gmic

Fernstudium wegen Konzentrationsproblemen lächerlich?

10 Beiträge in diesem Thema

Hallo,

Ich studiere zur Zeit Informatik an der Fachhochschule Landshut. Leider musste ich feststellen, dass mich zwar die theoretische Seite der Informatik interessiert, aber dafür die praktische nicht so sehr. Als ich gemerkt habe, dass mich zwar die Logik und die mathematischen Ansätze der Informatik interessieren, aber nicht die internationalen Richtlinien des Softwaredesigns oder das formulieren eines Algorithmus/Programms in 20 verschiedenen Programmiersprachen, bin ich zum Schluss gekommen, dass die Mathematik an sich eher das ist, was mir zusagt. Ich würde also gerne an eine Uni wechseln und Mathematik studieren.

Zu meinem Wunsch mein Studienfach zu wechseln kommt nun das im Topic angesprochene Thema. Eigentlich seit ich mir erinnern kann habe ich immer Probleme in der Schule gehabt dem Unterricht von Anfang bis Ende zu folgen. Das hat verschiende Gründe.

1) Ich bin nicht wirklich im Stande zu schreiben (noch dazu ein langsamer Schreiber) und dem Professor bewusst meine Aufmerksamkeit zu finden. Entweder ich höre dem Professor zu und schreibe kein Wort oder ich schreibe und weiss nur, dass der Professor etwas sagt, aber ich weiss nicht WAS.

2) Ich habe eine große Phantasie und mein Charakter/meine Art zu denken gehen oft sehr ins Philosophische (ohne, dass ich da etwas dagegen tun könnte, es passiert einfach). Meistens ist es so, dass die Vorlesung anfängt und ich dem Professor zuhöre (oder schreibe und nicht zuhören kann :( ). Dann kommt meistens (manchmal früher, manchmal später) ein Punkt, wo der Professor etwas sagt, wo sich meine Phantasie und mein Philosophieren einschalten. Ich sehe z.B. eine Analogie zu dem, was der Professor sagt oder die Sache stellt sich mir vor meinem geistigen Auge auf einmal von einem anderen Winkel vor und ich schweife ab; absolut unbewusst / nicht weil ich etwas bewusst herausfinden will; es trägt mich sozusagen einfach davon. Dann, nach einer Zeit, bin ich "wieder da" und versuche weiter zuzuhören, habe in diesem Augenblick bereits sehr oft etwas sehr wichtiges verpasst und sehe nun den Zusammenhang, zwischen dem was vor meiner "geistigen Abwesenheit" und danach passiert ist, nicht mehr. Oft ist der Rest der Stunde dann wieder verloren, weil mir etwas essentielles an Information fehlt. Ich kann nicht jedes Mal (eigentlich mache ich das nie, weil es einfach peinlich ist) den Professor bitten ein paar Minuten zurückzugehen und alles nochmal zu wiederholen.

Wegen diesen beiden Problemen, 1) schreiben oder zuhören und 2) meinen "geistigen Auszeiten", bin ich es schon von je gewöhnt in der Schule fast nur zu schreiben (oder in sehr einfachen Fächern nur zuzuhören) und mir zu Hause dann erst meine Gedanken darüber zu machen und es zu verstehen. Wenn ich dann an die Zeit denke, die ich in der Schule (oder jetzt in der FH) verbringe, dann packt mich oft die Frustration, weil es einfach zum größten Teil verlorene Zeit ist.

Irgendwie bin ich nun auf das Thema Fernstudium gestossen und habe darüber ein bischen nachgedacht. Es scheint für mich die perfekte Art des Lernens zu sein. Ich kann zu Hause lernen und benutze dabei auch noch Materialien, die absichtlich didaktisch auf das Fernstudium abgestimmt sind. Ich muss mich nicht mehr darüber ärgern/jeden Tag antizipieren, dass ich wieder in die FH fahren werde, um fast nichts mitzubekommen, weil ich am schreiben bin oder dass mir irgendwo wieder der Faden reisst und ich die Zeit danach nicht um ein paar Minuten zurückdrehen kann. Ich spare mir also insgesamt eine Menge Zeit, die ich für das Studium insgesamt aufwende (zur FH und zurückfahren und solche Sachen kommen dann auch noch dazu). Ich arbeite sehr viel effektiver und muss mich nicht immer den Frust runterschlucken, dass ich ein bischen anders ticke als die anderen.

Aber dann wiederum... wenn man es ganz simpel formulieren will kann man sagen, dass ich ein Fernstudium machen will, weil ich mich schlecht konzentrieren kann... und DAS, wenn ich es für mich selbst sage, klingt für mich irgendwie billig/wie eine Ausrede für was auch immer/als ob ich ein Weichei wäre im Vergleich zu anderen. Ich bin ja nicht berufstätig. Ich bin nicht körperlich behindert und eine frischgebackene Mutter bin ich auch nicht. Aber es regt mich höllisch auf, wenn ich darüber nachdenke, wie ineffizient mein Lernprozess ist (ich könnte dann nach meinen "geistigen Ausflügen" auch oft mal wieder viel schneller mit dem Stoff weitergehen, als die anderen. Es sind halt nur meine geistigen Seitenstrassenausflüge, die das Verständnis zum Abbruch bringen).

Bitte schreibt mir eure ehrliche Meinung, ob ihr meint, dass meine Probleme ein Fernstudium rechtfertigen würde oder ob ich nur ein quängelndes Kind bin, das sich zusammenreissen soll.

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Hallo gmic,

herzlich Willkommen bei Fernstudium-Infos.de!

1. Zunächst einmal ist es so, dass Fernstudium nicht minderwertiger ist als ein Präsenzstudium, es ist nur anders. Aus diesem Grunde erhält man nach Studienabschluss die gleichen Abschlüsse. Man braucht sich also keinesfalls zu schämen, wenn man ein Fernstudium belegen möchte.

2. Zwar gibt es viele Teilzeitprogramme für Berufstätige, das dann meistens in BWL, aber es gibt auch sehr gute Vollzeitprogramme z. B. bei der Fernuni Hagen. Die Fernuni Hagen ist eine staatliche Fernuniversität, übrigens die einzige staatliche Fernuni in Deutschland, und ist sogar promotionsberechtigt. Dort kann man sehr individuell studieren, weil man sich nicht pauschal für ein Vollzeitstudium oder Teilzeitstudium entscheiden muss, sondern sich die Kurse so zusammen stellen kann, dass man z. B. beliebig dazwischen liegt.

3. Fernstudenten sind niemandem eine Rechenschaft schuldig. Es gibt etliche Studenten, die an der Fernuni Hagen studieren, obwohl sie auch problemlos an einer Präsenzuni studieren könnten. Aber oftmals ist für jene Studenten die Flexibilität entscheidend - die ist bei der Fernuni Hagen sehr gut gegeben.

4. Nicht jeder ist gleich gestrickt - Gott sei Dank!

Jeder hat seine individuellen Stärken und Schwächen. Das ist an sich nicht weiter schlimm, solange man sich darüber bewusst wird. Das ist bei Dir offensichtlich geschehen.

Nach meiner Einschätzung ist ein Fernstudium für Dich tatsächlich sehr erfolgsversprechend.

Wo liegen also die eigentlichen Zweifel?

Deine bisherigen Argumente sprechen klar für ein Fernstudium, da ein solches in Deiner individuellen Lage effizienter zu sein scheint.

MfG Joe

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Erst einmal vielen Dank für die Antworten! Ich muss gestehen, dass ich mich jetzt ein bischen besser fühle.

ceggert,

ich habe gerade den Text über Vorlesungen gelesen und ich war verblüfft. Bisher kannte ich niemanden, der an den heutzutage praktizierten Lehrmethoden so viel auszusetzen hatte wie ich. Ich dachte, dass ich mit meinen Gedanken über die Ineffektivität von Vorlesungen sehr einsam dastehe. Ich bin froh mich getäuscht zu haben und danke dir für diesen schönen Text. Während ich ihn las habe ich mir immer wieder gedacht: "Das hätte genauso gut ich geschrieben haben." :)

Joe Clary,

über alle 4 von dir genannten Punkte habe ich auch schon nachgedacht bzw. mich informiert. Es ist alles logisch.

Wo liegen (oder jetzt vielleicht mehr lagen) meine Zweifel?

Was mich vielleicht am meisten irritiert hat war, dass ich an einer Präsenzhochschule studieren könnte, wenn ich wollte (jedoch mit besagten Problemen). Aber ich will ja ein Fernstudium machen. Vielleicht bin ich mir kurzzeitig selbst vorgekommen, als ob ich was besonderes sein wollte. Ich war mir einfach nicht sicher, ob meine (in meinem ersten Post beschriebenen) Gründe für ein Fernstudium auch Gewicht haben oder ob sie nicht der Übertreibung entsprungen sind. Ich kenne einfach niemanden, der ein "normalles Vollzeitstudium" aus der Enfernung macht/gemacht hat. Es war einfach ein Anflug von Selbstzweifel. Ich habe gehofft, dass mir ein paar Leute aus dem Forum ehrlich ihre Meinung sagen und mir mitteilen ob sie meine Gründe für das Fernstudium als valid und rational halten oder ob sie meinen, dass ich übertreibe; ein Test um festzustellen, ob ich nicht bei meinen Überlegungen bezüglich des Fernstudium irgendwo "abgehoben" bin.

Aber, wie es mir scheint habe ich mich wohl mit meinen Überlegungen nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt und kann mich nun weiter bezüglich des Mathematikstudiums an der Fernuniversität Hagen informieren.

ceggert und Joe Clary, ich danke euch für die freundlichen und hilfreichen Worte.

Michael

Edit: Ich finde dieses Board einfach super. Es ist schön, dass es eine solche Komunikationsplattform bezüglich der Möglichkeiten des Fernstudiums gibt. Die Auflistung der verschiedenen möglichen Fachrichtungen und der Hochschulen ist klasse.

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Hi du!

falls es dich beruhigt.. ich bin eine Studentin die an einer Fachhochschule studiert weil ich mich auch GEGEN ein Präsenzstudium entschieden habe. Für mich ist die Ausbildung auch die erst Ausbildung und ich sehe darin auch keinerlei Nachteile.. Am wichtigsten ist es für einen wenn man das macht, mit dem man sich identifizieren kann.

glg

rita


Abschluss 2010 Euro-FH zur Dipl. Kauffrau (FH)

Sonderstudium Technik HFH

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Hallo Michael,

mit der Fernuni Hagen fährst Du auf jeden Fall ganz gut. Allein schon durch die umfassende Zusammenarbeit auch mit Präsenzhochschulen genießt sie ein gutes Ansehen.

Sogar internationale Fernstudienprogramme erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, Du bist also kein 'Exot' als Fernstudent.:cool:

Falls mal irgendwann später jemand fragen sollte, warum Du ein Fernstudium gemacht hast, brauchst Du Dich nicht dafür zu schämen, dass Du die für Dich effizienteste Variante gewählt hast, um das optimale Lernpensum zu erreichen.

Sei unbesorgt, nimm es ruhigen Gewissens in Angriff.

MfG Joe

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Ich bin nicht wirklich im Stande zu schreiben (noch dazu ein langsamer Schreiber) und dem Professor bewusst meine Aufmerksamkeit zu finden. Entweder ich höre dem Professor zu und schreibe kein Wort oder ich schreibe und weiss nur, dass der Professor etwas sagt, aber ich weiss nicht WAS. Meistens ist es so, dass die Vorlesung anfängt und ich dem Professor zuhöre (oder schreibe und nicht zuhören kann)l.

Das gleiche Problem hatte ich in den BlaBla-Fächern ebenso und ging gar nicht mehr hin, kopierte die Mitschriften von Mitstudentinnen, da Mädels eine lesbarere Handschrift haben. Suchte mit Studentinnen, die den selben Prof Semester zuvor hatten und kopierte mir auch deren Mitschriften. Aus denen und aus ein paar Büchern tippte ich zuhause auf der elktr. Schreibmaschine selber Skripten, die ich dann an alle anderen verkaufte (78 Blatt z. B. für 8 DM)!


Beim Umtrunk auf ihr Staatsexamen stand sie zu nah am Fensterrahmen!

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Hallo,

mir gehts quasi genauso wie gmic. Habe dieses Jahr Abi gemacht und studiere seit diesem Semester Wirtschaftswissenschaften in Dortmund. Allerdings verzweifel ich immer mehr, da mir die Art des studieren wenig gibt. Ich bin jeden Tag mindestens 3-4 Stunden im Zug unterwegs, nur um an der Uni quasi "abzuschreiben" was der Prof zu sagen hat etc...selbst das fällt mir schon schwer, da die meisten Profs eine extrem langweilige Redeart an sich haben und ich immer wieder abschweife..schon in der Schule konnte ich stets nur zuhause lernen, da ich dem Unterricht stets nur kurze Zeit folgen konnte und höchstens von der Tafel abgeschrieben habe.

Das Studienfach an sich finde ich allerdings nicht falsch und habe nun vor dieses ab dem SS 07 an der Fernuni Hagen zu studieren. Dazu habe ich noch einige Fragen, für die ich nicht extra einen Thread erstellen möchte.

Wie "anerkannt" ist z.B. ein BWL Diplom an einer Fernuni wie Hagen im Vergleich zu einer staatlichen Präsenzuni wie z.B. "Dortmund" ?

Ergeben sich für ein Fernunidiplom auf dem Arbeitsmarkt nachweislich irgendwelche größeren Nachteile ?

Bringt es mir irgendwas wenn ich am Ende diesen Semesters schon Prüfungen bestehe, bzw. können die mir fürs Studium an der Fernui anerkannt werden?

/EDIT

Ich studiere derzeit Wiwi auf Diplom, aber würde ab SS 07 dann auf Bachelor studieren.

Vielen Dank schonmal, mfg xEr

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Wie "anerkannt" ist z.B. ein BWL Diplom an einer Fernuni wie Hagen im Vergleich zu einer staatlichen Präsenzuni wie z.B. "Dortmund" ?

Das Diplom bzw. der Bachelor of Science in Wirtschaftswissenschaft (nicht BWL-Diplom) an der Fernuni Hagen ist genauso wertvoll wie an anderen Universitäten auch. Die Unterrichtsform ist nicht entscheidend, die Fernuni Hagen ist eine staatliche promotionsberechtigte Universität.

Abschlüsse von Fernhochschulen sind also mit Präsenzhochschulen absolut gleichwertig.

Ergeben sich für ein Fernunidiplom auf dem Arbeitsmarkt nachweislich irgendwelche größeren Nachteile ?

Nein. Es gab früher mal Vorurteile gegen das Fernstudium, als es den Markt neu eroberte (dieses Verhalten gegenüber Neuem ist im alten Europa recht typisch und weit verbreitet; derzeit sieht man es an den eingeführten Bachelor- und Masterabschlüssen, gegen die sich viele Menschen sträuben). Die Absolventen von Fernunis und Fernfachhochschulen konnten sich jedoch genauso gut in Unternehmen behaupten, wie Absolventen von Präsenzuniversitäten und Fachhochschulen. Heutzutage kommen Fernuni-Abschlüsse ganz gut an, macht einen für Arbeitgeber oft interessant. Manche Arbeitgeber sind richtig interessiert an dieser Art des Studiums.

Bringt es mir irgendwas wenn ich am Ende diesen Semesters schon Prüfungen bestehe, bzw. können die mir fürs Studium an der Fernui anerkannt werden?

Das solltest Du direkt an der Fernuni Hagen erfragen. In wie fern das möglich ist, hängt hauptsächlich davon ab, wie ähnlich die Studieninhalte an der Fernuni Hagen sind.

MfG Joe

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Ich möchte noch kurz ergänzen, dass gerade die FernUni Hagen in der Wirtschaft sehr bekannt ist und einen guten Ruf hat.

Fast immer, wenn ich irgendwo erzähle, dass ich ein Fernstudium absolviert habe, kommt gleich die Frage "An der FernUni Hagen?"....

Liegt halt daran, dass die FernUni schon lange besteht, staatlich ist, viele Studenten hat und fest in der deutschen Hochschul-Landschaft verankert ist.

Viele private Fern-Hochschulen sind noch recht jung (die PFFH, an der ich studiert habe, feiert zum Beispiel im nächsten Jahr erst ihr 10-jähriges bestehen - und sie war mit einer der ersten am Markt).

Viele Grüße

Markus


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