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Interview mit dem Verleger Hendrik Asmus: "Ich bin mit dem Büchermachen aufgewachsen"

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Fernstudienakademie

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In diesem Blog gibt es ja immer mal wieder Interviews mit Autoren und Lektoren. Heute berichtet Hendrik Asmus, der Geschäftsführer des FELDHAUS-VERLAGS, von seinem Beruf als Verleger.

Anne Oppermann: Herr Asmus, könnten Sie sich vielleicht einmal kurz vorstellen? Wie kam es dazu, dass Sie zum "Büchermenschen" wurden und nun als Geschäftsführer dem FELDHAUS VERLAG vorstehen?

Hendrik Asmus: Mein Vater hat den Verlag gegründet, ich bin also mit dem „Büchermachen“ aufgewachsen und habe schnell seine Leidenschaft geteilt – und das nicht nur für den Geruch von frischer Druckfarbe… Nach einer Findungsphase, nach der mir VWL als zu mathematisch und Geschichte als zu brotlos erschien, habe ich mich entschieden, in die Fußstapfen meines Vaters zu treten, wie man so schön sagt. Zu beurteilen, ob ich meine Sache gut mache, überlasse ich gerne anderen – meine Entscheidung habe ich jedenfalls nie bereut, im Gegenteil: Ich freue mich jeden Tag darauf, in den Verlag zu kommen. Fast jeden Tag.

A.O.: Welche inhaltlichen Schwerpunkte hat der FELDHAUS VERLAG?

H.A.: Bei FELDHAUS erscheinen Bücher zur beruflichen Aus- und Weiterbildung, wobei wir versuchen, gezielt die Nischen zu finden und zu füllen, die die Platzhirsche für kleinere Verlage wie unseren lassen.

A.O.: Sicherlich wenden sich viele Fachbuchautoren an Sie, um ihr Buchprojekt beim FELDHAUS VERLAG unterbringen zu können. Wie sieht aus Ihrer Sicht eigentlich das "ideale Exposé" aus?

H.A.: Für den ersten Eindruck bitte kurz und knapp: Name, Werdegang, Inhaltsübersicht, Probekapitel. Seitenweises Eigenlob und ausschweifende Beteuerungen, FELDHAUS sei der tollste Verlag der Welt, kommen bei mir eher nicht so gut an.

A.O.: Was kann ein Verlag für die Vermarktung eines Buches tun?

H.A.: Im Fachbuchbereich vor allem Kontakte nutzen, Multiplikatoren bearbeiten, Besprechungen initiieren. Sozusagen das beständige Bohren dicker Bretter, das sich manchmal erst dann auszahlt, wenn man gar nicht mehr damit rechnet.

A.O.: Was kann aber auch ein Autor für die Vermarktung eines Buches tun?

H.A.: Grundsätzlich ist es natürlich von Vorteil, wenn ein Autor ein guter Verkäufer in eigener Sache ist, eloquent, auch witzig. Dann kommt es manchmal – ich darf das gar nicht sagen – gar nicht mehr nur auf die Qualität seines Buches an. Und, wie gesagt, unsere Bücher besetzen eher Nischen, sodass persönliche Kontakte der Autoren zu Entscheidern sehr wichtig und meist auch vorhanden sind.

A.O.: Sie haben ja u.a. auch das Buchprojekt "100 Fragen und Antworten zum Fernstudium" betreut. Dabei gingen die beiden Autoren einen relativ neuen Weg des Schreibens, in dem sie nämlich die Nutzerinnen und Nutzer von Fernstudium-Infos.de in den Schreibprozess integrierten. Wie bewerten Sie solche Crowd-Sourcing-Projekte?

H.A.: Bei dem von Ihnen angesprochenen Buch als uneingeschränkt positiv. Damit das klappt, braucht man aber so versierte und erfahrene Moderatoren oder „Kanalisatoren“, wie die beiden Autoren es sind. Insofern muss man das von Fall zu Fall bewerten.

A.O.: Dieses Buch wurde ja im Jahr 2011 vom Forum DistancE-Learning als "Publikation des Jahres" ausgezeichnet. Hat sich diese Auszeichnung im Sinne des Buchmarketings eigentlich gelohnt?

H.A.: Über diesen Preis habe ich mich sehr gefreut, ich halte ihn aber auch für berechtigt! Natürlich haben die beiden Autoren einen großen Anteil an dieser Auszeichnung, das weiß ich wohl. Weniger sicher bin ich – um auf Ihre Frage zurück zu kommen – in wieweit sie den Verkauf befeuert hat. Natürlich hat sie das, in Stückzahlen auszudrücken vermag ich den Einfluss aber nicht.

A.O.: Im Moment gibt es ja einen gewissen Hype rund um das Thema E-Book. Wie bewerten Sie diese Form der Veröffentlichung? Will der FELDHAUS VERLAG auch auf diesen Zug aufspringen? Warum (nicht)?

H.A.: Meine Einstellung dazu kann man vielleicht als „aufmerksam beobachtend“ beschreiben. Das Wichtigste sind zunächst einmal die Inhalte, die müssen stimmen. Alles Weitere haben wir im Blick und können kurzfristig reagieren. Im Moment gehe ich davon aus, dass E-Book und klassisches Buch sich noch recht lange ergänzen werden, was ja auch die Verkaufszahlen der letzten Zeit nahe legen: Der starke Zuwachs bei den elektronischen Varianten geht nicht auf Kosten der gedruckten Werke. Für mich als Nutzer gilt: Einerseits finde ich E-Books und Tablets faszinierend, andererseits liegt mein iPad meist ungenutzt herum. Allerdings bin ich auch schon 42 und mit Eselsohren und Textmarker aufgewachsen…

A.O.: Vielen Dank für das Gespräch!

H.A.: Sehr gerne!

P.S.: Noch ein kurzer Hinweis in eigener Sache!

Die Fernstudienakademie ist nun (endlich!) auch bei Facebook angekommen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mitmachen wollt, dieses Social Media Projekt mit Leben zu füllen:

http://www.facebook.com/Fernstudienakademie


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