15 Beiträge in diesem Thema

Hallo erstmal,

ich habe mich jetzt lang mit Ablauf der in deutschland anerkannten Studiengänge befasst und bin zu dem Schluss gekommen, dass der Bildungsweg Bachelor/Master im Gegensatz zum deutschen Diplom absolut Pillepalle ist.

Während die Master of Business Administration Weltweit als die Creme de la Creme bezeichnet wird, ist ein deutscher Diplomwirtschaftswissenschaftler teilweise besser ausgebildet...

Warum zum Geier hat man das Diplom bitteschön abgeschafft? Wie soll man den Bildungsstandort Deutschland fördern, in dem man den weltweit höchstdekoriertesten BIldungsabschluss (abgesehen von Dr. etc) einfach abschafft?

Ich finde es schade, dass ich so spät dran bin, mir einen Studiengang auszusichen - mittlerweile gibt es sehr wenig Diplom-Angebote...

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Hallo Michael,

du sprichst hier sicherlich einigen aus der Seele, hast aber gleichzeitig deine Frage selbst beantwortet.

Warum zum Geier hat man das Diplom bitteschön abgeschafft? Wie soll man den Bildungsstandort Deutschland fördern, in dem man den weltweit höchstdekoriertesten BIldungsabschluss (abgesehen von Dr. etc) einfach abschafft?

Was bringt mir ein gut ausgebildeter Abschluß, wenn er international wenig bekannt und somit auch nicht vergleichbar ist. Der Bildungsstandort Deutschland würde sich somit von den anderen Nationen abgrenzen. Ein italienischer Arbeitgeber könnte doch mit dem Titel "Diplom" nicht viel anfangen, während er den Bachelor-Grad, oder Master interpretieren kann.

Der Verlust des Diploms gegen den Bachelor/Master ist nunmal die bildungstechnische Antwort auf Globalisierung und dem Zusammenwachsen Europas.

Gruß Lutz


Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

(8. Semester BWL an der HFH und alle Prüfungen hinter mir)

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Die bisherigen Diplom-Studiengänge(Uni) sind für diejenigen ideal, die die nötige Intelligenz mitbringen, um die sehr anspruchsvollen Anfangssemester zu überstehen, insbesondere in Ingenieur- und Naturwissenschaften. Für den Rest(ca. 90 %) ist das Bachelor/Master-System besser geeignet. Im Bachelor-Studium beginnt man eher praxisorientiert und geht nicht ganz so tief in die Theorie wie im Diplom-Grundstudium, also eher wie an einer FH.

Aufgrund der in den letzten 30 Jahren enorm gestiegenen Studentenzahlen und auch Studienabbrecher war eine Änderung des Studiensystems nicht mehr zu vermeiden. Natürlich wird im deutschen Bildungssystem eine Bezugnahme auf Intelligenzunterschiede (politisch korrekt) vermieden, so daß manchem die Umstellung unverständlich erscheint.

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Also ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum Bachelor + Master

Heute machen doch sogar einige nach dem Diplom noch einen Master, weil dieser als höherwertig angesehen wird.

Viele Grüße

Markus


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Also ich denke, daß Bachelor-Master konsekutiv genausogut wie das Uni-Diplom ist - nur eben etwas anders aufgebaut. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen und insbesondere den einzelnen Absolventen sind da wesentlich größer. Letzten Endes kommt es immer auf den Studenten und dessen Fähigkeiten an, und was er draus macht.

Aber genausowenig wie man zwei Drittel eines Altersjahrgangs zum Uni-Diplom unter Beibehaltung seiner Qualität mit durchziehen kann, werden zwei Drittel einen konsekutiven Master machen. Der größte Teil wird beim Bachelor aufhören (müssen), wobei die Absolventenzahlen in D dann immer noch niedriger sein werden als z.B. in den USA.

Ein MBA oder andere Weiterbildungs-Master stellen keine wissenschaftliche Vertiefung dar, sondern können ein Erststudium ergänzen. Was BWL betrifft, so gibt es traditionell Unterschiede zwischen den deutschsprachigen und den angelsächsischen Ländern. In D entstand die BWL als wissenschaftliche Disziplin viel eher als anderswo - dies leichtfertig zugunsten von rein praxisorientierten Management-Lehrgängen aufzugeben könnte den Verlust eines Standortvorteils zur Folge haben. Insofern stimme ich den geäußerten Befürchtungen zu.

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Hallo Michael,

Pillepalle

Wie kommst du zu dieser Einschätzung? Dass die Deutschen Veränderungen skeptisch gegenüber stehen und alles Neue erstmal schlecht finden, ist ja bekannt. Aber auf welchen Fakten beruht das denn?

Wenn man sich mal die Mühe macht und an einer Hochschule oder Universität die Studienpläne eines Diplomstudiengangs mit den entsprechenden des Bachelorstudiengangs vergleicht (habe ich für PFFH Darmstadt, HS Darmstadt und HS Fulda gemacht), wird man feststellen, dass der inhaltliche Unterschied so riesig nicht ist. Gerade an FHs sind die sehr nahe beieinander, da auch die bisherigen Studiengänge schon sehr straff organisiert waren.

Ich selbst habe in meinen paar Semestern Informatik (Dipl.) an der TH-/TU-Darmstadt erfahren, wie ineffizient gerade an der Uni mit Zeit umgegangen wurde. Ähnliche Inhalte auf sechs oder sieben Semester zu straffen, ist für die Unis vielleicht unangenehm, aber durchaus machbar. Ein Vergleich mit dem aktuellen BSc-Informatik an der TUD hat mir gezeigt, dass auch hier einiges umorganisiert/-bennant wurde, aber die grundlegenden Inhalte sind die gleichen. Natürlich nicht mehr so wissenschaftlich wie früher, aber wenn man ehrlich ist, wollen die meisten Studenten nicht in die Forschung sondern in den Beruf. Für alle anderen gibt's den Master. Hier stimme ich Markus zu, dass Bachelor+Master sicherlich mindestens den gleichen Stellenwert hat, wie das Diplom.

Pillepalle kann ich nicht nachvollziehen!?

Gruß

Michael


joergs.com/mijoe/ | 1. Semester | Bachelor of Science Angewandte Informatik | Wilhelm Büchner Hochschule Darmstadt

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Wenn man sich mal die Mühe macht und an einer Hochschule oder Universität die Studienpläne eines Diplomstudiengangs mit den entsprechenden des Bachelorstudiengangs vergleicht (habe ich für PFFH Darmstadt, HS Darmstadt und HS Fulda gemacht), wird man feststellen, dass der inhaltliche Unterschied so riesig nicht ist. Gerade an FHs sind die sehr nahe beieinander, da auch die bisherigen Studiengänge schon sehr straff organisiert waren.

Ich habe mir die Mühe gemacht, und einige Studiengänge meiner alten Uni, die jetzt nichts mit Informatik oder BWL zu tun haben, mit den bisherigen Magister- oder Diplomstudiengängen verglichen.

Für mich ist das Fazit, dass meistens die Eingangsvoraussetzungen erhöht wurden (z.B. bei Romanistik muss man die Sprache vorher schon auf gehobenem Niveau können, wobei man früher verkürzen konnte, wenn man die Sprache schon gut konnte und eben alle Sprachkurse belegen musste, um sie auf das erforderliche Niveau zu bringen), die Inhalte an sich aber gleich geblieben sind.

Zum Teil weisen die Studiengänge sogar die haargenau gleichen Kurse auf, teilweise einfach neu verteilt (d.h., mehr Kurse pro Semester). In einem Fall hat man das letzte Semester des 4-jährigen Magisterstudiengangs beim Bachelor weggelassen (wo z.B. solche Kurse wie Kolloquium für Examenskandidaten o.ä. enthalten waren, also ohnehin nur auf die spezielle Abschlussprüfung vorbereiteten, die ja jetzt wegfällt), ansonsten ist alles identisch.

Ich sehe also im Moment auch nicht, wo die Gleichwertigkeit verloren geht. Es war doch auch schon von Anfang an klar, dass die meisten Unis sich nicht wirklich die Mühe machen würden, eine vollkommen neue Struktur mit neuen Kursen zu etablieren.

Sonja

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Was ich bei dem ganzen Bolongna-Prozess am wenigsten Begreife, ist warum dieses Studium Praxisnäher und Kürzer sein sollen, wenn Sie es doch ganz offensichtlich nicht sind (Ein Praxissemester weniger dafür mit dem Master 2 Semester Theorie mehr)

Wenn wenigstens das Amerikanische Modell wirklich übernommen wäre, also den Bachelor als Studium Generale .... vergeudete Chance und nichts gewonnen.

Gruß

Jörg


ehemaliger Fernstudent.

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@rafnixx:

Bei Bologna an sich ging es weniger um Praxisnähe und Kürze sondern um Herstellung internationaler Vergleichbarkeit der Studiengänge in ihrem Umfang und ihrer Wertigkeit.

Der Rest wurde m.E. in der deutschen Bildungsdiskussion zusätzlich dazugedichtet in der Hoffnung, dass man im Rahmen der Umstellung auch Bachelor/Master diese Effekte gleich mit erzielen kann.

Was Du mit "ein Praxissemester weniger" ansprichst, bezieht sich ja zumeist auf die FHs, die sowieso eine Spezialität der deutschen Hochschullandschaft sind. Viele Unis bei uns hatten nie und haben weiterhin keine Pflicht-Praktika und bleiben rein auf hohem, theoretischem Niveau. Ausserdem haben nicht alle FHs das zweite Praxissemester gestrichen, sondern haben es stattdessen in den Master integriert mit der Möglichkeit, Berufspraxis zwischen Bachelor und Masterstudium anrechnen zu lassen.

Was damit allerdings m.E. in der Tat erreicht werden könnte ist, dass viele -vor allem FHler - nach dem Bachelor erstmal Praxiserfahrung sammeln und somit früher in den Beruf kommen, um den Master erst später zu machen.

Gerade an der Stelle sind wir hier auch im richtigen Forum, denn es war durchaus auch gewünscht, wenn auch nicht als Hauptziel, dass der Master später dann auch vermehrt berufsbegleitend erworben werden kann; also nicht so viele aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden müssen (oder gar nicht erst in ihn eintreten), um ihre akademische Bildung voranzutreiben.

Der amerikanische Bachelor kann nicht generell als Studium Generale gesehen werden - in vielen Studiengängen ist er auch in den USA inzwischen sehr weit durchstrukturiert und viele Master setzen entsprechende Bachelorgrade voraus. Und die allgemeinere Fächerauswahl wird ja in der Regel durch ein weiteres Studienjahr erkauft - das heißt, der Hauptfachstoff entspricht oft eigentlich dem eines deutschen Bachelor im gleichen Fach, der aber ohne Nebenfächer ein Jahr kürzer ist.


VAWi SS 2008:

Pflicht: IM, PM, RUC

Wahl: Recht

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Was ich bei dem ganzen Bolongna-Prozess am wenigsten Begreife, ist warum dieses Studium Praxisnäher und Kürzer sein sollen, wenn Sie es doch ganz offensichtlich nicht sind (Ein Praxissemester weniger dafür mit dem Master 2 Semester Theorie mehr)

Der Gedanke ist es ja, die Studenten schneller in die berufliche Praxis zu bringen:

- Gegenüber dem Diplom verkürztes Bachelor-Studium, ggf. nach dem 12-jährigen Gymnasium

- Dann erste Berufserfahrung

- Dann ggf. Master

Viele Grüße

Markus


Fernstudium-Infos.de Markus Jung e. K., Impressum

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