Markus Jung

Gibt es zu viele verschiedene Studiengänge?

19 Beiträge in diesem Thema

Es gibt immer mehr Studiengänge in Deutschland - zur Zeit etwa 18.000. Anfang August ist dazu bei ZEIT Campus der Artikel "Ist viel besser?" erschienen, in dem unter anderem  der Geschäftsführer des CHE, der stellvertretende Generalsekretär des Stifterverbandes, ein Mitglied des Wissenschaftsrats sowie Professoren sowie eine ehemalige Studentin zu Wort kommen.

 

Auch im Bereich des Fernstudiums fällt mir auf, dass es immer mehr unterschiedliche und zum Teil sehr spezialisierte Studiengänge gibt. Hatte ich vor wenigen Jahren noch einen ganz guten Überblick, welche Fernhochschule welche Studiengänge im Angebot hat und gab es vergleichbare Studiengänge oft bei mehreren Anbietern, so ist das Angebot mittlerweile wesentlich differenzierter und zum Teil werden gerade die privaten Anbieter in hoher Frequenz neue Studiengänge auf den Markt - zum Teil mit Bezeichnungen, die ich für einen Studiengang zum ersten Mal höre.

 

Wie steht ihr dazu, sowohl was die Auswahl eines Studiengangs als auch was die Möglichkeiten für eine spätere Karriere damit angeht? - Ist es gut, dass es immer mehr spezialisierte und damit eventuell auch individuell besser passende Angebote gibt, um genau das zu finden, was ihr euch vorgestellt habt? Oder macht dies die Vergleichbarkeit schwieriger und habt ihr vielleicht auch Bedenken, mit einem zu ausgefallenen Studiengang später das Problem zu haben, dass Arbeitgeber damit zu wenig anfangen und vergleichen können?

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Das Stichwort lautet vermutlich "Spezialisierung". In einer immer komplexer werdenden Gesellschaft und so schnelllebigen Zeit, wie der unseren, lässt sich das geforderte Volumen vermutlich nur mit dem Setzen von Schwerpunkten bewältigen - mit allen Nebenwirkungen und positiven, wie negativen Begleiterscheinungen.

 

Allerdings ist Masse, statt Klasse auch ein hoher Preis, den wir dafür zahlen. Was nutzt mir ein wundervoll exotisch und hochtrabend-professionell klingender Titel wenn mein Gegenüber (Geschäftsführer, Personaler...) nichts mit dem Titel oder dem ausbildenden Institut etwas in Verbindung bringen kann. Außerdem werden mit der Zeit erste Studienganganbieter, sowie angebotene Studiengänge auch wieder vom Markt verschwinden, wenn diese nicht ausreichend nachgefragt werden bzw. sich durchsetzten können.

 

Als letzter Punkt sei zu erwähnen, dass sich die Studieninhalte ja nicht neu erfinden lassen. BWL bleibt nun von seiner Grundthematik her BWL. Recht bleibt Recht... Das was es interessant machen kann, sind das Verknüpfen von Bereich, wie z.B.  "BWL für den Bereich Aviation", "Recht + Medien", etc.

Einige Kombinationen sind interessant, machen durchaus Sinn und werden sich durchsetzten, andere wiederum werden in der Bedeutungslosigkeit versinken, so schnell sie ins Leben gerufen wurden. 

 

  

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Staatlich anerkannter Erzieher | Sozialmanagement (berufsbegleitendes Seminar) | Staatlich geprüfter Betriebswirt (AWS | BSW) | Fachwirt Facility Management (GEFMA) 

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Gelegentlich höre ich die Vermutung, die Studiengänge würden zu speziell wenn es viele verschiedene Bezeichnungen gibt. Ich sehe das etwas gelassener. Mein Studiengang heißt "Web- und Medieninformatik". Wenn man sich das Curriculum etwas genauer anschaut, stellt man fest, dass ca. ein Sechstel des Studiengangs Module mit speziellem Bezug zu Webtechnologien sind. Das erscheint mir nicht als eine übertriebene Spezialisierung, die mich für alle Zeiten auf bestimmte Einsatzgebiete festlegt. Zumal andere Informatikstudiengänge ja durchaus auch Module mit Web-/Medienbezug haben. Mein Eindruck ist, dass es in vielen anderen Studiengängen und -fächern ähnlich ist. Der besondere Titel weist auf einen Schwerpunkt hin, aber in der Regel gibt es eine allgemeine fachliche Grundlage. Früher konnte man über Wahl- und Wahlpflichtfächer auch individuelle Schwerpunkte setzen. Vielleicht hat man weniger Bohei darum gemacht.

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Zitat

Früher konnte man über Wahl- und Wahlpflichtfächer auch individuelle Schwerpunkte setzen. Vielleicht hat man weniger Bohei darum gemacht.

 

Das kann natürlich auch Marketinggründe haben. Wenn es in einem Studiengang "nur" einen Schwerpunkt zum Beispiel Web- und Medieninformatik gibt, neben vielen anderen Schwerpunkten in einem Informatik-Studiengang, ließe sich das vermutlich schwieriger als Spezialisierung vermarkten, als wenn es für jeden Schwerpunkt einen eigenen Studiengang und somit auch eine eigene Bezeichnung gibt.

 

Im Bericht zur institutionellen Akkreditierung der Wilhelm Büchner Hochschule hat sich der Wissenschaftsrat bei den Empfehlungen auch zum Studienprogramm der Hochschule geäußert (Seite 14):

Zitat

Vor dem Hintergrund des hohen Anteils an Überschneidungen zwischen inhaltlich verwandten spezifischen Studiengängen sollte die Hochschule insbesondere auf der Ebene der Bachelorstudiengänge die Zusammenfassung ihres Studienangebots in wenige breit angelegte Studiengänge mit entsprechenden Vertiefungsmöglichkeiten prüfen.

 


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Hallo,

 

also ich persönlich empfinde es auch bald als zu viel.

 

Ich weiß nicht, wie es anderen geht, aber bei so viel Auswahl hat man doch dann immer mehr Angst, dass man "das

falsche" studiert und der Studiengang einem nachher nicht weiterbringt.

 

Immerhin handelt es sich ja um 10.000 - 15.000 Euro, je nach Anbieter.

 

Ich war ja, muss ich ehrlich sagen mit meiner Auswahl zum Master schon fast überfordert,

und jetzt im vierten Monat  bin ich immer noch nicht hundert Prozent sicher das richtige gewählt zu haben.

 

Zum einen wären mir die Diplomstudiengänge lieber. Man entscheidet sich und zieht es durch, und ist dann fertig.

 

Nach meinem Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen, habe ich mich jetzt entschieden treu zu bleiben und

den Master in Wirtschaftsingenieurwesen zu machen.

 

Da viele leitende Positionen, also auch direkte Führungskräfte etc. sich nahe dem Rentenalter befinden

und für diese Stellen in naher Zukunft der Master benötigt wird, habe ich weitergemacht.

 

Und da geht es eigentlich schon los mit der Unsicherheit.

 

Als Beispiel schreibt die AKAD auf Ihrer Seite, dass der Master in Wirtschaftsingenieurwesen für eine Führungsposition im Management qualifiziert und man beste Karrierechancen hat.

Auch andere Fachhochschulen haben das mit der Führungsposition aufgeführt.

 

Aber wenn man so die Einträge in Foren liest, oder Artikel, dann stürmen alle, die eine Führungsposition möchten in ein MBA Studium. Oder wie die AKAD auch noch anbietet  Master im technischen Management.

 

Da frage ich mich bei dieser Auswahl, ob ich beim Wirtschaftsingenieur richtig bin, und dieser auch wirklich in Bewerbungen gut für obere Führungspositionen ankommt,  oder ob die Personaler dann wirklich auf ein MBA Studium schauen.

 

Vielleicht ist auch alles ein wenig undurchsichtig, weil man nie klare Aussagen bekommt, was man genau nachher mit einem Studium anstellen kann. Jedes Unternehmen sieht es anders und schreibt ggf. gleiche Stellen anders aus.

 

Gruß

 Andreas

Bearbeitet von Markus Jung
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Eine gewisse Unsicherheit bleibt vorhanden und wie so oft gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Sehr hilfreich finde ich es, sich Stellananzeigen für Jobs anzuschauen und zu prüfen, welche formalen Qualifikationen dort bevorzugt gewünscht werden, auch wenn Formulierungen wie "oder vergleichbar" auf eine gewisse Flexibilität hindeuten.

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Hier geht es konkret um einen Anbieter, der sehr viele neue Studiengänge in kurzer Taktung auf den Markt bringt und auf welche Reaktionen dies hier bei den Benutzern von Fernstudium-Infos.de stößt:

 

 


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Ob es zu viele gibt, weiß ich nicht. Es ist jedoch häufig so, dass es sehr vielen Unternehmen recht egal ist,  wie genau die Bezeichnung des Studiums ist. Dann stehen da so Dinge wie : "Wirtschaftsinformatik, BWL mit IT-Schwerpunkt o. Ä." 

 

Für mich bedeutet das, dass einige (viele) Unternehmen eher Wert auf den Inhalt des Studiums legen. Wenn der zumindest grob in die gesuchte Richtung geht passt das schon. Der Rest wird dann in der Praxis gelernt. 

 

Ich stelle mir seit einiger Zeit selbst die Frage, warum es so viele Studienangebote gibt. Mein Gefühl ist, dass es aus Unternehmenssicht oft irrelevant ist. Klar ein Mediziner kann schwierig Jurist werden, aber es gibt oft Fächer wo sich der Inhalt bis zu 50%, 60% überschneidet. 

 

Aus Studentensicht hat das Ganze den Vorteil, dass man in vielen Fällen quasi fast in seiner Fachrichtung bleiben kann, wenn man ein Studium endgültig nicht geschafft hat. Viele der bestandenen Module lassen sich dann auch anrechnen. 

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Wenn ich die Wahl treffen müsste zwischen verschiedenen Studiengängen, dann würde ich, was die Zukunftsaussichten mit den diversen Spezialisierungen angeht, nicht ausschließlich auf die Aussagen der Anbieter setzen.

 

Die Spezialisierungen, die auf den Markt geworfen werden von allen Hochschulen (auch den Präsenzhochschulen) halte ich in erster Linie für eine Marketingüberlegung. Eine frühe Spezialisierung engt einfach auch ein.

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Ich beobachte den Markt für Fort- und Weiterbildung, nicht ausschließlich akademischer Natur, seit Jahren. Mir kommt es mitunter so vor als praktiziere man mehr und mehr das Gießkannenprinzip was, zugegeben aus Sicht der Interessenten, nicht zielführend sein kann. Speziell bei der IUBH fällt auf, dass scheinbar jede mögliche Zielgruppe abgedeckt werden MUSS. Diese Verwässerung führt zwangsläufig dazu, dass die Wertigkeit der Abschlüsse abnehmen wird. Ich frage mich ob die Anbieter ernsthaft versuchen mit wertigen Studiengängen qualifizierte Kräfte zu schaffen oder einfach nur den schnellen Euro machen wollen – Fernstudium ist nun mal einer DER Trends.

 

Ich bin nicht naiv und kann die monetären Beweggründe der Anbieter nachvollziehen – dennoch empfinde ich die zunehmende Kommerzialisierung grundständiger Bildungsangebote kritisch. Nahezu jeder Anbieter wirbt hinsichtlich Fernstudien mit dem Überwinden von Hürden – sei es zeitlich oder regional. Wenn die Preisentwicklung so weitergeht wird die zu zahlende Gebühr DIE ultimative Hürde (kann man nur hoffen, dass die Fernuni Hagen sich treu bleibt).

Bearbeitet von BenR
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