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Naturwissenschaft in der Schule

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Rumpelstilz

42 Aufrufe

Hier eine knappe Zusammenfassung des 'science curriculum'-Aufsatzes, den ich gestern und heute gelesen habe:

Unterricht in Naturwissenschaften ist traditionell als Vorbereitung auf weiterführende Studien ausgerichtet. Im Gymnasium werden diese Fächer so unterrichtet, dass die (guten) Schüler auf ein naturwissenschaftliches STudium an der Uni vorbereitet sind.

In der Grundschule haben diese Fächer einen sehr kleinen Stellenwert, da in der 'science'-Szene überwiegend davon ausgegangen wird, dass man eine solide Grundlage vor allem in Mathe haben muss, um z.B. Physik überhaupt zu verstehen.

Diese Situation führ dazu, dass die naturwissenschaftlichen Fächer als "schwierig" gelten und vor allem "gute" Schüler dazu angeregt werden, sie auf der gymnasialen OBerstufe zu belegen. Die hegemoniale Rolle, die lange Zeit die Sprachen hatten, wurde in der zweiten Hälfte des 20.Jh von den Naturwissenschaften übernommen: 'Gut' in diesen Fächern sind vor allem Schüler, die generell 'gut' in der Schule sind.

In der Folge sind die Fächer für weniger gute Schüler langweilig bis nicht nachvollziehbar. Die Lehrer sehen sich mit gelangweilten und überforderten Schülern konfrontiert.

Es wird plädiert für einen naturwissenschaftlichen Unterricht, der nicht überwiegend auf abstrahierten und realitätsfremden Laborexperimenten unter optimierten Bedingungen beruht. Anstatt dessen soll ein 'erzählerischer' Ansatz gefunden werden, in dem versucht wird, zu erklären, wie die Natur funktioniert - anstatt dies stets nur zu berechnen.

Die Zielsetzung soll nicht nur sein, die Schüler auf ein akademisches Studium vorzubereiten, sondern als informierter Bürger an Diskussionen, die naturwissenschaftliche Kenntnisse erfordern (z.B. genetisch veränderte Pflanzen, Nuklearkraft, Impfungen,...) teilzunehmen.

So, das ist sehr knapp und auch nur ein Auszug. Leider muss ich jetzt in die Arbeit und muss mir das 'Gedanken machen' darüber etwas aufschieben.


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10 Kommentare


Fernstudienakademie

Geschrieben

Danke für den spannenden Bericht!

Ich meine, mal vor einigen Jahren einen Aufsatz (?) oder einen Zeitungsbericht (?) gelesen zu haben, dass diese Zurückhaltung bei naturwissenschaftlichen Themen in der Grundschule oftmals an den Interessen der Grundschüler vorbei geht.

Auf eine Kurzformel gebracht:

In der Grundschule würden sich Grunschüler sehr für Naturwissenschaft interessieren, sie "müssen" sich aber vornehmlich mit der Entwicklung ihrer Sozialkompetenz und "sozialen Themen" beschäftigen (was natürlich auch enorm wichtig ist...)

In den weiterführenden Schulen ist es dagegen anders herum: Die Schüler würden sich gerne mit sozialen Themen beschäftigen, "müssen" sich aber vermehrt mit naturwissenschaftlichen Fragen auseinander setzen.

Leider habe ich die Quelle nicht mehr parat - auch ist es ja nicht so, dass es nur "den" Schüler gibt, den nur ein einziges Thema interessiert. Da hat natürlich jeder Schüler ganz individuelle Interessen. Aber ich glaube, dass an der Tendenz schon etwas dran sein könnte.

Wie siehst Du das, Rumpelstilz?

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Ich sehe einen weiteren Aspekt. Deutsche Grundschullehrer sind überwiegend weiblich und selber genau in der beschriebenen Tradition erzogen. Das verlorene naturwissenschaftliche Interesse dieser Mehrheit schlägt dann in der Ausrichtung der gesamten Grundschule durch. Die Mädchenquote sank bei uns mit dem Anteil an Mathematik (Biologie->Chemie->Physik), an Mädchengymnasien ist die Verteilung vielfach ausgeglichener :confused:

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Naturwissenschaften werden an der Schule eher vernachlässigt. Dafür sind mehr Laberfächer drin. so gesehen hat sich alles verschlechtert.

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Danke für eure Rückmeldungen, das ist ja sehr spannend und bereichernd! (gerne mehr...)

Meine eigene Erfahrung ist, dass ich mich bis etwa 14 Jahre sehr für Naturwissenschaften interessiert habe. Ich bin z.B. oft in technische Museen , zu "Wissenschaftstagen" gegangen, habe entsprechende Bücher aus der Bib geliehen etc.. Als ich in der Schule dann endlich Physik etc. hatte, war ich nach kurzer Zeit sehr enttäuscht: Die Einführung in jedes Thema (z.B. Strömungslehre) fand ich immer interessant, da man versucht hat (sich) zu erklären, warum welche Dinge passieren. Nach kurzer Zeit sollte man dann aber alles berechnen. Und bei diesem Rechnen ging es nicht mehr um die Realität, sonder stets um irgendwelche angenommene Idealzustände. Für mich hatte das nichts mehr damit zu tun, wie die Dinge sind. Ich habe den "Kontakt" zu dem, was passiert, verloren. Vermutlich hätte ich gebraucht, dass man nicht nur "science" lernt, sondern auch "über science": Warum Modelle, warum Idealzustände, welche Schlüsse werden daraus gezogen, etc.

Die Idee, die Fernstudienakademie skizziert finde ich sehr interessant. Natürlich ist es extrem ausgedrückt, aber ein Ausgleich (mehr Naturwissenschaften in der Grundschule, mehr Sozialwissenschaft auf der Oberstufe) wäre sicher interessant. Falls dir die Quelle zufällig mal noch in den Sinn/in die Finger kommen sollte, ich wäre also interessiert!

Und ja, auch Wasserfalls Bemerkung finde ich völlig richtig. Ich bin genau so eine Grundschullehrerin. Naturwissenschaften waren bei uns in der Ausbildung praktisch kein Thema. Was mir auch noch auffällt: Wenn etwas naturwissenschaftliches gemacht wird in der Grundschule, dann wird es oft sehr sprachlastig aufgearbeitet. Das ist ein Nachteil für viele naturwissenschaftlich interessierte SchülerInnen.

Das ist für mich der Punkt, der Jedis Aussage noch am nächsten kommt. Ansonsten kann ich diese nicht recht nachvollziehen. Wo siehst du mehr "Laberfächer" als Naturwissenschaften und im Vergleich zu wann "früher"?

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@Rumpi

Ich meinte das Verhält der Stunden von Mathe+Nawi mit geisteswiss. Fächern.

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Welche Schulstufe meinst du da und hast du einen (ungefähren) Vergleich von heute mit "früher"? (Ich komme aus der Schweiz, bei uns mag das anders sein).

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@Rumpi

Ich meinte eigentlich das nach der Grundschule. Da gibt es weniger Mathe und Naturwissenschaften als andere Fächer.

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Für Physik, Mathe und Chemie habe ich mich erst nach dem Gymnasium (Bayern) begeistern können. Und zwar genau dann, wenn es einen praktischen Bezug zu meinem Leben hatte. Wenn ich Dinge verstehen wollte. Da habe ich mir schon oft gewünscht, dass ich in der Schule besser aufgepasst hätte. An "Science" in der Grundschule (bayerische Dorfschule) kann ich mich nicht erinnern. Wir hatten HSK Heimat- und Sachkunde, da haben wir z.B. auch über heimische Tiere und Pflanzen gelernt. HSK war ein absolutes Lieblingsfach. Auf dem Gymnasium verschwand die Lust. Da gab es keine praktischen Erfahrungen mehr. Nur noch Theorie. Ich kann mich an kein einziges Experiment erinnern. Das war auch bei Freunden, die auf andere Gymnasien gingen. Wir haben uns da neulich im Bekanntenkreis darüber unterhalten. Praktische Naturwissenschaften hatten nur die Hauptschüler und Realschüler. Mein Freund, der in Hamburg zur Schule ging, schwärmt von dem Unterrricht in den Naturwissenschaften, da sie immer sehr viel auf eigenen Faust experimentieren durften.

Im Sinne von Lernen zu Lernen, finde ich es angebracht weniger Theorie zu pauken, aber dafür Neugier auf Science zu wecken. Zumindest bis Ende der Mittelstufe. In der Oberstufe spezialisiert man sich ja eh, da kann man Schülern wahrscheinlich auch die dazugehörige Theorie näher bringen und sie so auf ein Studium vorbereiten.

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Alles sehr interessant.

Ich kann mir auch vorstellen, dass es zum Teil eine Personal/Geld Sache ist (wie so oft). Es ist einfacher die Schüler in die Bänke zu setzen und Theorie beizubringen, als ein Labor zur Verfügung zu stellen oder mit ihnen hinaus in die Natur, etc. zu gehen (in welchem Fall vor allem für Jüngere mehr Aufsichtspersonal benötigt wird). Ausflüge zu wissenschaftlichen Museen kosten auch Geld.

Ich bin sicher, dass es wie in den obigen Kommentaren erwähnt eine Philosophie Sache ist.

Ich habe auch selbst erlebt, dass es grosse Unterschiede gibt wie Jungen und Mädchen an die NaWis herangeführt werden. Ich hoffe, dass es heutzutage weniger Unterschiede gibt.

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Interessant in diesem Aufsatz war, dass eben gerade nicht für Labore und Museen plädiert worden ist. In den 70ern (es ging da um Australien) seien vielen Gymnasien teure Labore eingerichtet worden, deren Nutzen bestritten wird. In Laboren würden winzige Ausschnitte aus den Naturwissenschaften in völlig abstrahierten Situationen ausprobiert, die weder einen Bezug zum Leben noch zu dem, was im normalen Schulzimmer gelehrt wird, hat. Und ich muss sagen: in meinem Fall war das genau so.

In dem Aufsatz wurde für einen "erzählerischer" Ansatz plädiert. Soweit ich es verstanden habe, geht es darum, die Dinge zu erklären und nicht gleich zu berechnen.

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      Es reicht nicht. So einfach ist das. Es liegt mir nicht jetzt bis zur Rente -und das sind doch noch weitere 25 Jahre, wie mir das Schreiben der Rentenversicherung mitteilte...(die haben sich verrechnet!), einfach so weiterzumachen und jeden Tag das gleiche zu tun. Täglich grüßt das Murmeltier - nur mit dem Unterschied, dass das Gesicht im Spiegel mehr Ersatzhaut bekommt und die Knochen anfangen zu knacken. Nein danke!

      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!