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Leseverständnisschwäche 2, Tutorial, proofreading

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Rumpelstilz

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Gestern Abend hatten wir ein Tutorial. Die Themen, die besprochen wurden, habe ich irgendwann vor Weihnachten gelesen, also lag es schon recht weit zurück. Aber ich scheine nicht völlig quer zu liegen, was für meine Hausarbeit wichtig ist.

Dann war ich heute bei meiner Englischlehrerin, um meine Hausarbeit bezügl. Sprache durchzugehen. Es war wie immer sehr interessant und lehrreich, weil sie so richtig kompetent ist.

Morgen muss ich die Änderungen noch in die Hausarbeit übertragen, dann wäre sie definitiv fertig.

Dann habe ich Topic 3, Leseverständnisschwäche, fertig gelesen.

Kurzzusammenfassung:

Bei der Leseverständnisschwäche handelt es sich quasi um das "Spiegelbild" der Dyslexie. Es sind Menschen, die Schrift zwar problemlos decodieren und auch laut lesen können, denen es aber schwerfällt, den Sinn des gelesenen zu erfassen.

Die Ursache liegt wohl vornehmlich im "Arbeitsspeicher" (working memory): Es fällt den Betroffenen schwer, irrelevante von relevanter Information im Gelesenen zu unterscheiden und die irrelevanten Sachen zu unterdrücken. Problematisch ist, dass dieser Prozess parallel zum Weiterlesen stattfinden muss. Es ist also eine beeindruckende "Mehrfachleistung", die das Gehirn dabei leisten muss.

Weiter fällt es den Betroffenen auch schwer, gelesene Information mit vorhandenem Wissen zu kombinieren. Unbewusst bettet man beim Lesen die neue Information in das vorhandene Allgemeinwissen ein und schafft so neue Verbindungen. Diese Fähigkeit scheint bei der Leseverständnisschwäche schwach ausgeprägt zu sein. Somit wird auch das Anwachsen der Allgemeinbildung behindert.

Was kann man machen?

Es sind vornehmlich vier nützilche Stossrichungen bekannt:

1. Diese Kinder vergessen oft, was sie nach einer Instruktion tun müssen bzw. sie können sich schlecht an "Mehrfachinstruktionen" halten ("Häng die Jacke auf, stell die Schuhe ins Regal und komm dann zum essen"). Da ist es wichtig, die Information zu wiederholen, die relevanten Dinge hervorzuheben und vor allem, das Kind bitten, die Instruktion zu wiederholen, bevor es damit anfängt.

2. Das Vokabular soll vereinfacht werden, die Sätze mit einfachere Grammatik ausgedrückt, kürzere Sätze verwendet.

3. Aufgaben sollen in kürzere Teilaufgaben aufgeteilt und Erinnerungsunterstützungen angeboten werden (z.B. Bilder)

4. Strategien entwicklen, nach denen die Kinder handeln können, wenn sie Aufgaben nicht folgen können.

Vieles davon wirkt trivial, aber ich denke, das sind Dinge, die man sich in der Erziehung auch von völlig unbeeinträchtigten Kindern immer wieder mal in Erinnerung rufen sollte. Ich höre oft von Eltern, dass sich die Kinder "nichts merken" können oder dass sie "nie ihre Jacke aufhängen" o.ä. Auch ich bin da alles andere als perfekt. Doch ich halte es für wichtig, dass man diese Dinge nicht nebenbei erwartet, sondern ihnen unsere Aufmerksamkeit schenkt (z.B. immer, wenn man nach Hause kommt, das Kind fragen: Was musst du jetzt machen? Und dann auch beim Kind bleiben, bis es die Jacke aufgehängt und die Schuhe versorgt hat).


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1 Kommentar


Markus Jung

Geschrieben

Sehr interessant. Kann ich aus dem Alltag mit meinem Sohn mit Down-Syndrom bestätigen. Lesen findet dort zwar eh noch nicht statt, aber das was du unten zu den Aufgaben schreibst.

Vielleicht noch als Ergänzung zu 1.: Wann immer es möglich ist, hilft es sehr, nicht nur die Informationen zu wiederholen, sondern die Aufgaben auch aufzusplitten (schreibst du ja auch bei 3.). Also erstmal nur "Hänge bitte deine Jacke auf" - warten, bis dies erledigt ist - dann "Jetzt bitte die Schuhe ins Regal stellen" - warten, Lob: "Das hast du sehr gut gemacht - jetzt können wir Essen". Sehr aufwändig, kostet viel Geduld und Zeit, aber funktioniert (meistens, nicht immer ;-)).

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