mysticmind

Wirtschaftsingenieurwesen

3 Beiträge in diesem Thema

Hallo Community,

ich hätte einige Fragen zum Thema Wi-ing FH. Zuerst einmal zu mir, ich bin 25 Jahre alt und zur Zeit in einem Industriemeister Metall Vollzeitkurs tätig. Diesen werde ich voraussichtlich (hoffentlich :) ) in 2 Wochen abschließen. Mein Entschluss danach weiter zu machen ist definitv sicher.

Ich bin mir über sehr viele Optionen im Klaren welche Wege offen stehen und habe auch relative Ziele. Meinen jetzigen Überlegungen zur Folge wäre ich durchaus angetan von einem Hochschulstudium an einer Universität, das gerne ich Richtung Soziologie in Verbund mit wirtschaftlichem Wissen gehen sollte. Interessiert bin ich zudem an Informatik, da dies jedoch sehr "mathematiklastig" ist, kommt es für mich vorübergehend nicht in Frage.

Grund einer eventuellen universitären Laufbahn ist einfach mein persönliches Interesse an philosophischen Bereichen, die ich dort besser verwirklichen könnte.

Soweit, so gut. Leider besitze ich kein Abitur, was ich jedoch nicht als Hindernis betrachte, sondern welche Wahl die bessere Alternative darstellt. Ich wäre durchaus bereit das Abitur nachzuholen, allerdings ist hiermit mit einem realistischen Zeitaufwand von ungefähr 3.5 Jahren zu rechnen. Zeit die "nur" für´s Abi draufgeht. Will sagen, mir beruflich nicht unbedingt was bringt. Ich könnte, theoretisch, diese Zeit auch nutzen um ein Studium des Wirtschaftsingenieurwesen hinter mir zu bringen. Klar, dass das nicht in 3.5 Jahren klappt, aber vielleicht in 5 Jahren. Vorausgesetzt ich habe danach noch immer lust an einer Uni zu studieren, könnte ich das ja mit dem absolvierten Dipl.* FH, meines Wissens nach?

Ich bin mir ebenso im Klaren, dass das Studium ohne Abi mit dem Studiengang Wi-Ing kein Honigschlecken ist. Allerdings bringe ich ja einige praktische Erfahrungen mit. Ich hab ja zudem eine Ausbildung zum Industriemechaniker plus 5 Jahre Berufserfahrung plus Industriemeister Metall.

Nun zu meinen konkretisierten Fragen. Ist es eurer Meinung nach möglich den genannten Studiengang erfolgreich und nicht zu schlecht in einer absehbaren Zeit zu bestehen? Wie gesagt das Abi fehlt und der wirtschaftsmathematische Bereich soll ja nicht ohne sein. Meine Arbeitszeit wird ebenfalls sicher auf 50% verringert, um effektiver lernen zu können. Mein Arbeitgeber fördert und unterstützt mich, ebenso Familie und Freundin. Meine Freundin studiert glücklicherweise BWL und könnte mich so in wirtschaftlichen Bereichen unterstützen. Ich seh diesen Studiengang als Herausforderung, welche ich nicht unterschätze. Ein weiterer Aspekt sind allerdings die Kosten für den Studiengang, pro Monat 230 EUR, bei einem Endpreis von 11.040 EUR sind schon enorm. Ist es daher möglich mit dem Anbieter zu verhandeln?

Des Weiteren würde mich interessieren wann ein nächster Starttermin ist, meines wissens nach der 01.07.2006. Das ist jedoch für mich sehr kurzfristig, ist ein nachfolgender schon bekannt?

Da ich persönlich aus Bamberg stamme kommt für mich selbstverständlich Nürnberg als Präsenzort in Frage. Erfahrungen mit den dortigen Dozenten und Kommilitonen? (Ja, ich hab mir das Forum durchgelesen, aber vielleicht gibt´s ja neuere Infos)

Ich kann mir persönlich schon vorstellen, dass das Studium ein rechter Knüller ist. Es ist ja recht breit gefächert, was es für mich aber auch wieder interessant macht, da ich nicht so der "klassische" Techniker bin. Wie sieht es eigentlich mit Schwerpunkten Personal (falls es sowas gibt) aus, oder auch Wirtschaftsinformatik? Studieninhalte diesbezüglich, wie ist so das Niveau und die Tiefe? Sowas liegt schon im Bereich meiner Talente.

Über jede Art von Information bin ich dankbar. Wie es schon bemängelt wurde sind die Internet Infos bezüglich HFH nicht gerade berauschend, im Vergleich zu Anbietern wie ILS. Was ich jedoch nicht als Nachteil sehe:D

Liebe Grüße

Jochen

PS: Wie sieht es eigentlich mit dem Englisch Anteil aus? Nicht dass ich sonderlich schlecht wäre, jedoch wie erwähnt nicht auf Abi Niveau.

PPS: Die Komplexität des rechtswissenschaftlichen Anteils wäre auch interessant.

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Hallo Mysticmind,

zunächst einmal herzlich willkommen auf diesen Seiten. Du schreibst:

"der Grund einer eventuellen universitären Laufbahn ist einfach mein persönliches Interesse an philosophischen Bereichen, die ich dort besser verwirklichen könnte."

Da muß ich Dich beim Wirtschaftsingenieur leider enttäuschen. Dieser Studiengang hat nichts mit diesem Thema gemein. Ganz gute Infos zum Berufsbild selbst findest Du übrigens unter:

http://www.vwi.org/website_vwi_neu/beruf/fr_mi_berufsbild_inhalt.cfm

Nun zu Deinen ambitionierten Plänen:

Du bist aktuell 25 und möchtest ein Studium an Deine Ausbildung anhängen. Damit wärst Du, wenn nichts dazwischenkommt etwa mit 30 fertig. Als Bewerber wärst Du zwar älter als die meisten anderen FH-Absolventen, aber dafür bringst Du eine fundierte Ausbildung mit. Dies wird bei den Unternehmen bei den FH Ingenieuren gern gesehen und wäre absolut OK. Ideal wäre dann ein Einstieg in einem metallverarbeitendem Unternehmen.

Jedoch dann noch einen UNI Abschluß draufzusetzen ist in meinen Augen verlorene Zeit. Du wärst etwa mit 37 fertig und hättest bei Deiner Bewerbung ernsthafte Schwierigkeiten. Bewirbst Du Dich auf eine Stelle als Dipl. Wirt. Ing. oder vielleicht als Dipl. Soziologe, so stehst Du dort als "Absolvent" mit zwei Hochschulabschlüssen auf einem Level mit anderen Studienabgängern (auch FH), die z.B. statt 37 erst 27 sind. Außerdem müsstest Du Dich beim Bewerbungsgespräch auf einige Fragen nach dem "Warum" gefasst machen. Also meine Meinung ist, wenn ein Studium, dann möglichst eines, das in absehbarer Zeit abgeschlossen werden kann.

Zu Deiner Frage, wie realistisch es ist, diesen Studiengang zu bestehen kann ich Dir keine Quote angeben. Du bist über Deine Weiterbildung "Industriemeister Metall" noch das Lernen gewohnt. Das ist ein Pluspunkt. Ebenso ist schon einiges gewonnen durch die Unterstützung Deiner Familie und Deines Arbeitgebers. Allerdings solltest Du Dich selbst fragen, ob Du über 5 Jahre Dich soweit selbst motivieren kannst, daß Du auch ohne Druck von außen Dich regelmäßig hinter Deine Bücher klemmst. Ferner solltest Du für Wirtschaftsmathematik an einen Vorbereitungskurs oder an anderweitige Vertiefung denken. Denn wie Du sagst, wird dort keine Rücksicht darauf genommen, ob Du Abitur hast oder nicht.

Bezüglich der Studienkosten sehe ich wenig Verhandlungsspielraum. Allerdings sehe ich Chancen durch die steuerliche Absetzbarkeit, wenn Du noch nebenher arbeitest.

Zu den Themen Wirtschaftsenglisch und den Studienschwerpunkten kann ich Dir wenig sagen, da ich das Wirtschaftsingenieurwesen als Aufbaustudium (ohne Wirtschaftsenglisch) studiere. Mein Schwerpunkt ist Unternehmensführung.

Fazit: Studium ja - aber mit einem kürzeren Zeithorizont (erst einmal "nur" ein FH Studium). Der Erfolg von Deinem Fernstudium hängt einerseits stark von Deiner Fähigkeit zur Eigenmotivation ab. Andererseits würde ich mir vor Studienbeginn einmal Auszüge aus Studienbriefen kommen lassen (gibt es gratis von der HFH als Infomaterial). Es geht dort deutlich theoretischer zu als Du es jetzt gewohnt bist. Sie Dir bitte einmal an, ob Dir so etwas liegt.

Ansonsten wünsche ich Dir alles Gute für Deine Entscheidung

Viele Grüße

Leonard66

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Hallo Leonardo66,

vielen Dank für Deine ausführlichen und ehrlichen Bemerkungen. Über das Berufsbild eines Wirtschaftsingenieurs habe ich mich mittlerweile ein wenig informiert. Meiner Meinung nach ein sehr interessantes, da ich es liebe über den eigenen Tellerrand hinaus zu sehen.

Nun zu den "philosophischen Bereichen". Sicherlich stimme ich Dir in Deinen Aussagen zu, dass der Studiengang wenig mit der empirischen Philosophie gemeinsam hat, besser gesagt so gut wie gar nichts. Ich finde es nur persönlich interessant in komplexen Situationen, analytisch eine Entscheidung zu treffen. So gesehen gibt es schon Teildisziplinen, der denkerischen Fähigkeiten, die mich in einen gewissen Verbund bringen.

Der Einstieg in meinem jetzigen Alter ist durchaus ok. Was den nachfolgenden Studiengang angeht, versteh ich Deine Aussage. Allerdings würde ich so eine Entscheidung nicht aus dem Bauch heraus treffen. Nur unter der Voraussetzung dass mein Arbeitgeber mich unterstützt. Denn wie Du bereits erwähnt hast wenn ich mit 35 bis 37 Jahren fertig wäre, bin ich durchaus in einem schon fortgeschrittenem Stadium:) .

Die Konkurrenz wird zweifelsohne immer vorhanden sein, ich muss jedoch erwähnen, dass ich bei einem sehr grossen, weltweiten, Industrieunternehmen arbeite. Das heisst, meine Einsatzmöglichkeiten wären sehr groß. Selbst in aussergewöhnlichen Studiengängen wie Philosophie und anderen Geisteswissenschaften.

Was meine Motivation angeht, hat sie mich bis jetzt noch nicht im Stich gelassen. Ich bin mir bewusst, dass ein Zeitraum von 5 Jahren seine Höhen und Tiefen hat. Sicher kommt auch mal ein Zeitpunkt bei dem man alles an die Wand schmeissen möchte. Wie bei jeder schwierigen Phase im Leben gilt es diese zu überwinden. Wenn ich nicht absolut überzeugt wäre, solche Schritte einzuleiten, immerhin verzichte ich auf die Hälfte meines Gehaltes und bin selbstständig, will sagen eigener Haushalt etc., hätte ich wahrlich schlechte Karten so ein Studium umzusetzen.

Zu den Studienanforderungen, ich habe mir mal einige Prüfungen des Wirt.Ing. im Grundstudium angesehen, natürlich stimmt deine Bemerkung, dass es um einiges theoretischer wird als man es bisher gewohnt ist, allerdings war es mir keineswegs zu abstrakt oder komplex. Viele der Aufgaben hätte ich mit meinem jetzigen Wissen bearbeiten gekonnt. Von BWL über Physik, ganz zu schweigen von den technischen Fächern. Ich unterschätze jedoch dieses Studium nicht. Jedes Studium hat seine Komplexität und spezifischen Anforderungen. Den Vorschlag von Dir, mir erst einmal einige Lehrbriefe anzusehen, werde ich auf jedenfall annehmen. Ich habe mir erstmal Info-Material von der HFH angefordert.

Zum Thema Wirtschaftsmathematik ist es natürlich ratsam sich im Voraus ein wenig einzuarbeiten. Sei es in Form von Kursen, Selbststudium, usw. Den Vorteil den ich habe, ist die Unterstützung meiner Freundin, die mathematisch sehr gut ist.

Interessant finde ich Deine Bemerkung zum Schluss, komischerweise erwähnen Akademiker immer wieder die Theorie und dass nicht jeder was damit anfangen könne. Praktiker hingegen schimpfen über zu theorielastige Dinge, diese seien nicht praktikabel. Zu realitätsfremd.

Nun, theoretisch bin ich ja ein Praktiker:D . Allerdings wird mir von Praktikern teilweise vorgeworfen zu theoretisch zu sein und akademische Theoretiker verwundere ich durch meine Aussagen, diese seien sehr durchdacht und sehr eloquent vorgetragen. Also gar nicht wie von einem Praktiker erwartet.

Da der Wirt.Ing. ja genau eine Schnittstelle zwischen jenen Instanzen bilden soll, hört sich es für mich sehr interessant an.

Ich werde mich wohl nach meinen Prüfungen, die ja in den nächsten Wochen auf mich zukommen noch ein wenig intensiver mit dem Thema auseinander setzen.

Ich möchte mich nochmals für Deine Ausführungen bedanken. Sie regen mich zum Denken an.

Viele Grüße

Jochen

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