Springe zum Inhalt
  • Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  

    Interview Fernstudium DIPLOMA: Virtuelle Lehre, Finanzierung, Soziale Arbeit, Design + Kommunikation


    Markus Jung

    Am 19.11. haben drei Professoren der DIPLOMA Hochschule im Live-Interview bei Fernstudium-Infos.de Fragen von Markus Jung beantwortet. Dabei standen die Didaktik und virtuelle Lehre, die Finanzierung des Fernstudiums sowie die neuen Studiengänge Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik sowie der neue Master Design und Kommunikation im Mittelpunkt.

     

    Zu Beginn des Interviews gab es eine kurze Vorstellungsrunde. Frau Prof. Dr. Sabine Skalla ist Professorin für frühkindliche Bildung, Vizepräsidentin an der DIPLOMA Hochschule und dort auch zuständig für den Bereich Qualität/Qualitätsentwicklung und leitet den Fachbereich Gesundheit und Soziales und ist dort für die Studiengänge Frühpädagogik, Kindheitspädagogik, Soziale Arbeit und auch für die Studiengänge aus dem medizinalfachlichen Bereich verantwortlich. Herr Prof. Tilo Staudenrausch ist Studiendekan für den Gestaltungsbereich, Studiengangsleiter für den Grafikdesign-Bachelor und ist darüber hinaus zusammen mit Prof. Lanig zuständig für die Fortbildung der Dozenten für die virtuelle Lehre. Herr Prof. Andreas Ken Lanig ist von Anfang an für den Studiengang Grafikdesign tätig und betreut dort mehrere Fächer. Auch für den geplanten Master-Studiengang Design und Kommunikation wird er Aufgaben übernehmen. 

     

    Anschließend hat Prof. Skalla die DIPLOMA Hochschule vorgestellt. Der Schwerpunkt der Hochschule liegt auf dem Fernstudium, obwohl auch einige Präsenzstudiengänge angeboten werden. Aktuell sind ca. 4.500 Studierende an der Hochschule eingeschrieben. Es gibt 20 Studienzentren, an denen Präsenzveranstaltungen und Prüfungen durchgeführt werden. Seit einigen Jahren wird auch eine Online-Lehre angeboten, bei denen die Live-Präsenzveranstaltungen in virtueller Form durchgeführt werden. Es gibt fünf Fachbereiche (Wirtschaft, Recht, Gesundheit und Soziales, Gestaltung und Technik) mit 16 Studiengängen. 

     

    Angesprochen auf aktuelle Entwicklungstendenzen an der Hochschule hat Prof. Skalla erläutert, dass die Studierendenzahlen im Virtuellen Studium zunehmen und diese Studienform zum Beispiel auch von Studierenden aus dem teils weit entfernten Ausland wahr genommen wird. Auch das klassische Fernstudium mit Präsenzunterricht wird weiterhin stark nachgefragt. 

     

    Digitales Studium bedeutet an der DIPLOMA Hochschule Zugriff auf den Online-Campus. In diesem sind die einzelnen Veranstaltungen und auch alle Materialien hinterlegt. Zusätzlich erhalten alle Studierenden auch weiterhin die Materialien in Papierform. Die Studiengänge basieren auf drei Säulen: 1. Unterricht (vor Ort oder virtuelle), 2. Studienmaterialien, 3. Zugriff auf digitale Bibliotheken (mehr als 35.000 eBooks sowie Zeitschriften, Lehrvideos etc.). Außerdem dient der Online-Campus als Kommunikationsmedium mit den Professoren, Dozenten und anderen Studierenden. 

     

    Prof. Lanig hat dann das Virtuelle Studium, hier speziell die virtuellen Lehrveranstaltungen, weiter erläutert. Dabei wird der Samstagsunterricht des klassischen Fernstudiums in den virtuellen Raum übertragen und an die Besonderheiten der virtuellen Lehre angepasst, wie zum Beispiel die kürzeren Aufmerksamkeitsspannen oder reduzierte sinnliche Eindrücke. Vorteil für die Studierenden ist, dass sie ohne Reiseaufwand an den Veranstaltungen teilnehmen können. Anhand eines live kommentierten Einspielers hat Prof. Lanig dann den Ablauf einer Online-Session demonstriert. Dabei wird die Software Adobe Connect eingesetzt und die Teilnehmer sind mit Bild und Ton zugeschaltet, arbeiten gemeinsam oder stellen Ergebnisse vor, die dann diskutiert werden. Ein Chat läuft parallel dazu. 

     

    Dazu hat Frau Prof. Skalla ergänzt, dass nicht nur im virtuellen Plenum, sondern auch in virtuellen Arbeitsgruppen gearbeitet wird. Und gerade hier, wenn die Studierenden "unter sich" sind, kommt es auch vermehrt zu einem informellen Austausch der Studierenden untereinander, ähnlich wie bei Präsenztreffen vor Ort. Dieser soziale Kommunikationskontext wird auch im Rahmen einer Forschungsarbeit an der DIPLOMA untersucht.

     

    Insgesamt finden die virtuellen Veranstaltungen eine hohe Akzeptanz und es gibt kaum Hemmschwellen. Gerade für die Generation der unter 35-Jährigen hat das virtuelle Zusammensein eine ähnliche Wertigkeit wie reale Treffen. Hinzu kommt, dass sowohl Lehrende als auch Lernende in ihrer gewohnten Umgebung an den Veranstaltungen teilnehmen können.

     

    Prof. Staudenrausch hat auch den Ablauf eines virtuellen Präsenztags erläutert. Grundsätzlich orientiert sich dieser am Ablauf der Vor-Ort-Präsenzen. In beiden Fällen gibt es zwei Blöcke (Vormittag und Nachmittag), zwischen denen es eine längere Pause gibt. Beginn ist am Samstag Morgen um 9:30 Uhr. Ende um 16:30 Uhr am Nachmittag. Unterschied bei den virtuellen Einheiten ist lediglich, dass diese etwas kürzer getaktet sind und etwa alle 45 Minuten eine kleinere Pause gemacht wird. 

     

    Weiterhin ist Prof. Staudenrausch auf die Schulung der Dozenten eingegangen. Es gibt hier ein feste Qualifizierungsprogramm der Hochschule, das alle in der Online-Lehre neuen Dozenten durchlaufen und an dessem Ende ein Zertifikat ausgestellt wird. Ohne dieses Zertifikat darf an der DIPLOMA niemand unterrichten. Erfahrene Dozenten wie Prof. Staudenrausch oder Prof. Lanig haben bereits rund 1.000 Stunden Erfahrung mit solchen Online-Veranstaltungen. Neuen Dozenten wird sowohl die technische Kompetenz vermittelt, als auch die methodisch-didaktische Kompetenz. Dazu wird ein Programm durchlaufen, das fünf Einheiten (Abende) umfasst. 

     

    Anschließend wurde die Umsetzung des Konzepts Flipped Classroom / Inverted Classroom erläutert. Hinter diesen Schlagwörtern verbirgt sich im Grunde ein im Fernstudium bereits etabliertes Konzept - vor der Präsenzveranstaltung wird das reine Fakten-Wissen im Selbststudium vermittelt, um dann im miteinander Zeit für die Diskussion und gemeinsame Arbeit sowie die Klärung von Fragen zu haben - abweichend von der klassischen Vorlesung im Präsenzstudium. Neu ist lediglich, dass der Studienbrief um weitere Medien wie zum Beispiel Lehrvideos ergänzt wird und die Zusammenarbeit bei den Präsenzen auch in virtueller Form durchgeführt werden kann. Prof. Staudenrausch hat darauf hingewiesen, dass die DIPLOMA Hochschule das MOOC-Konzept im Sinne einer ausschließlichen Wissensvermittlung durch Videos ablehnt, wenn diese nicht durch Präsenzveranstaltungen im realen oder virtuellen Raum ergänzt wird.

     

    Nach diesem großen Block rund um die virtuelle Lehre ging es um ein organisatorisches Thema, das kürzlich hier im Forum bei Fernstudium-Infos.de diskutiert worden war, und zwar die Finanzierung des Fernstudiums und eine verlängerte Ratenzahlung. Prof. Skalla hat hier erläutert, dass es verschiedene Möglichkeiten der Zahlungsweise gibt: Wer den gesamten Betrag der Studiengebühren zu Beginn in einer Summe bezahlt, erhält einen Nachlass. Normalerweise erfolgt die Zahlung der Gebühren in monatlichen Raten, die auf die Regelstudiendauer ausgelegt sind. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die monatliche Belastung zu halbieren, indem die Ratenzahlungsdauer verdoppelt wird. Dabei werden keine zusätzliche Zinsen berechnet, der Gesamtbetrag der Studiengebühren bleibt gleich, nur die Ratenzahlungen werden über das Ende des Studiums hinaus fortgesetzt. Außerdem hat Prof. Skalla auf Stipendienprogramme wie zum Beispiel das SBB-Stipendium hingewiesen sowie die Finanzierung durch den Arbeitgeber in einigen Fällen.

     

    Danach hat Prof. Skalla die neuen Studiengänge Soziale Arbeit und Kindheitspädagogik vorgestellt und ist dabei insbesondere auch auf die Zugangsvoraussetzungen eingegangen (auch danach war im Forum gefragt worden). Zur Aufnahme des Studiengangs Soziale Arbeit ist keine vorangegangene Tätigkeit in diesem Bereich erforderlich. Lediglich während des Studiums ist ein Praktikum von insgesamt 100 Tagen abzuleisten, auf das ggf. vorhandene Berufserfahrung angerechnet werden kann. 

     

    Abschließend hat Prof. Lanig den geplanten Master-Studiengang Design und Kommunikation vorgestellt und ist dabei auch auf den Aspekt der ästhetischen Bildung eingegangen. Der Studiengang ist aktuell in der Akkreditierungsphase und voraussichtlich wird das Fernstudium im April 2016 erstmalig angeboten. Der Studiengang ist nicht an einen bestimmten Bachelor gebunden. 

     

    Direkt bei YouTube steht das Video mit Sprungmarken zu den einzelnen Abschnitten in der Infobox zur Verfügung.

     

     

    Update 03.12.2015: Hier berichtet die DIPLOMA über das Interview:

    http://diploma.de/aktuelles/pioniere-der-virtuellen-lehre-mit-qualitaetsanspruch

    Bearbeitet von Markus Jung
    Links korrigiert

    Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  


    Rückmeldungen von Benutzern

    Empfohlene Kommentare

    Keine Kommentare vorhanden



    Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

    Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

    Benutzerkonto erstellen

    Kostenlos ein neues Benutzerkonto erstellen.

    Neues Benutzerkonto erstellen

    Anmelden

    Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

    Jetzt anmelden




×

Wichtige Information

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen: Datenschutzerklärung