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Science-Kurs Überblick

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Rumpelstilz

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Ich fass mal ein bisschen zusammen, worum es bisher im zweiten Teil des "science"-Kurses so ging:

Es gibt:

Konsumenten der Naturwissenschaften - das sind alle die auf irgend eine Art 'Endverbraucher' naturwissenschaftlicher Erkenntnisse sind, also z.B. Strom aus Kraftwerken oder Medikamente nutzen (in unserer Gesellschaft also alle).

Nutzer der Naturwissenschaften - das sind Leute, die mit naturwissenschaftlichen Phänomenen zu tun haben, aber nicht zwinged alle Hintergründe verstehen müssen, also z.B. Laboranten, Röntgenassistenten, Bauern

Produzenten von Naturwissenschaften - das sind die eigentlichen Wissenschaftler, die Phänomene beobachten, messen, beschreiben

Im Naturwissenschaftlichen Bereich gibt es

Konzepte - das ist das eigentliche "Wissen", wobei das in diesem Bereich, obwohl meist unveränderlich, Beschreibungen und Modellvorstellungen sind.

Prozesse - die Art und Weise, wie dieses Wissen geschafft wird: Theoretisieren, Hypothesen aufstellen, Untersuchungen konzipieren, um diese zu testen, diskutieren

Prozeduren - das ist das Handwerk, Messungen machen, Apparate bedienen, Tabellen ausfüllen, Dokumentationen erstellen etc.

Geht es nun um Unterricht in Naturwissenschaften, ist es wichtig, diese Dinge zu unterscheiden. Ist die 'Zielgruppe' später eher Konsument, Nutzer oder Produzent? Wieviel konzeptuelles Wissen muss ein späterer Konsument von Naturwissenschaften haben? Und wieviel Prozesskenntnisse braucht man, um sich ein Bild machen zu können, wie Konzepte zu verstehen sind (z.B. dass es sich um Modelle und Beschreibungen handelt)? Welche Prozeduren sollen im Schulunterricht vermittelt werden?etc.

Praktische Arbeit im naturwissenschaftlichen Unterricht nimmt grossen Raum ein. Es wird kritisiert, dass dieser zwar bei den Schülern beliebt ist, aber häufig eher unterhaltsam als lehrreich ist. Es wird zu wenig mit dem "Schulbuchunterricht", also konzeptuellen Wissen, verknüpft.

Ausserdem würde zu wenig abgegrenzt, was denn der Inhalt des praktischen Unterrichts sein soll: Sollen die Schüler selber Erkenntnisse haben (konzeptuelles Wissen), sollen Prozesse exemplarisch durchgearbeitet werden oder sollen Prozeduren erlernt werden?

Es wird betont, dass praktischer Unterricht authentisch sein soll, d.h. es sollen nicht einfach Experimente repliziert werden. Auch soll, um praktischen Unterricht zielgerichtet zu gestalten, 'noise' möglichst entfernt werden. So soll z.B. die Hauptarbeit nicht das präzise Abwägen sein, wenn es darum geht, die Reaktionen von Stoffen miteinander zu beobachten.

Es werden einige interessante Unterrichtsbeispiele für prozessorientierte naturwissenschaftliche Arbeit, ausgehend von Alltagsfragen, vorgestellt.

Was mir auffällt: Natürlich ist es toll, so zu arbeiten, und ich bin mir sicher, es ist nachhaltig (d.h. was sich die Schüler so erarbeiten, merken sie sich auch). Allerdings ist es äusserst zeitintensiv und sehr (Vorbereitungs-)aufwendig. Ich halte es für eine Illusion, auch nur einen relevanten Bruchteil des Stoffes, den die Schüler lernen sollen, so zu erarbeiten.

Ein interessanter Vorschlag, mit dem ich gar keine Erfahrung habe, ist der, Computersimulationen von Experimenten anstelle Experimente zu verwende. Das Erlebnis ist zwar nicht so eindeutig (d.h. es erscheint nicht sicher, dass der Computer es 'richtig macht'), aber es erlaubt den Schülern, auch falsche Wege gefahrlos einzugehen, wirklich herumzuexperimentieren, man kann 'noise' weitgehend entfernen und man kann in kürzerer Zeit viel mehr Daten sammeln.

Dieses Thema wird im 3. Kursteil weiter vertieft, da freue ich mich schon drauf.

Dann haben wir einen weiteren interessanten Text gelesen, wo es um sogenannte 'co-op projects' ging. Primär geht es dabei darum, dass Schüler eine Art Berufspraktikum machen. Einige Schüler in 'science'-orientierten Jobs wurden begleitet (Zahnarztassistentin, Tierpflegerin in Tierklinik, Zahntechnikerin). Alle führten mit der Zeit 'science' Prozeduren durch. Es war ihnen aber nicht bewusst, da die naturwissenschaft 'versteckt' war. Es gab klare Anleitungen: Eine Katze braucht diesen Beatmungsbeutel, dieser Patient braucht diese und diese Zahnfüllung etc. In diesem Jobs führt man naturwissenschaftliche Prozeduren durch, ohne dass man die dafür nötigen Berechnungen und Überlegungen durchführt. Die Schüler akzeptierten das Lernen durch (stumpfes) Wiederholen der gleiche Prozeduren problemlos, da es für sie offensichtlich - im Gegensatz zum Üben in der Schule - einen Sinn hatte.

Ein weiteres Thema waren die 'stabilen Misskonzeptionen' die viele Menschen haben. Dh. sie haben eine bestimmte Vorstellung von etwas und allein dadurch, dass ein Experiment etwas anderes zeigt, ändern sie noch lange nicht ihre Meinung. Dazu gibt es einige verblüffende und zum Teil auch lustige Beispiele.

Soweit bin ich im Moment. Wie gesagt, an sich interessante Ansätze, aber ich finde den Teil schlecht strukturiert. Es ist ein bisschen dies und das, viel blabla und es wird selten konkret gesagt, worum es wirklich geht. Und das ausgerechnet im 'science'-Kurs!


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2 Kommentare


Es ist ein bisschen dies und das, viel blabla und es wird selten konkret gesagt, worum es wirklich geht. Und das ausgerechnet im 'science'-Kurs!

Der Schuster hat die schlechtesten Schuhe ...

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Klingt trotz viel Blabla sehr interessant. ;)

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