mintaru

Ist ein FH-Abschluss immernoch ein "niedrigerer" Abschluss als der einer Uni?

35 Beiträge in diesem Thema

Hallo,

Ich glaube ich muss erstmal erklären wie ich zu dieser vielleicht etwas merkwürdigen Frage komme. Eigentlich ist es ja so dass Bachelor- und Mastergrade nicht danach unterschieden werden ob sie von einer FH oder Uni kommen. Und selbst dann, wenn man die Meinung vertritt dass ein Bachelor einer Uni ein klein wenig "höherwertig" ist als der einer FH, weil eine Uni ja das Promotionsrecht hat (was ich übrigens nicht so sehe), dann is zumindest ein Master einer FH immernoch ein höherer Abschluss als der Bachelor einer Uni.

So weit, so gut. Nun wird ja in Deutschland zur Zeit auf Grund einer entsprechenden EU-Direktive eine Volkszählung durchgeführt und obwohl ich selbst nicht "gezählt" wurde, bzw. keinen Fragebogen ausfüllen musste, habe ich mir aus reiner Neugier mal den Musterfragebogen (für private Haushalte) angesehen der auf der offiziellen Website zum Zensus zu finden ist. (siehe: https://cdn.zensus2011.de/live/uploads/tx_templavoila/Fragebogen_Haushaltebefragung_20101007a.pdf ) Dort wird in Frage 29 (Seite 4, rechts) nach dem höchsten Ausbildungs- oder (Fach-)Hochschulabschluss gefragt. Dabei sind die Abschlüsse offensichtlich in ihrer Wertigkeit in aufsteigender Reihenfolge von der Anlernausbildung bis zur Promotion angeodnet. Wenn ich mir jetzt die Antwortmöglichkeiten so ansehe, dann werden offensichtlich alle FH-Abschlüsse der dritthöchsten Stufe zugeordnet und alle Uni-Abschlüsse, ausser der Promotion, der zweithöchsten Stufe. Damit wäre der Bachelor einer Uni eine Stufe höher als der Master einer FH. Das kann doch eigentlich gar nicht sein, oder?

Ich meine, diese Einteilung wurde ja wohl vom Statistischen Bundesamt vorgenommen, das ja den Zensus zusammen mit den Statistischen Landesämtern auch durchführt, aber wieso? Gut, die meisten der "Gezählten" werden sicher noch Diplomabschlüsse haben, und da macht das dann ja wohl auch Sinn, aber was ist mit denen die schon Bachelor- bzw. Masterabschlüsse haben, besonders deshalb weil sich diese Frage 29 ausdrücklich auch auf ausländische Abschlüsse bezieht, und in vielen Ländern gibt es Bachelor und Master ja schon länger als in Deutschland.

Ich bin jedenfalls etwas irritiert. Ist ein FH-Abschluss nun doch IMMER weniger wert als ein Uni-Abschluss, selbst wenn es sich um FH-Master und Uni-Bachelor handelt, oder was?

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Nein, ein FH-Abschluss ist definitiv nicht weniger wert als ein Uni-Abschluss. Fachhochschule und Universität unterscheiden sich generell darin, dass die Fachhochschule eher praxisnah lehrt und die Studierenden auf den Beruf vorbereitet. Die Uni ist theoretischer und bereitet auf die Forschung vor. Das ist seit eh und je so.

Welcher Weg für einen selbst sinnvoller ist, hängt also u. a. davon ab, wie man lernen möchte, wo man beruflich hinmöchte (auch deshalb, weil manche Berufe wie Volljuristen und Mediziner nur über den universitären Weg erreicht werden können) und welchen akademischen Weg man noch einschlagen möchte. Die Uni bereitet nämlich besser als die Promotion vor als die Fachhochschule.

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Das ist ja schön und gut. Eigentlich entspricht das auch genau dem was ich bisher immer gedacht habe, aber hast du diese bewusste Frage 29 mal durchgelesen? Vielleicht bin ich ja zu blöd die Frage richtig zu verstehen, aber dort ist nunmal jeder(!) Uni-Abschluss der zweithöchsten Stufe zugeordnet und jeder(!) FH-Abschluss ist eine Stufe darunter. Wieso?? :confused:

Immerhin ist das Statistische Bundesamt nicht irgendjemand. Das ist eine Bundesbehörde deren Statistiken eine wichtige Rolle für die deutsche Politik und damit für das Land als Ganzes spielen. Gesetzte, besonders z.B. im sozialen Bereich, werden gern mal mit statistischen Zahlen begründet. Ausserdem ist die bewusste EU-Direktive ja auch deshalb zustande gekommen weil die EU-Bürokratie für alle EU-Staaten vergleichbare Zahlen haben will. Und die deutsche Regierung wird die Daten des Zensus sicher auch recht intensiv nutzen, auch wenn man als Bürger das vielleicht nicht in jedem Fall mitbekommt.

Wie ich das sehe gibt es drei Möglichkeiten:

1) Du hast Recht und ich bin bloß nicht in der Lage diese bewusste Frage 29 richtig zu lesen. Für so blöd halte ich mich aber eigentlich nicht! ;) Wär' aber schön wenn du oder jemand anders mir das dann mal erklären könnte.

2) FH-Abschlüsse sind doch weniger wert als Uni-Abschlüsse. So richtig glauben kann ich das aber nicht denn eigentlich war ich ja bisher auch immer der Meinung dass dem nicht so ist. Wenn dieses Zensus-Formular nicht ausgerechnet vom Statistischen Bundesamt kommen würde dann hätte ich wahrscheinlich auch gar kein Problem, aber das ist nun mal eine Behörde der ich eine besondere Kompetenz unterstelle. Ausserdem ist so eine Volkszählung, wie gesagt, für die Politik eines Landes, und in diesem Fall auch der EU, ziemlich wichtig. Wenn Daten darin falsch sind wird die aus diesen Daten resultierende Politik mit Sicherheit auch falsch sein!

3) Das ist eine Möglichkeit über die ich eigentlich nicht so recht nachdenken möchte:

Du hast Recht und ich bin dennoch in der Lage diese bewusste Frage 29 richtig zu lesen. Dann wären die Daten, die auf diese Weise gesammelt werden, aber fehlerhaft! Der Fehler wäre zwar wahrscheinlich nicht groß, aber vorhanden! Es stellt sich Frage warum diese Frage 29 so formuliert ist wie es nun mal der Fall ist. EINE mögliche Erklärung wäre natürlich, dass die Person, die diese Frage formuliert hat, der Meinung ist dass Uni-Abschlüsse immer mehr wert als FH-Abschlüsse sind. Das würde dann aber wohl bedeuten dass dieser Mensch als Statistiker inkompetent ist, denn diese Frage ist ja so formuliert dass es überhaupt nicht möglich ist die Realität in halbwegs exakten Zahlen zu erfassen. Was bedeutet das dann für die anderen Statistiken des Statistischen Bundesamtes? Und wie gesagt wird ja aufgund dieser Zahlen Politik gemacht...

Oder ist da noch eine vierte Möglichkeit, die ich übersehen habe?:confused:

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Naja, nebeneinanderschreiben kann man das in der kleinen Spalte ja nicht! ;-)

Ich denke mal, dass von manchen der FH-Abschluss vielleicht deswegen als "minderwertiger" betrachtet wird, weil normalerweise der universitäre Weg zu den höheren Abschlüssen führt.

Aber irgendwie ist das doch auch Haarspalterei, oder? ;-)

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Findest du dass das Haarspalterei ist? Na ja, vielleicht ein klein wenig. ;)

Eigentlich habe ich diese Frage auch nur gestellt weil ich ernsthaft gezweifelt habe dass ich das mit der Wertigkeit der Bachelor- und Mastergrade richtig verstanden habe. Wie ich schon geschrieben habe ist das Statistische Bundesamt eine Behörde der ich eine besondere Kompetenz unterstelle. Im Zweifelsfall mehr als mir selbst.

Jetzt will ich's aber genau wissen! Meinst du dass ich diese Frage 29 falsch verstanden habe und da etwas reininterpretiert habe was da gar nicht steht, oder ist die Frage wirklich so ungenau formuliert? Das ist zwar für die Frage welchen Wert ein bestimmter Abschluss hat uninteressant, aber für mich persönlich nicht! Wenn ich nämlich vorher gewusst hätte dass eine der beiden Möglichkeiten zutrifft dann hätte ich diese Frage hier nie gestellt!

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So, hab mir gerade auch mal so nen Musterbogen organisiert (bzw. aus dem Internet gezogen ;) ). Es wird ja nicht mal "Bachelor, Master, Diplom" explizit aufgezählt. Wenn dem so wäre, könnte ich deine Aufregung ein kleines bisschen nachvollziehen. Aber so? Es geht in der Frage doch nur um das Bildungsinstitut, das den Hochschulabschluss vergeben hat. Und wenn ich mich entscheiden müsste, ob ich einen (allgemeinen) Uni-Abschluss höher ansiedeln würde, als einen (allgemeinen) FH-Abschluss, dann würde ich mich auch für den Uni-Abschluss entscheiden. Bei der Ausbildung wird ja auch nicht zwischen der Ausbildungsrichtung unterschieden. Es macht jedoch auch einen Unterschied, ob jemand bspw. mit Hauptschulabschluss oder komplett ohne Abschluss Friseur/Bäcker gelernt hat, oder bspw. ein Abiturient Bankkaufmann/Informatikkaufmann.

Also nicht so aufregen ;) .

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Ganz ehrlich? Irgendeine Reihenfolge muss man doch wählen in der man die Dinge aufzählt oder? Und solange da nicht drin steht UNI ist höherwertiger als FH ist doch alles i.O. ;)

FH und UNI Abschlüsse sind gleichgestellt. Wie ja schon gesagt wurde, ist ein Abschluss an einer FH weitaus praxisbezogener als an einer Uni. Also im Beruf wirst du mit einem FH-Abschluss evtl. sogar mehr "Glück" haben, als mit einem Uni-Abschluss. Also je nachdem wo du dich bewirbst.

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Ich finde es schwierig, bei FH und Uni von höherwertiger oder niedrigerer zu sprechen. Aber ich denke schon, dass die Schwerpunkte an (Fach-)Hochschulen und Universitäten und damit auch die mögliche spätere Zielrichtung sich immer noch unterscheiden und dies ja vermutlich auch weiterhin gewollt ist. Also im Zweifel die Uni eher forschungsorientiert und theoretisch und die FHs eher praxisorientiert (oft auch von den Dozenten her) - auch wenn es da mittlerweile immer mehr Überschneidungen gibt.


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Beim Dipl. war es schon noch so, daher wird oft der UNI-Dipl den Master gleichgesetzt, der Dipl FH nicht.

Der Bachelor ist der Bachelor egal ob Uni oder FH und der Master ist höherwertig zum Bachelor egal ob Uni oder FH.


Master of Science: (Innovations- und Technologiemanagement) (2013)

Bachelor of Engineering (B. Eng.)- Technische Informatik (Automatisierungstechnik) (2011)

technischer Betriebswirt IHK (2005)

staatlich geprüfter E-Techniker (1989)

Lehre zum Elektrogerätemechaniker (1984)

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Ich finde diese Frage sehr berechtigt. Sie zeigt irgendwie, dass das, was offiziell kommuniziert wird wohl selbst nicht ganz geglaubt wird.

Ich glaube, das ganze ist immer noch eine Grauzone, wo niemand so recht weiß, wie er das einschätzen soll.

Für mich gibt es zwei Möglichkeiten:

1.) diejenigen, die für die Fragebögen verantwortlich sind, sind nicht wirklich informiert,

dass es keine Wertigkeitsunterschiede mehr gibt

2.) Sie sind tatsächlich der Meinung, dass dieser Unterschied in der Wertigkeit besteht.


Studentin AKAD International Business Communication (BA)

 

Mit leerem Kopf nickt es sich leichter

Zarko Petan

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