Senior S

Bolognia-Richtlinien

23 Beiträge in diesem Thema

Habe heute in der Badischen Zeitung (FR) einen Beitrag gelesen, dass es sehr wohl passieren kann, dass man zwar den B.Sc. hat, der aber nicht europaweit anerkannt wird.

Woher weiss ich, dass der B.Sc. bei der AKAD nicht das gleiche Problem mit sich bringt? Die Akkreditierung hat nichts mit den Bologna-Richtlinien zu tun.

Ich habe mich extra für den B.Sc. und nicht für ein gleichwertiges deutsches Studium entschieden, weill ich den Abschluss im Ausland (zb. Schweiz) nutzen will.

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Senior S

--------------------

Keiner ist zu alt, um noch dazu zu lernen...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Anzeige: (wird für registrierte Benutzer ausgeblendet)

Habe heute in der Badischen Zeitung (FR) einen Beitrag gelesen, dass es sehr wohl passieren kann, dass man zwar den B.Sc. hat, der aber nicht europaweit anerkannt wird.

Hallo, kannst Du mir dazu bitte Näheres beschreiben, so dass ich mir darüber ein Bild machen kann?

In der Tat ist es so, dass trotz der Umstellung auf das Bachelor/Master-System das Niveau nicht in allen EU-Ländern in etwa gleich ist. Das wird nach meiner rein persönlichen Meinung mindestens bis 2020 dauern, um das ansatzweise in den Griff zu bekommen.

Dennoch wird der B.Sc. von deutschen Hochschulen auch im Ausland als Berufsqualifikation und akademische Qualifikation anerkannt - dahingehend sind nach meiner Einschätzung keine ernsthaften Probleme zu erwarten.

Daher würde mich sehr interessieren, welche Aussage dort konkret getroffen wurde und wie diese fachlich begründet wurde.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Es ist unklar, was Du da gelesen hast und was es bedeuten soll. Die Akkreditierung ist in der Tat "in Bologna" nicht vorgeschrieben. Dort wird aber die grundsätzliche gegenseitige Anerkennung von Abschlüssen festgeschrieben. Wie die einzelnen Länder die Abschlüsse ausgestalten (z. B. Name, Akkredierung ja/nein), bleibt ihnen überlassen. Nachdem der AKAD-Abschluss aber ein nach deutschem Recht vollgültiger Abschluss ist, ist er, genaus wie jeder andere deutsche Abschluss, im Ausland grundsätzlich anerkannt.

Das konkrete Ansehen einer Hochschule oder auch des Hochschulsystems eines Landes ist natürlich nicht gesetzlich festgeschrieben. Das bleibt jedem Arbeitgeber überlassen. Niemand ist verpflichtet, Absolventen aller Länder oder gar aller Hochschulen einzustellen o. ä. Ich glaube aber, dass man da sowohl mit einem deutschen Abschluss als auch mit einem AKAD-Abschluss gute Karten hat.

Die ganze Unsicherheit um die neuen Abschlüsse rührt von halb-Informationen her, wie Du sie z. B. auch hast. "Ich habe da was gehört" ist immer eine schlechte Grundlage für Entscheidungen.

Stefan

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Der BSc. wird als solcher überall anerkannt. Das einzige, was passieren könnte, ist z. B., dass man mit bestimmten Abschlüssen in Deutschland bestimmte Berufe ohne weiteres ausüben kann, in einem anderen EU-Land hierfür aber zusätzliche Prüfungen oder Zulassungen erforderlich sind. In diesem Fall gilt natürlich immer das jeweilige Recht desjenigen EU-Landes, wo man dann arbeiten will. Das hat dann aber keineswegs mit dem 'B.Sc.' zu tun, sondern allein mit der Fachrichtung, die man studiert hat, wobei die entsprechende berufliche Ausübung eben in anderen Ländern unter Umständen zusätzliche Qualifizierungen erfordert. Das müssen dann aber alle Hochschul-Absolventen des jeweiligen EU-Landes ebenso tun, sodass ich hier keinen Ansatz sehen kann, warum ein deutscher BSc. woanders nicht anerkannt sein sollte, zumal es über die Bologna-Absprachen hinaus auch noch diverse Äquivalenzabkommen gibt.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Das ist meines Wissens bis jetzt noch nicht eindeutig festgelegt, ab wann das Diplom nicht mehr vergeben werden soll - bis jetzt gibt es nur 'dringend erwünschte' Umsetzungen. Ob es noch dazu direkt untersagt werden wird, da lasse ich mich auch überraschen.

Nach meiner Einschätzung werden dann die Hochschulgesetze angepasst und das deutsche Diplom wird darin dann vermutlich sozusagen als ehemaliger Hochschulabschluss aufgeführt.

So könnte gleichzeitig eine weitere Vergabe von Diplomen unterbunden werden, ein Missbrauch von Diplomabschlüssen von Nichthochschulen gleichzeitig weiter verhindert werden, da so immernoch Verwechslungsgefahr mit dann 'ehemaligen' Hochschulgraden gegeben wäre. So würde das 'Diplom' als anerkannter Abschluss weiterhin Schutz genießen, auch wenn es dann irgendwann nicht mehr von Hochschulen vergeben wird.

Wie gesagt, das sind reine Mutmaßungen - ab einem bestimmten Zeitpunkt verboten ist die Diplomvergabe bislang noch nicht, so weit ich weiß.

Daher ist eine Diplomvergabe nach dem jetzigen Stand auch nach 2010 noch möglich.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Also ich hoffe das die deutschen Diplome erhalten bleiben, zumindestens als zusaetzlich moegliche Abschluesse.

Das kann ich mir nicht vorstellen. Das wird nach meiner rein persönlichen Einschätzung mit Sicherheit spätestens zwischen 2012 bis 2015 gesetzlich verankert. Dann wird es für die Hochschulen sicher keine Möglichkeit mehr geben, Diplome anbieten zu dürfen.

Aber ohne ein solches klares Gesetz ist es noch möglich.

Ich sehe ein grosses Problem mit den Bachelors; da kommt eine undurchschaubare Titelflut auf uns zu.

Die Kürzel der möglichen Hochschulabschlüsse sind für die Allgemeinheit in der Tat sehr verwirrend. Die Bezeichnungen PhD, MA, MSc, MEng, BA, BSc, BEng, DBA, MBA, BBA und MPH haben sich inzwischen weitgehend herumgesprochen, aber zum Allgemeinwissen gehören sie noch längst nicht.

Das ist auch nur ein kleiner Bruchteil dessen, was angeboten werden kann. In Deutschland wird es aber keine solche extreme Titelschwemme geben wie beispielsweise in Australien, die teilweise recht eigenwillige Abkürzungen verwenden.

Dennoch wird das immer wieder für Verwirrung sorgen, könnte ich mir auch vorstellen. Aber bis jetzt werden vorwiegend BA, BSc, MA, MSc und MBA Abschlüsse angeboten, da geht es eigentlich noch...

Selbst IHK nennen Ihre Abschluesse bald Bachelor.

Das ist nicht richtig, wenn es in der Vergangenheit auch schonmal unzulässige Mischbezeichnungen gegeben hat. Bachelor, Master und Doktor sind anerkannte Hochschulabschlüsse, die in Deutschland nur von anerkannten Hochschulen vergeben werden dürfen.

Aber: die IHKen werden in Zukunft Berufsakademien gründen, die berechtigterweise dann auch einen Hochschulstatus bekommen werden, da diese Programme dann wesentlich höherwertiger und tiefgründiger sein werden, als die derzeitigen IHK-Programme. Diese Berufsakademien dürfen dann entsprechend genehmigte akademische Grade verleihen.

Und wie unterscheide ich einen Bachelor einer Uni; einer FH oder gar einer IHK ; oder einer Berufsakedemie, Wirtschaftsakademie usw.

Das wird in Zukunft hinsichtlich der Gradführung nicht weiter relevant sein, da die Bezeichnungen FH und BA nicht mehr mit dem akademischen Grad zusammen verliehen werden.

International betrachtet, und diese Vergleichbarkeit steht bei diesem Vorhaben im Vordergrund, werden alle Hochschularten praktisch 'Universities' sein, so dass es irgendwann keine klaren Unterscheidungen mehr geben wird. Aber das wird erst mit einer gewissen Zeit allmählich 'herauswachsen'.

Als Arbeitgeber ist es doch kein Problem. Da kann man halt das Ansehen der jeweiligen Hochschule evaluieren und bei der Einstellung berücksichtigen - eben so wie jetzt, nur dass zur Zeit noch die FH- und BA-Absolventen mit den jeweiligen Kürzeln gebrandmarkt sind.

Und werden Unis einen Bachelor einer FH wirklich fuer einen Master voll anerkennen ?

Ich denke, dass sich das gesamte Gedankengut hinsichtlich der Annahme von Studenten weiter verändern wird. Auch jetzt schon können sich (vorwiegend private) Hochschulen ihre Studenten aussuchen.

Es wird vermutlich in Zukunft weniger zwischen FH und Uni unterschieden als zwischen dem Ansehen und den Abschlussnoten an den Hochschulen der verschiedenen Bewerber.

Mit einem Abschluss an einer Provinzuni in Deutschland kann man längst nicht an der Princeton University studieren, und das obwohl der Abschluss von einer Universität kommt. Solche verwehrten Möglichkeiten wird es in Zukunft auch vermehrt in Deutschland geben. Die krankhafte, gekünstelte 'Elitisierung' von deutschen Hochschulen wird zu einer gewissen Hochnäsigkeit führen, so dass viele eben nicht die Chance bekommen werden, an einer bestimmten Universität zu studieren.

Die Hochschulen werden hinsichtlich der Annahme von Bewerbern in Zukunft wohl vermehrt andere Kriterien heranziehen.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Dann gibt es noch die Berufslizenzen, die im Ausland für viele Berufsgruppen normal sind. Wird das hier auch so eingeführt?

Vor 2020 rechne ich nicht mit grundlegenden Veränderungen. Das Problem ist eben, dass etliche Mitglieder der Europäischen Union ganz individuelle Praktiken haben, die sie regional weiter fortführen möchten. Das derzeitige Problem ist, dass es zwar Versuche gibt, bestimmte Lizenzen zu europäisieren, dies aber nicht wirklich möglich ist, da man ansonsten verschiedenartige Qualifikationen auf eine Qualifikation reduzieren würde. Würde man dies aber machen, wüsste man letztlich nicht, was derjenige mit der bestimmten Lizenz nun wirklich kann. Daher können internationale Lizenzen in Deutschland nicht eingeschätzt werden. Der Grundgedanke einer Vereinheitlichung ist sicher notwendig, sogar zwingend erforderlich, aber die Globalisierung der Bildung lässt sich nicht fehlerfrei umsetzen, solange die Bildungspolitik der verschiedenen Staaten nicht angeglichen wird.

Daher sind die derzeitigen Versuche in Deutschland leider zum Scheitern verurteilt.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Zusätzlich zu den üblicherweise vorhandenen beruflichen Qualifikationen wie einschlägige anerkannte Hochschulabschlüsse, die bereits in etwa einheitlich bzw. ansatzweise vergleichbar sind, wird es bestimmt ab etwa 2010 besondere Möglichkeiten geben.

Der bereits gängige amerikanische PEng ist hier schon ein Ansatzpunkt, der weiter ausgearbeitet werden könnte, um diese Variante dann in allen EU-Staaten erfolgreich anwenden zu können.

International anerkannt ist der PEng bereits, aber es kennen ihn nur wenige Staaten. Das Problem ist auch, dass der PEng an sich z. B. in Deutschland keine besonderen Befugnisse eröffnet, so dass es sehr lange dauern wird, bis dass er in Deutschland ernsthaft Anwendung findet.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Hallo yoda,

das ist mir bekannt. Nur leider werden internationale Lizenzen durch die verschiedenen Bildungspolitiken gehindert.

In Deutschland scheinen diese Lizenzen noch nicht viel zu bewirken - nach meiner Einschätzung wird das noch sehr lange dauern, bis dass sich das einigermaßen etablieren kann.

Die Tatsache, dass es einige PEngs usw. in Deutschland gibt, belegt nicht, dass man damit in Deutschland etwas anfangen kann. Wer aber in Erwägung zieht, ggf. auch im Ausland zu arbeiten, dem empfehle ich die genannten technischen Lizenzen.

MfG Joe

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben um einen Kommentar hinterlassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Geht einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden