mich hoffentlich viel weiter helfen. Morgen habe ich Vormittag eine Betriebsversammlung für Schwerbehinderten. Ich werde denen informieren, da Gebardensprachdolmetscher sowieso vor Ort ist.

Eingliederungshilfe, dann muss ich an Bayerische Staat "Antrag auf Sozialhilfe" stellen. Mal sehen was daraus geworden ist. Diese gehörlose Rechtsanwältin werde ich auch wenden wenn Antrag nicht wie korrekt läuft.

Dann ist mögliche 2.Prüfung diese Jahr aus. Nur Mathematik 1 will ich noch erledigen. Damit es dann nicht weiter verzögert. .

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gibt es nicht villeicht noch eine möglichkeit, eine spezielle Software einzusetzen, die das gesprochene Wort des Dozenten als Text auf einem Laptop sichtbar macht? Ich kenne mich damit nicht wirklich aus, aber so etwas sollte doch in der heutigen Zeit möglich sein.

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Hallo,

hier in Augsburg hatte ein Doktorand ähnliche Probleme auch wenn er blind ist:

http://www.augsburger-allgemeine.de/augsburg/Blinder-Jurist-kaempft-um-Helfer-id22536826.html

Das Problem ist die Zweitausbildung. Ich finde es allerdings sehr bescheiden, dass Weiterbildungswilligen die Hilfe verweigert wird, wo doch immer gejammert wird das gut ausgebildete Kräfte fehlen :(

Das stand gestern dazu in der Zeitung:

k55d-1-c4ca.jpg

Mach Dein Problem bekannt, bei der WBH und sonstiges...

Ich drücke Dir die Daumen!

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