john.doe

Drang nach 'mehr' und die üblichen Selbstzweifel - Weiterbildung nach Berufseinstieg

6 Beiträge in diesem Thema

Hallo zusammen!

Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich mich freue dieses Forum gefunden zu haben. Nach meinen ersten Überlegungen zum Thema Weiterbildung vor ein paar Tagen, haben mir dieses Forum und die darin enthaltenen weiterführenden Informationen bereits ein gutes Stück geholfen. Dankeschön dafür! :)

Nun zu meiner Situation und meinem Anliegen.

Bitte entschuldigt, dass ich so weit aushole, aber ich denke es ist schwer mich und meine 'Art' zu verstehen - deswegen möchte ich euch mit möglichst vielen Informationen versorgen. Ich hoffe, dass ich nicht als allzu 'wirr' erscheine und auch der lange Text nicht abschreckt.

Ich bin 23 Jahre alt und habe im Januar 2006 meine Ausbildung zum Fachinformatiker (Systemintegration) durch Verkürzen nach 2,5 Jahren abgeschlossen. Davor habe ich meinen Wehrdienst geleistet, nachdem ich 13 Jahre lang die Schulbank gedrückt und zuletzt ein für mich sehr gutes Abitur gemacht habe (LK´s Physik und Geschichte, ABI-Durchschnitt 2.0). Dass ich einmal die Ausbildung zum Fachinformatiker machen wollte, war für mich schon vor dem zehnten Schuljahr klar - das Abitur habe ich in Angriff genommen, weil ich es als gute Basis für meinen weiteren Werdegang sah - ganz ohne ein Studium im Hinterkopf.

Meine ersten Überlegungen, ob denn eine Ausbildung das richtige sei kamen kurz vor dem eigentlichen Beginn, noch während meines Wehrdienstes. Ich malte mir aus, dass die Ausbildung Zeitverschwendung sei und auch die Zeit des Abitur vergeudet wäre, wenn ich nicht studieren würde. Meine Zweifel habe ich dann aber doch abgelegt und die Ausbildung zielstrebig und mit einer Endnote von 2- abgeschlossen.

Nach der Ausbildung war ich zunächst Arbeitslos. Trotz der weniger schönen Situation, war ich weiterhin froh, die Ausbildung gemacht zu haben. Wenn etwas ersteinmal abgeschlossen ist und ich ein Ergebnis / Zeugnis / Zertifikat in den Händen halte bin ich meist glücklich und stolz. Meine Überlegung zu der Zeit war, mich zum Wintersemester 2006 an einer FH oder UNI im Bereich Informatik einzuschreiben, sofern ich nicht bis zum letzten Einschreibetag eine Arbeit finden würde. Was genau ich studieren wollte, wusste ich nicht wirklich. Doch soweit kam es nicht:

Im April 2006 kam ich als Systemadministrator einer kleinen Firma in Lohn und Brot. Neue Herausforderungen, gelegentliche Unsicherheiten, Weiterbildungen - das alles habe ich dort bis jetzt erlebt. Ich bin zufrieden mit Arbeit und den netten Kollegen, habe mittlerweile auch meine erste eigene Wohnung bezogen und lebe mein eigenes Leben - mit dem Einstiegsgehalt gerade so. Ich bringe mich auch voll ein und engagiere mich, um den Produktionsbetrieb einer Windows Domäne und der Haustechnik zu gewährleisten - die 40 Wochenstunden überschreite ich häufig. Alles in allem ein Job, den ich mir immer schon hätte vorstellen können und den ich wohl bis zur Rente machen könnte.

Doch dann kamen wieder Zweifel. Sollte ich mein Abitur nicht doch noch 'verwerten'? Würde ich nicht doch gerne einen Akademischen Grad erreichen? Würden mich die Anforderungen eines Studium (Selbstorganisation, Selbstdisziplin...) nicht persönlich weiterbringen? Würde nicht zuletzt ein höheres Gehalt ein lohnendes Ziel sein?

Andererseits würde ich niemals meinen Job für die Idee hinschmeissen, doch noch (Vollzeit) zu studieren. Also recherchierte ich im Internet. Zunächst fand ich die Weiterbildung zum 'staatlich geprüften Informatiker' - je nach Bildungsträger kostenfrei oder für vierstellige Beträge, als Abendunterricht oder als Samstagsunterricht - in jedem Falle mit viel Fahrerei und großem Zeitaufwand - vier Jahre lang. Nebenbei auch nichts, das mein Abitur vorraussetzen würde.

Dann fand ich Informationen zum 'Fern-Studium'. So kam ich auf diese Seite und in einem weiteren Schritt auf die Fern-UNI Hagen. Der dortige Studiengang Wirtschaftsinformatik würde zu meiner Idee von Weiterbildung gut passen - zumal ich in meinem jetzigen Betrieb auch als Wirtschaftsinformatiker passable Perspektiven hätte. Von da an stand fest - wenn Weiterbildung (im großen Stil), dann Fern-Studium. Doch wieder gibt es Zweifel:

- Kann ich ein solches Studium angehen, wo ich doch gerade erst in meinen Beruf eingestiegen bin, meine eigene Wohnung habe und beginne mein eigenes Leben zu leben?

- Ist es machbar, bei einer 40 bis 50 Stunden-Woche Arbeitswoche noch 20 und mehr Stunden für die UNI aufzubringen? Dazu noch die Fahrten zu Pflichtveranstaltungen der UNI...

- Was ist mit Presenzunterricht? Könnte ich Arbeit, betriebliche Weiterbildungen, Lehrveranstaltungen, Seminare und Klausuren koordinieren?

- Bin ich nach so lange zurückligendem Abitur noch geistig und lerntechnisch mithalten? Kann ich 'Lernen' nochmal erlernen?

- Dazu die Dinge, die ein Studium für mich schon immer als zu große Herausforderung erscheinen ließen: Organisation, einhalten von Abgabeterminen, Koordination...

Alles Fragen, die mir vermutlich niemand so wirklich beantworten kann.

Es war schon immer mein Problem: Ich will Chancen nutzen und Ziele erreichen, doch schon bevor ich etwas angehe habe ich Angst, dass ich scheitere oder nicht bis zum Ende durchhalte. Ich bin auch kein zielstrebiger Einzelgänger - ich brauche Menschen die mich motivieren und mir im richtigen Augenblick einen Klaps, Tritt oder sonstwas geben. Solche Menschen gibt es im Moment nicht und die Frage ob sie sich finden lässt mich auch wieder zweifeln. Alles Dinge, die für einen Studenten wohl nicht zutreffen sollten.

Ich bin mir im klaren darüber, dass ich selbst meinen Weg gehen muss, aber ich würde mich freuen, wenn Menschen denen es ähnlich geht/ging darüber berichten würden, welchen Verlauf das Leben für sie genommen hat. Vielleicht weiss ja auch jemand Rat und kann mir irgendwie helfen.

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Hallo john.doe,

herzlich Willkommen bei Fernstudium-Infos.de!

- Kann ich ein solches Studium angehen, wo ich doch gerade erst in meinen Beruf eingestiegen bin, meine eigene Wohnung habe und beginne mein eigenes Leben zu leben?

Ja natürlich kannst Du das. Da es finanziell bei Dir derzeit noch etwas knapper scheint, ist die Wahl der Fernuni Hagen genau das richtige. Da die Fernuni Hagen die einzige staatliche Fernuniversität ist, ist diese staatliche Uni entsprechend günstig. Die privaten Fachhochschulen verlangen sehr viel Geld für ein Studium.

Gerade weil Du frisch in den Beruf eingestiegen bist, bietet es sich doch an, sich gleich weiter zu entwickeln. So kannst Du Dir auch für die Zukunft Deinen Job sichern.

- Ist es machbar, bei einer 40 bis 50 Stunden-Woche Arbeitswoche noch 20 und mehr Stunden für die UNI aufzubringen? Dazu noch die Fahrten zu Pflichtveranstaltungen der UNI...

Ja, das ist möglich, wenn Du Dir die Zeit günstig einteilst. Wenn Du nicht mehr so vielen Beschäftigungen nachgehst, wie z. B. Fernsehen, dann sparst Du eine Menge Zeit, die Du auf das Studium verwenden kannst.

Ebenso kannst Du auch weniger studieren, wenn Dir das zu viel wird. Das ist ja das Gute an der Fernuni Hagen, Du kannst Dein Tempo selbst bestimmen.

- Was ist mit Presenzunterricht? Könnte ich Arbeit, betriebliche Weiterbildungen, Lehrveranstaltungen, Seminare und Klausuren koordinieren?

Ich kann jetzt nicht beurteilen, wie Deine individuelle Sachlage aussieht. Aber ggf. ist es sinnvoll, wenn Du Deinen Arbeitgeber über Dein Vorhaben informierst. So wird er Dir mit Sicherheit entgegen kommen können und Dich nicht mit unnötigen Veranstaltungen bombardieren. Sag es aber so, dass Dir das Unternehmen gefällt und Du das Studium für das Unternehmen gewinnbringend einsetzen möchtest. Sonst könnte der Arbeitgeber evtl. misstrauisch werden, da Du mit einer verbesserten Qualifikation auch woanders arbeiten könntest.

- Bin ich nach so lange zurückligendem Abitur noch geistig und lerntechnisch mithalten? Kann ich 'Lernen' nochmal erlernen?

Selbstverständlich! Du bist doch noch ein junger Hüpfer.:rolleyes: Es gibt zahlreiche Fernstudenten, die Ende 30 Mitte 40 sind - und die schaffen es auch!

- Dazu die Dinge, die ein Studium für mich schon immer als zu große Herausforderung erscheinen ließen: Organisation, einhalten von Abgabeterminen, Koordination...

Natürlich ist es eine Herausforderung. Es ist alles eine Sache der Gewohnheit. Wenn Du Dir erstmal ein gewisses Lernverhalten angeeignet hast, geht es Dir schon leichter ab, Du wirst sehen.

Nur keine Angst - trau Dich!

Du hast doch keinerlei Risiken. Finanziell riskierst Du an der Fernuni Hagen auch nichts.

MfG Joe

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Zunächst: Willkommen auf Fernstudium-Infos.de. Schön, dass Du hier schon brauchbare Infos gefunden hast.

- Kann ich ein solches Studium angehen, wo ich doch gerade erst in meinen Beruf eingestiegen bin, meine eigene Wohnung habe und beginne mein eigenes Leben zu leben?

Zumindest haben das andere auch schon erfolgreich gemacht.

- Ist es machbar, bei einer 40 bis 50 Stunden-Woche Arbeitswoche noch 20 und mehr Stunden für die UNI aufzubringen? Dazu noch die Fahrten zu Pflichtveranstaltungen der UNI...

Also wenn du regelmäßig 50 Stunden arbeitest, ist es schon nicht leicht. Aber ggf. studierst Du dann halt länger, oder musst mehr Urlaubstage etc. für das Fernstudium verwenden.

Vielleicht muss es ja auch nicht die FernUni Hagen mit sehr langen Studienzeiten sein, sondern eine Fern-FH hilft Dir auch schon weiter (zum Beispiel die PFFH Darmstadt (dort habe ich studiert). Weitere Informatik-Anbieter hier.

- Was ist mit Presenzunterricht? Könnte ich Arbeit, betriebliche Weiterbildungen, Lehrveranstaltungen, Seminare und Klausuren koordinieren?

Du solltest Dir dafür einen Anbieter suchen, bei dem der Präsenzanteil nicht zu hoch ist. Dies ist unter anderem bei der FernUni Hagen und der PFFH Darmstadt der Fall.

- Bin ich nach so lange zurückligendem Abitur noch geistig und lerntechnisch mithalten? Kann ich 'Lernen' nochmal erlernen?

Hallo? - Du bist 23. Viele Fernstudenten sind bei Aufnahme des Fernstudiums deutlich älter. Hier solltest Du Dir also keine Sorgen machen.

- Dazu die Dinge, die ein Studium für mich schon immer als zu große Herausforderung erscheinen ließen: Organisation, einhalten von Abgabeterminen, Koordination...

Selbstorganisation ist in der Tat eine unabdingbare Voraussetzung um ein Studium allgemein, aber ein Fernstudium ohne Vorlesungstermine etc. im Besonderen, erfolgreich zu bewältigen.

Einzelgänger - ich brauche Menschen die mich motivieren und mir im richtigen Augenblick einen Klaps, Tritt oder sonstwas geben. Solche Menschen gibt es

Wenn Du Dich für ein Fernstudium entscheidest, schaffe Dir auf jeden Fall eine Lerngruppe mit Kommilitonen, in der ihr Euch gegenseitig motiviert.

Soweit ein paar kurze Statements und Anregungen.

Viele Grüße

Markus


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Ich kann mich gut in die Situation hineinversetzen, da meine vor einigen Jahren sehr aehlich war.

Ich habe in dieser Zeit sicherlich zwei Jahre lang die unterschiedlichsten Fernstudienanbieter ausprobiert und auch im Bereich Zertifikate u.ae. einiges gemacht. Schlussendlich habe ich dann eine fuer mich angenehme Uni gefunden und in diesem Jahr meinen BBA abgeschlossen. Ich konnte feststellen, dass sich meine berufliche Situaton bereits waehrend des Studiums stark geaendert hat. Ich konnte das auch bei anderen Teilnehmern immer wieder feststellen.

Ich studiere jetzt wieder, bin auch wieder auf der Suche nach einem entsprechenden Angebot und wurde den Weg auf alle Faelle wieder gehen.

Also nur Mut, probier ruhig ein paar Anbieter aus, bis Du etwas fuer Dich geeignetes findest.

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Lang, lang ists her...

Eure Antworten haben mich seinerzeit sehr ermutigt, doch aufgrund steigender Anforderungen im Beruf habe ich vom Studium zunächst einmal abgesehen. Und dabei habe ich mich nichteinmal für eure Antworten bedankt.

Heute bin ich jedoch wieder an einem Punkt, der einem Fernstudium sehr nahe ist. Hierhin haben mich erneut eure Antworten gebracht. Vielen Dank nachträglich dafür!

Die letzten offenen Fragen hoffe ich noch zu klären klick- es hat zwar lange gedauert, aber letztendlich könnte ich bald den Schritt wagen.

Liebe Grüße

john.doe

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Hallo john.doe,

ich kann diesen „Drang nach mehr“ auch sehr gut nachvollziehen. In drei Wochen werde ich 27 und habe ständig das Gefühl, mehr aus meinem Leben machen zu können, als ich bislang erreicht habe. Nach einem sehr guten Abitur habe ich bereits einmal versucht zu studieren… 6 Semester Jura und Wirtschaftsrecht. Doch schnell merkte ich, dass sich ein Präsenzstudium nicht so leicht mit drei Jobs vereinbaren läßt. Immer seltener besuchte ich die Vorlesungen, weil es mich mehr zur Arbeit zog als zu der Uni. Irgendwie hatte ich in der Uni immer das Gefühl, meine Zeit zu vergeuden, die ich besser nutzen könnte, wenn ich Geld verdiene. Also hing ich das Studium mit 23 entgültig an den Nagel und habe eine Ausbildung begonnen, die ich vergangenes Jahr auch sehr erfolgreich beendete. Nun arbeite ich seit einem Jahr in einem Beruf, der mich geistig total unterfordert. Auf lange Sicht würde ich eingehen, wenn ich jetzt nicht endlich mein Leben in die Hand nehme und mich nebenbei fortbilde. Ich habe die FernUni Hagen gewählt. Ab September geht es los und ich freue mich darauf. Auch wenn mir durchaus bewusst ist, dass das Teilzeitstudium bei einem 40 – 50 Stunden-Job nicht unbedingt leicht wird, so weiß ich doch, dass es um so schwerer wäre, irgendwann einzusehen, eine Chance verpasst zu haben, mich selbst zu verwirklichen.

Ich wünsche dir viel Erfolg für deine Entscheidung und würde mich freuen, wenn du uns darüber auf dem Laufenden hälst.

Viele Grüße

Evi

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