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bqpd

Wechsel von Jura zum LL.B

9 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben (bearbeitet)

Hallo liebe Gemeinde,

 

ich bin über den 2. Bildungsweg zum Abi und zur Uni gekommen und studiere derzeit Jura an einer klassischen Präsenzuni, durch meinen 30. Geburtstag bin ich jedoch aus Altersgründen (ich habe diverses versucht) aus dem BAföG-Bezug gefallen. D. h. ich muss jetzt wieder "arbeiten gehen" um zu überleben und damit endet dann auch mein Studium, denn auch nur ein Teilzeitjob ist mit den Präsenzpflichten einfach nicht vereinbar. Eine Verschuldungsorgie per KfW Studienkredit, das müsste dann ja der Maximalbetrag pro Monat sein, ist mir zu heikel.

 

Und da kommt natürlich die FU Hagen gelegen, zumal nun auch über ein Ergänzungsstudium der Weg zum Jura-Examen eröffnet ist (verklausuliert "Erste Juristische Prüfung" genannt). Es wird zwar nicht leichter und schon gar nicht billiger, aber ich möchte nicht aufgeben.

 

Daher nun die Frage, ob hier jemand unter euch ist, der einen ähnlichen Werdegang hat. Leider rückt das Prüfungsamt der FU keinerlei auch nur unverbindliche Informationen zu möglichen Anrechnungen heraus, ohne, dass ich einen Papierantrag per Post mit beglaubigten Unterlagen usw. eingereicht habe. Das aktuelle Semester mache ich hier vor Ort aber noch fertig und versuche auch noch die ein andere Klausur "mitzunehmen", die man bei der FU Hagen anrechnen könnte (es gibt zB die Veranstaltung "Arbeitsvertragsrecht", die exakt genauso beim Bachelor of Law der FU Hagen heißt...). Ansonsten bin ich (fast) mit der Zwischenprüfung fertig, mir fehlt noch eine Teilklausur, aber das spielt auch gar keine Rolle, da ich mir ein Weiterstudium wie gesagt eh nicht leisten kann.

 

Ich habe jetzt also fast alle Grundlagenklausuren zur Zwischenprüfung bestanden und auch noch ein paar Zusatzgeschichten die beim Bachelor of Law gar nicht gefragt sind, wie zB Rechtsgeschichte. Was von den bestandenen Prüfungen im Jura-Grundstudium wird denn erfahrungsgemäß so auf die Bachelor of Law Module angerechnet? Jedes klassische Jura-Grundstudium hat ja immer die selben, vergleichbaren Veranstaltungen. Schuldrecht, Staatsorga, usw. Egal ob das an der einen Uni jetzt "Grundkurs Strafrecht I" oder "Strafrecht I" oder ...heißt.

 

Auch frage ich mich bzgl. der Finanzplanung solch eines Fernstudiums wie oft ich denn tatsächlich nach Hagen oder in ein Studienzentrum reisen muss und wieviele Dinge durch Einsendung geprüft werden (mein nächstes Studienzentrum wäre München). Im Präsenzstudium sind ja fast alle Leistungsfeststellungen bisher Präsenzklausuren unter Aufsicht gewesen, außer der "kleinen" Hausarbeit für Anfänger und der Seminararbeit für das propädeutische Seminar. Ich schätze, bei einem Fernstudium ist der Anteil von Arbeiten, die man über einen Bearbeitungszeitraum zuhause erstellen kann, wesentlich höher, aber wie hoch denn in etwa? In der Prüfungsordnung finde ich dahingehend keine aufschlußreichen Informationen.

 

Was mich am Anfang ziemlich geärgert hat ist, dass da zwar ein LL.B angeboten wird und der Abschluss Bachelor of Law heißt, sich darin aber ein halber Wirtschaftsjura-Studiengang befindet, voller BWL Elemente. Mit der neuen PO wurde da wohl nochmal abgespeckt und wenn man sich konsequent an die Jura-Wahlmodule hält kann man wohl recht viel BWL vermeiden. Aber ich sag mal so - ich hab die Matheprüfung im Abi bestanden, mehr aber auch nicht. Wenn das jetzt richtig anspruchsvolle Zahlenakrobatik ist und nicht nur ein Crashkurs mit ein paar einpaukbaren Standardformeln, dann wird der BWL Teil echt hartes Brot für mich. Da würden mich Erfahrungen von Leuten, die jetzt mathematisch auch nicht besonders begabt sind, bzgl. der BWL Module im Bachelor of Law interessieren (schade auch, dass man nicht gleich einen ganz separaten EJP Studiengang einführt, den würde ich natürlich bevorzugt belegen).

 

Schließlich würde mich von Jura-Wechslern noch interessieren wie ihr subjektiv das Anspruchsniveau der FU Hagen im Vergleich zur Präsenzuni empfunden habt, ganz konkret in Klausuren und bei der Benotung. DIe klassische Jura-Benotung ist ja chronisch undankbar, werden beim Bachelor auch an das Gros der Prüflinge nur 4er und 5er verteilt?

 

Danke für eure Aufmerksamkeit (und mögliche Antworten) :-)

 

 

bearbeitet von bqpd

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Zitat

Was mich am Anfang ziemlich geärgert hat ist, dass da zwar ein LL.B angeboten wird und der Abschluss Bachelor of Law heißt, sich darin aber ein halber Wirtschaftsjura-Studiengang befindet, voller BWL Elemente

 

 

Das ist doch normal. Diese Studiengänge sind ja auch kein Jura-Fernstudium sondern nennen sich normal auch "Wirtschaftsprivatrecht" und diese Grundlagen werden auch dringend in Sachen "employabitlity" gebraucht.

 

Hagen sollte dir die bestanden Uni-Module normal voll anrechnen. Da würd ich mir wohl weniger Sorgen machen.

 

Nun, wenn die Mathevorlesungen beim LL.B. in Hagen dieselben wie im Wiwi-Studium sind da ist etwas "Furcht" wohl angebracht - Das ist nämlich für den BWL-Bereich schon etwas derb..

Du solltest dir auf der Homepage die Modulbeschreibungen genau im Detail ansehen und das Inhaltsverzeichnis runterladen.

 

So:

Ich hab es mir grad angesehen, und seh da jetzt aber nix von Mathe oder besonders viel BWL... Externes Rechnungswesen, KLR, und ja ok, Investitionsrechnung das ist bisschen anspruchsvoller aber nicht unbedingt im mathematischen Sinn - also "Standardformeln" und geht (normal) im wesentlichen nicht über kaufmännisches Rechnen heraus. - und BWL später Grundlagen in nem Modul und Marketing.  - Die werden zwar entsprechend dicke Skripten dir schicken, aber bei den meisten FH haste da mehr BWL Module.

 

 

 

Zitat

denn auch nur ein Teilzeitjob ist mit den Präsenzpflichten einfach nicht vereinbar.

 

 

Wirklich nicht?

 

Schließ das nicht von vorneherein als "unmöglich" aus..

 

Wieviele Präsenzpflichten wirst du denn wirklich zukünftig haben? "Berufsbegleitend" bzw. mit Nebenjob Jura an ner deutschen Uni klingt jetzt wie Quadratur des Kreises, aber ich hab zumindest schon von Leuten gehört/gelesen (auch Polizisten) die das realisiert haben. Im Referendariat natürlich nicht mehr... 

 

Außerdem vergiss den Zeitfaktor bei dem ganzen nicht. Schneller mit Bachelor und Master gehts über Hagen nicht, und später nach dem Examen (bei Zulassung usw.) musst du dann auch aus dem Beruf raus.

 

Studierste du bisher an der LMU?

 

 

 

 

 

bearbeitet von Count Goldbeast

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Ich hab mir das über Wochen überlegt, war auch bei der Fachstudienberatung, der Käs is bissn, ich schau jetzt nach vorne :-) wenigstens gibts bei der FU keine nervigen Bewerbungsprozesse sondern man kann sich gemäß "hoppla da bin ich" einfach einschreiben.

 

Ich bin fast etwas ungläubig bzgl. der Anrechnung, denn wenn ich die PO nicht vollkommen falsch lese oder ganz wichtige Dinge überlese, dann hätte ich durch Anrechnung schon fast alle Rechtsmodule außerhalb der Wahlbereiche vom Tisch und dabei bin ich in meinem Jurastudium gerade mal an der Zwischenprüfung, der richtig große Brocken mit den Fortgeschrittenenübungen und Klausuren und dann noch der universitäre Schwerpunktbereich käme erst noch (was ein Grund war mir das abzuschminken - damit haben schon Leute die durch Bafög oder Papi den Rücken finanziell freigehalten bekommen und in ihrer Freizeit ein "Rep" besuchen ihre Schwierigkeiten).

 

Wenn ich jetzt noch den Sprachenschein Englisch an meiner Uni mache, bevor ich zur FU gehe, wird der auch angerechnet oder ist das schon wieder zu speziell, insb. wenn es aus einem anderen Bundesland kommt? Achja - hat jemand Erfahrung damit ob ein propädeutisches Seminar angerechnet wird? Damit hätte ich dann auch gleich eine von den drei Präsenzveranstaltungen, die in Hagen zu absolvieren sind, vom Tisch.

 

Dann hätte ich über den Daumen gepeilt mit den Anrechnungen ab dem ersten Tag schon ca. 80 Credits. Darum frage ich hier nach, das verunsichert mich etwas, weil ja sogar noch Leistungen aus meinem alten Studium wegfallen (Rechtsgeschichte, Rechtsphilosophie, Methodenlehre, Leistungen aus Workshops), die ich gar nicht für den LL.B anrechnen kann.

bearbeitet von bqpd

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Kommt für dich ein Umzug in Betracht? Ich studiere auch Jura an einer normalen Präsenz-Uni, und wir haben überhaupt keine Anwesenheitspflicht. Theoretisch müsste ich die Uni nur für die Klausuren betreten.

 

Abgesehen davon, bist du dir 100% sicher, dass du keinen Anspruch mehr auf BaföG hast? Eigentlich ist es ja so, dass man das Studium nur mit unter 30 begonnen haben muss, um bis zum Ende der Ausbildung einen Anspruch auf Leistungen zu haben (§ 10 III 1 BaföG). Bei Erwerb der Hochschulreife auf dem 2.Bildungsweg kommt sogar dann ein Anspruch in Betracht, wenn man ü30 war bei Beginn des Studiums (§ 10 III 2 Nr.1 BAföG).

bearbeitet von abitierchen

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Geschrieben (bearbeitet)

Wie gesagt, das musst du mit Hagen klären, die wollen alles schriftlich vorgelegt haben.

An ner Uni erbrachte Leistungen erkennt Hagen soweit ich weiß voll an. Und der Sprachenschein sollte normal auch kein Problem sein.

 

Ich bin fast etwas ungläubig bzgl. der Anrechnung, denn wenn ich die PO nicht vollkommen falsch lese oder ganz wichtige Dinge überlese, dann hätte ich durch Anrechnung schon fast alle Rechtsmodule außerhalb der Wahlbereiche vom Tisch und dabei bin ich in meinem Jurastudium gerade mal an der Zwischenprüfung

 

Nun ja, das Sachen lesen kannste wahrscheinlich mittlerweile. Durchaus wahrscheinlich 80 Ects nach 2 Semestern ist nicht wenig, und du hast den BWL Kram noch nicht gehabt der bei den anderen weggeht usw.

 

Aber "richtiges Jura" an bayrischer Präsenzuni aufgeben würd ich nicht so einfach, wirst dir ja lang genug den Hintern aufgerissen haben um reinzukommen.. und was die Fachstudienberatung den Leuten erzählt muss auch nicht unbedingt stimmen... Ich würd das wirklich nur machen wenn es gar nicht anders geht, und nen Job musste ja auch dir erstmal organisierne, oder?

 

 

 

bearbeitet von Count Goldbeast

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Ja, 100 % sicher, möchte hier nicht auf private Details dazu eingehen, warum kein Bafög-Anspruch mehr besteht ;-)

 

Und nein, ein Umzug kommt auf gar keinen Fall in Betracht. Mit 30 ist man ja familiär gebunden und ganz anders verwurzelt als ein Teenie nach dem Abi den es raus in die Welt drängt. ^^

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Geschrieben (bearbeitet)

vor 1 Minute, Count Goldbeast sagte:

Wie gesagt, das musst du mit Hagen klären, die wollen alles schriftlich vorgelegt haben.

An ner Uni erbrachte Leistungen erkennt Hagen soweit ich weiß voll an. Und der Sprachenschein usw..

Aber "richtiges Jura" an bayrischer Präsenzuni aufgeben würd ich nicht so einfach, wirst dir ja lang genug den Hintern aufgerissen haben um reinzukommen.

 

 

 

 

Ach Schmarn. Abi halt und dann immatrikuliert. War ein guter Abischnitt, das reicht. So komische Bewerbungsverfahren kenn ich nur vom Hörensagen von Freunden die Bachelor studieren, weswegen ich beim "Bachelor of Law" schon das schlimmste ahnte und dachte ich muss im Bewerbungsseminar mit fremden Leuten Brücken aus Pappe zusammen leimen und werde daraufhin in meiner Problemlösungskompetenz bewertet oder solche Späße ;-)

 

Ansonsten, ja, das Jurastudium ist schon nicht ohne aber ich hab mich lange genug darüber geärgert, jetzt heißt es nach vorne schauen, auch was mir nicht angerechnet werden kann bleibt mir ja als persönliche Bildung und Fähigkeit erhalten. Alleine die ganze Theorie aus der Methodenlehre ist eine krasse Hilfe bei jedem Rechtsgutachten.

 

bearbeitet von bqpd
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Ok, schade, aber hab ich mir schon gedacht, dass du dir da sicher bist bzgl. des BAföGs. Wollte nur sicher gehen;)

Bzgl. der FU Hagen kann ich dir leider nicht weiter helfen...

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vor 1 Stunde, bqpd sagte:

Auch frage ich mich bzgl. der Finanzplanung solch eines Fernstudiums wie oft ich denn tatsächlich nach Hagen oder in ein Studienzentrum reisen muss und wieviele Dinge durch Einsendung geprüft werden (mein nächstes Studienzentrum wäre München).

 

Schließlich würde mich von Jura-Wechslern noch interessieren wie ihr subjektiv das Anspruchsniveau der FU Hagen im Vergleich zur Präsenzuni empfunden habt, ganz konkret in Klausuren und bei der Benotung. DIe klassische Jura-Benotung ist ja chronisch undankbar, werden beim Bachelor auch an das Gros der Prüflinge nur 4er und 5er verteilt?

 

Du wirst nur seltennach Hagen müssen, einmal für das Seminar und einmal für das Modul "Verhandeln und Vertragsgestaltung". Ggf. gibt es für den Studiengang zur EJP aber noch weitere Pflichtpräsenzen, ich meine etwas im Kopf zu haben von einer Arbeitsgruppe an einem Wochenende.

 

Zum Vergleich Präsenz/Fernuni kann ich nichts sagen. Ich empfehle deshalb www.fernuni-hilfe.de denn das ist ein Forum nur für die FernUni, dort sind deutlich mehr aktive Studenten als hier. Dort wird Dir so ziemlich jede Frage beantwortet werden können, u.a. auch zum Wiwi-Teil (alte Klausuren, Einsendearbeiten etc.)


Abgeschlossene Fernstudien: Dipl. Kaufmann, Dipl. Volkswirt (FernUni Hagen), Master of Laws (Universität Saarland)

Aktuelles Projekt: M.Sc. Wiwi an der FernUni (110 von 120 ECTS)

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