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Was ist der Unterschied zw. Heilpraktiker f. & Psychologischer Psychotherapie?

4 Beiträge in diesem Thema

Hallo nochmal,

bin jetzt ein bischen verwirrt. Habe gerade von einem Beruf und einer Ausbildung gehört nach der man sich dann "Heilpraktiker für Psychotherapie" nennen kann. Was kann man dann den behandeln? Das ist eine viel kürzere Ausbildung, anscheinend.

Weiss jemand was darüber? :confused:

Cat

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Also, ein psychologischer Psychotherapeut hat (neuerdings) einen Bachelor- und Masterabschluss in Psychologie (letzterer in klinischer Psychologie), dann eine 3-5 jährige Therapieausbildung (Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologisch fundierte Therapie), dazu noch Praxis in der Psychiatrie gesammelt (wie lange, weiß ich leider nicht genau) und erhält dann (nach Prüfung) die Approbation als psychologischer Psychotherapeut und kann mit den Kassen abrechnen.

Heilpraktiker für Psychotherapie kannst du werden, wenn du die allgemeinen Kriterien für die HPP-Prüfung erfüllst (Mindestalter 25 Jahre, mind. Hauptschulabschluss, sauberes polizeiliches Führungszeugnis, keine Erkrankungen, die der Ausübung des Berufs im Wege stehen). Das sind die formalen Kriterien. Zum Bestehen der Prüfung wirst du dich irgendwie vorbereiten müssen, denn dort wird viel Psychiatriewissen abgefragt. Die Prüfung wird von deinem zuständigen Gesundheitsamt abgenommen und dort gelten (zumindest für die mündl. Prüfung) dann häufig nochmal andere Regeln. Viele Amtsärzte lassen dich nicht durch die Prüfung, wenn du kein Psychiatriepraktikum hinter dich gebracht hast und nicht wenigstens eine Therapiemethode erlernt hast (oder zum Zeitpunkt der Prüfung in Ausbildung bist). Die Durchfallquote ist sehr hoch und man bekommt bei der Prüfung nichts geschenkt. Letztlich wird aber nur überprüft, dass du keine Gefahr für die Volksgesundheit darstellst, wie das so schön heißt. Als HPP kannst du evtl. mit privaten Kassen abrechnen (häufig aber auch das nicht) und bist in der Regel darauf angewiesen, das Geld von deinen Klienten direkt zu kassieren (was für viele schon eine Hürde darstellt).

HPP werden als Laienheiler angesehen, weil kein geregelter Ausbildungsweg vorgesehen ist. Es gibt aber viele Sozialarbeiter, Sozialpädagogen und Psychologen mit Therapieausbildung und Berufserfahrung, die ebenfalls mit HPP-Erlaubnis therapeutisch tätig sind (ohne dürften sie nur mit gesunden Menschen arbeiten). Psycholog. Psychotherapeuten haben eine geregelte Ausbildung und diese dauert etliche Jahre und kostet viel Geld, die ganz häufig von den Leuten selbst aufgebracht werden muss.

So, ich hoffe, der kleine Überblick reicht erstmal.

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@TomSon: Vielen Dank, ja das hilft weiter. :) Ich denke es passt evtl. auch gar nicht mehr richtig in das Fernstudium Thema hin, aber ich hatte mich eigentlich auch gefragt was man dann behandeln kann, und wenn es auch Psychologen mit Therapieausbildung und Berufserfahrung machen, dann frag ich mich natürlich wieso? Und wenn die sonst nur mit gesunden Menschen arbeiten können, dan fehlt mir also die Definition von gesund in dieser Hinsicht, also welche Probleme noch als gesund vorkommen.

Aber ich glaube da muss ich mich gezielt woanders schlau machen, bzw. hat das sicher auch was mit Landesunterschieden zu tun. Hier in DK darf man z.B ganz ohne Ausbildung ein Paartherapeut sein, und die Kunsttherapieausübung scheint in DE auch ganz anders zu sein.

Also nochmal vielen Dank :) Ich glaube ich bleibe bei Psychologie,da habe ich mehr Möglichkeiten.

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aber ich hatte mich eigentlich auch gefragt was man dann behandeln kann, und wenn es auch Psychologen mit Therapieausbildung und Berufserfahrung machen, dann frag ich mich natürlich wieso?

Es gibt den weit verbreiteten Irrtum, dass man nach einem Psychologiestudium Menschen psychotherapeutisch behandeln dürfte. Das ist falsch. Zum einen, weil das Studium eine derart umfassende Ausbildung gar nicht leistet (viele Psychologiestudenten werden dann auch gar nicht Psychotherapeuten, sondern gehen in die Wirtschaft oder in andere Bereiche, z.B. die Erwachsenenbildung, o.ä.), zum anderen, weil die Feststellung, Linderung oder Heilung von Krankheiten - auch psychischen - einer Erlaubnis bedarf. In Deutschland dürfen das nur Ärzte und psycholog. Psychotherapeuten mit Approbation oder eben Heilpraktiker für Psychotherapie.

Und wenn die sonst nur mit gesunden Menschen arbeiten können, dan fehlt mir also die Definition von gesund in dieser Hinsicht, also welche Probleme noch als gesund vorkommen.

Was gesund ist, definiert der Gesetzgeber gar nicht. Es gibt aber feste Definitionen, was krank ist. Und krank ist, wer Kriterien für Störungen aufweist, die in ICD-10 festgelegt ist. Für die psychiatrischen Erkrankungen stehen diese Kriterien in Kapitel F. Allerdings musst du, um überhaupt feststellen zu können, ob jemand krank ist, schon eine Heilerlaubnis haben.

Übrigens kann man zwar Paartherapeut sein, aber bei einer Paartherapie geht es nur sehr selten darum, echte psychische Störungen bei beiden Partnern zu beheben. In der Regel geht es um Schwierigkeiten, die sich im gemeinsamen Zusammenleben ergeben, zu Kommunikations- und Verständnisproblemen führen und daher auch Konflikte heraufbeschwören können, die aber keinen Krankheitscharakter haben.

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