MOOCs, Seminare und Onlinekurse

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ich.kurs 2013 - ein nicht ganz kostenloser MOOC zum Thema Persönlichkeitsentwicklung

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Markus Jung

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blogentry-4-144309787122_thumb.jpgDie bisherigen MOOCs (insbesondere die in Deutschland über openHPI angebotenen) stammen vorwiegend aus dem technischen Bereich, häufig aus der IT bzw. dem Internet. Eine Ausnahme war hier sicherlich der MMC13, der aber als Meta-MOOC über MOOCs eh einen besonderen Status hatte.

Nun startet am im April der ich.kurs 2013, der sich als offener Online-Kurs zum Thema Coaching und Persönlichkeitsentwicklung versteht. Der Kurs umfasst sechs Einheiten und geht es vom 22. April bis 05. August 2013. Dabei werden die Themen Kommunikation, Ziele, Werte, Beliefs, Kreativität und Emotion behandelt. Einen kurzen Überblick liefert auch dieses Teaser-Video.

Jede Einheit des Online-Kurses besteht aus einem kurzen Video und einführenden Texten. Außerdem gibt es jeweils weiterführende Leseempfehlungen, Interviews mit Coachs und Experten, Übungen und Aufgaben zum Ausprobieren. Grundlage für den ich.kurs 2013 ist das ich.raum Coaching-Konzept, das von dem Diplom-Psychologen Dr. Johannes Moskaliuk entwickelt wurde.

Neben dem für MOOCs eher ungewöhnlichen Inhalt ist auch das Konzept des Kurses etwas Besonderes: Es handelt sich um den Versuch, einen MOOC als privatwirtschaftliches Bildungsangebot durchzuführen, damit also Geld zu verdienen, zumindest aber die Kosten (die mit 10.000 Euro angegeben werden) zu decken.

Während die Basis-Mitgliedschaft kostenfrei ist und alle Lehrmaterialien offen zugänglich im Internet bereit gestellt werden, muss für Zusatzleistungen gezahlt werden. Es gibt folgende Konzepte:

Mitgliedschaft Free

  • kostenlos
  • Online-Zugriff auf alle Inhalte des Kurses
  • E-Mail Info zum Start jeder neuen Einheit

Mitgliedschaft Active

zusätzlich zur Mitgliedschaft Free:

  • Papier-Heft zum Start (40 DIN A6-Seiten mit Ideen und Anregungen)
  • Zugang zur geschlossenen Kursplattform

Kosten: 12,90 Euro

Mitgliedschaft Premium

zusätzlich zur Mitgliedschaft Active:

  • Sechs weitere Papierhefte mit Ideen, Übungen und Anregungen zur jeweiligen Einheit
  • Teilnahmebestätigung

Kosten: 49,00 Euro

Dann gibt es noch ein Sonderformat Mitgliedschaft Professional, das sich an Menschen richtet, die sich im Rahmen des ich.kurs 2013 als Coach, Trainer, Berater oder Experte für die Themen des Kurses präsentieren möchten und für 49,00 Euro zusätzlich zu den Leistungen der Active-Mitgliedschaft die Möglichkeit erhalten, ein öffentliches Profil anzulegen, eigene Inhalte zu den einzelnen Themen auf der Kursplattform einzustellen und eigenen Termine und Veranstaltungen im Kalender einzutragen.

Letztlich ist es auch noch möglich als Sponsor aufzutreten. Die Kosten dafür wurden nicht veröffentlicht.

Werbung in einem MOOC?

Dass für die Anbieter professionell gemachter Online-Kurse auf Dauer auch etwas bezahlt werden muss, wenn diese nicht nur als Marketing-Aktion durchgeführt werden, kann ich nachvollziehen und den Preis für die Active-Mitgliedschaft halte ich auch für durchaus angemessen, während ich noch überlegen muss, ob ich auch bereit wäre, den Preis von 49 Euro für die Active-Mitgliedschaft zu bezahlen. Auf das Papier kann ich gut verzichten und die Teilnahmebestätigung halte ich für eher wertlos, da es keine Leistungsüberprüfung gibt und ich auch meine Anmeldebestätigung als Beleg nutzen könnte.

Was mich persönlich aber stört, sind die Möglichkeiten, die professionellen im Rahmen des Sponsorings bzw. der Profesional-Mitgliedschaft eingeräumt werden. So wie ich es verstehe, bekommen dann selbst die zahlenden Kursteilnehmer die wie auch immer gestalteten Sponsoring-Hinweise zu sehen sowie die zusätzlichen Inhalte. Nun könnte man davon ausgehen, dass diese im Optimalfall auch zusätzlichen Nutzen bringen, aber im Zweifel wird es sich wohl in erster Linie um eine Selbstpräsentation der Anbieter handeln. Und wenn das Kurskonzept "rund" ist, sind zusätzliche Inhalte ja eigentlich auch entbehrlich bzw. werden von den Teilnehmern im gemeinsamen Diskurs erstellt.

Ich überlege mir gerade, wie ich es empfinden würde, wenn zum Beispiel in den Unterlagen meines Fernkurses zum Psychologischen Berater bei Impulse noch zusätzliche Kapitel von anderen Fernschulen enthalten wären oder Sponsoring-Hinweise... Ich glaube, das würde mir nicht gefallen. Aber natürlich sind die Kosten bei Impulse auch höher (obwohl auch diese im Marktvergleich eher günstig sind) und es ist ein anderes Konzept.

Dennoch tue ich mich mit diesem Angebot etwas schwer, gerade auch was so meine bisherigen Vorstellungen von MOOCs angeht.

Veranstalter Johannes Moskaliuk ist Anfang Februar in seinem Blog wissen*3 im Beitrag Eine Wette in Sachen MOOCs ausführlich auf seine Überlegungen zum Konzept für den ich.kurs 2013 eingegangen. Zusammengefasst schreibt er dazu:

Letzlich handelt es sich beim ich.kurs 13 also um einen kostenlosen xMOOC, der um einen kostenpflichtigen cMOOC ergänzt werden kann. Die Gäste können auf alle Inhalte der Kurses kostenfrei zugreifen, wer von einer Community profitieren will, bezahlt dafür einen Teilnahme-Beitrag und erhält damit Zugriff auf den geschlossenen, moderierten sozialen Layer. Und: Wer zusätzliche etwas Handfestes will – der kann die Premium-Version des Kurses buchen, dann wird aus dem xMOOC mit kostenpflichten cMOOC Anteilen ein Premium-cMOOC inkl. Offline-Inhalten.

Nach diesem Blogbeitrag steht auch noch gar nicht fest, ob der Kurs durchgeführt wird - er beginnt nur, wenn bis Ende März entweder Zusagen über insgesamt 5.000 Euro vorliegen (durch kostenpflichtige Anmeldungen oder Sponsoring) oder es mindestens 1.000 Anmeldungen zum Kurs gibt. Bezahlt werden muss aber nur, wenn der Kurs auch wirklich durchgeführt wird.

Sehr interessant ist übrigens auch die Diskussion unter dem Blogbeitrag.

Handelt es sich hier um einen Online-Fernkurs? Ist eine ZFU-Zulassung notwendig?

Neben der Frage der "Werbung" beschäftigt mich auch die Frage, ob es sich hier wirklich um einen MOOC handelt, oder ob es nicht viel mehr ein online-basierter Fernlehrgang ist, der unter einem anderen Label läuft, das gerade modern ist. Damit verbunden wäre dann auch die Frage, ob eine ZFU-Zulassung notwendig ist. Auch darüber wird in den Kommentaren zum oben genannten Blogbeitrag diskutiert. Johannes Moskaliuk ist der Meinung, dass keine ZFU-Zulassung anfällt, da es keine Lernerfolgskontrolle gibt. Andererseits gibt es aber Mentoren zu den einzelnen Einheiten. Und diese werden ja sicherlich auch Rückmeldungen geben, zum Beispiel zu Forenbeiträgen. Ist das nicht schon ausreichend für die Notwendigkeit einer ZFU-Zulassung, vergleichbar zu Fernlehrgängen, die ohne Abschlussprüfung durchgeführt werden, sondern nur mit Einsendeaufgaben (die Einsendeaufgaben sehe ich im ich.kurs 2013 in den Forenbeiträgen). Was allerdings gut sein kann ist, dass dieser Kurs ein reiner Hobby-Kurs ist. Aber selbst dann müsste er durch die ZFU ja zumindest registriert werden, oder? Aber ich vermute mal, dass dies im Vorfeld abgeklärt wurde - die oben stehenden Gedanken sind nur meine persönlichen Überlegungen und stellen keinesfalls eine rechtliche Bewertung da.

Wer von euch ist dabei?

Wie sieht es denn mit euch aus? Habt ihr Lust, an dem Kurs teilzunehmen, und sei es nur aus Neugierde? Die Basis-Teilnahme ist ja kostenlos und eine Diskussion über die Inhalt der einzelnen Einheiten könnte ja auch an anderer Stelle, zum Beispiel hier in einer Gruppe oder in den verschiedenen Blogs stattfinden - ganz so wie es eigentlich das "c" für connectivism in cMOOCs vorsieht und wie es zum Beispiel im MMC13 praktiziert wurde. Ich selbst werde die 12,90 Euro für die Active-Mitgliedschaft investieren, da mich sehr interessiert, wie die Kursplattform aufgebaut sein wird und wie diese angenommen wird. Natürlich werde ich hier im Blog und wohl auch in ein paar Videos ausführlich über meine Teilnahme berichten. Zum Glück ist die Kursdauer auch etwas mehr gestreckt als beim MMC13 (April bis August), so dass ich hoffe, dies auch zeitlich gut hin zu bekommen. Und wer weiß, vielleicht lerne ich ja sogar noch ein bisschen was über mich?


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10 Kommentare


Markus Jung

Geschrieben

Eine interessante Aussage zu diesem Kursangebot von MOOC-Expertin Dörte Giebel (eine der Initatoren für den MMC13 Mooc Maker Course) bei Twitter:

@fernstudium Ich hab mich entschieden: Online-Kurs ohne kostenfreien Zugang zur Lern Community ist kein #MOOC. Ich werd zum Hardliner. ;)

— Dörte Giebel (@dieGoerelebt) 26. Februar 2013

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Abgesehen davon, dass ich keine Zeit habe und mich die Inhalte nicht sehr interessieren: Mir geht es wie Frau Giebel: Ich finde, die Lern Community ist essentieller Bestandteil eines MOOC. Deshalb sollte der Zugang zudieser für mich gefühlsmässig auch 'open' sein. Gebühren finde ich angebracht für ergänzende Inhalte (wie Hefte etc.), allfällige persönliche Kursbetreuung (sowas wie Einsendeaufgaben etc.) und Lernzielüberprüfungen (Abschlussprüfung für Zertifikat etc.).

Aber das ist nur, was mein Gefühl mir sagt. Ich finde es völlig gerechtfertigt und auch interessant, so einen Kurs anzubieten und zu sehen, wie die Resonanz ist. Gleiches gilt für die Sache mit dem Sponsoring.

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Danke für den umfangreichen Beitrag!

Zum zentralen Punkt "Werbung im MOOC": In der geschlossenen Kursplattform zu der alle ab Active-Mitgliedschaft Zugang haben gibt es keine Unterschiede zwischen den Teilnehmenden was die Rechte angeht: Jeder kann eigene Inhalte bereitstellen. Hier kann ich naturgemäß nicht sicher stellen, dass da auch Werbung für sich selbst oder Produkte drunter ist, so wie das ja in einem "echten" MOOC auch der Fall ist.

Die Professionals haben Schreibzugriff zum Kursblog unter ichkurs.de/blog, die eigentlich Kursinhalte sind separat erreichbar unter ichkurs.de/einheiten Damit kann ich als Nutzer also entscheiden, was ich will: Nur "offiziellen" Kursinhalt, oder Blog inkl. Rauschen von Professionales. Das ist allerdings mit der Unterscheidung Kursplattform vs. geschlossene Kursplattform auf der Webseite ichkurs.de nicht so ganz klar formuliert, wir passen das an!

P.S.: Die Frage nach der Finanzierung von Web 2.0-Angebote habe ich schonmal in Bezug auf Facebook umfangreich diskutiert: http://www.wissenmaldrei.de/vergessen-im-netz-wird-es-nicht-geben/ passt ein bisschen.

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Markus Jung

Geschrieben

Vielen Dank für die Erläuterungen. Insbesondere die klare Trennung zwischen Kursblog und Lerninhalten finde ich gut und sinnvoll. Ich werde jetzt den Kurs mal auf mich zu kommen lassen und sicherlich hier weiter von meinen Eindrücken berichten.

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das freut micht! Ich habe großes Interesse an Rückmeldung/Kritik/Verbesserungsvorschlägen ... immer her damit!

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Ich habe mich jetzt auch für den ich.kurs angemeldet (kostenlose Mitgliedschaft). Bin mal gespannt... Würde mich freuen, wenn wir uns dann hier im Forum ein bisschen austauschen könnten.

Viele Grüße!

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Markus Jung

Geschrieben

Hallo Mauzi,

das ist ja super, dass du auch mit dabei bist :-) Wir sollten uns auf jeden Fall auch hier im Forum dazu austauschen. Soll ich eine Gruppe dafür einrichten? Vielleicht machen dann ja noch mehr mit?

Viele Grüße

Markus

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Hallo Markus,

die Idee mit der Gruppe ist super! Fände es auch toll, wenn noch mehr Leute von hier mitmachen würden :thumbup:

Viele Grüße!

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Ich wäre gern dabei...habe mich für die Premium-Mitgliedschaft angemeldet.

LG

Sarah

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Markus Jung

Geschrieben

Hier ist unsere Gruppe:

http://www.fernstudium-infos.de/groups/kurs13.html

Ich habe sie öffentlich eingestellt - jeder kann also mitmachen und die Beiträge sind auch öffentlich einsehbar. Ein geschlossenes Forum gibt es ja schon innerhalb des Kurses. Oder was meint ihr? - Können wir ja auch in der Gruppe selbst noch diskutieren.

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      Wir arbeiten beide Vollzeit, deswegen werden wir in Teilzeit studieren. Ich möchte euch mal unsere Ausgangssituationen schildern.  
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      Wir werden unsere Prüfungen in Linz machen, von Wien brauchen wir ca 2 Std hin. In Wien werden auch zusätzliche LVs im Studienzentrum angeboten, daran wollen wir auch teilnehmen. 
      Ich freue mich einfach auf den Start! 
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      Von WibbSi in WibbSi wird Pflegemanager! 5
      Ja wieso denn bloß? So oder so ähnlich wollten es schon diese kleinen gnubbeligen Trolle bei Ronja Räubertochter wissen. Eigentlich ist doch alles gut. Fester Job, die Gehaltsstufe ist in der Endstufe angekommen, die jungen Kollegen lassen den nötigen Respekt erkennen und ganz dumm rennt man auch nicht mehr durch den Stationsalltag, immerhin sind diverse Fort und Weiterbildungen abgearbeitet. Also? 

      Es reicht nicht. So einfach ist das. Es liegt mir nicht jetzt bis zur Rente -und das sind doch noch weitere 25 Jahre, wie mir das Schreiben der Rentenversicherung mitteilte...(die haben sich verrechnet!), einfach so weiterzumachen und jeden Tag das gleiche zu tun. Täglich grüßt das Murmeltier - nur mit dem Unterschied, dass das Gesicht im Spiegel mehr Ersatzhaut bekommt und die Knochen anfangen zu knacken. Nein danke!

      Nun gut. Aber weshalb Pflegemanagement?
      Immerhin habe ich eigentlich so keinen großen Bezug zur Wirtschaft, außer wenn ich Umsatz generiere im Büchershop oder so. Und Wirtschaftsmathe verursacht mir schon beim Gedanken daran afrikanische Elefantenpickel...

      Na ja. Es hat die Vernunft gesiegt, so muss ich es wohl formulieren. Ideen hatte ich viele und nicht alle waren eben sehr realistisch. Da ich lange Zeit überlegt hatte ganz etwas anderes zu machen (auch wenn ich meinen Job prinzipiell sehr gerne mache, war der Reiz etwas ganz Neues anzufangen sehr groß) - ich habe sogar einmal den etwas halbherzigen Versuch unternommen mein Abitur nachzuholen - jedenfalls bin ich nach sehr viel Überlegung zu dem Schluss gekommen im pflegerischen Bereich zu bleiben und bin bei der Medizinpädagogik gelandet. Hier in Hamburg gibt es an der Medical School den Teilzeit-Studiengang Medizinpädagogik B.A.  - dieser ist aber mit 450 Euronen recht teuer, wie ich finde (für 4 Tage Präsenz-Unterricht). Ich hätte mit meinem Job große Schwierigkeiten gehabt die entsprechenden 4 Tage regelmäßig frei zu bekommen - hätte die Arbeitszeit reduzieren müssen, mir einen Sudienkredit aufnehmen müssen und so weiter und so fort. Ich möchte am Ende nicht hoch verschuldet sein, deswegen habe ich mich dagegen entschieden. Außerdem hätte es mich sehr auf das Unterrichten festgelegt und festgelegt auf einen Arbeitsbereich möchte ich auch nicht sein. Schwierige Kiste. 

      So habe ich mich doch eher für Pflegemanagement entschieden. Denn dieser Studiengang eröffnet mir deutlich mehr Möglichkeiten. Ich könnte also in den verschiedensten Bereichen der stationären oder ambulanten Versorgung arbeiten,  in die Fort- und Weiterbildung einsteigen oder durch ein aufbauendes Masterstudium (z.B. an der Medical School) doch noch die Medizinpädagogik in Angriff nehmen. Das hat mich letztlich überzeugt und da nehme ich dann eben Wirtschaftsmathe in Kauf...

      Ja und warum denn die APOLLON? Und nicht die HFH, immerhin komme ich ja aus Hamburg?
      Diese Frage hat mich auch echt Nerven gekostet - wochenlang bin ich mit den verschiedensten Prospekten durch die Gegend gelaufen und habe jeden damit genervt, der nicht bei drei auf einem Baum saß. Hin und her überlegt, abgewogen, Inhalte verglichen, Fahrtzeiten und -Kosten ausgerechnet und am Ende war die APOLLON der Sieger. Warum? Das hatte mehrere Gründe.

      Als allererstes, und da dürfen sich jetzt alle Marketing-Leute der APOLLON auf die Schulter klopfen, hat mich die ganze Aufmachung des Infomaterials, der Internetseite und auch das Logo total angesprochen. Klingt vielleicht blöd, aber ich mag die Farbgebung. Den Job haben sie gut erledigt, wie ich finde und ich weiß jetzt, dass ich nicht immun gegen Werbestrategien bin.

      Der zweite Grund, und zugleich der wichtigste, ist die Flexibilität. Man kann sich die Module so legen oder so schieben, wie es passt. Gerade bei Themen, die neu oder schwierig zu bearbeiten sind, habe ich die Freiheit mir mehr Zeit zu nehmen oder andere Themen vorzuziehen. Das hat mir sehr geholfen, dieses kribbelnde Gefühl im Magen zu beruhigen, denn ich habe es mit einigen Themen zu tun, die mir absolut fremd sind. Ein weiterer Grund war für mich, dass ich jederzeit starten kann. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber mit 40 hatte ich plötzlich das Gefühl nicht mehr irre lange Zeit zu haben und, nachdem jetzt endlich der Entschluss gefasst war, wollte ich auch keine weitere Zeit mehr vertrödeln - die HFH arbeitet strikt nach Semestern - das hat mich eher abgeschreckt.

      Die Einstufungsprüfung, die eigentlich keine ist, war der letzte absolut positive Punkt, der mich überzeugt hat. Ich brauch vorab keine Prüfung in Mathe oder Deutsch abzulegen, wie es an anderen Hochschulen üblich ist. Natürlich kann man sich auf so eine Prüfung irgendwie vorbereiten, aber letztlich weiß man doch nie so genau, was die jetzt von einem wollen. Da ich einen klitzekleinen Kontrollzwang habe, finde ich es grundsätzlich nicht ganz so knorke nicht zu wissen was nun kommt.
      An der APOLLON lege ich los und absolviere den Studiengang so wie jeder andere auch. Die Einstufungsprüfung besteht aus den ersten Prüfungsleistungen, die jeder ablegen muss und wenn ich mich nicht ganz paddelig anstelle (und das erwarte ich nicht), bin ich spätestens nach einem halben Jahr vollständig immatrikuliert.

      Geholfen bei der Entscheidungsfindung hat mir übrigens diese Seite und ganz besonders die Blogs von @Hep2000 und @Beetlejuicine  - gerade der Beitrag über das Grauen, welches ein Name bekam hat mir Mut gemacht anzufangen und es schon irgendwie zu schaffen. Dafür, an euch beide, wirklich herzlichen Dank!