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Sozialarbeit oder Sozialpädagogik studieren

14 Beiträge in diesem Thema

Aus den beiden aktuellen Strängen über die einschlägigen Studiengänge von Diploma und IUHB lese ich ein breites Interesse für einen beruflichen Einstieg in diesem Arbeitsfeld. Die Diskussion dort hängt sich notwendigerweise und auch völlig logisch an Kosten, Zugangsvoraussetzungen und Lehrbriefinhalten auf.

 

Nun halte ich es aber gerade in diesem Bereich für absolut überlebenswichtig, sich vor einer Entscheidung für so einen Berufsweg Gedanken zu machen, warum man das eigentlich will und ob man eine Tätigkeit in diesem Bereich auf Dauer auch aushält. Deswegen der Vorschlag und die Einladung an alle (mehr oder weniger)  Interessierten, darüber gemeinsam nachzudenken:

  • Was motiviert mich?
  • Was bringe ich mit?
  • Was muss ich an Wissen mitbringen?
  • Welches Wissen muss ich erwerben?
  • Wie erlerne ich die Umsetzung meines Wissens in die Praxis?
  • Welche Hoffnungen habe ich für meine Entwicklung als Person?
  • Welche Befürchtungen habe ich, wenn ich an den zukünftigen Arbeitsalltag denke?

 

Und so weiter und so fort!

 

Denn eines sollte jedem klar sein: Kaum eine Tätigkeit hängt so mit der eigenen Psyche zusammen, kaum eine verändert so durch das, was man im Job erlebt, wie pädagogische Tätigkeit!

 

Sabine Kanzler

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Aus erster Hand weiß ich (meine Frau ist Sozialarbeiterin) dass der Job nichts für Altruisten, Gutmenschen, auf dem Selbstfindungstrip lebende und zartbesaitete ist. Der Job ist Knochen hart.

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Mal abgesehen von Motivation und Rahmenbedingungen:

Die Frage ob man Sozialarbeit oder Sozialpäd. studiert stellt sich heute so gut wie gar nicht mehr.

Die beiden Richtungen haben mittlerweile so viele Schnittmengen das man dies einfach zum Studiengang Soziale Arbeit zusammengefasst hat.

An der Diploma erhält man beispielsweise auch beide Berufsbezeichnungen (Sozialpädagoge/Sozialarbeiter).

So weit ich weiß gibt es bei uns in Bayern Sozialpädagogik nicht mal mehr als alleinstehenden Studiengang, man landet meist bei Soziale Arbeit.

 

Für mich ist die Motivation in erster Stelle ein "Aufstieg". Ich arbeite in einer Kindertagesstätte und bin mit meiner Ausbildung nur eine päd. Ergänzungskraft. Nach dem Studium erhalte ich die Bewertung als päd. Fachkraft. Heißt ich kann nach entsprechender Erfahrung auch Gruppen bzw. Einrichtungen leiten.

Mir gefällt auch das berufsbegleitende System sehr gut, da meiner Meinung nach Berufserfahrung bzw. Praxis im sozialen Bereich essentiell ist!

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vor 12 Minuten, Social sagte:

Die Frage ob man Sozialarbeit oder Sozialpäd. studiert stellt sich heute so gut wie gar nicht mehr.

Die beiden Richtungen haben mittlerweile so viele Schnittmengen das man dies einfach zum Studiengang Soziale Arbeit zusammengefasst hat.

 

Ja. Und damit, dass es nun Bachelorstudiengänge mit nur wenig Praxis gibt, werden sich ALLE gewöhnen müssen. :(


Berufsbegleitendes Studium (B.Sc.) an privater Hochschule abgeschlossen (Sept. 2016)

3. Semester Psychologie B.Sc. FernUniversität Hagen

Praktische Psychologie und Organisationspsychologie (NHAD), Soziologie (Laudius)

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Geschrieben (bearbeitet)

Ich möcht hier kurz mal aus meinen Erfahrungen (ca. 1 Jahr) als "Arbeitgeber" sprechen. Ich bin seit Mai letztem Jahr kommisarischer Leiter der Abteilung "soziale Dienste" bei einem freien Wohlfahrtsverband, seit April 16 nun auch stellv. Geschäftsführer und noch immer für die Abteilung zuständig. Wir haben 350 Stellenprozent, bzw. 4 Menschen mit einem sozialpädagogischen / soziale Arbeit ausgerichtetem Stellenprofil, bei zwei Stellen (Jugendmigrationsberatung) verlangen die Behörden auch explizit pädagogische Inhalte im Studium. Seit ich diese Bereiche als Vorgesetzter übernommen habe, haben wir 4 neue Kolleginnen/Kollegen eingestellt. Zweimal im Rahmen einer Elternzeitvertretung und zwei neue Personen, da wir sowohl im Bereich der Erwachsenen- als auch der Jugendmigrationsberatung im Rahmen der derzeitigen politischen Lage eine Aufstockung erhalten haben.

Was ich definitv sagen kann, das ist hart verdientes Geld. Wir sind in unserem Bereich personell noch immer unterbesetzt. Dazu kommt auch der betriebswirtschaftliche Druck. Hier bin ich letztendlich der Entscheider, aber auch wer soziale Arbeit / Sozialpäd. studiert unterliegt einem ständigen Druck das knappe Budget einzuhalten und muss auch jeden ausgegebenen Cent sowohl innerhalb unserer Organisation, als auch gegenüber den Behörden nachweisen und verantworten. Dazu die Erwartungshaltung der Klienten, von ehrenamtlichen Helfern usw., das hat mit diesem "bösen Klischee" des Tee trinkenden und take it easy Sozialpäd. nichts zu tun. Derzeit sieht die Stellenlage sehr gut aus und wir haben um unsere sehr guten Leute hart kämpfen müssen, damit diese sich für uns entscheiden. Aber aus Sitzungen mit den Kollegen des Landkreises, der kirchlichen Träger etc. die mit uns in diesem Bereich zusammenarbeiten ist mir bekannt, dass generell alle so viel als möglich mit Zeitverträgen arbeiten, da auch wieder andere Zeiten kommen werden. Zum Vergleich, in allen anderen Bereichen arbeiten wir mit unbefristeten Verträgen. Derzeit erhalten auch Menschen eine Chance (aufgrund der derzeitigen Lage) die bis vor Kurzem bei der Auswahl an Bewerber keine Chance gehabt hätten. Wenn ich denke was ich da alles erlebt habe in den Vorstellungsgesprächen, das hätte ich in keinem Falle verantworten wollen, hätten wir unsere Wunschkandidaten nicht bekommen. Von daher hat sich unser Kampf gelohnt. Aber viele Bewerber können sehr viel vorweisen, dadurch dass sehr viel mit Zeitverträgen gearbeitet wird hatte ich Bewerber mit sehr viel Berufserfahrung in verschiedenen Projekten. Da sind Neueinsteiger im Nachteil (wie in so vielen Bereichen, ist mir bewusst aber in diesem Bereich ist es bei uns in der Firma am stärksten ausgeprägt). Daher kann ich Threads, in denen man Praktikas in diesem Studium als Nachteil sieht nicht verstehen, ihr werdet dies benötigen um eine Chance zu erhalten, spätestens wenn sich die Zeiten wieder ändern und die werden sich ändern).

 

Dazu muss man sagen, für uns sind Fremdsprachen sehr wichtig, wenn man daher Bewerber hat, die in zweiter oder dritter Einwanderergeneration in Deutschland leben und daheim Türkisch, Arabisch, Russisch etc. gelernt haben, diese sind bei uns ganz klar im Vorteil. Eine Kollegin von uns, die keinen Migrationshintergrund hat, belegt derzeit einen Arabischkurs um 1. ihre eigene Arbeit zu erleichtern und 2. sich die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, wenn wir ihren Zeitvertrag nicht verlängern können.

 

Fazit: Es ist ein toller und interessanter Job der einem viel geben kann, man sollte sich jedoch im Klaren sein wie hoch der Druck ist, wie schwierig häufig die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist und die Bezahlung steht in keinem Verhältnis zum Aufwand den man betreiben muss.

bearbeitet von der Pate
Rechtschreibung
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"The brain is waking and with it the mind is returning. It is as if the Milky Way entered upon some cosmic dance. Swiftly the head-mass becomes an enchanted loom where millions of flashing shuttles weave a dissolving pattern, always a meaningful pattern though never an abiding one." (Sir Charles Scott Sherrington, 1940)

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Was motiviert mich?

 

... hier zu antworten: Ich möchte darauf hinweisen dass es neben Diploma und IUBH noch immer seit über 10 Jahren existierend "BASA-online" gibt - neben viel Erfahrung und Know-How, auch durch jahrelange Präsenslehre einfach der preiswerteste unter den Anbietern.

 

Fürs Studium motiviert war ich, naja, ich wills mal so sagen: Ich hatte beim Telekolleg die FHR mit 1,3 abgelegt, und wollte mir nicht sagen müssen, hast nichts draus gemacht. Hab mich angemeldet, um mal zu schnuppern. Dann hat´s total Spaß gemacht. Mittlerweile bin ich im MBA.

  • Was bringe ich mit?

Zum Startzeitpunkt: 14 Jahre Erfahrung in der Behindertenhilfe, Heilerziehungspflegerin, einige Fortbildungen und Zusatzqualis

  • Was muss ich an Wissen mitbringen?

Hmm, je mehr man hat desto weniger ist das Arbeitspensum im Studium. Man kann aber auch mit Null starten. Für die Externen und Berufsfremden: Ich sollte schon wissen, dass der Job sehr hart ist. Ich empfehle definitiv Praktika oder zumindest Ehrenamt.

  • Welches Wissen muss ich erwerben?

Ich denke dass ist ein bisschen abhängig davon, was ich später damit machen will. Ich habe mich im Studium konsequent auf Leitungsthemen gestürzt, und jetzt bzw. auch schon im Studium mache ich Leitung. Wer was anderes machen möchte, sollte das vielleicht schon vorher klar haben und sich das konsequent aneignen.

  • Wie erlerne ich die Umsetzung meines Wissens in die Praxis?

Das scheint mir bei den Umsteigern das Thema zu sein. Bei Basa haben wir viele Hausarbeiten sehr Praxisbezogen gemacht. Ich bin gespannt wie das bei Diploma und Co läuft, und wie das die Leute ohne Vorerfahrung umsetzen können. Die Kundschaft verhält sich nun mal oft nicht nach Lehrbuch.

  • Welche Hoffnungen habe ich für meine Entwicklung als Person?

Ich hatte gar keine und bin in der Rückschau verblüfft und zufrieden.

  • Welche Befürchtungen habe ich, wenn ich an den zukünftigen Arbeitsalltag denke?

Ich hab da mit meiner Vorerfahrung nichts erwartet und nichts befürchtet. Wußte was da lauert:-) Gespannt bin ich da auf die Antworten derer, die keine Praktikas haben. Ich war mir auch sicher, dass ich mein Studium gut verkaufen kann, dank meiner langjährigen Erfahrung:-)

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Telekolleg Fachhochschulreife - www.lernhilfentelekolleg.npage.de

B.A. Soziale Arbeit, ZFH - BASA-online - Hochschule Koblenz

MBA General Management, SHB - Business School Alb-Schwarzwald

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vor 22 Stunden, der Pate sagte:

Wenn ich denke was ich da alles erlebt habe in den Vorstellungsgesprächen, das hätte ich in keinem Falle verantworten wollen, hätten wir unsere Wunschkandidaten nicht bekommen.

 

Das finde ich jetzt interessant: Was hat diese Bewerber denn genau "disqualifiziert"?

 

vor 11 Stunden, Lernhilfentk sagte:

Ich möchte darauf hinweisen dass es neben Diploma und IUBH noch immer seit über 10 Jahren existierend "BASA-online" gibt - neben viel Erfahrung und Know-How, auch durch jahrelange Präsenslehre einfach der preiswerteste unter den Anbietern.

 

BASA wäre eigentlich meine erste Wahl gewesen. Da kommt man aber nur mit Ausbildung im sozialen Bereich und/oder entsprechender Berufserfahrung rein. Die Zulassungshürden dort sind extrem hoch. Jemand wie ich hat da keine Chance.

 

Ich hab mir auch mal ein paar Gedanken über o.g. Fragen gemacht:

 

1.Was motiviert mich?

 

Ich möchte weg von der Pflege am Bett, aber trotzdem noch mit Menschen arbeiten. Vorzugsweise in der Krankenhaussozialarbeit/Pflegeberatung, weil das zu meinen bisherigen Erfahrungen gut passt.

 

2.Was bringe ich mit?

 

Ausbildung als Krankenschwester plus Fachweiterbildung, 25 Jahre Erfahrung in der Pflege in den verschiedensten Einrichtungen und Arbeitsfeldern.

 

3.Was muss ich an Wissen mitbringen und erwerben?

 

Vertieftes Wissen in Sozialrecht und Case-Management, Connections zu den diversen Leistungsträgern und Leistungsanbietern, Kommunikation, Konfliktmanagement

 

4.Wie erlerne ich die Umsetzung meines Wissens in die Praxis?

 

Entweder man sucht sich gleich einen Job im sozialen Bereich, sofern man noch keinen hat (wenn möglich, so ohne Weiteres kommt man da vermutlich auch nicht unter). Oder man macht entsprechende Praktika, Bufdi 27+ oder Ehrenamt.

 

5.Welche Hoffnung habe ich für meine Entwicklung als Person?

 

Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht und lasse mich überraschen.

 

6.Welche Befürchtungen habe ich, wenn ich an den zukünftigen Arbeitsalltag denke?

 

Im konkreten Arbeitsfeld: Oft kann man den Leuten nicht so helfen, wie man gerne würde, sei es weil die Umstände dagegen sprechen, oder weil der Betroffene noch nicht die Kraft hat sich aus destruktiven Verbindungen zu lösen. Das ist manchmal schwer auszuhalten.

 

Den Arbeitsmarkt betreffend: Bei Abschluss des Studiums bin ich - wenn alles reibungslos läuft - vermutlich 47 Jahre alt. Das könnte durchaus zu Einstiegsproblemen führen, zumal es hier in der Gegend nicht so viele Stellen im Bereich der Krankenhaussozialarbeit und Pflegeberatung gibt. Ich bringe zwar einiges an relevanten Vorerfahrungen mit, aber das nutzt einem vermutlich wenig wenn man mit deutlich jüngeren Bewerbern konkurriert. In alternativen Arbeitsbereichen sieht es dann wahrscheinlich noch schlechter aus, wenn man nur Praktika-Erfahrungen vorweisen kann.

Gleichzeitig laufen viele Arbeitsverträge im sozialen Bereich nur befristet. Das ist problematisch wenn man eine Familie und finanzielle Verpflichtungen hat.

 

LG Higgins


8. Semester B.A. Pflegemanagement HFH

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vor 58 Minuten, Higgins sagte:

 

Das finde ich jetzt interessant: Was hat diese Bewerber denn genau "disqualifiziert"?

 

 

BASA wäre eigentlich meine erste Wahl gewesen. Da kommt man aber nur mit Ausbildung im sozialen Bereich und/oder entsprechender Berufserfahrung rein. Die Zulassungshürden dort sind extrem hoch. Jemand wie ich hat da keine Chance.

 

Ich hab mir auch mal ein paar Gedanken über o.g. Fragen gemacht:

 

1.Was motiviert mich?

 

Ich möchte weg von der Pflege am Bett, aber trotzdem noch mit Menschen arbeiten. Vorzugsweise in der Krankenhaussozialarbeit/Pflegeberatung, weil das zu meinen bisherigen Erfahrungen gut passt.

 

2.Was bringe ich mit?

 

Ausbildung als Krankenschwester plus Fachweiterbildung, 25 Jahre Erfahrung in der Pflege in den verschiedensten Einrichtungen und Arbeitsfeldern.

 

1. Ich bin ja Einrichtungsleitung und kann das mit den Bewerbern nur bestätigen. Ich hab da auch Sachen erlebt... bei Hilfskräften bin ich schon immer froh wenn die Kleidung sauber ist (sorry, gibt auch echt tolle Leute, die hab ich dann auch alle eingestellt). Muss ja auch nicht für die Kirche tauglich sein, aber einigermaßen ordentlich sollte es sein. Bei Fachkräften jeder Coleur: Schön wenn man keine akute Psychose hat, und vielleicht nicht zu sehr über den Ex-AG ablästert. Dann bin ich in der Regel schon Fan. Wirklich, man erlebt da Sachen.... Das Alter spielt für mich gar keine Rolle! Ich habe jetzt gerade erst mehrere Leute dabei die kurz vor Rente sind und ich hab die trotzdem eingestellt. Es ist eher so, dass ich manchmal mit Bauchweh schon Abstriche mache.

 

2. Als Krankenschwester nicht zu BASA? Versteh ich nicht, hatte selber eine bei mir im Kurs... ? Auch sonst hatten wir Altenpfleger und Co dabei. Wenn Du dann auch noch verschiedene Arbeitsfelder kennst, kann ich es nicht nachvollziehen. Wir hatten auch jemand ohne Ausbildung dabei, einfach weil die schon so lange als Ehrenamtliche dabei war. Das hat auch gezählt.

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Telekolleg Fachhochschulreife - www.lernhilfentelekolleg.npage.de

B.A. Soziale Arbeit, ZFH - BASA-online - Hochschule Koblenz

MBA General Management, SHB - Business School Alb-Schwarzwald

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Ja, ein Kollege aus der Krankenpflege hat 10 Jahre+ in einer psychiatrischen Klinik gearbeitet. Hat dann vor 5 Jahren neben Job BASA studiert und arbeitet nun bei uns im Konzern in einer anderen psychiatrischen Klinik als Sozialarbeiter im Casemanagement. War kein Problem.

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Casemanager in der ambulanten Kriminaltherapie (Forensische Psychiatrie), QMB und Auditor (DGQ) / Gesundheits- und Krankenpfleger / Fachkrankenpfleger für Psychiatrie / Administrator für Krankenhausinformationssysteme und forensische Dokumentation / Gesundheitspädagogik/-management B.A.

 

Mein Blog / Interessent M.Sc. Psychologie (Diploma Hochschule)

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Ich habe ja Sozialpädagogik als "Grundberuf" studiert - vorher aber (weil mit Abitur aus einer Art "heiler Welt" kommend) ein einjähriges Praktikum in einer Jugendhilfeeinrichtung in einem sozialen Brennpunkt gemacht. Ich wollte wissen, was da auf mich zukommen kann und ob ich das aushalte.

 

Das Praktikum war speziell in den ersten Monaten ein richtiger Kulturschock. Die Nachmittagsbetreuung, in der ich eine Gruppe von acht Jungs im Grundschulalter hatte, war (wie auch das Wohnumfeld) in Baracken untergebracht und wenn man abends, nachdem die Gören nach Hause abmarschiert waren, noch zusammenräumte und Material für den nächsten Tag zurecht legte, dann konnte man hinterm Materialschrank aus dem unterkellerten Teil ein kräftiges Nagen hören. Ratten! Wenn wir unten etwas holen wollten, haben wir vor dem Öffnen der Tür mehrmals kräftig gegen die Tür getreten, dann hörte man es oft Rascheln und wenn Ruhe war, dann wussten wir, sie sind weg und konnten rein und etwas rausholen oder wegstellen.

 

Es war hart, es war ein Abenteuer, es hat unglaublich Spaß gemacht, da zu arbeiten und es hat mich vor allem bereichert. Ich habe anschließend viele Dinge in meinem Leben gelassener gesehen und das hat bis heute angehalten.

 

So einen Weg muss nun beileibe nicht jeder nehmen, man sollte sich aber bewusst sein, dass einen die Arbeit im sozialen Bereich als Person verändert. Man muss viel psychischen Druck aushalten, man wird als Person in Frage gestellt wie sonst kaum, man muss (!!!) lernen, sich abzugrenzen, Konsequenz zeigen manchmal bis zur Härte und man darf bei allem nicht den Glauben an die Menschen und die grundsätzliche Zuneigung zu ihnen verlieren. Ganz abgesehen davon darf man die intellektuellen Anforderungen nicht vergessen, die so ein Job an einen stellt. Um gut und richtig und effektiv handeln zu können, braucht es in aller Regel vorher viel Hirn und Wissen, um Situationen angemessen zu analysieren.

 

Dazu muss man die Stärke mitbringen oder ganz schnell entwickeln. Sonst reibt man sich mittelfristig auf.

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