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Dyslexia - Interventionen

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Rumpelstilz

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Heute ging es um mögliche Interventionen, die bei festgestellter Dyslexie helfen können. Ich merke, dass ich im Grunde Praktikerin bin: Mich interessieren zwar die Hintergründe und die Forschung zum Thema Lese-Rechtschreibschwäche, aber letztendlich möchte ich wissen, was man machen kann, um diesen Kindern zu helfen.

Wichtig ist es, wie so oft, dass man Dyslexie früh feststellt und früh eingreift. Der logischerweise verbreiteteste Moment, in dem Dyslexie festgestellt wird, ist die erste Klasse, wenn es ans Lesen und Schreiben lernen geht. Es ist unklar, ob eine "Neigung" zur Dyslexie schon früher festgestellt werden kann (z.B. beim Spracherwerb). Klar ist jedoch, dass Dyslexie erblich ist.

Forschung auf dem Gebiet der Intervention wird vor allem mit Studien mit randomisierten Gruppen gemacht, wobei es ethisch immer heikel ist, einer Kontrollgruppe keine Massnahme zukommen zu lassen. Oft wird diese auf eine fiktive Warteliste gesetzt und sie erhält die Massnahme später.

Als erfolgreich erweisen sich Interventionen, die über eine begrenzete Zeit (oft: 6 Monate) intensiv eingreifen (oft: 2-3 Lektionen pro Woche Einzelförderung). Als Inhalt der Förderung hat sich eine Kombination von Training in Phonemwahrnehmung (welcher Laut klingt wie, wo im Wort kommt er vor etc.) und Lesetraining (auch Laut-Symbolrelationen) als am effektivsten erwiesen.

Klar ist, dass die Kinder von solchen Trainingsprogramme enorm profitieren, bestimmte Probleme aber bestehen bleiben und über Jahre beachtet der Umgang damit geschult werden muss.

Diese Leseeinheit wurden von diversen kurzen Videosequenzen begleitet, die Kinder beim Lese-Rechtschreibtraining zeigten und Kommentare derjenigen, die sie betreuten. Auffallend war, das Englisch wirklich deutlich anspruchsvoller ist als Deutsch für solche Kinder (wegen der mehrfachen Lautrepresentation der Buchstaben).

Interessant ist auch, dass die "Trainingseinheiten", die die Kinder erhalten, auch in etwa das wären, was ich intuitiv mit solchen Kindern machen würde.

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5 Kommentare


Empfohlene Kommentare

Ich habe lange mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, die Legastheniker waren. Je früher man den Lese- und Schreibprozess begleitet, desto besser und schneller wirken Maßnahmen. Das Blöde ist nur, dass (damals jedenfalls) in Schulen die Schwierigkeiten in der ersten Klasse gar nicht so unbedingt aufgefallen sind und die Kinder dann mit einem dicken Rückstand ins Training gekommen sind. Und mit dem entsprechenden Frust und der dazu passenden Lustlosigkeit und Aggression.

Wir hatten in der Beratungsstelle auch Logopäden - und ich konnte nach einer gewissen Erfahrung ziemlich genau mit hoher Trefferquote sagen, welches Kind aus der Logopädie Schwierigkeiten in der Schule in Deutsch bekommen würde.

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Ich denke, dass dies mit den neueren Lese- und Schreiblernmethoden (Komplettansatz, u.a. mit Lauttabelle, nicht rein Buchstabe für Buchstabe) deutlich besser geworden ist. Wenn diese Methoden sinnvoll durchgeführt werden, dann wird am Anfang sehr viel lautiert und aus dem Lautieren heraus geschrieben. Da fällt es vermutlich rascher auf, wenn ein Kind so gar kein Zugang zur Laut-Buchstaben-Relation hat als wenn die Kinder nur die "gelernten" Buchstaben benutzen.

Ich denke auch, dass in der Logopädie vieles schon klar wird. Mir fällt auf, dass die Briten (oder ev. einfach die Forscher?) sich da sehr zurückhalten. Es scheint sehr wichtig zu sein, keinem Kind voreilig das "Label" Dyslexie anzuheften. Das hat ja schon seine Berechtigung, aber wichtiger ist es doch, die Kinder, die diese Probleme habe, frühzeitig zu finden.

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Vielleicht etwas am Thema vorbei ;), aber trotzdem die Frage:

Wird auch die Dyskalkulie mal zum Thema bei Euch gemacht? Das ist in den Grund-Schulen auch ein relativ häufiges Phänomen, das aber meist noch seltener als solches erkannt wird als dies bei LSR und Dyslexia der Fall ist.

Übrigens - mal wieder - die Anmerkung: Spannendes Blog! :)

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Danke. Dyskalkulie ist in diesem Modul kein Thema. Aber ich belege jetzt dann auch noch eine "science" Modul, da ist zumindest die Integration von Schülern mit verschiedenen Lern- (und anderen)schwächen ein Thema. Was genau da vorkommt, weiss ich noch nicht.

Der Grund, warum gerade auf die Dylexie im Modul Entwicklungspsychologie so intensive eingegangen wird, ist die Tatsache, das Lesen in unserer Gesellschaft ein zentrales kulturelles Tool ist, viel mehr als rechnen.

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Diese Leseeinheit wurden von diversen kurzen Videosequenzen begleitet

Das finde ich einen gelungenen Medieneinsatz, der echten Nutzen/Mehrwert bringt.

Im übrigen ein Klasse Blogbeitrag durch die Mischung aus Theorie, eigenen Erfahrungen und Überlegungen und dazu noch die Ergänzung durch die Erfahrungen, die Frau Kanzler gemacht hat und hier schildert. So macht das Blog lesen Spaß.

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