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Markus Jung

Interview mit einer Sprach-Fernschülerin

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Kristin Kneib (47) belegt zur Zeit den Fernkurs "Spanisch für Anfänger" an der Klett Fernakademie für Erwachsenenbildung. Fernstudium-Infos.de hat mit ihr über die Erfahrungen mit dem Fernlehrgang gesprochen.

Warum haben Sie sich gerade für die Fernakademie und nicht zum Beispiel für das ILS oder die SGD entschieden, die vergleichbare Kurse anbieten?

Ursprünglich hatte ich vor, mit einer Freundin einen Spanischkurs bei der VHS zu belegen. Jedoch waren die Kurse hier nicht alle vor Ort, sondern weiter entfernt. Da ich sowohl durch meine Tochter (behindert), als auch meinen Vater (pflegebedürftig) ziemlich gebunden bin, kann ich leider keine zusätzlichen festen Termine wahrnehmen (neben einem 35-Stunden-Job und einem Schreibbüro nebenher ...).

Die "SGD" kenne ich leider nicht. Und auf diesen Kurs bin ich durch eine andere Freundin gekommen. Bei diesem Kurs nun kann ich mir die Zeiten so einteilen, wie es mir passt - nachmittags oder abends, oder auch am Wochenende.

Was gefällt Ihnen an dem Kurs besonders gut?

Der Kurs ist super gut aufgebaut und ich wünschte wir hätten damals in der Schule eine solche Möglichkeit des Lernens gehabt. Alles ist sehr verständlich und ich habe bei dem Spanischkurs den Vorteil, dass ich in der Schule Latein hatte. Also ist die Grammatik nicht ganz so schwer für mich. Am besten gefällt mir, wie schon gesagt, dass ich mir die Zeit so einteilen kann, wie es in meinen Tagesablauf passt. Ich muss nicht wöchentlich zu einem bestimmten Termin (den ich vermutlich nicht halten könnte, da ich in Frankfurt arbeite und ab und an auch Meetings bis abends habe).

Was ist weniger gut?

Mir fällt hier eigentlich im Moment nichts Negatives ein. Bisher war ich noch nicht in der Verlegenheit, dass ich Unterstützung gebraucht hätte. Das Einzige ist vielleicht die Hilfe bei der Aussprache. Aber die Lehrerin korrigiert ja die Sprachbänder und weist mich auf Unschönheiten hin. Bei meinem Hessisch ist das halt nicht ganz so einfach. Aber wenn man sich die CDs lange genug anhört, kommt man denke ich gut durch.

Die Stiftung Warentest hat Sprach-Fernkurse getestet und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Teilnehmer an solchen Kursen allein gelassen werden, das Material oft veraltet ist und insbesondere kaum Möglichkeiten zum sprechen bestehen.

Dem kann ich nicht zustimmen. Ob der Kurs veraltet ist, kann ich nicht sagen, da ich ja keine Vergleichsmöglichkeiten habe. Jedoch mit dem allein gelassen werden, bin ich anderer Meinung. Der Kurs ist ja zum Selbststudium und jeder sollte sich selbst kennen und wissen, ob er sich das zutraut oder nicht. Ich bin relativ ehrgeizig und war in der Schule in Sprachen (Englisch, Latein, Französisch) sehr gut und es ist mir leicht gefallen. Und man ist hier nicht allein gelassen. Man hat jederzeit die Möglichkeit Kontakt mit dem Lehrer aufzunehmen. Die Post wird umgehend beantwortet von den Kollegen und man hat die Möglichkeit direkt mit dem Lehrer in Kontakt zu treten. Diese (in meinem Fall eine Lehrerin) ist sehr freundlich und hilfsbereit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich bei der VHS bereits jetzt so weit wäre, wie ich es im Fernkurs schon bin. Ein Kurs mit mehreren Teilnehmern richtet sich ja in der Regel nach den Schwächeren und hier kann ich meinen Kurs so durchziehen, wie mein Verständnis es zulässt. Zusätzlich werden ja auch Tipps gegeben in einem extra Heft, wie man sich am besten den Studienstoff vornehmen sollte. Einige Tipps habe ich wahrgenommen, andere weniger. Und es hat geholfen. Bezüglich des Sprechens muss man sich einfach selbst durchringen. Ich arbeite zum Beispiel jeweils eine Lektion durch - spreche immer alles, was ich schreibe und wiederhole mehrmals die Texte. Dann schreibe ich die ganze Lektion zur Sicherheit noch mal am PC (und spreche wieder die Texte, die ich schreibe) - wobei ich dann bei den Tests weiß, ob ich es verstanden habe oder nicht.

Wie haben Sie bisher die Betreuung erlebt? Welche Betreuungsangebote haben Sie genutzt und wie war die Erreichbarkeit, Hilfe etc.?

Die Betreuung war bisher sehr gut. Ich kann mich über die Erreichbarkeit nicht beschweren. Und im Online Studienzentrum sehe ich ja auch meine Noten. Es gibt außerdem die Möglichkeit, sich mit anderen Studienkollegen in Verbindung zu setzen, aber dazu fehlt mir leider die Zeit.

Wie ist das Lehrmaterial aufgebaut? Erhalten Sie alle benötigten Informationen, Vokabeln etc.?

Das Lehrmaterial ist meiner Meinung nach einfach super aufgebaut. Zu jeder Lektion sind die entsprechenden Vokabeln angegeben. Zudem wurde auch ein dickes Wörterbuch mitgeliefert, in welchem ich nachschlagen kann, wenn ich wirklich eine Vokabel vergessen habe.

Zum Beispiel bei der Grammatik gibt es sehr viele Beispiele, so dass man dann nach der entsprechenden Lektion alles verstanden hat. Es gibt nicht nur eine Übung, sondern immer mehrere. In den Folgeheften wird dann auch wiederholt, um das Wissen zu festigen. Nach den Lernabschnitten und Übungen gibt es dann einmal einen Test, bei welchem man die Lösungen noch überprüfen kann und danach kommt noch mal ein Test, bei dem man sieht, ob man wirklich alles verstanden hat oder nicht. Zum Abschluss eines Studienheftes gibt es dann noch mal eine Zusammenfassung mit allen wichtigen Punkten - Hinweise auf die Grammatik und auch hier werden noch einmal Dialoge angeführt, bei denen man einmal die Person A und einmal die Person B ist, so dass man gut in die Gespräche reinkommt.

Werden in Ihrem Kurs CDs/MP3s etc. eingesetzt oder noch Kassetten?

In diesem Kurs werden CDs eingesetzt. Hierdurch kann man die Aussprache überprüfen. D.h. zuerst sollte man eine Lektion mit der CD durcharbeiten, damit die Aussprache sicher ist. Danach dann die Vokabeln aus dem Heft lernen - darauf wird auch immer hingewiesen - und dann kann man die jeweilige Lektion durcharbeiten.

Vermissen Sie nicht einen direkten Gegenüber, um die Sprache zu praktizieren?

Sicherlich würde es mehr Spaß machen, wenn man ein Gegenüber hätte. Aber ich denke, das ist das Einzige, auf das ich hier verzichten muss. Der Kurs ist mit den CDs wirklich gut aufgebaut. Außerdem gibt es zusätzlich noch eine CD, auf welcher nur die Vokabeln sind - man kann sie dann mit ihr auch trainieren und die Aussprache überprüfen.

Wie umfangreich sind die Sprech-Übungen des Kurses und das Feedback darauf?

Man wird ständig darauf hingewiesen, die Texte zu sprechen. Oder man soll erst von der CD zuhören und danach die Texte mehrmals lesen. Am besten halt laut. Und das mache ich. Am Ende eines jeden Übungsheftes sind, wie auch bei den schriftlichen Einsendeaufgaben, mündliche Einsendeaufgaben vorhanden. Diese werden auf ein Band gesprochen und an die Lehrerin geschickt. Da muss man dann Texte lesen, oder selbst Sätze bilden - Sachen aus dem Alltag (halt mit dem Vokabular aus den entsprechenden Lektionen). Die Kassette wird dann eingeschickt und nach einiger Zeit bekomme ich die Kassette zurück mit den Korrekturen der Lehrerin. Sie führt genau auf, auf was man besonderes achten muss und erläutert das, was man falsch oder undeutlich ausgesprochen hat. Ich hatte auch schon den Fall, dass die Kassette irgendwie defekt war. Daraufhin erhielt ich sofort eine neue.

Werden auch Live-Gespräche angeboten?

Man kann sich direkt an die Lehrerin wenden, für den Fall, dass man nicht klar kommt. Bisher habe ich das jedoch nicht in Anspruch genommen, sondern allenfalls eine Fragen mit auf die Kassette gesprochen. Ich hielt es bisher auch nicht für notwendig (ich habe einen Kollegen, der auch Spanisch spricht - und wir üben jeden Tag ein bisschen, so dass ich dann auch von Tag zu Tag mehr verstehe - und er versteht mich auch - also muss das mit der Aussprache auch funktionieren). Außerdem werde ich das jetzt austesten - fliege im Februar nach Mexiko :-)

Haben Sie einmal daran gedacht, den Kurs abzubrechen?

Nein, auf keinen Fall. Dazu bin ich zu ehrgeizig. Ich habe mir geschworen, dass ich das in einem Jahr durchziehe. Zur Not habe ich - sollte ich wirklich in Zeitnot kommen - die Möglichkeit noch zwei Monate dranzuhängen. Wenn diese Art von Lernen nichts für mich gewesen wäre, dann ich hätte ich in der Probezeit schon aufgehört. Dazu hat man schließlich auch die Möglichkeit.

Wie bewerten Sie den "Spaßfaktor" bei einem Fernkurs im "stillen Kämmerlein" ohne Mitschüler?

Ich weiß nicht, ob ich das als Spaßfaktor sehen kann, aber ich bin einfach stolz auf mich selbst, dass ich das alleine hinbekomme. Wie gesagt, dass ich Latein hatte, ist sicherlich eine große Hilfe. Die Grammatik ist schon "hart". Ich bin halt alleinerziehend und jetzt, da meine Tochter im Internat ist, habe ich abends ein wenig Zeit (wenn nicht gerade das Schreibbüro ruft), oder mein Junior mich in Anspruch nimmt. Und da wollte ich meine Zeit einfach sinnvoller nutzen, als immer nur vor der "Klotze" zu sitzen. Mein Spaßfaktor bei diesem Kurs war bisher, dass ich wie ein kleines Kind auf die Benotungen der Tests warte und freue mich, wenn ich dann meinen schriftlichen Schnitt von bisher "1" halten kann. Das ermutigt mich dann immer weiter zur nächsten Lektion. Im Mündlichen klappt das leider nur mit einer "2" - aber mit dem Hessisch ist das wirklich nicht so einfach die "r" zu rollen. Ich fühle mich jedenfalls nicht allein gelassen. Ich habe mir diese Art und Weise des Lernens so ausgesucht, weil ich mir das einfach zutraue.

Vielen Dank für dieses interessante Interview.

bearbeitet von Markus Jung

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