petrav

Anerkennung von Personalabteilungen

6 Beiträge in diesem Thema

Hallo,

anschliessend an den Thread "Ist ein akademisches Fernstudium „vollwertig“?" wuerde ich gerne den Zusatzaspekt diskutieren, wie ein Fernstudium und vor allem die unterschiedlichen Anbieter in den Personalabteilungen anerkannt werden (also vor allem, wie das bei Bewerbungen bewertet wird). Ich bin neu im Forum und im Thema und habe mich ueber die Suchfunktion ein bisschen durch die bisherigen Diskussionen durchgelesen. Was ich dabei so ein bisschen herausgelesen habe, war:

- Fernstudium ist weniger "wert" als Prasesenzstudium, wenn auch als Vorteile gesehen werden, dass es eher Disziplin und Durchhaltewillen zeigt (jetzt mal grob vereinfacht auf den Punkt gebracht - ich will keine Diskussion darueber anzetteln, ob ich das auch so sehe, sondern wirklich darauf hinaus, wie jemand sortiert, der 200 Bewerbungen vor sich hat und nur eine Stelle)

- anerkannter Abschluss (also z.B. FH-Diplom, Bachelor) ist wichtig (wobei es ja in einigen Grossunternehmen auch Ausnahmen zu geben scheint)

- Wichtige Frage, zu der ich wenig gefunden habe: Wie ist es mit den einzelnen Anbietern? Sind alle grossen private Anbieter (AKAD, FOM, etc.etc) gleichermassen anerkannt? Oder gibt es da Eurer Erfahrung nach noch mal Unterschiede? Vielleicht gibt´s da irgendwo Studien, was so ein Personaler schon mal gehoert hat? Ich erinnere mich dunkel, dass irgendwo im Infomaterial eines Anbieters gesehen zu haben (aber die werden natuerlich auch immer nur das zeigen, was fuer sie spricht)

- Gibt es Unterschiede in der Anerkennung staatlicher und privater Anbieter? Also wuerde so ein Personaler einen mit "Fernuni Hagen" zwei Plaetze weiter oben im Stapel ablegen als mit AKAD?

Bin gespannt auf Eure Erfahrungen. Wenn ich es in den Diskussionen richtig gesehen habe, gibt es hier ja sogar Leute, die in Personalabteilungen arbeiten und da kann man vielleicht spannende Einblicke bekommen.

Ich hab bisher immer Glueck mit meinen Jobs gehabt und nie in einem Stapell mit 200 Bewerbungen gelegen, aber das wird sich ja bestimmt auch mal aendern... (unter anderem deshalb plane ich ja ein Fernstudium).

Bin gespannt auf die Diskussion und freue mich, dieses Foum gefunden zu haben

Petra

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Hallo Petra,

interessante Frage, die Du da stellst. :)

Ich bin eine von denjenigen, die im Personalwesen arbeitet und auch Einstellungen neuer Mitarbeiter vornimmt. Zunächst erst einmal vorweg. Ich denke, man kann diese Frage nicht wirklich beantworten, da es jeder Personaler anders handhaben wird, aber vielleicht zeichnet sich ein gewisser Trend ab, der Dir weiterhilft. Ich bin auf jeden Fall auch sehr gespannt, welche Rückmeldung auf Deine Frage noch kommen werden.

Wenn wir Stellen zu besetzen haben, für die eine akademische Ausbildung erforderlich ist, interessiert es mich zunächst erst einmal nicht, wie dieser Titel erworben wurde. Studium ist Studium, d. h. alle Bewerber, egal ob mit einem Abschluß von einem Ferninstitut oder einen Präsenzstudium würden auf den Stapel kommen "erfüllen Voraussetzungen". Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Personaler hinsetzt und dort wirklich eine Unterscheidung macht und anfängt auszusortieren. Ok, vielleicht für Positionen, bei denen schon in der Stellenanzeige sowas wie "Prädikatsexamen" verlangt wird. Die legen oft sehr viel Wert auf das "wo", also an welcher Uni (hier werden z.B. auch z. T. FH Bewerber prinzipiell nicht genommen, egal woher) hat man studiert.

Kommt ein Bewerber mit einem Fernstudium in eine engere Auswahl würde ich mir anschauen, was für ein Institut ist es, wo der Abschluss erworben wurde. Es ist durchaus denkbar, dass der eine oder andere auf das Hochschulranking der FAZ zurückgreift, aber das sind dann auch wieder Ausnahmen. Daher beantwortet sich auch die Frage, wie anerkannt sind die einzelnen Anbieter.

Ich denke es ist auch wieder schwierig, die Fernuni-Hagen mit der AKAD zu vergleichen. Die Fernuni-Hagen hat einen anderen Anspruch und ein anderes Niveau. Es kommt immer auf die Stelle an, die Anforderungen und was das Unternehmen sucht. Vieles kann man aus Stellenanzeigen herauslesen. Manche schließen z. B. Uni-Absolventen in ihren Anzeigen aus, damit bringen sie zum Ausdruck, dass die Stelle nicht so hoch dotiert ist... andere wollen halt eben wieder den mit Prädikatsexamen. Falls nichts davon in der Anzeige steht, ist es so, dass dann oftmals Kleinigkeiten eine Entscheidung über eine Einladung bringen.

Für das Unternehmen in dem ich arbeite ist es KEIN Ausschlußkriterium wo man seinen Titel erworben hat. Ganz im Gegenteil, erst das Gespräch bringt zumeist das Wesentliche ans Licht und da sehe ich die Fernstudenten in einem ganz klaren Vorteil: BERUFSERFAHRUNG. Von der Selbstdisziplin ganz abgesehen, ich sehe es aber so, dass für die meisten Unternehmen die Berufserfahrung wichtiger ist, als die Institution, wo man seinen Abschluss erworben hat. Das Studium ist wichtiges Beiwerk, also wichtig, dass man es hat und nachweisen kann, dass man eine akademische Ausbildung genossen hat (über den Sinn oder Unsinn kann man auch diskutieren...).

Ich hoffe, ich konnte meine Meinung ein wenig verdeutlichen. Die Personaler, die ich kenne, sehen es übrigens ähnlich.

Viele Grüße

Tanja

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Hallo Tanja,

vielen Dank für diese interessante Einschätzung aus Sicher einer Personalerin.

Nach meinen Erfahrungen mit Arbeitgebern kann ich auch sagen, dass nur ganz wenige Fern-Hochschulen wirklich bekannt sind - FernUni Hagen und AKAD gehören dazu, andere Anbieter vielleicht in speziellen Gebieten/Fächern. Aber ich habe noch nicht den Eindruck gehabt, dass mein Abschluss schlechter angesehen wurde, nur weil ich ihn im Fernstudium erworben habe. Und ich denke, was Tanja ja auch angedeutet hat, wenn ein Personaler wirklich darauf achtet, wo der Abschluss erworben wurde, dann wird er auch zwischen den Präsenz-Hochschulen vergleichen und nur Bewerber von Elite-Schulen in die nähere Auswahl nehmen.

Viele Grüße

Markus


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Hallo Tanja und Markus,

herzlichen Dank fuer Eure Antworten! Fand den Blickwinkel der Personalerin sehr interessant und erhellend.

Viele Gruesse

Petra

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Hallo,

da schließe ich mich Tanja an.

Steht im Anforderungsprofil einer Stelle das bzw. ein Studium als Voraussetzung erfüllt zunächst jeder Bewerber dies, der ein Diplom in der Tasche hat.

Dieser Punkt im Anforderungsprofil wird dann abgehakt und die Bewerbung rückt dem Einladungsstapel näher.

Das Interview entscheidet dann darüber, ob die Fachkenntnisse die wir bei uns benötigen ausreichend nachgewiesen werden. Schon oft hatten wir Ingenieure im Hause, die im Vorstellungsgespräch scheiterten, da die Kenntnisse für unsere Branche nicht ausreichend vorhanden waren.

Sind die Kenntnisse aber vorhanden - denn nur das zählt - ist egal ob diese in Hamburg, München oder Stuttgart erworben wurden.

Daher steht bei meinen Personalentscheidungen das Diplom des Fernstudenten inhaltlich auf gleicher Höhe.


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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Hallo Petra,

Tanja hat dieses Thema bereits mit einem sehr guten Beitrag bereichert. An dieser Stelle möchte ich noch auf etwas anderes hinweisen: Es wird im späteren Berufsleben immer nur ein Teil der im Studium erworbenen Kenntnisse benötigt. Bei einem technischen Studium dürfte dies bei etwa 10-15% liegen. Bei einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang liegt dieser Prozentsatz wohl bei ca. 30%. Der Rest wird über die Berufspraxis erworben.

Dies klingt frustrierend - entspricht aber meiner Erfahrung und wurde mir auch von Kollegen bestätigt. Dies ist auch in den Personalabteilungen bekannt und bedeutet, dass ein Absolvent ohnehin noch etwas "Anlaufzeit" benötigt. Nun steht man als Fernstudent jedoch mitten im Berufsleben und kann dieses Defizit oft bereits vor dem Abschluß kompensieren. Ich habe selbst ein anspruchsvolles Projekt geleitet, in dem zwei Teammitglieder Fernstudenten waren. Ich war immer wieder überrascht von der schnellen Auffassungsgabe und dem Engagement. Obwohl sie das Studium erst zur Hälfte hinter sich hatten, wurden Sie vom Kunden und innerhalb des Unternehmens bereits als vollwertige Ingenieure angesehen. Einen Abwerbeversuch gab es auch schon!

Also versuche, Deine Kenntnisse bereits vor Deinem Studienabschluss einzusetzen und Dich bemerkbar zu machen. Das Fernstudium bietet auch Chancen, die Präsenzstudenten nicht haben.

Viele Grüße

Leonardo66

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