michaelffm

Studium nach fachgleicher Ausbildung als Webungskosten absetzbar?

6 Beiträge in diesem Thema

Hallo,

ich habe über das o.g. Thema viel gelesen und wollte das hier kurz zusammenfassen - einerseits damit Leute, die nach dem gleichen Thema suchen hier eine schöne einfache Aussage finden, andererseits, damit ihr mal drüberlest und das evtl. verifiziert.

Also seit 2004 kann ja ein Erststudium grundsätzlich nur als Sonderkosten (max 4000) Euro in der Steuererklärung angegeben werden.

Anders ist es bei einem Zweitstudium. Die Kosten eines Zweitstudiums kann man vollständig als Werbungskosten absetzen (ohne Grenze)

Habe ich nun eine Ausbildung als IT-Systemkaufmann abgeschlossen und beginne nach ca 3 Jahren arbeiten mit einem Studiengang Wirtschaftsinformatik, kann ich diesen ebenfalls vollständig als Werbungskosten absetzen, da ich mich in meinem bestehenden Beruf weiterbilde.

Habe ich hingegen eine Ausbildung als Tierpfleger abgeschlossen, und möchtet nun nach ein paar Jahren ebenfalls Wirtschaftsinformatik studieren, wird der Studiengang als Erststudium angesehen und kann nur bis 4000 Euro als Sonderausgaben angegeben werden.

Sehe ich das soweit richtig?

Gruß

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Öhm wie Du das siehst ist leider irrelevant - der Sachbearbeiter im Finanzamt sollte das so sehen.

Ein Erststudium ist lt. den Vorgaben nunmal das erste Studium und Werbungskosten gelten nur für Weiterbildung. Eine Anerkennung eines Erststudiums als Werbungskosten ist immer vom Goodwill des Finanzamt abhängig.

Für eine Anerkennung - so hat es sich bei den Leute, bei denen es funktionert, bewährt - solltest Du eine Erklärung vorlegen können die die Notwendigkeit zur Erhaltung Deiner Arbeitskraft (das sind ja Werbungskosten per Definition) umreisst, evtl. ergänzt durch eine Bestätigung des Arbeitgebers.

Zudem gebe ich auch hier zu bedenken, wenn man sonst keine bis kaum Werbungskosten hat lohnt die Anerkennung als eben solche nicht - erst ab Werbungskosten über 4920 EUR lohnt es sich den Aufwand zu betreiben und die Anerkennung anzustreben.

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Ich komme allein auf 4814 Euro nur über die Studiengebühren und eine Jahreskarte im öffentlichen Nahverkehr.

Ich glaube dieses Jahr muss ich mir endlich mal einen Steuerberater suchen.

Es gibt ja einige Urteile über solche Sachen - evtl. lohnt es sich ja auch zu klagen - nur mit Rechtschutz versteht sich :)

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Hallo Michael

mit Fragen zur Steuer ist das so eine Sache. Am Besten schaust Du Dir einmal zu Deiner Fragen das BMF-Schreiben zu Ausbildungskosten an, dann wirst Du feststellen, dass von den "Aufwendungen für die erstmalige Berufsausbildung oder ein Erststudium" die Rede ist. Ich denke entscheidend ist hier das kleine Wort "oder" und daher würde ich vermuten, dass in beiden Deiner Fälle die Kosten für das Erststudium als Sonderausgaben anzusetzen sind.

Am Rande, in Niedersachsen gibt es eine Hotline für solche Fragen, vielleicht frägst Du da mal nach.

Viele Grüße

Inés


"Birthdays are good for you. Statistics show that the people who have the most live the longest."

 

 

Larry Lorenzoni

 

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Ah habe Deine Antwort auf chillies Beitrag erst gerade eben gesehen. Es geht mir ähnlich und mein Steuerberater hat mir nicht viel Hoffnung gemacht. Das soll aber nicht heißen, dass es in Deinem Fall genauso sein muss.

Es gibt ja einige Urteile über solche Sachen - evtl. lohnt es sich ja auch zu klagen - nur mit Rechtschutz versteht sich :)

Vorsicht! Nicht in jeder Privat-Rechtsschutzversicherung ist eine Klage beim Finanzgericht enthalten. Du darfst Dich vor dem Finanzgericht auch selbst vertreten, jedoch ist fraglich, ob dies bei der Masse an Steuergesetzen und -bestimmungen wirklich ratsam ist ;-)

Viele Grüße

Inés


"Birthdays are good for you. Statistics show that the people who have the most live the longest."

 

 

Larry Lorenzoni

 

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Hallo zusammen,

also, das Studium nach einer Berufsausbildung zählt nicht als Erststudium. Das Erststudium im BMF-Schreiben zielt auf den ersten, berufsvorbereitenden Abschluss.

Bei vorangegangener Ausbildung zählt das Studium als "weitere Berufsausbildung". Randziffer 3 des BMF-Schreibens ist da relevant.

Ich hatte die Problematik, dass mein Studium auch als Sonderausgaben berücksichtigt wurde.

Da ich nach der Ausbildung einen Fachwirt absolvierte und dann studierte, war das Studium zwar der erste akad. Abschluss, doch nicht die erste Ausbildung für den Beruf.

So legt ein Einspruch ein, gewann unter Bezug auf das BMF-Schreiben und das beigefügte Urteil, welche auf meinen Sachverhalt glücklicherweise gut passte.

Letztlich entscheidet der Einzelfall. Kleinigkeiten spielen eine Rolle, wie z. B., ist das Studium beruflich veranlasst usw. Schnell sind es auch Kosten privater Lebensführung... und dann gibt es gar nichts.

Ich kam mit dem Urteil wie gesagt durch und schwups.... es waren Werbungskosten. Man beachte im Urteils insbesondere die Randziffern 24, 26, 32.

BFH VI R 137-01.pdf


Viele Grüße

Dr. Holger Schwarz

Lehrbeauftragter an der Diploma/Mannheim und SRH/Heidelberg,

Dozent an der IHK/Darmstadt

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