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Ziel in Sicht - die Quälerei macht einen Sinn

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sasa

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Die letzten Wochen hatte ich viel Zeit, um mir Gedanken darüber zu machen, wo es in meinem Leben einmal hingehen soll. Bereits während meines Studiums ist mir klar geworden, dass ich nicht in die kommerzielle Schiene des Sports möchte. Übertrieben gesagt: ich könnte es mit meinem Gewissen und meinen Überzeugungen nicht vereinen, die Millionen eines Fußballspielers von einem Konto aufs andere und wieder zurück zu transferieren. Klartext: ich möchte keinen super bezahlten Managementposten in einem anonymen Club.

Auch ein Job bei einem Sportartikelhersteller ist nicht mein Ziel, auch wenn ich mir vorstellen kann, hier eine Weile zu arbeiten, um einfach mal Geld zu verdienen und nicht jeden Monat jeden Cent 2x umdrehen zu müssen. Quasi als Mittel zum Zweck, um eine gesunde Basis für meine Pläne zu schaffen.

Also, wohin soll es dann gehen? Im Prinzip möchte ich in einem gemeinnützigen Verein oder einer größeren Organisation arbeiten, die sich im weitesten Sinne um Entwicklungshilfe im Sport kümmert. Das kann Integrationshilfe in Deutschland sein, die Unterstützung von bestehenden (dörflichen) Sportvereinen im Ausland, oder aber Projekte in Flüchtlingslagern speziell für Kinder. Jedenfalls ist das ein sehr vielfältiges, breit gefächertes Feld.

Einige lange Tage mit Tante Google haben mir gezeigt, dass solche Projekte zumindest in Deutschland nur in einem sehr kleinen Rahmen, meist durch berühmte Sportler oder einzelne Vereine initiiert, durchgeführt werden. Bei der Deutschein Sportjugend gibt es eine Datenbank mit solchen Vereins- und Schulprojekten, allerdings ist die sehr veraltet. Die wenigen aktuellen Projekte gehen zwischen den über 10 Jahre alten mehr oder weniger unter. Wie es damit im Ausland aussieht ist für den Moment nicht relevant, denn ein sofortiger oder baldiger Umzug ist quasi erstmal ausgeschlossen. Für eine weitere Informationsbeschaffung müsste ich mich damit dann auseinander setzen.

Gerade hier in der Region gibt es keine vereinsübergreifenden/organisierten Projekte, ein Praktikum oder ähnliches ist daher erstmal nicht möglich. Also was tun? Selbst einen Verein gründen? Das erscheint mir dann doch vorläufig etwas zu riskant und überhastet ;) Aber im Prinzip wird es wohl darauf irgendwann hinaus laufen! Grundsätzlich fehlen mir für ein solches Unterfangen die absoluten Basics. Ich habe mich zwar im Studium auf das Vereinsmanagement spezialisiert und weiß daher, wie die Gründung, Besteuerung usw. ablaufen. Allerdings habe ich keine Ahnung von Fundraising oder wirklicher ehrenamtlicher sozialer Arbeit.

Ergo habe ich mich heute morgen an die hier ansässigen Ortsgruppen von der Caritas und dem Kinderschutzbund gewandt und hoffe, dass ich hier ein wenig Erfahrung in diesen Bereichen sammeln kann. Vielleicht findet sich hier in der Gegend auf Grund des hohen Ausländeranteils auch noch ein Sportverein mit einem Integrationsprojekt. Parallel zum Studium werde ich nach und nach an einem Konzept arbeiten bzw. nach weiteren Möglichkeiten suchen, wie ich dieses (zugegeben sehr langfristige) Ziel irgendwann erreichen kann. Wer weiß, vielleicht bietet sich dieses Projekt auch in kleinem Rahmen für die Master-Arbeit an? :)


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10 Kommentare


Finde deine Gedankengänge super und kann es nachvollziehen was in dir vorgeht. Für mich wäre es ein Traum in der Marketingabteilung (m)eines Fussballklubs arbeiten zu dürfen. Aber wer die "Perversion" der dort gezahlten Gehälter an Leistungssporter nicht mittragen will wäre dort sicherlich falsch aufgehoben. Ich wünsche dir für deinen Weg alles Gute und hoffe das du deinen Weg findest.

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Den Traum verfolgen viele, aber ich wage mal zu behaupten, dass es 99% nicht in einen Proficlub schaffen. Hängt zum einen damit zusammen, dass man in Deutschland im Profibereich auf den Fußball und vielleicht noch einige Eishockey-, Handball- und Basketballvereine beschränkt ist. Der Vizemeister im Deutschen Volleyball hat z.B. trotz Championsleague-Teilnahme einen ehrenamtlichen Manager - und der Trainer bekommt nur was, weil er zusätzlich als Geschäftsstellenleiter angestellt ist. Solange sich in den anderen Sportarten nichts tut, ist das für mich einfach keine Option. Außerdem läuft in den wenigen Clubs eh alles über Vitamin B. Da wird eher ein ehemaliger Spieler mit 6-monatigen IST-Lehrgang Marketingchef als ein equalifizierter Externer... Und die Leute, die die eher "niederen" Aufgaben erledigen, würden einen Teufel tun diese aufzugeben.

Trotzdem ist so ein Praktikum, wie du es planst, sicherlich eine spannende Sache! Besser dürften die Aussichten aber auf der Seite der Sponsoren sein, z.B. in den entsprechenden Teilbereichen der Marketingabteilungen von Audi, HypoVereinsbank, eon, usw. Da schafft man es mit etwas Engagement relativ schnell rein, das haben einige meiner Kommilitonen so gemacht.

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Hi Sasa,

das ist mir durchaus bewusst. Wollte eigentlich nur den Unterschied hervorheben ;)

Die Branche ist mir ziemlich egal. Hauptsache ich komme in den Bereich und finde etwas das mir Spass macht und von dem ich leben kann ;)

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ich weiß ;) das ist ein Thema, über das ich mich einfach stundenlang auslassen könnte... sorry! :blushing:

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Kann dir dazu übrigens den Film "Tom meets Zizou" ans Herz legen. Die Zeit schrieb über den Film "Eine geistreiche Studie über eine oft geistlose Branche".... Geht um Thomas Broich, der mal als das grösste Talent Deutschlands galt und wohl eher an seinem eigenen Kopf scheiterte. Er studierte nebenei Philosophie und kickt seit ein paar Jahren in Australien. Ein super Film, den ich mir immer wieder anschauen könnte und der mir auch etwas "Angst" macht, dass ich nach dem Praktikum nichts mehr vom Fussball wissen will :D

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Vermutlich bist du dir bewusst, dass du dir den vermutilch brotlosesten Bereich ausgesucht hast? Meiner Erfahrung nach (die sich ausschliesslich auf die Schweiz bezieht) gibt es da immer wieder mal Projekte, die dann auch von staatlicher Seite unterstützt werden. Allerding sind die immer zeitlich beschränkt und verlangen in der Zeit enorme Flexibilität, zeitlich und örtlich. Das ist m.E. alles total ok, solang man jung und flexibel ist. Obwohl ich dir nur empfeheln kann, sowas zu machen, würde ich doch im Hinterkopf behalten, dass du das vielleicht irgendwann nicht mehr machen willst - sodass du dir sonst irgendwo auch noch Türen offen hältst.

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Markus Jung

Geschrieben

So wie ich es verstanden habe, hast du bisher trotz intensiver Recherche nur wenige Projekte aus dem Bereich gefunden, der dir vorschwebt und überlegst nun, ggf. da selbst etwas auf die Beine zu stellen.

Keinesfalls möchte ich dir da die Motivation nehmen - aber ich würde doch versuchen herauszufinden, warum es in diesem Bereich nur so wenige Aktivitäten gibt. Und ich könnte mir vorstellen, dass das was Rumpelstilz schreibt schon die Richtung geht, woran es liegen könnte. Viel Arbeit, wenig Geld, ...

Wie sieht es denn in Richtung Behindertensport aus? - Ist ja auch eine Integrationshilfe, in dem Fall nicht von Menschen mit Migrationshintergrund, sondern solchen, die aufgrund körperlicher und/oder geistiger Einschränkungen "anders" sind. Und neben der auch dort aufkommenden professionellen Schiene gibt es auch viele Projekte, bei denen wirklich der olympische Gedanke und Intergration bzw. Inklusion im Mittelpunkt stehen. Ich kenne da zum Beispiel das einmal jährlich stattfindende Deutsche Down-Sportlerfestival http://www.down-sportlerfestival.de/ - gesponsert von Hexal.

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Danke für eure Beiträge! Ja, ihr habt Recht, Millionär wird man auf diesem Weg nicht ;)

Ich hätte vielleicht dazu sagen müssen, dass ich eher an der Organisation bzw. des "Managements" des ganzen interessiert bin, und nicht in erster Linie selbst aktiv vor Ort Bälle verteilen oder durch Sporttraining zur Integration beitragen. Dafür hätte ich dann vielleicht eher Sportwissenschaften studieren sollen ;) Inzwischen habe ich zwei Initiativen gefunden, Care international und Handicap international, die beide langfristige Projekte mit Sport in Afrika haben. Care ist relativ groß und hat mehrere Büros weltweit, bei denen kann man z.B. sechsmonatige Praktika in der Marketingabteilung mit Schwerpunkt PR oder Fundraising machen oder aber in der Verwaltung. Das würde eher meinem Wunsch entsprechen, allerdings fehlt mir momentan (und sicherlich auch während des MBAs) das nötige Kleingeld, um für ein Praktikum mit "nur" 200€ monatlich mal eben nach Bonn zu ziehen.

Da mir diese Problematik bewusst ist, habe ich ja oben geschrieben, dass ich erstmal einen vernünftigen Job brauche (z.B. bei einem Sportartikelhersteller oder in einem Verein), um meine Pläne (besser: Träume) auf eine gesunde Basis stellen zu können. In den nächsten vier Jahren wird das eh nichts, weil mein Freund in der Zeit Vollzeitstudent ist und ich somit einen Großteil unserer Lebenshaltungskosten tragen muss.

Aber ich habe schon die eine oder andere Diplomarbeit gefunden, im Zuge deren ein kurzfristiges Projekt (z.B. Einführung von Schulsport in einer Grundschule in Afrika) durchgeführt wurde oder aber eine Analyse der Chancen und Grenzen der Sportentwicklungshilfe gemacht wurde. Und das ist auf jeden Fall eine interessante Idee für meine Thesis. Dann weiß ich auch, ob das wirklich mein Traum ist, ob es in naher Zukunft realisierbar ist - oder ob ich doch erstmal beim FC Bayern als Marketingcheffin Millionen scheffeln muss, um die Pläne irgendwann, wenn ich in Rente bin, als Hobby zu realisieren ;)

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Hey Sasa, so jemanden wie dich könnten wir in unserem Verein sehr gut gebrauchen! :) Ich glaube viele Vereine haben Probleme Nachwuchs zu finden, was sicherlich auch an den mageren Verdienstmöglichkeiten liegt...

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Also ich fände es völlig ok, wenn du als Marketingchefin bei Bayern erst mal ein paar Millionen scheffeln würdest. Dann hätte ich zumindest einen Grund, als Einwohnerin von Bayern auch mal für diesen Verein zu sein (ich bin ansonsten bei Fussball gut schweizerisch neutral - es interessiert mich einfach nicht).

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