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Markus Jung

Verband der Bauindustrie: Bauingenieurlücke wird größer

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Die Zahl der Absolventen im Studiengang Bauingenieurwesen ist erneut zurückgegangen. Wie der aktuellen Studierendenstatistik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie zu entnehmen ist, haben 2007 nur noch rund 3.080 Nachwuchsingenieure die Hochschulen verlassen. Damit hat sich der Negativtrend der vergangenen Jahre fortgesetzt und den niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1986 erreicht. Gleichzeitig ist die Zahl der Studienanfänger im Bauingenieurwesen konstant bei 6.000 geblieben.

"Dies bedeutet eine drastische Zuspitzung der Lage im Nachwuchsbereich. Wir werden uns auf einen scharfen Wettbewerb um Bauingenieure in Deutschland einstellen müssen", kommentierte heute Prof. Dr.-Ing. E.h. Manfred Nußbaumer, Vizepräsident Technik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie in Berlin die Zahlen. "Bei Studienabbrecherquoten im Bauingenieurwesen um nahezu 50 Prozent können wir unseren jährlichen Einstellungsbedarf von 4.500 Absolventen nicht mehr decken."

Diese Entwicklung zeichnete sich bereits seit einigen Jahren ab. Bei stetigem Rückgang der Studienanfängerzahlen sind auch die Absolventenzahlen seit 2000 kontinuierlich zurückgegangen. Dieser Trend hat sich im Sommer 2007 und im Wintersemester 2007/2008 fortgesetzt. Rund 3.080 Studierende haben erfolgreich ein Studium des Bauingenieurwesens abgeschlossen. Davon 211 mit dem Bachelorabschluss. Das entspricht einem Rückgang der Gesamtabsolventen gegenüber dem Vorjahr von acht Prozent. Auch bei den Studienanfängern kann trotz eines leichten Zuwachses von 0,7 Prozent im Vorjahr von einer Trendwende keine Rede sein. Ihre Zahl blieb 2007 konstant. Die Gesamtzahl der Studierenden im Bauingenieurwesen liegt derzeit bei 33.800.

Die hochschulpolitische Umstellung der Studienabschlüsse zeigt Wirkung. Mittlerweile starteten Dreiviertel ihr Studium in Bachelorstudiengängen, die übrigen teilten sich auf Diplom- bzw. Masterstudiengänge auf. "Dies ist ein klares Signal, dass sich die Arbeitgeber nun massiv auf die neuen Abschlüsse einstellen müssen - mit allen Konsequenzen für die Berufsbefähigung ihrer Mitarbeiter", erklärte Nußbaumer. Er appellierte gleichzeitig an die Hochschulen, dass Bildungsniveau des Diplomingenieurs nicht aufzugeben. "Über die Akkreditierungsverfahren allein werden wir nicht sicherstellen können, dass die hohe Qualität der Ausbildung, wie wir sie vom Diplom kennen, erhalten bleibt", erklärte Nußbaumer.

Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Bauingenieurlücke nicht über den Arbeitsmarkt gedeckt werden kann. Im Durchschnitt des vergangenen Jahres hätten 9.100 offene Stellen für Bauingenieure 5.700 arbeitslose Bauingenieure gegenüber gestanden. Dies habe eine Schätzung des Hauptverbandes in Anlehnung an eine Studie des Instituts für Wirtschaftsforschung in Köln ergeben. Und die Fachkräftelücke wird immer größer: Im Sommer dieses Jahres lag die Lücke zwischen offenen Stellen und Arbeitslosen bei rund 5.000. Nußbaumer warnte: "Der Mangel an qualifiziertem Personal droht in der deutschen Bauwirtschaft zur Wachstumsbremse zu werden". Denn hinzu komme, dass auch bei Polieren und Meistern der Nachwuchs mittlerweile knapp werde.

Nußbaumer rief dazu auf, der Technik in Schul- und Hochschulausbildung wieder den Stellenwert zuzuweisen, der ihm seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung nach zukomme.

Quelle: Presse-Mitteilung des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie


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