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Markus Jung

Interview: Oncampus-Verbund - Strukturen, Organisation, Studienkonzept

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Hallo Andreas. Bitte stell dich zunächst vor.

Hallo Markus. Mein Name ist Andreas Wittke. Ich bin Leiter der Systemtechnik, Systementwicklung bei der virtuellen Fachhochschule Oncampus. Außerdem bin ich auch Autor im Bereich „Medienkompetenz in der Weiterbildung“.

Was ist überhaupt Oncampus und welche Strukturen stehen dahinter?

Oncampus ist der Dienstanbieter für die virtuelle Fachhochschule. Das ist das

Hauptgeschäft und bedeutet, dass wir Onlinestudiengänge entwickeln. Wir machen aber auch noch ganz viele andere Sachen. Ich möchte deutlich darauf hinweisen, dass wir keine Onlinestudiengänge betreiben, sondern diese entwickeln und dann an den Verbund übergeben. Dieser Verbund besteht aus aktuell sieben verschiedenen Fachhochschulen. Und diese Fachhochschulen betreiben die Studiengänge, die von uns entwickelt werden. Wir betreiben auch die ganze Technik, das bedeutet den Lernraum, das Videokonferenzsystem usw. Die ganze Technik, die dahinter liegt, das wird alles zentral aus Lübeck geliefert. Und nebenbei machen wir inzwischen auch ganz viele Weiterbildungsmaßnahmen, also Online-Weiterbildungsqualifikationen, da passiert auch viel im B2B-Bereich. Also eigentlich sind wir eine kleine E-Learning Company.

Die Studierenden sind dann also keine Studenten bei Oncampus, sondern bei den einzelnen Fachhochschulen des Verbundes?

Genau. Also ein Student schreibt sich zum Beispiel an der Fachhochschule Brandenburg in das Studium ein und bekommt dann seine Inhalte, die ganzen E-Services, von Oncampus geliefert. Aber die Betreuung, die Dozenten, die sind von der Fachhochschule Brandenburg. Und sein Studienausweis und die Immatrikulation auch, genauso wie das Curriculum und die Prüfungsordnung.

Und wer ist dann Ansprechpartner für die Studierenden in fachlicher, aber auch organisatorischer Hinsicht, zum Beispiel wenn es einmal Probleme gibt?

Das sind fließende Übergänge. Wir haben eine Supportadresse: support@oncampus.de. Das geht in ein Ticketsystem und dann beantworten wir das. Es hat sich aber eingeschliffen, dass die Studenten als erstes meistens ihren Mentor fragen oder ihren Professor. Und dann hat jeder Standort ein E-Learning-Team. Und das fängt eigentlich meistens die Supportanfragen auf. Wenn die Probleme haben, leiten die das weiter. Wir kriegen meistens solche Sachen, wie: „Das PDF ist nicht vorhanden“ oder „Der Link ist tot“ oder „Der Content kann nicht aufgerufen werden“ oder „Von meinem Browser habe ich die und die Probleme“. Also wirklich Probleme, welche die Technik betreffen. Oder, was die Organisation betrifft: „Ich konnte mich nicht einschreiben, ich habe mein Passwort vergessen“, solche Sachen. Aber diesen First Level Support machen eigentlich die einzelnen Standorte. Das ist aber nicht schriftlich geklärt. Also es ist ein fließender Übergang. Wir kennen uns auch und sorgen dafür, dass alle Fragen schnell beantwortet werden.

Ist es denn auch so, dass das Studium als solches an allen Fachhochschulen das gleiche ist, was Inhalte, Rahmenbedingungen und Prüfungen angeht? Oder gibt es da schon Unterschiede zwischen den einzelnen Hochschulen?

Ich bin sehr stolz darauf, dass wir es in der Föderalismusrepublik im Bildungswesen geschafft haben, mehrere Studiengänge mit der gleichen Prüfungsordnung, mit dem gleichen Curriculum an sieben Fachhochschulen aus fünf Bundesländern zu etablieren. Es gibt da tatsächlich nur ganz minimale Unterschiede in den Prüfungsordnungen, zum Beispiel was das BAföG angeht oder ob Studiengebühren anfallen. Aber vom eigentlichen Studium, von den Curricula ist alles gleich.

Ich möchte nun auf das Studienkonzept zu sprechen kommen. Im klassischen Fernstudium ist immer noch der schriftliche Studienbrief ein ganz wesentliches Lernmedium. Bei Oncampus sieht das ja anders aus, es kommen andere Medien zum Einsatz.

Ja. Bei uns gibt es kein Papier. Wenn jemand Papier haben will, muss er es selber ausdrucken. Wir bieten Onlinemodul als HTML-Version im Zeitumfang von meist 5 Creditpoints an. Jedes Modul ist ungefähr 300 HTML-Seiten stark. Und diese Module sollten idealerweise auf jeder zweiten Seite ein Rich-Media-Element haben, also eine Animation, ein Bild, eine Simulation etc. Das kann man natürlich nicht in jedem Kurs durchziehen, weil das didaktisch gar keinen Sinn hat, aber diese Vorgaben dienen der groben Orientierung.

Außerdem versuchen wir auch, jedes Onlinemodul zum Download als PDF, also als Offlineversion, zur Verfügung zu stellen. Wir haben aber insgesamt 250 Module, die nicht alle zentral in Lübeck produziert werden. Manche Module werden in Berlin produziert, andere in Wolfenbüttel, der größte Teil in Lübeck. Und jeder Standort hat ein anderes Autorensystem. Daher kann man das nicht pauschal für alle Kurse sagen. Manche sind auch mit LaTeX produziert und es gibt einige, die sind nicht als PDF verfügbar, sondern auf einem USB-Stick abrufbar, auf dem dann auch gleich der Webserver dabei ist, wenn man das braucht für die Simulation.

Jedenfalls kommen alle diese Module dann in einen Kurs, also in einen Lernraum. Und dann gibt es noch ein Konzept dazu, ein didaktisches Betreuungskonzept mit Einsendeaufgaben, mit Videokonferenzen, mit Chats, mit Forenaufgaben usw. Dieses Konzept ist aber nicht verpflichtend für den Dozenten, sondern es handelt sich um einen Leitfaden. Man weiß dann nicht genau, wie der Dozent an den Standorten dieses Modul unterrichtet, welche Schwerpunkte er setzt usw. Und zum Abschluss gibt es manchmal eine zentrale Klausur und manchmal auch nicht. Das kommt immer auf den Dozenten drauf an, ob er die zentrale Klausur nimmt oder nicht.

Also die Freiheit der Lehre ist ja nach wie vor gegeben, da kommt man nicht dran vorbei. Aber die Inhalte der Module, die sind überall einheitlich.

Dieser Beitrag ist Teil eines Interviews mit Andreas Wittke von Oncampus, das ich für Fernstudium-Infos.de am 16.05.2011 in Lübeck geführt habe.


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