MOOCs, Seminare und Onlinekurse

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Was ist ein MOOC?

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Markus Jung

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Bei einem zusammgengesetzten Begriff wie MOOC drängt es sich ja fast auf, eine Erklärung nach den einzelnen Bestandteilen zu versuchen: MOOC steht für Massive Open Online Course, also (frei übersetzt) für offene Kurse mit vielen Teilnehmern, die mit Hilfe des Internets durchgeführt werden.

Bei meinen Überlegungen hat mir der Blog MOOCs - Beiträge zum Open Online Course #MMC13 von Claudia Bremer sehr geholfen, da hier Informationen sehr übersichtlich und verständlich dargestellt sind.

Massive

>= 150 Teilnehmer

Hier wird zur Zeit die Zahl von 150 Teilnehmern hoch gehandelt - es gibt aber auch MOOCs mit vielen tausend Teilnehmenden. Deshalb finde ich die Begründung für diese Festlegung, dass ein Mensch nur im Schnitt 150 soziale Kontakte verarbeiten kann (sogenannte Dunbar-Zahl) wenig hilfreich - denn dies würde ja eigentlich eher nahelegen, dass MOOCs maximal und nicht mindestens 150 Teilnehmer haben sollten. Aber ich denke, die Begründung für diese Festlegung wird irgendwann eh niemand mehr interessieren und vor allem als Festlegung überdauern.

Update 18.01.2013: Es hat sich jetzt aufgeklärt - zunächst geht es um mehr als 150 aktive Teilnehmer und der Kurs ist dann "massive", eben gerade weil der Einzelne nicht mehr alles verarbeiten kann und zur Selektion gezwungen ist.

Siehe auch:

http://mooc13.wordpress.com/begrifflichkeit/massiv/

http://halfanhour.blogspot.ca/2013/01/what-makes-mooc-massive.html

Open

1. Keine Teilnahmevoraussetzungen

Damit ist der Verzicht auf formale Zulassungsbeschränkungen wie zum Beispiel Abitur oder ein NC gemeint. Notwendig sind natürlich ein Internetzugang und auch eine gewisse Medienkompetenz. Aber diese werden vorab nicht geprüft.

Allerdings zeigt sich, dass in der Praxis auch der Verzicht auf Zulassungsbeschränkungen Grenzen hat - vor allem wenn es um den Erwerb eines Abschlusses geht oder gar ECTS-Punkte vergeben werden sollen, müssen eben oft doch Voraussetzungen erfüllt sein bis hin zur Einschreibung an einer Hochschule.

Ganz weit gefasst sollte sogar eine Anmeldung ganz entbehrlich sein und eine Teilnahme jederzeit nach eigener Entscheidung der Teilnehmer möglich sein.

2. Frei zugängliche Inhalte

Hiermit ist gemeint, dass die Inhalte des Kurses öffentlich im Internet zur Verfügung stehen (Open Educational Resources). Auch hier gibt es in der Praxis viele Abstufungen - dürfen die Inhalte zum Beispiel auch weiterverwendet werden (CC-Lizenz - welche?)? Und finden auch alle Diskussionen öffentlich im Netz statt oder in einem Bereich, der nur nach Anmeldung zugänglich ist?

Siehe auch:

http://mooc13.wordpress.com/begrifflichkeit/open/

Online

Der Kurs findet über das Internet statt. Hier stellt sich die Frage, ob er ausschließlich über das Internet stattfinden muss. Ist es kein MOOC mehr, sobald sich einzelne Teilnehmer in kleinen Gruppen treffen und sich offline über die Inhalte austauschen und gemeinsam lernen? Was ist, wenn Präsenzveranstaltungen organisatorisch mit in das Konzept gehören? Oder aber Prüfungen, zum Beispiel um Credit Points zu erlangen?

Update 18.01.2013: Wenn Offline-Elemente vorhanden sind, handelt es sich wohl um einen "Blended MOOC", ähnlich wie es auch in der Fernlehre viele Angebote gibt, die per Blended Learning (also als Kombination verschiedener Methoden, zum Beispiel Lehrbriefe, Online-Aktivitäten und Präsenzveranstaltungen) angeboten werden.

Siehe auch:

https://mooc13.wordpress.com/begrifflichkeit/online/

Course

Dieser Begriff scheint auch eher weit gefasst zu sein und es muss wohl noch definiert werden, wo zum Beispiel eine bloße Materialsammlung (ggf. mit der Möglichkeit zum austausch darüber) aufhört und ein Kurs anfängt. Muss es einen festen zeitlichen Rahmen geben? Festgelegte Ziele oder Aufgaben? Bei den bisherigen MOOCs kommen da durchaus verschiedene Formen vor. Solche, bei denen hauptsächlich mit Video-Konserven gearbeitet wird und auch solche, bei denen es recht konkrete Aufgaben gibt, die gemeinsam bearbeitet und gelöst werden. Und andere, bei denen es eher einen groben Rahmen und einige Themen gibt und jeder Teilnehmer das daraus machen kann, was er möchte (in diese Kategorie fällt meiner Meinung nach der MMC13).

Siehe auch:

https://mooc13.wordpress.com/begrifflichkeit/course/

Mit Sicherheit ist die Darstellung hier verkürzt und auch nicht überall präzise (fragt sich auch, ob es genaue Festlegungen überhaupt schon überall gibt, oder ob diese noch gefunden werden bzw. sich entwickeln müssen) - aber für mich reicht es erstmal so, um eine bessere Vorstellung davon zu haben, was MOOCs sind - insbesondere auch noch in Verbindung mit den nächsten Fragen zur Unterscheidung zwischen cMOOCs und xMOOCs und der für mich wichtigen Überlegung, ob ein Fernstudium ein MOOC sein kann.

Hier gibt es noch ein sehr anschauliches (englisches) Video, in dem das MOOC-Konzept erklärt wird. Einige Aussagen darin könnte man natürlich auch wieder diskutieren, aber mir gefällt die sehr verständliche Art der Darstellung (via Isabelladonnas Ulletrulle)


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6 Kommentare


Fernstudienakademie

Geschrieben

Ich habe mal auf der Startseite dieses "Meta-MOOCs" herumgestöbert.

Sehr witzig fand ich ja diesen Beitrag, der das MOOC-Konzept mal so richtig gegen den Strich bürstete. ;)

Ist Deiner (bisherigen) Meinung nach etwas dran an dieser (zugegeben sehr pointiert ausgedrückten) Kritik?

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Markus Jung

Geschrieben

Hallo Anne,

schön, dass du dich auch etwas mit dem Thema MOOCs auseinander setzt. Was sind denn so deine ersten Eindrücke davon?

Was den von dir genannten Impulsbeitrag von Jasmin Hamadeh angeht: Etwas "dran" ist da bestimmt und ich denke, durch den Artikel werden sehr deutlich mögliche Gefahren und Probleme von MOOCs aufgezeigt.

Auf die einzelnen Kritikpunkte bezogen:

Teilnehmerschwund, wenige Aktive: Ja, das wird häufig so sein, gerade wenn der Kurs kostenlos und die Teilnahmebarrieren sehr gering sind. Die Frage ist, ob es schlimm ist und ob es das nur in MOOCs gibt. Hier im MOOF (Massive-Open-Online-Forum ;-) ist auch nur ein kleiner Teil der Community aktiv und ein ganz kleiner sehr aktiv. Solange diese wenigen immer noch ausreichend viele sind, sehe ich da gar kein Problem. Im Gegenteil, würden die teilweise über 200 Benutzer, die sich hier jeden Tag einloggen alle so viel schreiben, wie es die sehr aktiven hier tun, würde es vielleicht sehr unübersichtlich. Ähnlich auch in MOOCs. Im aktuellen MMC13 ist es schon schon schwer, halbwegs den Überblick zu behalten. Würden alle angemeldeten Teilnehmer zum Beispiel täglich bloggen, ständig twittern und überall kommentieren, wäre das vermutlich kaum zu handeln. Und auch im Fernstudium habe ich an der FernUni Hagen ähnliches erlebt - auch dort ist nur ein kleiner Teil der eingeschriebenen Studierenden wirklich aktiv, obwohl es eine mehr organisierte Lernform ist und (etwas) Geld kostet.

Viele oberflächliche Nutzer, die konsumieren, ohne etwas einzubringen: Ja, ist bestimmt so, aber ist es schlimm? Ich habe zum Beispiel schon einige Male überlegt, an einem Barcamp teilzunehmen (also einer "Unkonferenz") - ich habe es aber gelassen, weil man dort wohl mehr oder weniger gezwungen ist, auch eigene Sessions anzubieten. Soll doch jeder schauen, wie er für sich den besten Nutzen ziehen kann. Voraussetzung wie oben genannt, dass eine ausreichend große aktive Masse übrig bleibt.

Dann wird die fehlende Unterstützung in MOOCs kritisiert, so dass man sich schnell alleine gelassen fühlt und sich überfordert abwendet. Ich glaube, diese Gefahr ist tatsächlich sehr groß, gerade wenn man anfängt, MOOCs nicht nur für Menschen anzubieten, die eh im Internet zu Hause sind. Aber selbst dann ist es gar nicht so leicht, sich in die Strukturen eines MOOCs einzufinden. Aber ich denke, hier liegt es einfach auch an den Organisatoren, Strukturen zu schaffen um hier zu unterstützten. Also zum Beispiel ein Forum, wo auch über solche Fragen zur Vorgehensweise gesprochen wird. Und zwar nicht so, dass die Organisatoren die einzigen sind, die Support bieten, sondern die Teilnehmer untereinander. Aber es muss dann schon Verantwortliche geben, die schauen, dass auch wirklich alle Fragen beantwortet werden. Ähnlich wie es optimalerweise in den Lernforen der Anbieter auch sein sollte. Und auch dort hört man ja immer wieder, dass dies sehr unterschiedlich läuft. Im MMC13 gibt es eine FAQ-Seite, wo jeder seine (auch organisatorischen) offenen Fragen zum MOOC los werden kann. Fragt sich allerdings, warum diese bisher noch komplett leer ist. Gibt es keine Fragen? Wird die Seite nicht gefunden? Oder möchte man sich nicht als unwissend outen?

Bleibt der letzte Punkt: MOOCs sind ineffiziente Lernformen, bei der es eine Masse an Materialien gibt, die redundant, wohlmöglich sogar inhaltlich falsch, über das Netz verteilt und nicht organisiert sind. Da sehe ich im Moment ein großes Problem. Der Zeitaufwand ist enorm und wenn ich zu einem Lernthema eine Alternative hätte, würde ich vermutlich eher keinen MOOC dazu nutzen, sondern eher ein Buch lesen und ggf. offene Fragen in einer Internet-Communtiy dazu stellen. Ich glaube auch, dass MOOCs weniger zur Vermittlung von Standard-Wissen geeignet sind (zum Beispiel kann ich mir kaum einen MOOC zu den Grundlagen der Mathematik vorstellen), sondern eher für Projekte, bei denen gemeinsam etwas erarbeitet wird und das Ergebnis vorher noch nicht feststeht. Denn den großen Vorteil von MOOCs gegenüber anderen, mehr strukturierten Lernformen, sehe ich darin, dass er eine enorme Kreativität ermöglicht und sich jeder in der Form einbringen kann, die ihm liegt.

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Danke für Dein spannendes Feedback, das mir bei der Bewertung dieser relativ neuen Lehr-Lernform schon ein bisschen weiter hilft.

Ich nehme ja nun nicht am dem Meta-MOOC statt, darum habe ich sicherlich auch weniger Grundlagenwissen als Du.

Deine Kritikpunkte, was vielleicht bei MOOCs nicht so gut laufen könnte, finde ich absolut nachvollziehbar. Wie Du stelle ich mir dabei auch die Frage: "Na und? Was ist denn so schlimm daran, wenn es z.B. eine relativ hohe Abbrecherquote gibt?"

Die TN machen das freiwillig, bezahlen kein Geld und machen eher selten eine Abschlussprüfung. Diese Bedingungen sind (hoffentlich) allen klar, bevor sie mitmachen. Sie wissen also in etwa, was sie da geboten bekommen. Dann gibt es auch kein böses Erwachen, wenn der Course vielleicht nicht absolut überwältigend toll, nützlich und karriereförderlich ist.

Was mich ein wenig nervt, ist, dass sich da bald eine Geheimsprache ergibt, die von nicht allzu internetkundigen und nicht-MOOC-erfahrenen TN kaum noch verstanden wird. Damit grenzt man u.U. eine ganze Menge potenzieller Interessenten aus bzw. man verschreckt sie.

Auch das muss nicht schlimm sein (s.o.: Die meisten wissen, worauf sie sich bei einem MOOC einlassen...)

Für die Fernlehre kann ich mir dieses Lehr-Lern-Konzept aber nur begrenzt vorstellen, bzw. eigentlich nur im Bereich des akademischen Studiums. Fernlehrgänge, bei denen so viele "Geheimsprache" und auch Vorwissen in Sachen Internet etc. verlangt wird, gehen sonst ganz häufig an der avisierten Zielgruppe vorbei.

Wie ist da Deine Meinung?

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Markus Jung

Geschrieben

Ich kann mir vorstellen, dass einzelne Elemente aus MOOCs Einzug in die Fernlehre erhalten werden. Zum Beispiel, dass (ein Teil) der Materialien auch frei zur Verfügung gestellt wird und es dazu sogar die Möglichkeit gibt, sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen usw. und daher die Betreuung der Studierenden und die Abnahme von Prüfungen wichtiger wird bzw. das sein wird, mit dem Geld verdient werden kann. Ansätze dafür gibt es ja schon wie zum Beispiel OpenLearn der OpenUniversity oder auch die deutsche Initiativen, bei denen zum Beispiel Videos über iTunes U oder YouTube zur Verfügung gestellt werden (machen zum Beispiel die IUBH und Oncampus).

Die "Geheimsprache" ist sicherlich ein Problem. Hier ist aber entweder denkbar, dass dies für Endkunden übersetzt wird, oder dass die Geheimsprache durch steigende Verbreitung irgendwann mal keine mehr ist - so wie sich mit den sozialen Netzwerken ja auch ein eigenes Vokabular entwickelt hat ("liken", "einkreisen" usw.).

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Fernstudienakademie

Geschrieben

Ich denke auch, dass es immer normaler wird, die eigenen Lernunterlagen und das eigene Wissens (wenigstens auszugsweise) zur Verfügung zu stellen bzw. zu verschenken.

Im Sinne eines guten Bildungsmarketings ist das durchaus vernünftig, weil man den Interessenten dann eben nicht "die Katze im Sack" verkauft, sondern Kostproben seiner Wissens gibt. Insofern lohnt sich dieser Ansatz ganz bestimmt auch im Bereich der Fernlehre.

Ohne echte, individuelle und vor allem durch Fachleute (und nicht durch die Mitstudierenden) durchgeführte Lernerfolgskontrollen und ein entsprechendes tutorielles System für die Einzelnen (und nicht nur für alle 1000+ Teilnehmer pauschal), kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen, wie sich da der Wissenszuwachs gestaltet. Vielleicht kannst Du da ja aus eigener Erfahrung später mehr erzählen.

Ich glaube, wer wirklich mittut in einem MOOC, wird sicherlich auch in Sachen Lernfortschritt davon profitieren. Bei den reinen Zuschauern kann ich mir das (noch?) nicht wirklich vorstellen.

Auch eine andere Frage, die wir ja auch hier schon im Forum mal besprochen haben, geht mir nicht so recht aus dem Kopf: Was "bringt" mir ein solcher Kurs z.B. auf dem Arbeitsmarkt, wenn ich (weil ich z.B. gar nicht angemeldet bin), gar nicht die Chance habe, ein Abschlusszertikat zu erhalten?

Jetzt ein bisschen ab vom Thema....

Es gab mal vor einiger Zeit ein Sachbuch zum Thema selbstbestimmtes und "zertifikatloses" Lernen:

Die Freibeuter-Strategie

Grundtenor: Man muss nicht für jede Aufgabe im Job einen "Schein" vorweisen können, sondern man sollte praktisch an seinen Aufgaben wachsen und "just in time" genau das lernen, was man zur Erledigung einer bestimmten Aufgabe benötigt.

Den "Freibeuter-Lernern" kämen solche MOOCs, wenn sie dauerhaft (!) im Netz abgerufen werden könnten, sicherlich sehr entgegen...

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Markus Jung

Geschrieben

Was "bringt" mir ein solcher Kurs z.B. auf dem Arbeitsmarkt, wenn ich (weil ich z.B. gar nicht angemeldet bin), gar nicht die Chance habe, ein Abschlusszertikat zu erhalten?

Wissen und ggf. Fähigkeiten, von denen ich den Arbeitgeber auf andere Weise als durch ein Zertifikat überzeugen kann, was aber wohl allenfalls dann möglich sein kann, wenn man es auch so bis ins Gespräch schafft.

So viele MOOC-Teilnehmer habe ich ja noch nicht kennen gelernt, aber ich glaube bisher gibt es auch noch gar nicht so viele, die das jetzt wegen des Nutzens der Inhalte für die Karriere machen. Sondern ich denke einige machen mit, weil sie die Themen bzw. die Methode interessieren oder einfach alles Neue mal ausprobieren möchte und viele (gerade aus dem Bildungsbereich) machen auch mit, weil alleine die aktive Teilnahme an so einem Kurs schon für künftige Arbeitgeber interessant sein könnte, die zum Beispiel auch solche Kursangebote planen. Und eine Art Nachweis hat man dann zum Beispiel durch die gebloggten Beiträge erbracht.

Ich stimme dir aber zu, wer wirklich nur als Lurker (Zuschauer) dabei ist, ohne zumindest für sich (das kann ja auch nicht-öffentlich geschehen) auch mit den Inhalten zu arbeiten, wird vermutlich nur sehr wenig Nutzen haben.

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      Inzwischen ist das Modul Wirtschaftsinformatik abgeschlossen. Die Hausarbeit als Gruppenaufgabe war mehr Aufwand, als ich erwartet hatte. Es ist schon etwas anderes, ob man alleine an etwas arbeitet oder in der Gruppe. Der Abstimmungsfaktor ist natürlich deutlich höher. Wobei wir 3 eigentlich gut zusammengearbeitet habe und es hat wirklich Spaß gemacht. Den Feinschliff gab es am Abgabetag via Skype und Dokumenten-Sharing. Flux noch ausgedruckt, mit Ringbindung versehen und dann ab nach Hameln. Just in time könnte man sagen, es war noch gut eine Stunde Zeit. Es ist kein Meisterwerk geworden, aber zum Bestehen sollte es gereicht haben.
      Den darauf folgenden Tag sollten wir unsere BWL "Online"-Aufgabe abegeben. Handschriftlich auf Papier. Ich wiederhole "Online"-Aufgabe. Ok, ja. Die Aufgabestellung wurde Online im ILIAS veröffentlicht. So gesehen. Na ja , auch das ist erledigt, allerdings auch alles andere als gut geworden - vor allem die Lesbarkeit lässt sicherlich zu Wünschen übrig. Der Feedbackbogen zum Modul (tatsächlich online) wird als Ergebnis sicherlich hervorbringen, dass handschriftliche Lösungen nicht unbedingt eine Freude sind.
       
      2. Modul ist Wirtschaftsmathematik und Statistik. Es zeigt sich, dass es stark abhängig ist vom Dozenten, wie gut die Organisation klappt. Hier kann man absolut nicht meckern. Sehr nette und kompetente Dozentin, die den Stoff hervorragend und unkompliziert erklärt. Einmal wöchentlich findet eine Sprechstunde in Form eines Webinars statt. Wenn keine Fragen sind, geht sie den Stoff schon mal durch. Sie arbeitet direkt handschriftlich auf ihrem Surface, sodass am Ende eine Skript entsteht. Sowohl die Aufzeichnung, als auch das geschriebene Dokument wird sehr zeitnah hochgeladen. Perfekt! Unsere erste, recht zwanglos Onlineaufgabe, hatte sie nach dem Präsenzwochenende (letzte Woche) bereits am Dienstag kontrolliert und wir bekamen unsere Punkte (auf BWL und die Gruppen-Hausarbeit müssen wir noch bis Ende Januar warten). Mathe ist geteilt in Statistik und Wirtschaftsmathematik. Jeweils mit einer Onlineaufgabe (einfache Hausarbeit) und einer 1 stündigen Klausur. Wer wollte, konnte gestern bereits die Statistikklausur schreiben und muss am 07.01. dann nur noch Wirtschaftsmathe machen. Alle anderen schreiben beide Klausuren hintereinander. Gut, eine Woche nach der Präsenz gleich die Arbeit schreiben, ist schon sportlich aber machbar. Hier zeigte sich jedoch ein erster Kritikpunkt. Die Zeit für 5 Aufgaben ware sehr knapp bemessen, wenn die Aufgaben an sich eigentlich einfach waren. Selbst wenn ich mich zu Beginn nicht schon im Taschenrechner vertippt hätte, dadurch nicht extrem nervös und durcheinander gewesen wäre, hätte ich die Aufgaben vielleicht gerade so geschafft. Andere haben nicht alle bearbeiten können. Ich konnte mich zum Glück irgendwann wieder fangen und habe am Ende zu alle Aufgaben etwas geschrieben, aber dadurch schleichen sich natürlich sehr schnell Fehler ein. Ganz zu Schweigen von einem möglichen Nachrrechnen. Einen richtig großen Bock habe ich in der letzten Aufgabe geschossen, bei der ich statt 120 8 jährige Fichten, 128 jährige Fichte gelesen habe und ich dann auf die Suche nach der Anzahl irgdenwann eine theoretische Anzahl hergeleitet habe. Ärgern tue ich mich über die Wahl der falsche Verteilung, Hypergeometrisch war gefodert (eigentlich deutlich erkennbar), aber nein, ich nehmen Binomial. Toll. Mal schauen was das wird, sonst schreiben wir sie halt im Januar noch einmal.
       
      Ein Vergleich mit dem Modul der FernUni Hagen zeigt aber auch hier, dass das Niveau insgesamt geringer ist. Trotzdem meckern einige immer über den Aufwand für das Studium..
    • Markus Jung
      Von Markus Jung in Fernstudium-Infos.de bloggt 6
      So dann und wann reflektiere ich ja auch schon mal über mich selbst und über mein Tun und warum ich (gefühlt) anders arbeite als viele andere. Ich bin weder Angestellter, noch Geschäftsführer eines Unternehmens mit Mitarbeitern, noch digitaler Nomade - und dabei sogar auch schon Ü40 . Ich bezeichne mich entweder als selbstständig, was es so ganz aber auch nicht trifft, da viele Selbstständige für jemanden arbeiten und Aufträge oder Projekte abarbeiten, oder als Einzelunternehmer. Ich habe ein Heimbüro und arbeite dort auch den größten Teil der Zeit, verzichte auf Mitarbeiter und verlagere  ggf. einzelne Dienstleistungen nach außen und habe auch gar nicht das Bedürfnis, immer mehr zu wachsen und immer mehr zu machen, sondern möchte mit dem, was ich tue Bestand haben und ein gutes Auskommen für meine Bedürfnisse. Und verzichte dabei auch auf Fremdfinanzierung durch Kredite oder Investoren und versuche insgesamt die Komplexität überschaubar und die Kosten im Rahmen zu halten. Wichtig ist es mir etwas zu tun, wo ich voll und ganz dahinter stehe und dabei auch nicht streng nach Arbeitsleben und Privatleben zu unterscheiden.
       
      Ein paar mehr von meiner Sorte scheint es wohl doch zu geben, denn es gibt ein Buch dazu mit dem Titel Solepreneur - Alleine schneller am Ziel* von von Ehrenfried Conta Gromberg  und Brigitte Conta Gromberg, die dafür den Begriff "Solepreneur" verwenden, dem ich sonst bisher noch nicht begegnet bin und der auch insgesamt wenig genutzt zu werden scheint und auch mich nur begrenzt anspricht - aber in dem was die Autoren in ihrem Buch beschreiben, finde ich mich gut wieder. 
       
      Es werden fünf Typen und damit verbundene Geschäftskonzepte vorgestellt:
      Produzent > Produkutmodelle Händler > Sortimentsmodelle Experte > Expertenmodelle (baut sein Business um sein Wissen auf) Problemlöser > Servicemodelle Kreative > Erlebnismodelle Ich sehe mich in erster Linie als Experten und Problemlöser an, was auch zu den Beschreibungen dieser Konzepte im Buch passt.
       
      So wirklich viel Neues habe ich durch das Buch eigentlich nicht erfahren, es war mehr eine schöne Bestätigung, dass das was ich mache und wie ich es mache durchaus auch ein Weg ist und ich zwar vielleicht tatsächlich "exotisch", aber zumindest nicht alleine damit bin. Das zeigen auch diese Eindrücke vom Selopreneur Day in Berlin dieses Jahr:
       
      Und es gibt auch eine XING-Gruppe, für dich gerade einen Beitrittsantrag gestellt habe. 
       
      * = Affiliate-Link