Spätzünder

Studienabschluss Ü50

53 Beiträge in diesem Thema

Hallo und guten Tag an Alle,

 

Ich bin jetzt fast 50 und erwäge ernsthaft, noch ein Fernstudium zu beginnen, nachdem ich mit Ü40 die allg. Fachhochschulreife nachgemacht habe.

 

Einige Infos:

-Berusfsausbildung als Elektriker

-Jobs als Elektrotechniker in der Industrie, techn. Lagerist, techn. Berater/Verkäufer, techn. Kundendienst Haustechnik

-beste Fächer: Elektrotechnik, Englisch, Physik(auch persönl. Lieblingsfach)

-mittlere Fächer: Mathe, BWL

-schlechteste Fächer (grad noch 3): Deutsch/Kommunikation, IT

 

-Studieninteressen: Wirtschafts-Ing., Verfahrenstechnik/Energietechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik

 (möglichst Bachelor und Master-abschluss im selben oder ähnlichen Fach)

 

Frage 1: Lohnt sich das vom Alter her überhaupt noch ?

Frage 2: Welches Fach und an welcher Fernhochschule (Ruf der Fernuni, Qualität der Lerninhalte, Jobchancen etc)

 

Danke schonmal im Voraus !

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Hallo,

kurz zu meiner Person und dann meine Meinung zu deinen Fragen.

Ich bin 48 Jahre alt. Ende 2014 habe ich meinen Handelsfachwirt bei der IHK abgeschlossen.

Ich bin dann als Quereinsteiger (Anrechnung des Handelsfachwirtes) bei der PFH Göttingen ins 4. von 6 Semestern BWL eingestiegen und schreibe zur Zeit an meiner Bachelorarbeit. Wenn alles nach Plan läuft bin ich im September 2016 mit dem Bachelor fertig. Im direkten Anschluss werde ich bei der AKAD ins Masterstudium Wirtschaftsingenieur einsteigen. Sofern alles im bisherigen Tempo zu Absolvieren ist, bin ich dann Ende 50 Master of Engineering. 

Dieser Masterstudiengang scheint mir in Deutschland einmalig zu sein, da alle anderen mir bekannten Fernstudienanbietern nur den verkürzten Bachelor Wirtschaftsingenieur anbieten, sofern man einen Bachelor BWL vorweisen kann.

Nun kurz zu den Fragen:

 

Wenn man der derzeitigen Politik zuhört erkennt man dass wir wohl bis zum 70. Lebensjahr arbeiten dürfen bevor wir in Rente gehen können. 20 Jahre erlerntes Wissen anzuwenden empfinde ich gegenüber 5 Jahren Lernaufwand als sinnig.

Abgesehen davon macht vielen das Studium schlichtweg Spaß.

 

Wirtschaftsingenieure werden auch in Zukunft gesucht und auch gut bezahlt. Keine Jobgarantie aber sicher reichlich Auswahl bei den offenen Stellen. Bezüglich der Hochschulwahl ergab sich bei mir der Weg auch aufgrund der Anrechnungsmöglichkeiten.

 

Grüße, Stefan

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Zu Frage 1:
Bildung lohnt sich, solange man den Bildungsweg gut wählt, immer. Es könnte aber zum Problem werden, eine Stelle z.B. als Wirtschaftsingenieur zu kriegen, denn du konkurierst mit Studienabsolventen Anfang 20, die natürlich noch viel länger für das Unternehmen arbeiten können. Dein großer Pluspunkt ist aber die Berufserfahrung in der Elektrotechnik. Daher würde ich eher zu Studiengänge wie Elektrotechnik, Verfahrens- / Energietechnik und Maschinenbau raten. Als Wirtschaftsingenieur wirst du höchstwahrscheinlich nur noch irgendwo im Büro sitzen und Aufgaben an den Schnittstellen zwischen BWL und Technik erfüllen. Reine Ingenieurtätigkeiten sind meistens nicht zu erwarten.

Zu Frage 2:
Solange der Abschluss staatlich, länderrechtlich, branchenintern oder öffentlich-rechtlich anerkannt ist, ist die Bildungseinrichtung erstmal zweitrangig. Ich empfehle dir aber, darauf zu achten, dass Hinweise auf ein Fernstudium nicht auf der Urkunde erscheinen, weil es leider noch immer Vorbehalte gegen Fernstudenten gibt. Viele sind der Meinung, dass ein Bachelor im Fernstudium nicht die selbe Wertigkeit hat, wie ein Bachelor im Präsenzstudium, was aber Blödsinn ist. Ich empfehle dir daher ein Fernstudium über OnCampus. Außerdem sind die Studiengebühren da noch überschaubar. http://www.oncampus.de/bachelor-online-studiengang.html

Ansonsten https://www.zfh.de/

bearbeitet von Draconis_Blackthorne
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Zitat

Frage 1: Lohnt sich das vom Alter her überhaupt noch ?

 

 

Das kommt auf deine jetzige Situation an, hast du ne Stelle oder nen Arbeitgeber wo das honoriert werden würde?  

 

Wo willst du mit Mitte/Ende 50 mit dem Abgeschlossenen Studium hin, und wie realistisch ist das dann noch?  Da bewegen wir uns ins Reich der Spekulation.

 

Wechsel/Einstiege in dem Alter bleiben immernoch schwierig. Daran wird sich auch nix ändern und die "Ingenieurzahl" nimmt auch weiter zu und ist weit über dem Bedarf.

Frische Absolventen mit guten Noten und FH Abschluss müssen mit rechnen halbes Jahr zu warten und 200 Bewerbungen zu schreiben um dann ne Einstiegsstelle zu finden.

40-45.000 p.A. befristet und beim Ingenieurdienstleister - im kaufmännischen Bereich schlechter...  Und das sind die Leute die es "richtig gemacht" und was sinnvolles und verwertbares studiert haben...

Die "Akademikerstellen" muss der Arbeitsmarkt auch erstmal hergeben. -  Das ist halt die Lage, und es wird sich in absehbarer Zeit nichts daran ändern sondern wenn sich das so fortsetzt eher verschärfen. - Durch die "Inflation" kommt die "Entwertung", und am Ende hat jemand dann jahrelang studiert Master, und vielleicht noch ne Promotion - und alle die anderen Konkurrenten formal ausgestochen -  an Ende ne Stelle auszuführen für die er fachlich mit dem Bachelor schon "überqualifiziert" wäre. 

 

Über Dienstleister etc. sind die Chancen besser das du nach nem Studium ne entsprechende Stelle noch erreichst, da haste wahrscheinlich wegen deinem Alter und Erfahrung sogar bessere Karten als andere jüngere.

 

Aber. Lohnt sich das finanziell? Bei Steuerklasse 1 gegenüber nem Facharbeitergehalt meist fast gar nicht. Vom hohen Bruttogehalt bleibt pro Monat dann 150-200€ mehr "Taschengeld" Netto übrig.. - später kann es besser werden (Kann, muss nicht)

Ist halt dann die Frage von wegen Rentenversicherung usw. aber der Trend geht ja auch Richtung  "Eintrittsalter 70+", und "Einheitsrente" = "Sozialhilfeniveau für alle"

Wenn du jetzt irgendwo "rumkrebst" und Familienvater mit 3 Kindern bist schaut die Rechnung aber doch anders aus.

 

Zum Fach würd ich das sehen wie es Draconis sagt.

 

 

Zitat

 

-Berusfsausbildung als Elektriker

-Jobs als Elektrotechniker in der Industrie, techn. Lagerist, techn. Berater/Verkäufer, techn. Kundendienst Haustechnik

 

Nun, du hast aber etwas was andere Leute nicht haben können und das ist viel Erfahrung, und du wirst im Gegensatz zu jüngeren Leuten ernst genommen weil du graue Haare hast. :P das würd ich ausbauen... 

Wirtschaftsingenieurwesen? Warum nicht?  Ansonsten vielleicht eher Elektrotechnik.   Die Frage ist hier halt wieviel Zeit du aufwenden willst, wie fit du mit Mathe bist usw.  und dann natürlich auch die Frage was der ganze Spaß kosten soll. Weil das musste ja auch wieder reinverdienen.

 

Vielleicht is der Weg über die Kammern in deinem Alter und bei dem Stellenprofil für das du in Frage kommst aber auch nicht verkehrt.

z.B. über die IHK Industriemeister Elektro und danach der technische Betriebswirt IHK oder über die Handwerkskammer  der "Meister im Elektrotechnikhandwerk" und danach "geprüfter Betriebswirt" nach Handwerksordnung... 

Geht auch im Fern oder gar Selbststudium und die Kosten sind deutlich günstiger.  -  Inhaltlich wirst du auch weniger Theorie haben und das ganze ist praxisnäher. Wenn du mit der FH-Reife in Mathe und IT das schon nicht "so toll" fandest  Bachelor und Master in nem technischen Studiengang vielleicht doch etwas "zu hoch" gegriffen? Und das noch nebenberuflich? Ich mein, wer es durchsteht, Respekt. Aber das ist doch durchaus ambitioniert. Bevor hier irgendwo nen Vertrag unterschreibst schau dir die entsprechenden Module und Bücher dazu erstmal ganz genau an ob und wie damit klarkommen würdest.

 

Die "Fachkräfte" die gesucht werden (und die man als solche bezeichnen kann) sind eigentlich Leute mit Erfahrung, Durchblick und Kompetenz in ihrem Beruf die "Dinge getan bekommen" und so zur realen Wertschöpfung beitragen, z.B. eine Stelle als "Werksmeister" in der Industrie oder in nem größeren Handwerksbetrieb. Da gibts noch Jobs wo gesucht und eingestellt wird, aber nicht unbedingt für Ingenieure.

Deine Chancen auf ne adequate Stelle sehe ich da grundsätzlich noch höher als mit einem Studium und dann Bewerbung bei Großkonzernen wo auf jede Stelle 1000 Bewerbungen eingehen und du wegen "zu alt" fast keine Chance hast das die Bewerbung überhaupt näher in Betracht gezogen wird...

 

Das wird keine einfache Entscheidung, und das hier eine treffen kannst solltest du auch ruhig mal nen Monat einplanen und recherchieren das überhaupt Grundlagen da sind.

Irgendwelche Allgemeinplätze, Vorurteile oder unrealistische Träumereien/Versprechungen etc. sind dafür nicht unbedingt eine gute Grundlage. 

bearbeitet von Markus Jung
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Vielleicht ist dieses Interview für dich von Interesse:

 

Ob es sich für dich "lohnen" wird, lässt sich schwer vorhersagen. Welche Ziele würdest du denn damit verfolgen?

 

Ich würde es in erster Linie als Maßnahme zur Arbeitsplatz-Sicherung sehen. Und wenn dann noch mehr dabei rum kommt, umso besser.

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Hallo Spätzünder,

also ob sich ein Studium lohnt kann ich Dir nicht beantworten, da ich mittlerweile Menschen mit unterschiedlicher Uni/FH Abschlüsse etc. und Biographien kenne. Die einen haben Karriere gemacht und andere sind H IV, auch hier sind alle Fachrichtungen vertreten.

Wenn es Dein innerlichster Wunsch ist ein Studium zumachen, dann mach es. Die ökonomische Verwertbarkeit eines Studiums sollte nicht nur im Vordergrund stehen. Das Hamsterrad ist nicht alles und aus meiner Sicht gibt es nichts Spannenderes als den eigenen Horizont zu erweitern, ob das im eigenen Fachbereich ist oder wie bei mir etwas komplett neues. Egal wie Du Dich entscheidest, ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg.

 

Grüße

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Wenn es DU wirklich willst dann mache es, unabhängig wie alt du bist und was es dir finanziell bringt!

Ein Kollege von mir studiert bei der HFH München und kennt da einen der mit 76 Jahren gemütlich seinen BWL Master macht.

Vor kurzem las ich einen Artikel von einer Musikerin, die mit 45 Jahren ihr Medizinstudium begonnen hat.

Selbst 102 Jährige machen noch Ihren Doktor:

http://www.shz.de/regionales/hamburg/102-jaehrige-erhaelt-nach-77-jahren-ihren-doktortitel-id9891051.html

 

Lass die Hunde bellen, die Bildungskarawane zieht weiter! :)

 

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Die ökonomische Verwertbarkeit eines Studiums sollte nicht nur im Vordergrund stehen.

 

Taugt denn ein technisches Ausbildungsstudium  zur "persönlichen Bespaßung" und zur Befriedigung eines "allgemeinbildenden Bildungshungers"?

 

Vielleicht im Einzelfall, aber für gewöhnlich unterzieht man sich der teuren und mühsamen Ausbildung in der Erwartung das der Wert der eigenen Arbeitskraft und damit auch der zu erzielende Stundenlohn steigt.  Nicht weil einem langweilig ist und man nicht weiß was man mit den 30.000€ auf der Bank für die Gebühren sonst machen soll.

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Geschrieben (bearbeitet)

vor 13 Stunden, Netapp sagte:

Vor kurzem las ich einen Artikel von einer Musikerin, die mit 45 Jahren ihr Medizinstudium begonnen hat.

 

Ich kenne auch jemanden, der mit 49 noch Assistenzarzt ist. Voraussichtlich ist er mit 51 Facharzt für physikalische und rehabilitative Medizin.

bearbeitet von Markus Jung
Vollzitat gekürzt

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Dann hat er wann angefangen Medizin zu studieren? Mit Mitte 30?
 

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