Maxi

Infos Kultur- und Sozialwissenschaften gesucht

3 Beiträge in diesem Thema

Hallo zusammen, ich bin gerade am Überlegen an der FernUni Hagen ein Studium in Kultur- und Sozialwissenschaften zu absolvieren und habe deswegen noch einige Fragen an die Moderatoren und evtl. andere User, die dieses Studium gerade machen bzw. schon durchgezogen haben.

Hier noch ein paar Daten zu meinem Werdegang. Ich bin jetzt 31 Jahre alt und habe nach dem Abi eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin gemacht. Leider war das eine rein schulische Ausbildung (auf ´ner Privatschule), so dass ich nach dem Abschluss keinerlei Berufserfahrung hatte und mich keiner genommen hat. Mir blieb nur die Möglichkeit Zeitarbeit. Ich hatte damals absolut keine Lust mehr auf Büffeln und wollte nur Geld verdienen. Hab´ gehofft, ich würde über die Zeitarbeit irgendwo reinkommen... zum Bewerbungen schreiben war ich schlicht und einfach zu faul und hab´ zu wenig getan *zugeb*.

Dann kam es, wie es kommen musste... nach 3 1/2 Jahren Wirtschaftskrise folgte die Entlassung bei der Zeitarbeit. 1 Jahr war ich arbeitslos, wobei ich in dieser Zeit eine Weiterbildung zur kaufmännischen Sachbearbeiterin (VHS) abgeschlossen habe. Außerdem hat mich das Arbeitsamt in einen Kurs gesteckt, Bewerbungstraining mit EDV mit abschließendem Praktikum. War also gut ausgelastet. Trotz Weiterbildung, mehrerer Bewerbungstrainings und über 400 Bewerbungen in einem Jahr hatte ich keinen Erfolg. Mir blieb keine Wahl, als wieder zu ´ner Zeitarbeitsfirma zu gehen.

Und dort arbeite ich jetzt schon über 3 Jahre und komme erneut nicht davon los :(. Natürlich bewerbe ich mich auch bei anderen Firmen um eine feste Stelle, scheue weder Mühe noch Kosten und bilde mich ständig irgendwie weiter... nichts hilft. Jetzt habe ich seit April einen Einsatz, wo ich mir große Hoffnungen auf eine Übernahme gemacht habe. Hab´ da wirklich viel reininvestiert. Aber nein, der Betriebsrat will lieber eine Azubine die nächstes Jahr ausgelernt hat. Und dann kommt noch dazu, dass meine Zeitarbeitsfirma kaum noch Stellen im kaufmännischen Bereich vermittet... also ist meine Zukunft auch dort ungewiss.

Also hab´ ich mich heute mal informiert, welcher Studiengang was für mich sein könnte. Kultur- und Sozialwissenschaften finde ich interessant, hab´ jetzt den ganzen Tag mit Lesen verbracht und mir so einige Infos reingezogen. Nun meine Fragen:

1.) Ist es denn wirklich so, dass man mit über 30 keinerlei Chancen auf BAföG hat? Ich muss dazu sagen, ich wohne noch bei meiner Mutter, die mich leider nicht finanziell unterstützen kann. Sie wird demnächst 60 und verdient sich nebenbei bissl was mit Putzjobs. Vollzeitjob hat sie noch nie gehabt. Mein Vater war bei uns der Haupternährer, doch er ist leider im Januar dieses Jahres gestorben. Und mein Bruder ist Vollzeitstudent, d. h. den Großteil für Miete, Essen usw. bringe ich auf.

2.) Muss man tatsächlich für ein Vollzeitstudium 38-40 Stunden pro Woche lernen? Das schaffe ich zeitlich nicht, wenn ich weiterhin ganztags arbeite. Und ich brauche das Geld zum Leben. Ein Teilzeitstudium wäre da sicher besser, aber das dauert mindestens 6 Jahre... wenn ich damit fertig bin, bin ich schon 37! Was ist, wenn ich die nächsten 6 Jahre auch keinen festen Job finde und dann meinen Bachelor in der Tasche habe? Nimmt denn jemand eine Person mit ca. 13-14 Jahren NUR Zeitarbeitserfahrung?

3.) Im 3. Teilzeitsemester muss man ein 4-wöchiges Praktikum absolvieren. Was ist, wenn die Firma wo ich in der Zeit arbeite mir dafür nicht frei gibt? Mit einem festen Job könnte ich das besser planen und Urlaub nehmen, aber bei der Zeitarbeit geht das nicht so einfach.

4.) Habe ich gehört, dass man mit diesem Studiengang nicht wirklich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Weiß da jemand mehr darüber?

Ich wäre wirklich froh, wenn mir jemand diese Fragen beantworten könnte... habe nämlich wirklich Existenzängste und möchte auf jeden Fall gut informiert sein, bevor ich wirklich was anfange. Zum Glück habe ich noch bis Mitte Januar Zeit, mich zu entscheiden.

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-ich bin gerade am Überlegen an der FernUni Hagen ein Studium in Kultur- und Sozialwissenschaften zu absolvieren

Nur der Vollständigkeit halber: Du weißt, dass das ein Fachbereich ist und kein Studiengang? Die grunständigen Studiengänge in diesem Fachbereich sind zur Zeit:

# Bildungswissenschaft

# Kulturwissenschaften

# Politik und Organisation

1.) Ist es denn wirklich so, dass man mit über 30 keinerlei Chancen auf BAföG hat?

Ja. Es gibt eine Ausnahme, wenn man die HZB erst nach dem 30. Lebensjahr erwirbt, aber die kommt für Dich nicht in Frage.

2.) Muss man tatsächlich für ein Vollzeitstudium 38-40 Stunden pro Woche lernen?

Im Kern schon. Deswegen heißt es Vollzeit. Klar geht es manchmal mit weniger, aber allzuviel Hoffnung würde ich mir darauf erst mal nicht machen.

-Ein Teilzeitstudium wäre da sicher besser, aber das dauert mindestens 6 Jahre... wenn ich damit fertig bin, bin ich schon 37!

Dir ist klar, dass Du beliebig "mischen" kannst? Also auch 7 oder 8 oder 9 Semeser brauchen kannst. Mindestens 6 Jahre ist auch eher die Obegrenze, also Teilziet sollte bis zu 6 dauern, sonst macht einer schon arg langsam.

-Nimmt denn jemand eine Person mit ca. 13-14 Jahren NUR Zeitarbeitserfahrung?

Dazu kann natürlich keine defnitive Auskunft erfolgen. Zeitarbeit sehe ich nicht so als das Problem. Aber die Berufserfahrung muss natürlich irgendwo zu Studium und Tätigkeit passen.

3.) Im 3. Teilzeitsemester muss man ein 4-wöchiges Praktikum absolvieren. Was ist, wenn die Firma wo ich in der Zeit arbeite mir dafür nicht frei gibt? Mit einem festen Job könnte ich das besser planen und Urlaub nehmen, aber bei der Zeitarbeit geht das nicht so einfach.

U. u. könnte (könnte!) Deine bisherige Berufstätigkeit als praktische Erfahrung angerechnet werden. Wenn nicht, musst Du es irgendwie machen. Deine Situation entbindet Dich davon erst mal nicht (vielleicht kann das nochmal aufgeteilt werden oder so).

4.) Habe ich gehört, dass man mit diesem Studiengang nicht wirklich gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt hat. Weiß da jemand mehr darüber?

Nun ja, der Bereich ist insgesamt sicher nicht der mit den besten Aussichten, da er nicht auf eine spezifische Tätigkeit vorbereitet (wie Medizin, wo man eben Arzt wird). Viel hängt da von einem selbst ab, also schafft man es, aus Studium+Praktikum+Berufserfahrung+sonstigen Kenntnissen ein Paket zu schnüren, dass einen Arbeitgeber veranlasst, einem einzustellen, auch im Wettbewerb mit z. B. BWLern.

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Nur der Vollständigkeit halber: Du weißt, dass das ein Fachbereich ist und kein Studiengang? Die grunständigen Studiengänge in diesem Fachbereich sind zur Zeit:

# Bildungswissenschaft

# Kulturwissenschaften

# Politik und Organisation

Sorry, hab´ mich "verlesen". Ich hab´ mich gestern mit dem Studiengang Kulturwissenschaften beschäftigt und mir auf der Website der Fernuni alles zu dem Thema durchgelesen.

Dir ist klar, dass Du beliebig "mischen" kannst? Also auch 7 oder 8 oder 9 Semeser brauchen kannst.

Ich weiß schon, dass man Prüfungen für 2 Module in einem Semester ablegen kann, wenn man das möchte... wird bei mir aber zeitlich schwer zu schaffen, weil mein Arbeitsweg meistens relativ lang ist und ich kein Auto zur Verfügung habe. Bin oft zwischen 5:40 und 19 Uhr außer Haus.

Aber die Berufserfahrung muss natürlich irgendwo zu Studium und Tätigkeit passen.

Bei der Zeitarbeit war ich meistens als Sekretärin oder Teamassistentin eingestellt, manchmal auch als Sachbearbeiterin. Hat nicht wirklich was mit Kulturwissenschaften zu tun, aber kann man das trotzdem als Praktikumszeit anrechnen?

Nun ja, der Bereich ist insgesamt sicher nicht der mit den besten Aussichten, da er nicht auf eine spezifische Tätigkeit vorbereitet (wie Medizin, wo man eben Arzt wird). Viel hängt da von einem selbst ab, also schafft man es, aus Studium+Praktikum+Berufserfahrung+sonstigen Kenntnissen ein Paket zu schnüren, dass einen Arbeitgeber veranlasst, einem einzustellen, auch im Wettbewerb mit z. B. BWLern.

Einige Leute raten mir eher zu einem BWL-Studium... aber darauf hab´ ich ehrlich gesagt nicht wirklich Lust. In meiner schulischen Ausbildung sowie in der Weiterbildung war BWL einer der Schwerpunkte. Ich sag´s mal so, es gibt schon einige Sachen die man im Leben gebrauchen kann und wissen sollte... aber im Großen und Ganzen war mir das Fach schon immer zu trocken und hat mir keinen Spaß gemacht. Und ich denke es macht nicht viel Sinn etwas zu studieren, wenn man nicht voll dahintersteht.

Andere Frage: Hat man im Studiengang Kulturwissenschaften mit Mathematik bzw. Rechnen allgemein zu tun? Für Naturwissenschaften habe ich nämlich leider gar keine Begabung und hab´ im Abi Grundkurs satte 0 Punkte geschrieben...:rolleyes:. Selbst den Prüfungsteil Wirtschaftsrechnen bei meiner Weiterbildung hab´ ich nur mit großer Mühe bestanden, obwohl ich den Stoff im Unterricht gar nicht so schwierig fand. Eine Freundin von mir hat gemeint, dass man viel mit Statistiken zu tun hat und viel rechnen muss, wenn man Kulturwissenschaften studiert.

Außerdem würde mich mal interessieren, ob in den Klausuren reine Denkfragen gestellt werden oder ob auch jemand, der eher der Auswendiglerntyp ist, auch Chancen hat dieses Studium zu packen.

Ich hab´ mir jetzt mal vorgenommen, in den nächsten Wochen (während meines Weihnachtsurlaubs) durch Bibliotheken zu gehen und mich bissl in Kulturwissenschaften-Lektüre reinzulesen um zu wissen, was mich ungefähr erwartet.

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