janausrissen

Ist ein Ingenieursstudium überhaupt sinnvoll?

11 Beiträge in diesem Thema

Hallo an alle!

Gestern konnte man folgenden Beitrag über den

Ingenieursmangel in Deutschland sehen:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/8/0,1872,5558376,00.html

Die daran anschliessenden Forumsmeinungen kann man hier lesen:

http://www.zdf.de/ZDFforum/ZDFde/inhalt/4/0,1872,5558948,00/

Mich würde interessieren, was ihr von den dort geposteten Kommentaren haltet

Gruss

Jan


2010-2015 Open University - BSc with Hons

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Hallo Jan,

warum sollte es nicht sinnvoll sein, wenn es danach ginge kannst Du jeden Bereich nehmen der Wirtschafts nehmen, überall ist die Weiter-und Fortbildung sehr wichtig.

Die Probleme das viele Firmen einen 20jährigen mit abgeschlossenem Studium und mind. 10 Jahren Praxiserfahrungen suchen gibt es auch schon seit langem und irgendwann werden sie da ihre Anforderungen zurückschrauben müssen, sonst sitzen sie wirklich da.

Viele schreiben dort auch über die Probleme an den Unis oder FH und sogar der Schulen, dass einige Sachen gar nicht mehr gelehrt werden z.Bsp. in Mathe und Physik, wo es dann Schwierigkeiten bei dem Studium dann später gibt oder das die Professoren an den Hochschulen nicht auf den neuesten Stand sind. Die Zeit bleibt nicht stehen und den Firmen kann man da keinen Vorwurf machen, sondern eher dem teilweise veralteten Bildungssystem.

Einige von den Leuten sehen ihr Lösung darin ins Ausland zu gehen, weil es da mehr Geld gibt und Jobs, während die Firmen Leute aus dem Ausland holen wollen,weil sie besser ausgebildet sind und vielleicht auch für weniger arbeiten. Ich fand das in gewisserweise etwas belustigend, also ich wohne seit 2003 in Frankreich, zu dem Schulsystem kann ich mal sagen an den staatlichen Schulen eine Katastrophe, mein Sohn ist gerade 6 Jahre alt und kommt dieses Jahr in die Schule. Ich habe ihn von wohlgepriessenen französischen Vorschulsystem im Ausland ( soll ja ein Vorbild sein ) in einer Privatschule angemeldet, die ich natürlich allerdings bezahlen muss, da ich von einer riesigen Großstadt weit entfernt wohne, ist das im Moment noch erschwinglich, spätestens ab der 8. Klasse ist das schon ein Internat fällig und das wird dann kosten. In den Großstädten kann das schon mal Euro 1000 im Monat übersteigen und ich rede nur von der normalen Schulbildung.

Der größte Teil kann gerade auf dem Land nicht einmal seine eigene Sprache lesen und schreiben, viele werden hier durch das Abitur gezehrt, obwohl man da in Deutschland auf dem Niveau niemals durchkommen würde.

Ich habe mit einigen anderen Ausländern einen Französischkurs hier besucht, der zusammen mit Franzosen war, die nicht Lesen, Schreiben oder Rechnen können oder damit Schwierigkeiten hatten, teilweise saßen da ganze Familien.

Die Lehrerin die für Mathe und Französisch zuständig war bis zum Abitur, habe ich dann mal gefragt, ob ich mich an sie wenden könnte, wenn ich mal eine Frage in Mathe hätte sie sagte erst ja, nachdem ich ihr das Buch " Einführung in die Grundelemente der Mathematik " zeigt, sagte sie bis zur Hälfte des Buches wäre möglich, aber den Rest nicht.

Genauso wenig ist es sinnvol hier das sogenannt fachgebundene Abitur, man muss sich ja schon entscheiden was man später mal Studieren will und macht dann sein Abitur in einen künstlerischen, wirtschaftlichen oder technischen Bereich, dass heißt aber auch nicht das die Leute dann schlauer sind.

Die Einzigsten die es schaffen hier dann durch überdurchschnittliche Leistungen und Geld nach dem Abitur, dann an eine dieser Eliteschulen zu kommen, haben hier auch später einen besseren Anspruch, mehr Gehalt und einen besseren Job zu bekommen, die anderen landen dann auch mit Mindestlohn von Euro 8,25/Std irgendwo. Ich frage mich auch oft, warum machen die hier überhaupt eine Ausbildung, da die wenigsten in ihrem angelernten Beruf arbeiten.

Die sogenannten Frauenquoten nach außen hin, kann man auch vergessen, es ist alles auch nur eine Augenwischerei.

Wenn ich mir das alles so ansehe und dann hier die Problem bei Airbus anschaue, braucht man sich nicht zu wundern, es sind überall die gleichen Probleme, ob in Frankreich oder in Deutschland, wenn da nicht mal was von der regierenden Schicht mitgetan wird, wird das alles nichts so richtig werden.

Was dort auch oft über die Zeitarbeit usw. geschrieben wurde, gibt es im Ausland auch, hier gibt es feste Arbeitsverträge, aber was für welche, da bist Du noch schneller draussen, der nützt Dir da auch nicht.

Das ich als Neuling nun nicht gleich Euro 100.000,00 im Jahr verdienen kann, das sollte eigentlich klar sein, wenn man frisch von der Hochschule kommt und große Ansprüche stellt, denn jeder sollte doch erst einmal zeigen was er wirklich kann.

In naher Zukunft sollten sowohl die Wirtschaft und die Bildungsorgane sich wohl mal an einen Tisch setzen und gemeinsame Lösungen finden, dass es nicht passiert das die einen Dinge vermitteln die die anderen dann gar nicht mehr benötigen und vielleicht sollte sich die Firmen auch mal die Zeit für ihre künftigen Arbeitnehmer nehmen und sie auch einarbeiten, gerade Siemens hat ja da eine gute Internetseite, wo auch Praktika im in und Ausland angeboten wird und Aus-und Fortbildung, vor einiger Zeit stand im Internet sogar ein Artikel, dass Siemens jeden ihrer Mitarbeiter Euro 3000,00 zahlt, wenn er ihnen einen qualifizierten Mitarbeiter sowohl im wirtschaftlichen, wie auch technischen Bereich beschaffen können. Dass heißt doch aber schon das ein Mangel da ist oder liege ich da falsch ?

So jetzt habe ich viel geschrieben und viele werden bestimmt meine Ansichten nicht teilen, also meckert ruhig. :cool:

Viele Grüsse

Simone

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Hallo Simone.

Wow...das nenne ich ausführliche Stellungnahme.

Ich bin mir allerdings nicht wirklich sicher, ob Du

auch tatsächlich dem Link gefolgt bist und die

Posts als Reaktion auf den Beitrag von Frontal 21

gelesen hast. Der bisher postulierte Ingenieursmangel

wird in fast allen Kommentaren dort vermeintlich als

Finte aufgedeckt. (das ist der 2. Link von oben)

Gruss

Jan


2010-2015 Open University - BSc with Hons

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Also, ich habe die Links gelesen ;-)

Es ist halt schwierig zu sagen. Ich kann nun nur von Informatik reden. Da herrscht ja angeblich auch Arbeitskräftemangel. Nun habe ich mit, wie ich denke, angemessenen Qualifikationen, auch Absagen von Firmen bekommen, die in den Medien als "händeringend suchend" beschrieben werden. Auf der anderen Seite habe ich mit ca. 15 Bewerbungen mehrere Zusagen bekommen, was ja nicht so schlecht ist. Ist der Fachkräftemangel nund real oder nicht? Wie will man das sagen?

Außerdem: Was ist die Alternative? Wo sieht es besser aus? Wohl nirgends. Von daher: Wenn Du es willst, würde ich es machen.

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Hallo Jan,

ich habe alles gelesen von beiden Links und selbst bei den Reaktionen dort gehen da doch die Meinungen auseinander oder ?

Man müsste da auch sehen welche Forderungen die Leute gegenüber den Firmen haben, viele haben nur geschrieben das sie entweder abgelehnt oder keine Antwort bekommen haben.

Ich kenne allerdings auch selbst Firmen von denen ich weiß das sie schon jemanden suchen, aber keiner die Vorraussetzungen erfüllt hat der zu ihrer Firma passen würde.

stefhk3 hat ja auch Erfolg mit seinen Bewerbungen gehabt und Du bist doch auch dabei Dich kräftig weiterzubilden wie man sieht oder ?

Egal welche Richtung man geht überall gibt es ein für und wieder.

Wenn ich mir aber mal im Internet die Seiten ansehe von den Firmen die Ingenieure suchen, dann sind das doch einige und viele suchen auch für ihre Standorte im Ausland jemanden, also ist schon ein Bedarf da, nur ob dann jeder der einen Abschluss hat, dann auch genommen wird ist eine andere Frage.

Ich kann mich der Aussage von stefhk3 da nur anschliessen.

Entschuldige, dass ich mich da etwas habe ausgeweitet bei meiner Stellungnahme.

VG

Simone

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@stefhk3:

Ja...stimmt wohl

Es hängt ja auch von zahlreichen Faktoren ab, wie

Mobilität, Berufserfahrung, wie man sich verkaufen kann,

wie das Bewerbungsschreiben aussieht und so weiter.

Darf ich mal fragen, wie alt Du bist und was Du vorher ge-

macht hast?

Danke jedenfalls auch Dir für den Kommentar.

Gruss

Jan


2010-2015 Open University - BSc with Hons

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@ Simone:

Ich war mir nur nicht sicher, ob ich richtig

auf den zweiten Link hingewiesen habe ;-)

Du hast natuerlich recht:

Pauschal kann man sicherlich nicht sagen,

ob der Presserummel um den Ingenieurmangel

eine "Verschwörungstheorie" von Wirtschaft und

Politik ist, um an billige Arbeitskräfte zu kommen

oder ob es tatsächlich so einen Mangel gibt.

Ich ging bis gestern davon aus, das ein Ingenieurs-

studium selbst wenn man 40 ist (so wie ich) einen

Arbeitsplatz beschehrt.

Deswegen bin ich nun natuerlich verunsichert.

Das ist der Grund meines Postings...

Um von euch zu hören, was ihr für Erfahrungen "vor Ort"

gemacht habt oder macht.

Danke auch Dir für deinen Kommentar.

Gruss

Jan


2010-2015 Open University - BSc with Hons

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Ich halte das Gejammer um angeblich fehlende Fachkräfte genauso verlogen wie die Arbeitslosenstatistik oder der jährliche Hickhack um die Ausbildungsplätze.

Man hat sich inzwischen ja daran gewöhnt das sowohl amtliche Statistiken als auch die Ergebnisse der angeblich unabhängigen Wirtschaftsinstitute keinen Dreck wert sind. (IMHO, jeder der daran glauben will.. von mir aus. Und viele Grüße an den Osterhasen *g*)

Insoweit gebe ich der genannten Diskussion (und vielen ähnlichen zu ähnlicher Thematik) recht.

Aber: Was sonst außer Studieren (hier speziell auf Ingenieur, könnte aber genausogut BWLer heißen) soll man als jemand, der das Pech hat auf Lohnzahlungen angewiesen zu sein, denn tun?

Das Einzige was unsereins bleibt ist die Qualifikation zu erhöhen (oder Lotto spielen. Oder beides). Nicht nur um berufliche Aufstiegschancen zu bekommen, sondern auch um die bisherige Position zu behaupten oder, im schlimmsten Fall, im Fall der Entlassung überhaupt wieder Boden unter den Füßen zu bekommen.

Das Studium ist eine Investition in dich selbst. Es erhöht deine Chancen auf eine akzeptable Zukunft. Ein Auto, ein Haus, alle materiellen Dinge können dir genommen werden, aber dein Wissen, deine Fähigkeiten und deine Qualifikationen sind für immer dein.

Also, wenn Du das Geld und die Zeit übrig hast... mir fällt keine bessere Möglichkeit ein diese zu Verschwenden, als dich in ein Studium zu stürzen.

Vielleicht landest Du trotzdem in der Gosse, aber dann bist Du wenigstens ein Penner mit einem Ingenieursdiplom :-)

Gruß

Jörg


ehemaliger Fernstudent.

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Vielleicht landest Du trotzdem in der Gosse, aber dann bist Du wenigstens ein Penner mit einem Ingenieursdiplom :-)

Das ist jetzt schon fast lyrisch. Darf ich das als Zitat in meiner Signatur verwenden? ;)

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@TomSon

Nur zu ;-)


ehemaliger Fernstudent.

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