Markus Jung

Sind Fernstudenten billiger für den Staat?

3 Beiträge in diesem Thema

Die nachfolgende Pressemitteilung möchte ich hier zur Diskussion stellen, ohne diese gleich vorab zu bewerten.

Fernstudenten nehmen in weitaus geringerem Maße staatliche Förderung wie BaföG oder Wohngeld in Anspruch wie Studierende der Präsenzuniversitäten.

Dies ergab eine von fernstudium-wissen.de sowie fernstudium-finden.de initiierte Umfrage unter 453 Berliner Studenten, darunter 212 Fernstudierende und 241 Präsenzstudierende. So nahmen 61 Prozent der befragten Präsenzstudenten BaföG in Anspruch gegenüber nur 17 Prozent bei den Fernstudenten.

Wohngeld erhielten 24 Prozent der in einem Präsenzstudium Eingeschriebenen, dagegen nur 10 Prozent der Fernstudenten.

Einzig allein der Anteil der Hartz4 Empfänger war bei den Fernstudenten höher. Keiner der befragten Präsenzstudierenden erhielt diese staatliche Förderung, wohingegen 21 Prozent der Fernstudenten auf Arbeitslosengeld 2 angewiesen waren. Dies ist wohl dadurch zu erklären, dass Präsenzstudierende ein Vollzeitstudium absolvieren und ihnen dafür kein Hartz4 zusteht, wohingegen viele der Fernstudenten ein Teilzeitstudium absolvierten, bei dem sie Anspruch auf Hartz4 haben. Der hohe Anteil an BaföG-Empfängern unter den Präsenzstudenten hängt wohl hauptsächlich mit dem niedrigeren Alter dieser Gruppe zusammen: ab einem Alter von 30 Jahren erhalten Studierende keine Leistungen nach dem BaföG mehr.

Das Durchschnittsalter der befragten Präsenzstudenten lag bei 22,4 Jahren, das Durchschnittsalter der befragten Fernstudenten bei 31,4 Jahren. Ein weiterer Grund dieses Unterschieds ist wohl darin zu sehen, dass Fernstudenten oft einer hauptberufliche Erwerbstätigkeit nachgehen und keine zusätzliche Förderung mehr in Anspruch nehmen müssen, außer bei den Fernstudenten, die Hartz 4 erhielten. Ähnliche Gründe hat der Unterschied bei den Wohngeldempfängern - Fernstudierende haben meist höher bezahlte Jobs, bei denen sie keine zusätzliche staatliche Leistung wie Wohngeld benötigen, wohingegen Studierende der Präsenzuniversitäten oft auf Jobs im Niedriglohnsektor angewiesen sind, um die Leistungen nach dem BaföG damit aufzustocken oder sich ausschließlich damit zu finanzieren.

Das Ergebnis dieser wegen der Anzahl der befragten Studenten nicht-repräsentativen Befragung dürfte den Ruf der Fernstudenten weiter verbessern. Eine vor kurzem durchgeführte Befragung unter Arbeitgebern hatte gezeigt, dass Absolventen von Fernstudiengängen gleich oder sogar höher angesehen sind als Absolventen eines Präsenzstudiums.

Hinweis: Rechtschreibfehler in der Originalmeldung habe ich korrigiert und einige Absätze ergänzt, ansonsten habe ich den Text aber unbearbeitet übernommen.


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Gutes Argument dafür bekomme ich einiges von der Steuer zurück, was in diesem Fall auch Kosten für den Staat sind und besser gesagt nicht bekommener Gewinn ;-)


Master of Science: (Innovations- und Technologiemanagement) (2013)

Bachelor of Engineering (B. Eng.)- Technische Informatik (Automatisierungstechnik) (2011)

technischer Betriebswirt IHK (2005)

staatlich geprüfter E-Techniker (1989)

Lehre zum Elektrogerätemechaniker (1984)

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Die Formulierung finde ich unterirdisch.

Fernstudenten verursachen dem Staat weniger Kosten oder Fernstudenten erzeugen eine höhere Volkswirtschaftliche Leistung - sind aber nicht billiger.

Ob die Umfrage repräsentativ war, geht aus der Meldung auch nicht hervor. Kann sie aber auch nicht, denn es wurden nur Berliner Studenten befragt.

Die normalerweise kürzere Vorbildung (Schule + Ausbildung) verursacht schon weniger Kosten als ein Präsenzstudium. Zudem wird bereits ab der Ausbildung Wertschöpfung betrieben. Diese steigert sich in den geschätzten 8 Jahren bis zum Fernstudium an. I.d.R. sind es bereits qualifizierte Arbeitnehmer, die ein Fernstudium beginnen, sprich im Sinne von Steuerabgaben finanziert ein Arbeitnehmer den Staat mehr als ein Student, der Transferleistungen (ob öffentlich oder privat) erhält.

Beginnt der Fernstudent ein Studium dann meist an einer privaten Hochschule, diese erhält Geld und finanziert dadurch wiederum die Angestellten und Dozenten und erhöht die Wertschöpfung. Die öffentliche Hochschule finanziert sich durch öffentliche Ausgaben.

Gleichzeitig arbeitet der Student weiter.

Den Zeitvorsprung, den der Präsenzstudent hat, reicht dann sicher nicht aus um den Gehaltsunterschied derartig aufzuholen, um die "fehlenden" Steuerzahlungen nachzuholen, bis der Fernstudent abgeschlossen hat.

Alles in allem sicher ein interessantes Thema, aber meiner Meinung nach von der falschen Seite aufgezäumt und schlecht interpretiert/argumentiert dargestellt.

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