hotknife

MBA überhaupt sinnvoll?

7 Beiträge in diesem Thema

Hallo Leute,

nach meinem Erststudium zum Dipl.-Betriebswirt (FH) ist es schon einige Zeit her. Nun trage ich mich mit dem Gedanken den MBA bzw. Master of Science draufzusatteln. Ich frage mich allerdings, ob mich der MBA überhaupt beruflich noch weiterbringt. Bin 38 Jahre u. als Vertriebsleiter im Maschinenbau (Mittelstand) tätig. Vor dem Dipl.-Betriebswirt hatte ich den Industriemeister absolviert.

Es ist nicht so, dass ich unbedingt noch einen zusätzlichen Titel zum Leben auf der Visitenkarte brauche. Neben dem zeitlichen Aufwand, spielen dann auch die nicht unerheblichen Kosten eine Rolle. Außerdem bin ich ja auch nicht mehr der Jüngste. Klar, der MBA bei den führenden Anbietern wird auch so von Leuten Mitte-Ende 30 absolviert. Doch kommen die meist aus großen Konzernen u. haben die Sache halbwegs vom Unternehmen bezahlt.

Für mich stellt sich die Frage nach dem "return on investment". Bei meinen Bewerbungen in der letzten Zeit wurde auf dem MBA im Mittelstand fast kein Wert gelegt, wie das bei den großen Unternehmen ist, kann ich nicht beurteilen. Viel mehr Wert wird nach meiner Meinung nach auf die Beherrschung der 2. oder 3. Fremdsprache gelegt. Also dann doch lieber die Zeit in Fremdsprachen stecken?

Wie sind bitte so Eure Erfahrungen???

Vielen Dank

Gruss hotknife


„Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter

oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen,

als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft

und dem Maß unserer Menschlichkeit.“

(Martin Luther King)

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Grundsätzlich hat der MBA-Abschluss an Wert zugenommen. Hierbei ist aber oft entscheidend, von welcher Einrichtung der akademische Grad vergeben wird.

Meinem Eindruck nach hat der MBA an Wert abgenommen. Er wird immer mehr als Aufbaustudiengagn in BWL gesehen, nicht mehr und nicht weniger. Wobei ich den MBA für den Fragesteller auch als sinnvoll sehen würde, aber einfach als Aufbaustudiengang in BWL. Diese Art von garantiertem Job-Turbo ist er wohl nicht mehr, was auch einfach an den Absolventenzahlen liegt.

Stefan

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Hallo hotknife,

also offensichtlich schwankst Du zwischen einer Investition in eine 2. Fremdsprache oder in den MBA. Ich gehe einmal davon aus, daß Du bereits Englisch verhandlungssicher beherrschst und nun eine weitere Fremdsprache auf dieses Niveau gebracht werden müßte. Dies läßt sich aber ohne einen längeren Auslandsaufenthalt überhaupt nicht realisieren. Da Du bereits 38 Jahre alt bist, dürfte ein Ausstieg aus der Berufstätigkeit für mindestens (!) 3 bis 6 Monate - zumindest in Deutschland - kaum möglich sein.

Aufgrund Deiner langen Berufserfahrung und Deiner bisherigen Ausbildung sowohl im Maschinenbau als auch in BWL würde ich eher auf den MBA setzen und darauf vertrauen, daß Englisch ohne Zweifel die absolut wichtigste Sprache für exportorientierte Unternehmen ist. Mit dem MBA würdest Du eventuell auch für Großunternehmen interessant werden, falls Du das Studium in nicht allzu ferner Zukunft abschließen würdest.

Carsten

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Hallo Leute,

vielen Dank für Eure Antworten. So, jetzt habe ich mich durchgerungen ein Aufbaustudium hinzulegen. Zur Wahl stehen drei verschiede Anbieter u. somit auch Abschlüsse.

1. der MBA bei der EURO-FH in der Kurzversion für BWL-Absolventen mit 14 Monaten Dauer, 4-5 Klausuren u. ca. EURO 10.000

2. der Master of Sales and Marketing bei der Uni Wismar mit 24 Monaten, 15 Klausuren u. EUR 10.000

3. das Aufbaustudium zum Dipl.Wirtschaftsingenieur bei der HFH mit 36 Monaten, 9 Klausuren u. EURO 7.000. Hier würden mir alle BWL-Fächer erlassen werden.

Was verspricht den Eurer Meinung nach mittelfristig die optimale Perspektive? Mit dem Wirtschaftsingenieur wäre ich weiter Generalist. Der MBA würde mir wohl außer wenigen neuen Aspekten vom Wissen nicht mehr viel neues bringen können. Der Master of Sales würde eine Vertiefung aus meinem Bereich bedeuten (Vertriebsleiter). Mein Erststudium zum Dipl.-Betriebswirt (FH) hatte ich mit Schwerpunkt Europ. Wirtschaft absolviert. Da ich als Vertriebsleiter aber nun im Maschinenbau (neue Stelle) tätig bin, kommen natürlich auch sehr viele Bereiche aus dem Ingenieurwesen vor. Ein wenig habe ich als gelernter Industriemeister ja den Durchblick, wenn es aber tiefer in die Materie geht, stehe ich aber auf dem Schlauch. Der Gesprächspartner gegenüber ist überwiegend Techniker/Ingenieur. Mathe war u. ist mir noch ein Graus, ist mir immer recht schwer gefallen. Die BWL-Klausur Mathe war zwar ne 2,0 doch kann man das wohl nicht mit Ingenieur-Mathe vergleichen.

Irgendwelche heißen Tips von Leuten, die im Personalwesen von größeren Firmen tätig sind?

Danke u. Gruss hotknife


„Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter

oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen,

als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft

und dem Maß unserer Menschlichkeit.“

(Martin Luther King)

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Moin Hotknife,

also mir fehlt in Deinem Schreiben Deine Zielsetzung, wo Du in 10 oder 15 Jahren sein möchtest !

Bleibst Du im Vertrieb oder ist die Zielsetzung in Richtung GF ?

Du bist heute schon Vertriebsleiter, was willst Du mit einem weiteren Studium.

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass Fremdsprachen eindeutig wichtiger sind - gerade und auch im Mittelstand. Ich stimme da auch nicht mit einem der Herren weiter oben überein, dass Du nur im Ausland effektiv Sprachen lernen kannst - Muttersprachler(in) 2-3 Termine pro Woche auf 1-2 Stunden.

Grüße

srv

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Hallo srv,

ich stimme dir zu, was die Frage nach dem Ziel betrifft. Ohne Zielvorstellung, wohin man hin möchte (ob das dann auch etwas wird, ist dann noch eine andere Frage), sollte man so eine Entscheidung nicht treffen. Ich bin kühnerweise davon ausgegangen, daß hotknife sich beruflich "aufwärts" entwickeln möchte. Das würde für einen Vertriebsleiter eines mittelständischen Unternehmens Geschäftsführer oder Einstieg in eine ähnliche Position in ein Großunternehmen sein. Dafür würde ich auch aufgrund von hotknifes Alter den MBA für sinnvoller halten.

Man kann natürlich auch eine Verbesserung als Vertriebsleiter in anderen mittelständischen Unternehmen erreichen.

Junge Leute, die noch studieren und ihre berufliche Zukunft im Vertrieb sehen, sollten heute auf jeden Fall drei Fremdsprachen lernen. Diesen Nachteil im Alter von 38-40 Jahren auszugleichen, halte ich aber für sehr schwierig. Es geht ja nicht darum, ein bißchen Spanisch für den Urlaub in Spanien oder in der Dominkanischen Republik oder "Italienisch für Anfänger" zu lernen. Ohne verhandlungssichere Kenntnisse (d.h. zumindest Level C1, zweithöchste Stufe, in der 6stufigen Skala des Europäischen Referenzrahmens für Sprachen) nützen einem Kenntnisse in der Position von hotknife nicht viel. Der Verhandlungspartner wird sofort auf Englisch umschalten, wenn er merkt, daß hotknife Schwierigkeiten hat, selbst wenn er dieses noch weniger beherrscht als hotknife dessen Muttersprache. Außerdem gehört zum Sprachenlernen auf diesem Level auch ein Vertrautwerden mit der entsprechenden Kultur. Bei europäischen Sprachen mag der Aufwand hier etwas geringer sein, aber beim Gebrauch von Japanisch oder Chinesisch in Verhandlungen wird ganz schnell deutlich, daß es nicht einfach nur um die 1:1 Übertragung von deutschen Sätzen (oder gar auf der Wortebene), sondern um die Einbeziehung einer anderen (Geschäfts-)Kultur geht. Was letztere angeht, so sind uns US-Amerikaner (und auch Briten) noch am ähnlichsten, so daß man hier keinesfalls seine Erfahrungen mit Englisch auf andere Sprachen und Völker übertragen kann.

Aber es mag ja Leute geben, die das auch anders können. Mir ist da allerdings kein Fall bekannt. Vielleicht sollte hotknife einfach mal versuchen, eine weitere Sprache zu erlernen oder etwas auszubauen, um zu sehen, ob er dafür talentiert ist und ob es ihm überhaupt Spaß macht. Beim Sprachenlernen folgt nach der ersten Euphorie der Anfangsphase oft eine ziemlich lange Phase der Ernüchterung, in der der Versuch abgebrochen wird.

Was die drei Vorschläge von hotknife angeht, so sind dies Offerten von Fachhochschulen, davon noch zwei private. Es gibt übrigens keine Universität Wismar, auch wenn das mitunter in der Presse so zu lesen ist. Es handelt sich hier um die Hochschule Wismar, die eine Fachochschule ist. In der letzten Zeit ändern ja immer mehr FH`s ihren Namen von FH Oberursel in Hochschule Oberursel oder so ähnlich, ohne aber dadurch Universitäten zu werden.

Ich hielte eigentlich einen Master oder MBA von einer renommierten Universität bei hotknife für hilfreicher bei Versuchen die berufliche Position zu verbessern.

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Hi Carsten,

ich störe mich immer am Ausdruck "Verhandlungssicher" auch wenn Du das weiter konkretisierst; ich bin kein Jurist und weder im deutschen noch in einer ausländischen Sprache verhandlungssicher.

Zumal ich Dir aus vielen Berufsjahren sowohl in der IBM als auch im grossen deutschen Mittelstand sagen kann, das Verträge oder LOI meist von Juristen nachverhandelt und gefixt werden, gleich in welcher Sprache.

Sicherlich ist es schwierig Ende 30 Neuland zu betreten, das gilt m.E.nach für den MBA genauso. Ich hatte nur versucht zu erläutern, wo die Vor- und Nachteile liegen und bin selbstverständlich von europ. Sprachen ausgegangen.

Die Frage war doch auch, ob sich der MBA "rechnet". Auch hier (wieder nur aus meiner Berufserfahrung heraus gesprochen) kenne ich niemanden, der aufgrund eines MBA Vorteile beruflicher Art ziehen konnte. Wenn sich dagegen jemand flüssig in zwei oder sogar drei Sprachen bewegen kann, ist dies sicher ein Vorteil auf dem Arbeitsmarkt, auch in der in Zukunft.

Grüße

srv

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