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Cando

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  1. Bei dieser Argumentation sollte man schon realistische Vergleichsgruppen bilden: Der Zahntechniker wäre hier bestenfalls mit einem Zahnmediziner vergleichbar. Ein Zahnarzt gibt im Laufe seines Studiums je nach Uni den oben genannten Betrag ja bereits für Materialkosten aus - Lebenshaltung und Verdienstausfall während der Ausbildung nicht inklusive. Es gibt Schätzungen für die Gesamtkosten eines Zahnmedizinstudiums, die unter'm Strich bis in den sechsstelligen Bereich hineinreichen: Da erscheinen mir 30.000 € doch noch als relativ preiswert. Das finde ich auch und deshalb sollte man es auch nicht tun. Meines Erachtens nach ist das die typische Frage ob das Glas nun halbvoll oder halbleer ist. Im Ergebnis ist eben beides zutreffen: Der Meister wird aufgewertet - aber nur auf Kosten des Bachelor. Das Bildungssystem soll durchlässiger werden - gerade in Deutschland, doch das hier halte ich nicht für eine erstrebenswerte Lösung.
  2. Mit Verlaub aber dieses Fazit klingt für mich nach einem Verlangen nach Emanzipation. Wenn Du in Deinem Fach besser bist als viele Hochschulabsolventen, dann ist Dir natürlich Respekt zu zollen. Sich deshalb gleichwohl auf das Hohe Roß zu schwingen und "universitären Eliten" (allein dieser Kampfbegriff ist schon völlig unangebracht) Protegismus vorzuwerfen zeugt entweder von Frustration oder Ignoranz. Der akademische Abschluss hat für einen Arbeitgeber Indizwirkung: Die Person hat damit bewiesen, dass sie abstrakte Zusammenhänge erlernen und meistern kann. In aller Regel wird man also annehmen können, dass diese Personen zu Führungsaufgaben geeignet sind. Das gilt es für jemanden, der vielleicht ebenso talentiert sein mag aber diesen Abschluss nicht vorweisen kann, erst einmal zu beweisen. Gelingt der Beweis nicht, dann solltest Du Dir entweder einen anderen Arbeitgeber suchen oder Dich fragen, warum das nicht geklappt hat. Mit Protegismus hat das dagegen nichts zu tun.
  3. Entschuldigung, aber ich bin genau aus der anderen Richtung: Diese Art von Anrede ist hier also völlig fehl am Platz. Wie ich oben schrieb bin ich Jurist - da gibt es keine Alternative zum Studium und auch kein direktes Äquivalent als Lehrberuf, daher stehe ich bei dieser Diskussion im Grunde genommen als Außenbetrachter da. Ich halte die Gleichstellung mal grundsätzlich für eine Abwertung des Bachelors. Inwiefern sich diese Abwertung dann auch bemerkbar macht, wird sich sicherlich noch zeigen. Diese Aussage halte ich (bis auf wenige Ausnahmen) für unrichtig. Ein Hochschulstudium wird in den meisten Fällen sowohl im materiellen, wie auch vom zeitlichen Anteil her deutlich kostspieliger ausfallen, als eine Berufsausbildung. Diese Kosten halte ich bei der Einstufung schon für sehr relevant: Denn hier wird ein Abschluss abgewertet, für den jemand mehr Zeit und Geld aufwenden muss, als für einen anderen. Und dabei bin ich wieder zurück bei meiner ursprünglichen Aussage: Wo soll da dann noch der Anreiz liegen ein Hochschulstudium zu absolvieren?
  4. Das muss ich übersehen haben, vielen Dank! Ich wollte mit Auslaufmodell ja eher betonen, dass es an den Hochschulen (leider) nicht mehr angeboten wird. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Diplomer die diese Entwicklung bis zum heutigen Tag verfluchen. Ich finde bei diesem Thema muss man sich dann aber auch die Frage stellen, wieso jemand Kosten und Zeitaufwand eines universitären Studiums auf sich nehmen sollte, wenn er alternativ auch auf dem beruflichen Zweig zu einem gleichwertigen Abschluss gelangen kann. Ich stehe dieser Gleichstellung recht ratlos gegenüber: Auf der einen Seite finde ich es positiv, da so die Durchlässigkeit des Bildungssystems gefördert wird. Auf der anderen Seite schafft sie jedoch auch weniger Anreiz, sich noch für die akademische Laufbahn zu entscheiden (jetzt mal abgesehen von einigen Berufen, in denen das zwingend erforderlich ist). Das Master-Angebot an der Hochschule hat in meinen Augen also schon eine gewisse Berechtigung.
  5. Ich finde das kann man so pauschal gar nicht sagen. Auch an Universitäten gibt es längst nicht für jeden Bachelor-Absolventen die Möglichkeit seinen Master zu machen. Faktisch werden also rund die Hälfte der Universitätsabsolventen ebenfalls auf das beschriebene "alle anderen"-Niveau herabgestuft. Ich weiß nicht so recht was ich von dieser Bildungsskala halten soll. Beispielsweise wurden hier ja ganz bewusst Schulabschlüsse wie das Abitur herausgehalten. Auch andere Hochschulabschlüsse sind hier nicht berücksichtigt worden. Mag man natürlich entgegenhalten, dass das Diplom ein Auslaufmodell ist. Dagegen wurde das Staatsexamen hier überhaupt nicht berücksichtigt. Ich selbst bin Jurist - ein handwerkliches Pendant gibt es hier beispielsweise keins. Allerdings gibt es Berufe, die in manchen Bereichen durchaus vergleichbar sind wie beispielsweise der Rechtspfleger, der ja auch ein Dipl. (FH)-Beruf ist und der wohl auch keine Umstellung auf den Bachelor erfahren wird.
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