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Steurliche Absetzbarkeit / Vorteil für Arbeitgeber?

3 Beiträge in diesem Thema

Hallo zusammen,

ich habe mich nun auch zu einem Fernstudium entschloßen und netterweiße übernimmt mein Arbeitgeber die kompletten Kosten dafür.

Nun habe ich bzw. mein Arbeitgeber ein Frage zur steuerlichen Absetzbarkeit (da er in der Vergangenheit mit der Übernahme von Studienkosten Probleme hatte):

- Wie oder als welche Ausgaben kann der Arbeitgeber diese Studienkosten absetzen???

Das Problem, welches er in der Vergangeheit hatte war folgendes:

Das Finanzamt hat gesagt, man kann die Kosten nicht als normale Fortbildungskosten absetzen, da das Studium in erster Linie für den Arbeitnehmer (in diesem Fall für mich) ein geldwerter Vorteil ist, weil ich dadurch einen anerkannten Abschluss erhalte. Auch wenn das Studium natürlich auch ein Vorteil für den Arbeitgeber ist.

Hat jemand von euch oder eure Arbeitgeber vergleichbare "Problem"-Fälle oder wie kann man die Kosten am geschicktesten Angaben oder gibt es einen Gesetzestext?

Klar gibt es natürlich auch einen Steuerberater, aber ich wollte mal das Forum nutzen um ein paar Information erhalten.

Besten Dank.

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Ein Problem ist, dass wir keine Steuer- oder Rechtsberatung vornehmen dürfen. Außerdem ist eine Ferndiagnose immer schwierig.

Ansonsten ist der Begriff "Absetzen" in Zusammenhang mit einem Gewerbebetrieb eigentlich nicht üblich. Das Unternehmen kann Kosten in Anschlag bringen. Eine Beurteilung der Sinnhaftigkeit dieser Ausgaben nimmt das Finanzamt nicht vor. Solange das Geld tatsächlich ausgegeben wurde (es also kein Scheingeschäft zur Minderung von Gewinnsteuern war) kann das Unternehmen die schwachsinnigsten Ausgaben vornehmen.

Stefan

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Hallo,

ich möchte Stefan an dieser Stelle nicht belehren. Richtig ist schon, dass ein Unternehmer Geld ausgeben kann, für das, was er gerne möchte. Soviel Freiheit hat ein Unternehmen schon.

Ob sich dies aber auf den steuerlichen Gewinn auswirkt ist eine ganz andere Frage. Gem. § 4 Abs. 3 EStG dürfen nur betrieblich veranlasste Aufwendungen den Gewinn mindern.

§ 4 Abs. 5 EStG stellt dabei noch einen Katalog von Betriebsausgaben auf, die den Gewinn nicht oder nur teilweise mindern dürfen.

Die Kosten für eine Fortbildung der eigenen Belegschaft, sind betrieblich veranlasst und damit gewinnmindernd gem. § 4 III EStG für den Arbeitgeber.

Ist das Studium nicht unmittelbar für die Stelle relevant, stellt sich natürlich die Frage, ob man dann noch von betrieblicher Veranlassung sprechen kann.

Unsere MA werden regelmäßig im Rahmen von Anpassungsfortbildungen geschult. Das sind ganz klar Betriebsausgaben gem. § 4 III EStG.

Findet eine Schulung aber auf Veranlassung der Mitarbeiter statt und erstattet der AG die Kosten, könnte eine betriebl. Veranlassung zu verneinen sein. Damit wäre dann auch der geldwerte Vorteil vom Arbeitnehmer zu versteuern.

Das kann aber nur im Einzelfall entschieden werden.

Das Lesen das angehängten BMF-Schreibens klärt auch die eine und andere Frage.

Dies ist natürlich keine Rechtsberatung meinerseits, sondern ein kurzer Austausch meiner Einschätzung. Ich empfehle daher, dies von einem Steuerberater prüfen zu lassen.

BMF Schreiben Berufsausbildung v. 04.11.05.pdf


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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