UdoW

Fernstudium vs. Präsenzstudium

10 Beiträge in diesem Thema

Zitat aus dem Forum der PFFH Autor Joachim Loeper

ist eigentlich fast töricht, über dieses Thema zu diskutieren, ohne dabei die historischen Wurzeln im Auge zu haben. Ich will diese hier keinesfalls ausrollen, nur soviel (Mitwissende mögen mir verzeihen, wenn ich das hier ganz flach verkürze):

Das Katheder der Universität war den hohen Geisteswissenschaften schon im Mittelalter vorbehalten. Als das Industriezeitalter kam, benötigte man schnell praktisch ausgebildete (Betriebs)Ingenieure (Maschinenbauer, Druckmaschineningenieure, Bergingenieure etc.). Diese wurden an Ingenieurschulen innerhalb von etwa drei Jahren ausgebildet und nannten sich Ing.(grad). Sie werden sich hieran kaum noch erinnern. Die Zeit brachte es mit sich, dass aus letzteren die Fachhochschulen wurden, diese immer mehr mit praktischen Fächern überfrachtet wurden und viele auch nichts mehr mit der Ingenieurausbildung als solcher zu tun hatten. Die Universitäten konnten sich davon differenzieren, indem es zunächst nicht Ziel war, die Studenten zu spezialisieren, sondern ihnen eine Methode in die Hand zu geben, sich selbst zu helfen: Bildung

Während wir noch vor 50 Jahren Bildung und Erziehung an deutschen Hochschulen praktizierten, haben wir es inzwischen an den Universitäten auch nur noch zur Aus-bildung geschafft.

Andrew Abbot, der Präsident der University of Chicago, begrüßte im vorigen Jahr seine Erstsemester mit den Worten: „...wenn Sie denken, dass Sie in irgendeiner Richtung später einmal tätig werden, die Sie hier studieren werden, so kann ich Ihnen heute schon sagen, Sie werden etwas völlig anderes tun. Und um Sie darauf vorzubereiten, sage ich: Es gibt kein Ziel für die Bildung, das Ziel ist Bildung!“ und er verwandte das Wort EDUCATION. Der Mann hat so recht!

Gleichzeitig aber drängen hierzulande die Berufsakademien in den akademischen Sektor und wollen Bachelorstudiengänge anbieten. Das alleine gäbe Anlass für weitere Diskussionen, genau, wie man über den Bologna-Prozess lange reden könnte.

Hier nun zu diskutieren, was besser ist: Präsenzstudium oder Fernstudium, ist ebenso töricht. Präsenzstudium hat es eigentlich immer wieder in anderen Formen gegeben, von der Entgegennahme einer Kanzelpredigt bis zum gemeinsam im Team bearbeiteten Projekt und eLearning-Szenarien. Fernstudium ist in einigen Flächenländern wie Kanada, Schweden, Australien, Südafrika u.a. fester Bestandteil des Bildungskanons. Ohne diese Studienform wären auch in Finnland und Russland akademische Ziele nicht zu erreichen.

Also, die Frage nach dem Primat zu stellen, macht keinen Sinn, man kann auch sagen, sie ist akademisch. Wenn hier nun aber über die Einstellung mancher Leute geredet wird, ob nun berufspraktische Ausbildung bei diesem oder jenem eher vorausgesetzt werden kann, so meine ich, kommen wir mit einem solchen Ansatz nicht weiter. Übrigens genauso wenig, wie mit den von KMK und HRK geforderten berufspraktischen Fähigkeiten der Hochschulabsolventen, die übrigens auch von den Unis eingefordert werden. Denn nach KMK ist Bachelor gleich Bachelor und Master gleich Master, egal woher und wohin.

Berufsausbildungen sollten von den BBS geleistet werden, dafür sind diese da. Was akademische Bildung angeht, bleiben wir heute allemal auf der Strecke, von einigen wirklich guten Unis einmal abgesehen (und das sind Private, jenseits der unseligen Exzellenzinitiative!). Aber das hilft uns auch nicht weiter!

Die Wilhelm Büchner Hochschule hat, bezogen auf ihre berufserfahrenen und –tätigen Studenten schon einen hohen Anspruch an das Lernen. Das schafft man nur mit Motivation und eiserner Disziplin. Wenn ich da an meine Erfahrungen aus der Universität denke, kann ich diesen Punkt direkt an unsere Fernstudenten vergeben.

Hinzu kommt bei Fernstudierenden ein Durchhaltevermögen und eine Härte gegen sich selbst, die auch von mir bekannten Personalchefs nur und zwar ohne Ausnahme positiv bewertet wird. Dass Fernstudium ein Maß für mangelnde Geradlinigkeit sein soll, habe ich noch nie gehört. Entweder haben solche Leute kein wirkliches Wissen über Fernstudium (woher denn auch?), oder sie bluffen. Das aber widerlegen all unsere Absolventen, die heute mit ihrem Fachhochschulabschluß promovieren, und zwar ohne weitere Zwischenprüfungen oder sonstige in den Weg gelegte universitäre Schwellen. Geradlinig eben.

Machen Sie sich also nicht unnötig abwegige Gedanken. Sie studieren an einer ordentlichen Hochschule, die staatlich anerkannt ist, deren Studiengänge akkreditiert sind und deren Qualität PAS-zertifiziert ist. Sie studieren eine Studienform mit einer Methode, die dafür sorgt, das auch die Bildung (Methodik, Lernerfahrung und –bereitschaft, Charakterstärke, Weiterbildungsfähigkeit, Risikobereitschaft, die Fähigkeit abzuwägen und nach nachhaltigen lebenstauglichen Lösungen zu suchen) nicht zu kurz kommen. Viele vor Ihnen haben nach Verlassen der Hochschule gute Jobs bekommen. Von arbeitslosen Absolventen habe ich weder etwas gehört, noch ist unsere eigene Karriereberatung (jawohl, die gibt es) schon einmal ernsthaft gefordert worden.

Und- was den Unterschied Uni-FH angeht: In vielen Bereichen kann man nicht vergleichen. Nicht alles, was die Uni an Stoffangeboten hat, ist 1. lernbar, 2. sinnvoll und 3. ausgewogen, also nicht immer wirklich nötig. In vielen Fällen stecken da noch unausgewogene Skripte der Mittelbauleute oder Promovenden dahinter, die zur Lehre verdonnert werden, weil der Prof. etwas anderes zu tun Lust hat. Zu selten schaut er den Jungen mal über die Schulter. Universität eben!

Sie aber studieren bei uns mit bewährten Materialien sehr konzentriert ohne Überflüssiges und schlecht Lernbares. Ihre Lehre ist für alle transparent, auch für die Außenwelt. Jeder von Ihnen muss sein Verhältnis zu seinem Lehrstoff finden und jeder von Ihnen hat absolut gleiche Chancen im Studium, weil er über die gleichen Unterlagen und Veranstaltungsangebote verfügt.

Zugegeben, vielleicht kommt in der Uni bei übervollen Präsenzveranstaltungen und ausverkauften Seminaren mehr Bildung rüber, aber die Personaler wollen nun mal mehr Berufsfähigkeit – und die bieten nun mal Sie! Gut ausgebildet und gebildet!

Glück Auf!

Gruß

Udo


Master of Science: (Innovations- und Technologiemanagement) (2013)

Bachelor of Engineering (B. Eng.)- Technische Informatik (Automatisierungstechnik) (2011)

technischer Betriebswirt IHK (2005)

staatlich geprüfter E-Techniker (1989)

Lehre zum Elektrogerätemechaniker (1984)

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Hallo Udo,

ist dieses Statement "nur so" eingestellt worden, oder war dem eine Diskussion über die Wertigkeiten voraus gegangen?

Viele Grüße

Markus

PS: Ich unterstelle jetzt mal, dass Du abgeklärt hast, dass die Übernahme des Textes hier im Forum in Ordnung geht...


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Ja, das klingt sehr nach einer Rede. Finde ich auch.

Aber was Udo uns damit mitteilen wollte, mag sich mir auch nicht so ganz erschliessen :cool:

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Egal, hört sich gut an *grinst*


AKAD - Wirtschaftsinformatik

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Was akademische Bildung angeht, bleiben wir heute allemal auf der Strecke, von einigen wirklich guten Unis einmal abgesehen (und das sind Private, jenseits der unseligen Exzellenzinitiative!).

Rein Interessehalber: Wir reden hier von Deutschland, oder? Welche privaten sollen denn die "einige wirklich gute Unis" sein? Wo es in Deutschland überhaupt nur zwei private Unis gibt? Sind wir mal großzügig und schließen Hochschulen (also z. B. WHU oder HHL) ein: Sollen diese ernsthaft die Spitze der Uni-Landschaft darstellen, denen gegenüber die staatlichen abfallen? Das mag höchstens im ganz engen Bereich bestimmter BWL-Fächer zutreffen, aber ist das akademische Bildung? Kann ich ernsthaft behaupten, ein Manager-Durchlauferhitzer würde eine bessere "akademische Bildung" bieten als eine Universität mit breitgefächertem Fachangebot, Forschung in der ganzen Breite usw.? Er mag die besser Manager-Ausbildung bieten, aber das ist doch wohl nicht "akademische Bildung", oder?

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Bei der Euro-FH gibt es eine interessante Studie zum Thema.

http://www.euro-fh.de/forsa-studie_2008_fernstudieren_parallel_zum_beruf.php

Demnach bevorzugen Personalchefs Absolventen eines Fernstudiums gegenüber Absolventen eines Präsenzstudiums.

Auch sind scheinbar die FH-Absolventen gefragter als die Abolventen einer Uni.


Staatl. gepr. Techniker - Maschinentechnik

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) von der HFH (SZ München)

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So schmeichelhaft diese Studie ist, aber das diese zufällig genau das hervorhebt was der Auftraggeber im Portfolio hat finde ich einfach komisch ;)

Ich fände so eine Studie aus der Hand eines Job-Portals oder eines unabhängigen Mediums viel aussagekräftiger.

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Auf der einen Seite hast du schon recht. Aber da das Forsa-Institut hinter der Studie steht schenke ich ihr glauben...


Staatl. gepr. Techniker - Maschinentechnik

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) von der HFH (SZ München)

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Joah, das mag schon stimmen...

Allerdings ist es wohl nicht ganz abwegig anzunehmen, dass die Absolventen von Fernhochschulen eher deswegen ein bißchen lieber genommen werden, weil sie in der Regel schon Berufserfahrung in ihrem Bereich haben, bereits vor dem Studium höhere Abschlüsse gemacht haben, wie SGB, SGT, Meister, usw. oder einfach deutlich älter und reifer als ihre Konkurrenten von der Präsenzhochschule sind...

Ich bezweifle, dass diese Faktoren bei der Studie berücksichtigt oder gar herausgerechnet wurden, insofern ist das mit allergrößter Vorsicht zu genießen...

Naja die Frage in der Studie war ja:

"Für welchen Bewerber würden sich Persoanlchefs entscheiden, für Absolventen eines Fernstudiums oder für Absolventen eines Präsenzstudiums?"

und nicht

"Für welchen Bewerber würden sich Persoanlchefs entscheiden, für Absolventen eines Fernstudiums (10 Jahre Berufserfahrung, Techniker, ledig) oder für Absolventen eines Präsenzstudiums (keine Berufserfahrung, frisch von der FH, Holzauge, IGM-Mitgleid)?"

Daher denke ich das hier schon von vergleichbaren Bewerbern ausgegangen wurde.

Es ist im Grunde die gleiche Argumentationsschiene, die staatl. gepr. Techniker gerne anwenden, wenn sie ihre Ausbildung in den Himmel loben möchte. Da wird dann gerne ein Techniker mit 10jähriger Berufserfahrung neben einen blutjungen frischen Ingenieur gestellt und posaunt:

"Seht selbst, wie toll die Technikerausbildung ist und was der dumme Ing. alles nicht kann, trotz der 10 Semester Hochschule..."

Hast du eine Technikerausbildung gemacht?!

Weist du ich finde das schon sehr seltsam wie du dich in gewissen Foren äußerst. Im Techniker-Forum machst du gewisse Leute nieder weil sie nicht deiner Meinung sind. Obwohl du selbst kein Techniker bist. Wozu?!

Im Technikerforum hast du ja mittlerweile aufgehört zu posten.

Von Fernstudenten hälst du ja auch nicht besonders viel. Jedenfalls ist deiner Ansicht nach ein Fernstudium vom Niveau her weit unter einem Präsenzstudium.

Machst du ein Fernstudium oder hast du mal eines gemacht?


Staatl. gepr. Techniker - Maschinentechnik

Dipl.-Wirtsch.-Ing. (FH) von der HFH (SZ München)

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Doenis liest keine Postings (oder er erfasst Ihren Sinn nicht) er schreibt immer nur das gleiche, immer und immer wieder ...

Ernst nehmen würde ich das nicht, ich denke es macht in einfach Spaß zu provozieren oder er hat sonst außer studieren nicht viel zu tun ..


Master of Science: (Innovations- und Technologiemanagement) (2013)

Bachelor of Engineering (B. Eng.)- Technische Informatik (Automatisierungstechnik) (2011)

technischer Betriebswirt IHK (2005)

staatlich geprüfter E-Techniker (1989)

Lehre zum Elektrogerätemechaniker (1984)

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