CobraCain

Globalisierungsschwachsinn dank des Bologna-Prozesses

17 Beiträge in diesem Thema

Ab 2010 fallen ja zumindest die deutschen Diplom-, Baccalareus- und Magisterstudiengänge weg, was wir der "Globalisierung des Bildungssystems" zu verdanken haben. Meines Wissens nach ist ein Bachelor lediglich so viel Wert wie ein Vordiplom, ein Master ist jedoch etwas mehr als ein Diplom.

Warum zum Teufel muss ein Asiate aus dem hintersten Asien wissen das mein Diplom in Juristik bei denen oder im angloamerikanischen Raum, ein LL.B. bzw. LL.M. ist? Wenn ich nicht international Tätig sein will, brauch ich doch kein Studium welches auf den Weltweiten Markt ausgerichtet ist. Was interessiert es mich als ein deutscher Diplom-Betriebswirt wie die Amis ihre Betriebsiwrtschaft regeln oder wie die Spanier ihre Wirtschaft handhaben?

Wird er gleiche Schwachsinn (übrigens ein gutes Paradebeispiel für die beschissene *Bildungs*politik Deutschlands) auch mit unseren Doktortitel passieren? Wird aus dem Dr.med. der M.D., aus einem Dr.theol. der Th.D., aus einem promovierten Psychologen der Psy.D. bzw. D.Psy., aus dem Dr.rer.nat. der D.Sc.? Was soll dieser Schwachsinn?! Ich hätte ja nichts dagegen wenn es zwei versch. Aufgebaute Studienlaufbahnen geben würde, der eine international ausgerichtet mit Bachelor-, Master- und angloamerikanischen Doktortiteln und der eine national ausgerichtet mit unseren guten alten Diplom-, Baccalaureus, Magister und Promotionsabschlüssen. enn ich mir mal angucke welche Studiengänge da angeboten werden könnte ich kotzen. Beispiele wären der Master of Midwifery, Master of Nursing, Bachelor of Arts in Clinical Research usw. Bald wird es hier wie in den USA sein, das jeder Depp zumindest ein Bachelor-Abschluss hat und der eingenässte Parkpenner aus dem Stadtpark in 10 bis 15 Jahren mit niedrigem Bildungsniveau renomierter Medizinprofessor ist. Was bringt uns deutschen so ein Schwachsinn? Haben wir keinen Nationalstolz mehr (obwohl ich lieber US-Amerikaner wäre als Deutscher)? Gibt es denn in der deutschen Politik keine konservativen Werterhaltungen mehr?

Ich bin kein Prophet;), aber dieser Schwachsinn spiegelt nicht nur das deutsche Idiotentum wieder, sondern ist auch der Untergang der weltweit geschätzten deutschen Hochschul- und Akademiebildung!

Die nächsten 10, 15 oder 20 Jahre weiß niemand der entweder nicht selbst studiert, sich nicht mit dem Bologna-Prozess befasst hat oder äteren Semesters ist, was die kürzel hinter dem Namen zu bedeuten haben, geschweige denn was sie und das sie überhaupt studiert haben.

Ich mache momentan bei ILS mein Abitur nach und bin vorraussichtlich Ende 2010 fertig. Ich hoffe das ich vorher fertig bin um noch ein Diplomstudiengang zu ergattern, wenn es nicht für das Medizinstudium mit Spezialisierung auf Unfall- und Wiederherstellungschirurgie mit notärztlicher Berechtigung inkl. Promotion (!!!Dr.med., kein M.D.!!!) reichen sollte. Wenn ich das Abi fertig habe bin ich mind. 23 und kann wohl erst mit 40 als Arzt arbeiten ;)

Wie siehts mit unseren guiten alten Dr.-Titel aus? Wird da auch so ein Schundluder mit getrieben wie mit den Diplomabschlüssen? Darf ich mich dann nicht mehr Dr. CobraCain nennen, sondern nur noch CobraCain M.D. oder darf ich wie in den USA wahlweise die angloamerikanische Bezeichnung (M.D.) oder die "normale" Bezeichnung (Dr.) benutzen?

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Es wird auch weiter den Dr. wie bisher geben, wenn er auf dem bisherigen Weg erlangt wird. Allerdings wird es vielerorts zusätzlich Promotionsstudiengänge geben, die dann mit einem Ph.D. abschließen. In der Medizin sind meines Wissens keine M.D. geplant.


VAWi SS 2008:

Pflicht: IM, PM, RUC

Wahl: Recht

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Hallo CobraCain,

leider oder zum Glück leben wir heute in einer globalen Welt, nicht wie früher Ost- und Westblock und jeder hatte oder durfte den Blick nur bis zur Grenze haben. Und gerade deshalb ist eine international ausgerichtete Ausbildung wichtig. Im Arbeitsleben arbeitet man auch nicht nur an 1 Arbeitsstelle. Als Betriebswirt ist es heute unerlässlich die Weltwirtschaft zu kennen. Jeder auch noch so kleine Betrieb ist ein Teil davon.

Leider hat der Bologna-Prozess erst bei den Akademikern angesetzt. Richtig wäre es, Kinder schon zweisprachig ab Elternhaus aufwachsen zu lassen (Landessprache + Weltsprache), die Grund- und weiterführenden Schulen anzugleichen, leider ist es hier in jedem Bundesland unterschiedlich. Und was ich noch wichtiger finde, eine Angleichung der Berufsausbildung. Was bringt es, wenn man in Deutschland einen Beruf erlernt, den es in einem anderen Land in der Art gar nicht gibt?

Wir leben im globalen Zeitalter und darauf sollte auch der gesamte Lernprozess eingerichtet sein.

Gruß

Bydgo

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So lange die deutschen Dr.-Titel erhalten bleiben (zumindest etwas) ist mir egal ob ein minderqualifizierter angloamerikanischer Doktortitel sich durchsetzen wird oder nicht.

Die Globalisierung bemerkt man auch bei der Führerscheinausbildung, ich muss zum Beispiel Kreisverkehrregeln aus Italien wissen. Mit diesen Schwachsinn wird das alles ja nicht einfacher, die Führerscheinausbildung wird immer komplizierter.

Die deutschen Politiker sind sowieso die größten Versager und unfähigsten Vollidioten die dieser Planet je hervor gebracht hat, aber das wahlweise ein Dr.phil. oder ein Ph.D. erlangt werden kann beruhigt mich zumindest etwas, wenn auch nicht sehr viel.

In 10 oder 20 Jahren werdet ihr an meine Worte denken, irgendwann wird jeder Affe studieren können und das deutsche Hochschul- und Universitätsbildungsniveau und unsere hohen Standarts werden untergehen und somit auch unser Bildungssystem. Wie in den USA wird fast jeder in allen möglichen "FAchbereichen" studieren können. Dann kann wohl auch den "Doctor of Philosophy in alternative health" oder den "Doctor of alternative health" erlangen. Welch utopische vorstellungen die politiker da durchgesetzt haben bringt mich auf 180. Jeder Penner kann mindestens einen Bachelor-Studiengang belegen. Leute, wir deutschen verkommen, die Pisa-Studie ist nur ein Beweis ;)

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Sorry ich finde deine Einstellungen bzw. Ausführungen teilweise mehr als unverschämt - Zitat: "Jeder Penner kann mindestens einen Bachelor-Studiengang belegen.".

Ich selbst habe mir die fachgebundene Hochschulreife (Informatik) hart erarbeitet! Findest du nicht auch das du diejenigen beleidigst die sich in Jahren der Weiter- bzw. Fortbildung in ihrem spezielen Bereich die FHR erarbeitet haben?

Oder sind wir deiner Meinung nach alle Penner die über die FHR eine Bachelor anstreben um uns weiterzubilden?

Ich kann einige deiner Bedenken nachvollziehen und stimme dir zu, aber in diesem Fall fühle ich mich persönlich angegriffen und möchte dies hiermit zum Ausdruck bringen.

Gruß,

JC


1. Semester Studiengang Bachelor of Science - Angewandte Informatik (Wirtschaftsinformatik) / PFFH Darmstadt

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Hallo CobraCain,

JC möchte ich zustimmen und Dich ausdrücklich und eindringlich um Mäßigung Deiner Ausdrucksweise bitten.

Äußerungen wie "Die deutschen Politiker sind sowieso die größten Versager und unfähigsten Vollidioten die dieser Planet je hervor gebracht hat" sind unsachlich und in diesem Forum unerwünscht.

Diskussionen gerne - aber bitte auf einem Niveau, das dem Standard hier im Forum entspricht.

Danke für Dein Verständnis.

Viele Grüße

Markus


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Marie, es ist immer gut seine Meinungen zu äussern bzw. zu vertreten, keine Frage. Aber man sollte das mit Argumenten tun ohne dabei andere damit zu beleidigen bzw. zu diskriminieren wie man das aus den Äusserungen von Cobra-Cain entnehmen kann.

Ich persönlich finde den Ansatz der europäischen Globalisierung gut und sinnvoll. Über die jetzige Umsetzung läßt sich streiten und es gibt viele Punkte wie man es hätte besser umsetzen können (Öffentlichkeitsarbeit / Informationsfluss etc.).

Marie zu deinen weiteren Argumenten zur Globalisierung des Bildungswesens kann ich nichts weiter hinzufügen, denn ich sehe die positiven Seiten, wie du, als sinvoll und als eine Herausforderung.

Gruß,

JC


1. Semester Studiengang Bachelor of Science - Angewandte Informatik (Wirtschaftsinformatik) / PFFH Darmstadt

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Ziel ist es nicht, alles an die USA anzupassen. Ziel ist es, die EU gegenüber den USA und anderen starken Regionalblöcken konkurrenzfähiger zu machen.

Wichtige Funktion

- Der Umstand der Globalisierungsprozesse erfordert, dass sich die Bevölkerung anpasst. Wenn sich beispielsweise die Deutschen nicht anpassen, alle anderen EU-Länder aber schon, werden es Deutsche in Zukunft schwerer auf dem Arbeitsmarkt haben - im Ausland und im Inland. Bildung ist die Zukunft - und die Bildungserfordernisse wandeln sich.

Nationalistisches Denken ist kontraproduktiv, weil eine Abschottung gegen den Rest der Welt aufgrund der komplexen internationalen Beziehungen und Möglichkeiten nicht mehr erfolgsversprechend ist. Manchmal ist ein Loslassen von altbewährten Dingen gefordert.

Ich erachte diesen ganzen Prozess durchaus als eine Anpassung gegenüber der ich schon immer aus tiefstem Herzen ein Gegner war. Anpassung bedeutet immer ein Stück eigener Identität aufzugeben. Aus welchem Grund muss es denn gut sein sich anzupassen, bloß weil der anglo-amerikanische Raum ein so immenses internationales Standing hat. Dass die anglo-amerikanischen Staaten in z.B. politischen Bündnissen wie der Nato Leitfigur und Tonangeber auf Grund ihrer politischen und militärischen Macht sind, kann man ja historisch noch begründen oder verstehen. Aber grad das amerikanische Bildungssystem muss sich doch oft Angriffen und Kritiken aussetzen.

Interessanterweise wird auch in diesem Forum immer wieder gepostet (und ja, auch das richtige Leben tickt oft so), dass das z.B. deutsche Diplom international als Qualitätszeugnis gilt. Warum also sollte der deutsche Staat diese Errungenschaften ad acta legen, bloß weil einem andere suggerieren, man müsse alles angleichen?!? Ich kann doch auch im altbekannten deutschen Bildungssystem die Studieninhalte internationalisieren, aber das System beibehalten.

Nationalistisches Denken wollen wir ja nun wirklich nicht, solange es in extremen Ausprägungen artikuliert wird. Aber nationalstaatliches Denken ist auch im Bereich der Bildung nicht das schlechteste. Wir sind ein souveräner Staat als Teil einer Staatengemeinschaft und alle Staaten profitieren davon, soweit es Sinn macht. Aber der immer weiter voranschreitende Verlust der nationalstaatlichen Identität und das verschwimmen der einzelnen Kulturen ist etwas, von dem ich noch nicht weis, ob es gut ist. Dass dieser Prozess nicht aufzuhalten ist, sehe ich leider als Fakt an.

Wie auch immer: International lächelt man sowieso über unseren Bachelor. Liebe Diplomierte, ich glaube da habt ihr die besseren Karten ;-)

Meine Signatur (siehe unten) sagt alles!


Wirtschaftsrecht 4. Semester, HFH

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Zum Thema Bologna haben sich ja auch zahlreiche Unidozenten geäußert,

was ich so gelesen habe sind sie eher dagegen.

Bei vielen Professoren und Dozenten ist die Befürchtung groß, dass die Freiheiten in Forschung und Lehre durch zu viel Bürokratie eingeschränkt werden. Weiterhin ist die Kritik groß, dass im Rahmen der Hochschulreform auch die Forschung an den Unis sich zu stark an ökonomischen Interessen orientieren muss. Sprich Innovation und Kreativität werden zugunsten von Wirtschaftlichkeit und "Drittmittel-Eintreiberei" aufgegeben. Der letzte Punkt hängt aber nur mittelbar mit dem Bologna-Prozess zusammen. (Vergleiche hierzu auch die Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Bodo Zeuner, FU Berlin unter http://www.nachdenkseiten.de/?p=2497 und Dr. phil. Heiner Keupp "Unternehmen Universität" in Blätter 10/07).

Wenn deutsche Hochschulen nun den Bachelor und den Master anbieten müssen, besteht denn auch die Möglichkeit den alten Diplomabschluss zumindestens als freiwillge Zusatzqualifikation anzubieten ???

gruss

mmmhh, haette mir bei 111 Beiträgen die Antwort für den 11.11 um 11.11

aufsparen müssen

Die "alten" Diplomabschlüsse dürfen an Universitäten und Fachhochschulen noch bis 2012 abgeboten werden. Allerdings geht es ihnen wie den Dinosauriern - der Bologna-Komet ist eingeschlagen und sie sterben aus ;)

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man kennt das vom Vorgänger, den Betriebswirt(grad.).

Die durften sich wenn sie min. fünf Jahre in einer ihrer Ausbildung entsprechender Position tätig waren gegen Gebühr (60 DM) nachdiplomieren!

Es ist aber kein akademischer Grad, sondern nur ein staatlich annerkannter Titel wie es auch bei den staatlich eigenen Beamtenfachhochschulen der Fall ist (Dipl.-Finanzwirt (FH), Dipl. Rechtspfleger (FH), Dipl.-Verwaltungswirt (FH) usw)!


Beim Umtrunk auf ihr Staatsexamen stand sie zu nah am Fensterrahmen!

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