15 Beiträge in diesem Thema

Hallo zusammen,

ich hoffe ihr könnt mir den ein oder anderen Tip als Entscheidungshilfe geben..

Ich hatte bisher 2 Vorstellungsgepräche für eine wirklich interessante Stelle als "Senior-Projektleiter".

Eigentlich hört sich alles sehr gut an, es gibt lediglich folgende Probleme:

-Aussertarifliche Anstellung, daher alle Überstunden mit Gehalt abgegolten und entsprechend werden Überstunden erwartet (nicht die vertraglichen 38,5 Std)

-je nach Projektphase stehen regelmäßige Auslandsaufenthalte an

diese dauern i.d.R. 1-2 Wochen und können in heissen Phasen alle 2 Wochen anfallen

Ich mache mir Sorgen, dass das Studium bei so einer Position hinten überfällt. Einmal was das Lernen angeht, aber auch, dass Prüfungen an Terminen sind, wo ich im Ausland bin...

Über das Thema haben wir auch beim Vorstellungsgespäch gesprochen-die Firma würde sich zwar freuen, wenn ich ein Studium abschliesse, aber die 1. Priorität muss die Arbeit sein.

Da die Personalerin ebenfalls ein Fernstudium absolviert hat, sagte sie, dass sie es sich bei der Position kaum vorstellen kann, dass das zu schaffen ist.

Folgende 2 Möglichkeiten sehe ich nur:

-Stelle annehmen und hoffe, dass ich das über die 4 Jahre irgendwie hinbekomme

-Stelle ablehnen und andere Stelle suchen, die (in der Theorie) weniger stressig ist und weniger Stunden beinhaltet

Ich muss derzeit eine neue Stelle suchen, da es meinem Arbeitgeber finanziell sehr schlecht geht und ich noch rechtzeitig den Absprung schaffen möchte. Die Position wäre wirklich Top und entspricht dem, was ich nach dem Studium machen will.

Da ich Anfang 2007 bereits im 2. Semester das Studium wegen Jobwechsel und Umzug nach Bayern, abgebrochen habe, würde ich es diesmal aber gerne "fertig machen", da ich fürchte, dass irgenwann ohne Studium auch ein guter Lebenslauf nichts mehr nützt..

Vielleicht hat ja der ein oder andere von Euch ähnliche Arbeitsbedingungen und kann mir seine Erfahrungen weitergeben..?!


Gruß

Tobias

Irgenwie zwischen den Semestern Wirtschaftsingenieurwesen an der HFH / SZ München

Technischer Fachwirt (IHK) 2003-2006

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Hi Tobias

Zunächst mein Rat - bleibe dabei.

Du hast mit einem Fernstudium doch die optimale Kombinationsmöglichkeit. Du kannst jederzeit und überall lernen, bis zeit- und ortsunabhängig und kannst auch im Ausland deine Prüfungen schreiben.

Das kostet zwar extra und muss frühzeitig organisiert sein, aber in den Goethe-Instituten kannst du auf der ganzen Welt Klausuren schreiben.

Du wirst es im Laufe des Jobs ja feststellen, wo du freie Zeiten für´s Lernen erübrigen kannst. Evtl. zieht sich das Studium um 1-2 Semester. Aber die HFH ermöglicht dir ja bis zu 3 Semester kostenfrei zu verlängern.

Ich würde es wie gesagt versuchen und erst wenn es wirklich nicht mehr geht eine Entscheidung treffen. Dies jetzt schon zu machen ist a) überfrüht, B) würde es dich wohl ewig ärgern, da du nie wissen wirst, ob du´s nicht doch gepackt hättest.

Das Einzige was du riskierst ist, dass du Geld ausgegeben hast - so what?

Gruß Lutz


Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen. (Benjamin Franklin)

(8. Semester BWL an der HFH und alle Prüfungen hinter mir)

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Lieber Tobias,

ich stand vor ca. einem Monat vor einer änlichen Frage.

Jobangebot 45h/woche + min. 1h fahrzeit täglich.

Da ich momentan in 10 min. auf der arbeit bin und nen 41h vertrag habe, wären das für mich ca 10h zusätzlich gewesen. Gehaltlich wären es nur ca. 400 euro mehr pro monat gewesen.

Ich hab hauptsächlich deshalb lange überlegt weil der job auch sehr viel besser zu dem gepasst hätte was ich mir für nach dem studium vorstelle.

Allerdings hatte ich von Anfang an kein gutes Gefühl dabei.

Ich habe mich dann entschieden, dass mir das Studium wichtiger ist und den Job abgesagt.

Natürlich bist du in einer anderen Lage, weil du dich quasi von einem sinkenden Schiff retten musst. Ich fand es hat sich gut angefühlt mal nach dem bauch, und nicht nach dem kopf zu entscheiden.

Was sagt denn dein Bauchgefühl?

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Hallo Tobias,

ich würde auch dabei bleiben, und schauen, es irgendwie in den Alltag zu integrieren.

Zu deiner Frage, ob jemand einen ähnlichen beruflichen Hintergrund hat: ich habe einen anderen, aber auch interessanten: ich bin selbstständig und betreue unsere Telefonisten auf der einen Seite und auf der anderen Seite manage ich unseren Aussendienst, mache die Abrechnungen und sorge dafür, dass alles reibungslos läuft. Ich habe noch eine ziemlich quirlige 2jährige Tochter, die aber schon eine Weile halbtags in den Kindergarten geht und mein Mann geht auch arbeiten.

Wie ich nun mein Studium schaffe:

ich stehe jeden Tag um 3.00 Uhr auf und lerne ca 3-4 Stunden, mache dann das in der Früh nötigste im Büro, bringe die Tochter in den Kindergarten, schließe mich im Anschluss mit dem Aussendienst kurz, danach sind die Telefonisten dran. So geht das fast den ganzen Tag, nur kurze Pausen zwischendurch zum Essen sind drin. Was ich bis 20.00 Uhr am Tag nicht geschafft habe, bleibt bis zum nächsten Tag liegen, höchstens es wäre die Abrechnung, da arbeite ich auch schon mal bis 24.00 Uhr.

Und kurz nach 20.00 Uhr gehe ich ins Bett.

Ausnahme: gestern wollte ich noch eine Prüfungsaufgabe fertig machen, bin aber währenddessen eingeschlafen, so dass ich die PA jetzt gleich noch beende (wegen der Anmeldefrist für die Klausur).

Und ich habe mir vorgenommen, das Studium durchzuziehen mit diesem Tagesablauf.

Gruss

Kashira

PS: wenn du so oft ins Ausland musst, kannst du vielleicht Flug-/ und/oder sonstige Reisezeiten zum lernen nutzen.

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Ich würde ebenfalls dabei bleiben, zur Not kannst Du auch das Studium stilllegen soweit ich weiss, sprich Du erhälst 1 Semester keine Leistungen, dafür kannst Du aber auch die Überschreitungszeit voll in Anspruch nehmen.

Ich pers. würde in Deiner Situation nicht am Studium zweifeln, schlieslich hast Du Dich ja dafür entschieden und willst etwas erreichen, auch wenn der Job Prio 1 hat, schlussendlich möchtest Du mit dem Abschluss auch etwas anfangen.

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Hallo Tobias,

Die Klausel

alle Überstunden mit Gehalt abgegolten

gilt nur im Rahmen der gesetzlichen zugelassen Überstunden. Du hast also eine Art Maximalgrenze (Möchte mich ungern hier dazu weiter auslassen, aber such mal bei google und wirf einen Blick ins ArbZG).

Aber das ist natürlich nur die halbe Miete. Insbesondere bei einem neuen Arbeitgeber möchte man i.d.R. nicht mit solchen Argumenten kommen.

Ich würde Dir dennoch ganz klar zu Deiner Alternative 1 (Stelle annehmen) raten. 4-5 Jahre sind zwar eine lange Zeit, aber versuchen kannst Du es doch. Zudem hat Lutz ja den interessanten Hinweis bzgl. der Prüfungsmöglichkeit im Ausland gegeben. Und wenn es die Stelle ist, die Du Dir "schon immer vorgestellt" hast, dann greif zu !

Gruß,

Michael

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Hallo Tobias,

ich hatte vor einem halben Jahr eine ähnliche Entscheidung zu treffen: mir wurde - allerdings innerhalb meiner jetzigen Firma - angeboten, eine Leitungsposition zu übernehmen. Da damit

meine heutige 4-Tage-Woche faktisch aufgehoben und nicht wenige Überstunden zu erwarten waren, habe ich mich gegen diesen kurzfristigen Karriereschritt und für mein Fernstudium und damit langfristige Ausbildung entschieden. Diese Entscheidung habe ich bis jetzt noch nicht bereut.

Du must dir darüber klar werden, was wichtiger für dich ist. Aus eigener Erfahrung kann ich sage, dass auch ohne eine Leitungsposition inne zu haben, allein durch Projektarbeit genug Verzögerungen im Studienablauf entstehen und es schwer ist am Ball zu bleiben.

Wichtig ist, dass du eine Bewusste Entscheidung triffst und auch zu dieser stehst. Spätestens, wenn es in der Firma brennt und gleichzeitig Prüfungen anstehen, wirst du dich für eines entscheiden müssen...

Grüße

Michael


joergs.com/mijoe/ | 1. Semester | Bachelor of Science Angewandte Informatik | Wilhelm Büchner Hochschule Darmstadt

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gilt nur im Rahmen der gesetzlichen zugelassen Überstunden. Du hast also eine Art Maximalgrenze (Möchte mich ungern hier dazu weiter auslassen, aber such mal bei google und wirf einen Blick ins ArbZG).

Hallo,

Achtung... nichts durcheinander bringen. Die Frage der max. Arbeitszeit hat rein gar nichts damit zu tun, wer wann was vergüten muss. Ein Anspruch auf die Vergütung von Überstunden besteht nur, wenn dies vereinbart ist.

Fraglich ist auch, ob für den Projektleiter das ArbZG gilt. Für leitende Ang. gilt insbesondere § 3 ArbZG nicht, bei Auslandsentsendung gilt es ebenfalls nicht (Territoritalprinzip von Gesetzen).

Nun zur Ausgangsfrage:

Da der bisherige AG wackelt, ist die Sicherung der Brötchen momantan Priorität 1, während das Studium für mich an die 2. Stelle rutschen würde.

Das Studium ist aber nicht unwichtig, da es mir später in Bezug auf Priorität 1 evtl. die schöneren und leckeren Brötchen einfahren kann.

Also vergleichbare Meinung wie meine Vorredner. Nimm den Projektleiterjob an, kämpfe, beise, geh durch die Hölle und gib bitte das Studium nicht auf. Nimm eher eine längere Studiendauer in Kauf um an Dein Ziel zu kommen.


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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Achtung, ein wenig Off-topic ...

@ Holger

Ja, Du hast recht, natürlich habe ich auf §3 abgezielt. Ich bin mal nicht davon ausgegangen, dass er in Funktion des Projektleiters als leitender Angestellter eingestuft wird. Erst recht nicht gehe ich davon aus, dass hier das Territorialprinzip zur Anwendung kommt.

Ich habe nicht von der Vergütung gesprochen. Was meinst Du damit ? Ich meinte die max. zulässige Arbeitszeit gemäß §3 ArbZG.

Wenn ich einen groben Denkfehler mache, wäre ich sehr dankbar, wenn Du mich kurz aufklären könntest.

Danke.

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Ja, Du hast recht, natürlich habe ich auf §3 abgezielt. Ich bin mal nicht davon ausgegangen, dass er in Funktion des Projektleiters als leitender Angestellter eingestuft wird. Erst recht nicht gehe ich davon aus, dass hier das Territorialprinzip zur Anwendung kommt.

Ich habe nicht von der Vergütung gesprochen. Was meinst Du damit ? Ich meinte die max. zulässige Arbeitszeit gemäß §3 ArbZG.

Hallo Michael,

die Frage, ob er ltd. Ang. ist, kann nur sein neuer AG beantworten. Doch selbst wenn nicht: Warum sollte in China das deutsche Arbeitszeitgesetz Gültigkeit haben?

Fraglich ist dabei zuerst, ob eine "Entsendung", eine "Versetzung" oder eine "Dienstreise" ins Ausland vorliegt um zu entschieden, welche Rechtsnormen gelten.

So wirken deutsche Normen, z. B. aus dem Betriebsverfassungsgesetz auch bei der Entsendung usw. weiter.

Was unstreitig nicht gilt, ist das ArbZG.

Das ArbZG gilt für alle Arbeitnehmer, die im Geltungsbereich des Grundgesetzes bei deutschen oder ausländischen Unternehmen beschäftigt sind.

Verlasse ich also die Grenzen der Republik, gibt es keine Maximalarbeitszeit von 10 Std. mehr.

Geschickt ist es also aus Arbeitnehmersicht, diese Maximalarbeitsgrenze im Anstellungsvertrag wieder zu finden, da diese dann bei einer Entsendung auch im Ausland weiter Bestand hat. Alternativ kann man Einzelvertraglich auch die Geltung des ArbZG bei Auslandstätigkeit vereinbaren.

Der Gesetzgeber bzw. die Rechtsprechung hat klargestellt, dass das Territorialitätsprinzip gilt.

Quelle: Erfurter Kommentar zum ArbZG, § 2, Rdnr. 14; BAG v. 12.12.1990, NZA 1991, 386).

Du hattest oben ja die "Überstundenvergütung" angesprochen und ausgesagt, dass die Klausel nur für die gesetzl. max. Überstunden gilt.

Ich meinte, dass es einen solchen Anspruch nur gibt, wenn mein Arbeitsvertrag, ein Tarifvertrag ... dies auch so festlegt. Ohne Vertrag, keine Überstundenvergütung.


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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