8 Beiträge in diesem Thema

Hallo Ihr,

ich bin grade etwas erschreckt - mein Arbeitgeber hat neue Leute für ein kommendes Projekt eingestellt, die alle über eine Leiharbeitsfirma ausgeliehen sind, und in unserem angeschloßenen Helpdesk (1st Level Support) arbeiten werden.

Die Hälfte der Leute hat studiert - Wirtschaftsinformatik, Maschinenbau und dergleichen. Ich habe leider noch nicht persönlich mit den Kollegen gesprochen, weiss also nicht, ob sie das Studium angebrochen haben oder was los ist.

Bei dem herrschenden Fachkräftemangel hier in Deutschland, da muss man doch eigentlich einen guten Job finden, mit Verantwortung, und nicht im schlecht bezahlten Helpdesk arbeiten, oder?

Ich bin etwas erschreckt ... aber wie gesagt, ich kenne die persönlichen Geschichten dahinter (noch) nicht.


AKAD - Wirtschaftsinformatik

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Mhm... also während des Studiums könnte ich mir vorstellen auf Stunden- bzw. 400€ Basis im Helpdesk zu arbeiten. Nach dem Studium wär das wohl eher ein Sprungbrett für die Akademiker ;)


Wilhelm Büchner Hochschule - 1/2008 bis 5/2011 - Dipl.-Inform. (FH)

FernUni Hagen - M.Sc. Informatik - 3. Semester

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Huhu,

mach dir mal nicht gleich Gedanken. Wenn Du die einzelnen Geschichten nicht kennst, kannst Du nicht einschätzen, warum die Kollegen als "Studierte" im UHD arbeiten.

Es könnte z.B. sein, dass jemand sich ein bisschen zusätzlcihe Berufserfahrung erarbeitet bevor er sich auf einen "fetten" Posten bewerben will. Studienabbrecher oder Menschen mit "schlechten Noten" gibt es auch immer wieder.

Manch einer kann sich schlicht und ergreifend nicht verkaufen und endet dann leider in einer "Klitsche", die ihn dann in den First Level schickt.

Sprich - ich würde da wirklich nicht zuviel reininterpretieren. Ob das Studium jetzt 100% Zugang zu gutbezahlten anspruchsvollen Jobs bietet lasse ich jetzt offen - aber im Normalfall sollte etwas spannenderes als First Level Support rausspringen.

Grüße

Danny


Danny

Ausbildung Industriekauffrau (1998)

Bachelor of Science in Angewandter Informatik 12/2007 - 12/2011

Master of Science Innovations- und Technologiemanagement 06/2012 -

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Hallo!

ich bin ziehmlich erschrocken, wenn ich lese was manche Leute für eine

Vorstellung vom Helpdesk haben.

Bei uns in der Firma sitzen nur Dipl.-Ing./Inf. oder Techniker mit jahrelanger

Berufserfahrung und guter Ausbildung im Helpdesk. Ohne das entsprechende

(Fach)wissen hätten die bei den Anforderungen keine Chance! Und nebenbei

bemerkt: die verdienen ordentlich!

In vielen Teilbereichen hat unser Service allgemein betrachet ein breiteres

und tieferes Wissen als unsere Hauptabteilung. Das liegt zum Großteil daran,

dass der Service viel mehr Fachübergreifend arbeitet und ein technisches

Know-How der letzten 20 Jahre überblicken muss.

Ich denke, dass die Situation bei uns eher selten der Fall ist, aber es keines

falls immer so ist, dass nur 400Euro-Ferienjobler ohne Ahnung im HD sitzen.

Oder Leute die nichts besseres gefunden haben.

Gruß

Steffen

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Steffen, da denke ich leider anders.

So wie ich das verstanden habe, geht es nicht um HD allgemein, sondern um den 1st-Level-Support.

D.h.: Fragen, ob schon neu gestartet wurde, ist der Stecker in der Buchse etc. Und wenn das nicht hilft --> weiter zum 2nd-Level.

Da ich i, Support 9 Jahre selbstständig war, weiß ich, wovon ich spreche (Und ich kenne einige HD`s)....

Und zum Thema "gut bezahlt": Wenn eine größere Firma nur einen HD hat, dann mag das sein, aber im 1st-Level schaut das doch ganz anders aus. Gerade dann, wenn die Leute über Personalleasing da sind...

Also, ich würde auch gerne mal die Geschichte dahinter hören.


Vorbereitung auf den Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik

Aus finanziellen Gründen nur privat aber mit den richtigen Unterlagen ;-)

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Ob dies möglicherweise daran liegt, daß der Fachkräftemangel hauptsächlich in Forderungen der Arbeitgeberverbände, Reden von Politikern und Beiträgen von Journalisten existiert und nicht in der real existierenden Volkswirtschaft?

Bei 5-7 Millionen Arbeitslosen sind auch hundertausende Akademiker und sogenante "Fachkräfte" im Heer der Arbeitslosen fest integriert und selbstverständlich hat jeder von uns die Chance (also das Risiko) in diesem Club Mitglied zu werden. Wer glaubt dagegen gefeit zu sein, obliegt einer Selbsttäuschung. Jeder ist entbehrlich und ersetzbar und früher oder später wird jeder entbehrt und ersetzt werden. So ist eben das Leben. Und bevor man dann seine Nummer zieht läßt man sich eben auf so lausige Jobs ein.

Der Arbeitsmarkt ist in den letzten Jahren für Hochqualifizierte besser geworden. Aber auch in unserer Firma landen Absolventen über irgendwelche Leihfirmen die trotz guten Abschlüssen ohne Berufserfahrung kein passablen Job kriegen.

Aber auch wenn ich jedes einzelne Wort über den "Fachkräftemangel" für eine Lüge halte, so denke ich doch zugleich, daß die Chancen mit einer hohen Qualifikation in dem (größtenteils unfairen und ungerechten) Rattenrennen namens Marktwirtschaft besser sind als mit einer niedrigeren Qualifikation. Die desolate Lage sollte einem also eher anspornen als entmutigen, denn die höhere Qualifikation ist für die meisten von uns die einzige Chance (nicht Garantie!) den bestehenden Status zu halten oder sogar die eine oder andere Mitratte im Rennen zu überholen ;-)

Im übrigen denke ich auch, daß viele Helpdesk-Mitarbeiter gut qualifiziert sind. Aber ich habe bislang noch keinen getroffen, der gut verdient hat und nicht einen der nicht unbedingt aus diesem Job wieder rauswollte!

Das Ansehen bei den höheren Führungskräften ist immer schlecht da ja "nur die Übriggebliebenen" dort arbeiten (müssen) und der Benchmark sind immer die Kosten in Budapest und man ist immer zu teuer, zu langsam und muß sich ständig rechtfertigen.

Nee, reiner HD ist zu Tode Controlled und lieber fahre ich Pizza aus. Da schaut einem der Controller und der Chef wenigstens nicht ständig auf den Monitor oder hört die Telefonate mit.

Gruß

Jörg


ehemaliger Fernstudent.

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Hallo Testi,

also Timste schreibt, dass bei ihnen der 1st-Level-Support der Helpdesk ist

und in meiner Firma ist das auch so!

Bei uns wird der Helpdesk (= 1st-Level-Support) mometan etwas

umorganisiert, sodass im Endausbau ca. 80-90% der Service-Fälle dort gelöst

werden (sollen). Die Restlichen 10-20% übernimmt dann der 2nd-Level oder

es geht direkt weiter an die Entwicklungsabteilung.

Ich möchte aber hier noch mal betonen, dass es so in meiner Firma ist und

ich das nicht verallgemeinern möchte!!! Sicherlich tift es zu, dass irgend

welche Ferien-Jobler für ein paar Euros anderen Helfen wenn der Drucker mal

nicht druckt. Aber nicht wenn es um 4 bis 6 Stellige Beträge pro Stunde

Anlagenstillstand geht! Dann sitzen Spezialisten mit Know-How im HD die

auch dementsprechend verdienen! Natürlich ist da auch der Druck und die

Erwartungshaltung der Chefs groß! Da geb ich dir recht Jörg.

Also in vielen Firmen mag es zutreffen, dass im HD Leute sitzen die keine

Ahnung haben und auch wenig verdienen. Aber eben nicht in allen Firmen!

Und das viele Leute grundsätzlich davon ausgehen finde ich sehr schade!

Gruß

Steffen

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Steffen, da denke ich leider anders.

So wie ich das verstanden habe, geht es nicht um HD allgemein, sondern um den 1st-Level-Support.

D.h.: Fragen, ob schon neu gestartet wurde, ist der Stecker in der Buchse etc. Und wenn das nicht hilft --> weiter zum 2nd-Level.

Da ich i, Support 9 Jahre selbstständig war, weiß ich, wovon ich spreche (Und ich kenne einige HD`s)....

Ja, genauso ist es. Einfache Dinge halt, wie Stecker ziehen und Computer neu starten. Ich möchte den Helpdesk auf gar keinen Fall schlecht reden, da ich selber dort angefangen habe und die meisten Kollegen absolut nett sind. Aber der Job ist sauschlecht bezahlt und in keinster Weise befriedigend für jemand der studiert hat und sein Wissen auch anwenden möchte - das hat mich etwas erschrocken ...

Und ja, Jörg, auch unsere Betriebsleitung möchte uns am liebsten einer totalen Überwachung unterziehen, hätten wir nicht einen Betriebsrat, der langsam aus seinen Kinderschuhen wächst und sich querstellt.

Eigentlich ist es eine Sauerei was im Moment "in Mode" ist zum Thema Überwachung und Mitarbeiterführung seitens der Geschäftsleitungen. Aber das ist ein anderes Thema.


AKAD - Wirtschaftsinformatik

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