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parksj86

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Informationen

  • Status
    Ehemaliger Fernstudent
  • Anbieter
    FernUniversität in Hagen
  • Studiengang
    Governance
  • Wohnort
    Leipzig
  • Geschlecht
    m

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  1. Ich arbeite im Online-Bereich einer Tageszeitung und drücke es mal vorsichtig aus. Die Kurse sind sicher solide - habe mich nur mal schnell durchgeklickt. Aber wenn du so einen Schein bei einer Bewerbung auf eine Redakteursstelle oder ähnliche Tätigkeit angibst, sind Leute mit Bachelor + Volontariat (bzw. Master plus Volontariat) und mitunter auch schreiberfahrene Leute nur mit Volontariat immer hart im Vorteil. Ein bisschen anders sieht es bei "jungen Medien" oder Angeboten aus, die ausschließlich im Netz publizieren. Die haben ein etwas anderes Anforderungsprofil und sehen manches deshalb lockerer, wenn sie die richtigen Tätigkeiten im Lebenslauf vorfinden. Soll Dich jetzt nicht abschrecken Dir so einen Kurs zu suchen. @Markus Junghat, glaube ich, selbst mal einen Journalismuskurs gemacht und kann sicher was dazu sagen. Aber aus meiner Sicht wird von Arbeitgebern im klassischen Journalismus vor allem Schreiberfahrung (also publizierte Texte, möglichst der gesamte Mix aus Meldung/Bericht/Reportage/und Kommentar etc.) und ein gutes Allgemeinwissen (bei uns ist es z. B. das Abitur/Studium, obwohl ich selbst auch kein vollwertiges Abi habe) honoriert. Solche Kurse sind eher dazu da, Dir Handwerkszeug für den Alltag auf den Weg mitzugeben, um die entsprechende Breite an Texten/Beiträgen zu erreichen.
  2. Wobei die meisten Redaktionen voraussetzen, dass man als Volontär schon einiges an Schreiberfahrung gesammelt hat. Wenn man sowieso als Freier unterwegs ist und sozusagen schon einen Fuß in der Tür hat, sind ergänzende Kurse, die zum Beispiel journalistische Darstellungsformen (Kommentar, Reportage, also Sachen, die man nicht täglich schreibt) oder Grundwissen in Presse- und Urheberrecht vermitteln, gar nicht verkehrt. Ein Studium in Journalismus würde ich nur absolvieren, wenn ich meine Zukunft in dem Bereich sehe, noch keinen akademischen Abschluss habe und langfristig lieber in eine Festanstellung wechseln möchte.
  3. Danke! Du kannst dich jederzeit wieder zu einer Hausarbeit abmelden, solange das Thema noch nicht vergeben wurde. Heißt: Solange dein Betreuer das Thema der Hausarbeit noch nicht dem Prüfungsamt vorgelegt und das Amt es dir per Post zugesandt hat, kannst du dich wieder abmelden - formal betrachtet. In der Praxis ist es natürlich so, dass du die Skripte durcharbeitest, dann nach einem Thema Ausschau hälst und im Anschluss Kontakt zum Betreuer des Moduls aufnimmst. Dann zieht man zusammen das Thema glatt, ehe es beim Prüfungsamt angemeldet wird. Aber meistens kann man schon beim Lesen der Skripte inkl. weiterer Literatur ganz gut einschätzen, ob man ein Thema findet oder nicht. So war es beim Governance-Master jedenfalls.
  4. Das ist eine gute Frage. Eine echte Strategie nicht, aber da sich die Zeiten seit meinem ersten Masterstudium geändert haben, ist das auch nicht mehr in dem Maße nötig wie damals. Eigentlich bleibt mir neben Beruf und Familie nicht viel Freizeit - das ist jetzt gar nicht negativ gemeint. Die nehme ich mir dann, um in die Skripte zu gucken. Eine wichtige Sache ist noch, dass ich mich nicht mehr quasi automatisch jedes Semester zu einer Prüfung anmelde. Das habe ich zu Beginn meines ersten Masters gemacht und den Druck aufrecht zu erhalten. Hat damals auch ganz gut geklappt. Die Prüfungsphasen an der FUH sind wirklich ziemlich starr. Im Geschichtsmaster gibt es aber wenige Klausuren, eigentlich so gut wie gar keine. Es sind vor allem Hausarbeiten zu schreiben. War im Politik-Master ähnlich. Man muss da zu Beginn des Semesters gut einschätzen können, ob man das packt oder sich für dieses und jenes Modul lieber zwei Semester Zeit nimmt. Dann geht es.
  5. Hallo, zuerst einmal muss ich sagen, dass ich eigentlich gar nicht hier sein dürfte. Also im Internet schon, aber nicht hier in der Blog-Sparte von Fernstudium-Infos.de. Eigentlich hatte ich nach meinem Masterabschluss im Frühjahr 2020 mit dem Studieren abgeschlossen. 7 1/2 Jahre FernUni reichen ja eigentlich auch - so lange habe ich für meinen ersten Master in Governance (heute Politikwissenschaft) gebraucht. Doch nachdem ich im Mai meine Abschlussarbeit abgeschickt hatte, habe ich abends kaum sinnvolle Sachen gemacht. Für Webinare oder MOOCs konnte ich mich nicht so recht begeistern - warum auch immer. Eine Leseratte - zumindest was Romane und fiktive Geschichten angeht - bin ich auch nicht. Also habe ich irgendwann angefangen, nach einem neuen Studiengang zu suchen - obwohl ich meiner Frau hoch und heilig versprochen habe, dass jetzt echt Schluss damit ist. Nach einer halbherzigen Suche - einige Studiengänge, die ich gern in Angriff genommen hätte, waren schlicht zu teuer - habe ich mich dann relativ spontan für den Geschichtsmaster an der FernUni entschieden. Den gibt es in dieser Form erst seit ein paar Jahren. Vorher hatte die FernUni einen "gemischten" Master im Angebot, der zur Hälfte aus Literatur- und medienwissenschaftlichen sowie aus historischen Modulen bestand. Der wäre für mich nicht so interessant gewesen, den Master "Geschichte Europas" hatte ich dagegen schon länger im Auge gehabt. Das Konzept der Loslösung von starren Epochen hin zu Themenkomplexen finde ich spannend und ich denke, ich finde mich darin schnell wieder, was meine Interessen angeht. Eigentlich ist der Master jetzt auch ein Stück weit Ersatzbefriedigung. Es gab in den vergangenen Monaten eine Zeit, in der ich mich recht intensiv mit dem Thema Promotion beschäftigt habe. Aber mit meinen Mischmasch-Abschlüssen (Bachelor was mit Kommunikation, Master was mit Politik) und als Arbeitnehmer in Vollzeit habe ich mir die Sache relativ schnell ausgeredet. Rein beruflich würde mich der Geschichtsmaster sicher erst mal nicht weiterbringen. Meinen bisherigen Weg bin ich gegangen, ohne mein Masterzeugnis, das ja noch recht frisch ist, auch nur einmal vorzuzeigen. Die Medienbranche ist da - bis auf ein paar Ausnahmen - in der Regel nicht so streng, was formale Abschlüsse betrifft. Auf der anderen Seite bin ich derzeit zufrieden, weshalb ich das Fernstudium wirklich als abendlichen Zeitvertreib sehe. Ob ich es diesmal wieder voll durchziehe, weiß ich noch nicht. Das kommt auch darauf an, wie es dann läuft. Im Moment habe ich einfach nur wieder eine abendliche Beschäftigung, die nichts mit Zocken oder Fernsehgucken zu tun hat.
  6. Wobei diese Überlegungen solange reine Spekulation sind, solange die Einrichtung (bzw. Behörden) für so einen Weg nicht Grünes Licht gegeben hat. Auf der SIMKI-Webseite steht als Zulassungsvoraussetzung für den verzahnten Master z. B. nichts von "Pädagogik" ohne "Sozial" davor. Aber will hier nicht den Spielverderber spielen, nur zur Vorsicht mahnen, nach all den unterschiedlichen Diskussionen und Fällen, die wir zu diesem Thema schon hatten.
  7. Ich würde mich da Markus anschließen. Komme aus einem ähnlichen Bereich (Online, nur halt nicht Marketing) und was ich immer wieder merke ist, dass die Erfahrung zählt. Du wirst in diesen Online-Bereichen, speziell Inbound- oder Online-Marketing, immer wieder Leuten begegnen, die zum Teil nicht mal ein abgeschlossenes Studium haben, aber trotzdem als absolute Profis bzw. Experten angesehen werden (brauche ich Dir sicher nicht zu erzählen). Bekannte und ehemalige Weggefährten, die ich kenne, sagen, dass Berufserfahrung bzw. deine Erfolge (erfolgreiche Projekte, langjährige Kunden/Kampagnen) dich weiter tragen als ein Online-Marketing-Abschluss, den es, A, noch nicht wirklich lang gibt und den deshalb Personaler immer ein Stück weit ratloser dastehen lassen wird als bspw. ein klassisches BWL-Studium mit Marketingschwerpunkt. Und B bedeutet ein Studium mit Online-Marketing-Schwerpunkt dann immer noch nicht automatisch, dass du bspw. praktische Erfahrung mit Facebook-Ads oder der Search Console von Google gesammelt hast (also quasi das täglich Brot). Und dass Du strategisch denken kannst, kannst du auch auf andere Weise als durch einen Online-Marketing-Master zeigen. Wie gesagt, bin ich nicht komplett drin im Online-Marketing-Bereich, aber mit deiner Erfahrung würde ich in mich gehen und mich fragen, was ich für Wissenslücken habe (z. B. Google Analytics, SEA - was auch immer), die mich in den nächsten Jahren an einem beruflichen Fortkommen hindern können (welches Ziel Du Dir auch immer gesetzt hast). Wenn du diese Punkte dann anhand von Seminaren/Webinaren/Zertifikaten angehst, hast du sicher deine berufliche Basis gestärkt. Was mit BWL hast Du ja schon gemacht. Was auch nicht ganz verkehrt ist, wenn du im Leitungsbereich mit anderen Abteilungen zusammenkommst, dass du deine BWL-Wissenslücken noch ein wenig füllst, um wirklich auch die gleiche "Sprache" wie die übrigen Abteilungsvertreter zu sprechen. Das gibt dir die Sicherheit, deine Arbeit jederzeit in andere Marketing-Kontexte einfügen zu können, ohne dass man quasi als Nerd dasteht.
  8. Ja, wundere mich selbst, dass mir das nach nur 5-6 Monaten schon öde vorkommt. :) Das ist natürlich ein Argument.
  9. In meinem letzten Beitrag hatte ich ja noch versprochen, einen Ausblick auf mein Leben nach dem Master zu geben. Ich hatte Markus dazu bereits ein Interview gegeben, in dem ich die Frage schon ein wenig beantwortet habe. Darüber hinaus hätte ich in den vergangenen Monaten nichts Sinnvolles zu dem Thema sagen können. Das liegt unter anderem daran, dass ich in in meiner Firma eine neue Aufgabe übernommen hat, die mich im Moment sehr fordert. Das hat eher weniger mit meinem Masterabschluss, denn mehr mit meiner bisherigen Arbeit dort zu tun. Kurz gesagt: Beruflich bin ich im Moment dort, wo ich sein möchte. Außerdem haben meine Frau und ich viel um die Ohren. Zwei Kinder, darunter eins, das gerade ein Jahr alt geworden ist, lassen eigentlich nie Langeweile aufkommen. Hinzu kommen noch ein paar andere private Dinge, die auch in den kommenden Monaten noch ziemlich viel Aufmerksamkeit und freie Zeit erfordern werden. Wir wären hier aber nicht auf Fernstudium-Infos.de, wenn ich an dieser Stelle sagen würde "Das war's!" Nachdem ich jetzt ein paar Monate lang meine Abende, an denen ich nicht gearbeitet habe, mit Zocken und Fernsehen verbracht habe, war für mich irgendwann klar, dass das nicht wirklich etwas für mich ist - das hatte ich mir während des Studiums offenbar nur so gedacht. Und so habe ich mir in den vergangenen Wochen Gedanken darüber gemacht, was man abends sonst noch so mit seiner freien Zeit anstellen könnte - na gut, ich gebe zu: Was man sonst noch so studieren könnte. Nach einer kurzen, aber intensiven Phase der Grübelei blieben eigentlich nur noch drei Dinge übrig: Wirtschaftswissenschaften/BWL (Bachelor), Philosophie (Master, mit vorgeschalteten Leistungen aus dem FernUni-Bachelor), und Geschichte (Master). Am Ende ist es der Geschichtsmaster an der FernUni geworden. Aus dem einfachen Grund, dass ich mich mit meinen bisherigen Abschlüssen einschreiben konnte, ohne vorher noch Leistungen aus dem Kulturwissenschaften-Bachelor an der FernUni erbringen zu müssen. Zugegeben: Eigentlich hatte ich als Kind schon vor, irgendwann mal Geschichte zu studieren. Mir waren schon damals die Geschichten über Hannibal und Hunnen lieber als über Tiere und tolle Autos. Außerdem habe ich mir vorgenommen, das Studium ganz locker anzugehen. Wenn es nach 1-2 Semestern vorbei ist, weil ich nicht richtig reinkomme oder es zu viel Zeit frisst, ist das auch okay. Wenn ich zehn Jahre studiere, ist das ebenfalls kein Beinbruch. Ob ich wieder über das Studium blogge, kann ich derzeit noch nicht sagen. Ich werde es mir bis zum Start des Sommersemesters überlegen und dann ggf. hier mit einem neuen Blog aufschlagen. Bis dahin bleibt fröhlich und gesund :)
  10. Glückwunsch! Jetzt drücken wir die Daumen für die Verteidigung Deiner Arbeit.
  11. Ich hatte als Abschluss dieses Blogs noch (mindestens) zwei Posts versprochen. Hier kommt der erste Beitrag, das Fazit. Dazu noch mal ein kurzer Rückblick: Als ich mich zum Sommersemester 2013 (vor sieben Jahren, unglaublich) eingeschrieben hatte, steckte ich gerade mitten in meinem ersten Job nach einem Bachelorabschluss. Ich hatte in einer Agentur für Public Relations und Public Affairs angefangen und war mir ziemlich sicher, dass das auch der Bereich ist, der für die nächsten Jahre mein Berufsleben prägen sollte. Ich hatte zuvor ein paar erfolglose Bewerbungen verschickt (für deren Qualität ich mich heute schämen würde) und war mir außerdem sicher, dass ich ohne einen Masterabschluss im Berufsfeld Public Relations/Public Affairs nicht weit kommen würde. Und so kam es, dass ich mich nach kurzer Recherche für die FernUni Hagen und den Master Governance entschied. Heute arbeite ich als Online-Journalist für ein regionales Verlagshaus und habe die Fähigkeiten, die in meinem Job verlangt werden, in meinem Bachelorstudium und vor allem on the Job gelernt - was natürlich nicht heißt, das Fernstudium hätte mir bis jetzt noch nichts gebracht. Ich habe in dieser Zeit viel Allgemein- und politisches Hintergrundwissen angesammelt, aber auch viel über mich selbst und meine Grenzen gelernt. Nur war das bislang nichts, was ich hinter einem Spiegelstrich in meinen Lebenslauf schreiben konnte. Was ich damit sagen will: Ich habe irgendwann aufgehört, den Wert meines Fernstudiums nur am Ziel, meinen "Wert" für Arbeitgeber im Bereich Public Affairs zu steigern, zu messen. Wäre es wirklich nur darum gegangen, hätte ich dieses Ziel irgendwann verfehlt. Ich habe in der ganzen Zeit mehr als einmal die Entscheidung treffen müssen, entweder das Studium zurückzustellen oder mich beruflich einzuschränken - und habe mich dabei immer für meine berufliche Tätigkeit entschieden, was ich bis heute nicht bereut habe. Das hat aber dazu geführt, dass nun auf dem Papier (das ich noch nicht vollständig vorliegen habe) steht, dass ich sieben Jahre für meinen Master gebraucht und dabei die ein oder andere mittelmäßige Note kassiert habe (ich war durch meinen Bachelor ziemlich "verwöhnt", was Noten angeht). Ich kann damit sehr gut leben, doch es ist ein Punkt, den man erwähnen muss, wenn man ein Fazit zieht. So, nun zum eigentlich interessanten Teil, dem Studium: Die Rahmenbedingungen: Ich glaube, dazu muss ich nicht viel schreiben, es ist hier zigfach im Forum erwähnt worden. Wer an der FerUni studieren will, muss sich und sein Leben dem Semester-Rhythmus anpassen. Winter- und Sommersemester wechseln sich ab, dazwischen gibt es fixe Prüfungstermine, die nicht veränderbar sind. Bis auf wenige Ausnahmen war der Prüfungsort für mündliche Prüfungen Hagen (einmal hatte ich auch Berlin zur Auswahl), Klausuren konnte ich dank eines Regionalzentrums in meiner Nähe vor Ort schreiben. Ansonsten musste ich für mich immer am Anfang eines Semester abschätzen, was ich abarbeite und ob ich in dem Modul eine Prüfung ablegen will. Da es auch für Hausarbeiten ziemlich starre Fristen gab, brauchte man nach meiner Erfahrung eine gute Planung, etwas Disziplin und vor allem die Fähigkeit, auch nach einem 8-10-Stunden-Tag noch konzentriert und strukturiert zu arbeiten. Das hat bei mir nicht immer gut geklappt, weshalb ich mehrere Pausen während des Studiums eingelegt habe. Die Alternative wäre gewesen, meine Ansprüche noch weiter runterzuschrauben, um eine Note zu kassieren, mit der Mann dass Modul noch besteht (was meiner Einschätzung nach aber auch nicht immer geklappt hätte). Die Inhalte: Dazu muss ich sagen, dass ich mich nie überfordert gefühlt habe, obwohl ich keinen politikwissenschaftlichen Bachelor absolviert habe. Das sozialwissenschaftliche Arbeiten hatte ich aber trotzdem während meines Erststudiums kennengelernt, sodass ich hier nicht von null angefangen habe. Ansonsten bedeutet an der FernUni studieren, lesen, lesen und nochmals lesen. In gerade einmal einem Modul hatten wir eine Vorlesungsreihe als Video zur Verfügung gestellt bekommen. Ansonsten habe ich die Skripte und Reader der Lehrstühle durchgeackert. Ich bin ein Mensch, dem sowas entgegenkommt, ich bestehe nicht unbedingt darauf, dass man mir alles per Video oder Podcast vermitteln muss. Ich kann aber auch Menschen verstehen, die bei rund 1000 Seiten Demokratietheorie (plus einigen Hundert Seiten Zusatzliteratur) mit abschließender Klausur jetzt nicht unbedingt hellauf begeistert sind. Zumal man im politikwissenschaftlichen Umfeld ohne das Beherrschen der englischen Sprache nicht sonderlich weit kommt. Nur so viel: Mittlerweile kann ich englische Texte flüssig lesen und brauche dazu nicht mal mehr den Google-Übersetzer. Das war zu Beginn des Fernstudiums noch anders. Wie aktuell die Skripte und Lehrinhalte sind, vermag ich aus zwei Gründen nicht genau zu sagen: Zum einen hat sich seit meiner Immatrikulation viel getan. Das Studium wurde von Governance in Politikwissenschaft umbenannt, auch einige Module sind mit der Zeit geändert worden (das erste Modul des Studiengangs zum Beispiel), sodass ich den aktuellen Master Politikwissenschaft nicht mehr fair bewerten kann. Zum anderen habe ich aus dem Vergleich mit anderen Masterstudiengängen Politikwissenschaft festgestellt, dass es Inhalte bzw. Grundlagen gibt, die schon seit vielen Jahren so gelehrt werden. Im Bereich der politischen Ideengeschichte hangelt man sich zum Beispiel an Aristoteles entlang über Rosseau, Montesqieu und den Federal Papers hin zu modernen Ansätzen und Theorien wie die von Robert A. Dahl und George Tsebelis. Ich denke nicht, dass man hier das Rad neu erfinden kann. Diese Einschätzung gilt natürlich nur für mein Fernstudium und ist nicht auf alle Studiengänge an der FernUni verallgemeinerbar. Was vielleicht noch zu sagen ist: Aus meiner Sicht bietet der Studiengang Governance (der jetzt Politikwissenschaft heißt) gutes Uni-Niveau. Der Abstraktionsgrad ist relativ hoch (es wird in den Skripten, Foren und Seminaren also nicht irgendein tagespolitisches Thema durchgekaut) und es geht immer wieder darum, dass man sich zum einen eine fundierte Meinung bildet, die man in einer Hausarbeit oder einer mündlichen Prüfung anhand von Argumentationsketten nachvollziehbar machen muss. Einfach nur die Theorie auswendig zu lernen und aufsagen zu können, reichte nicht aus. Natürlich will ich jetzt nicht sagen, dass ich meinen FH-Bachelor gänzlich ohne Theoriewissen und die Fähigkeit der Abstraktion erlangt habe. Aber die Perspektive war immer die eines Praktikers, der quasi einen Schritt zurücktritt, um ein Problem von mehreren Seiten zu betrachten und eine Art Schablone (zum Beispiel einen theoretischen Ansatz) für die Lösung zu finden. Wissenschaftliches Arbeiten war in diesem Kontext zwar wichtig, aber wurde immer dem Zweck untergeordnet. Das habe ich im Master etwas anders wahrgenommen. Hier ging es nach meiner Wahrnehmung immer darum, sich einem Phänomen bzw. Problem mithilfe sozialwissenschaftlicher Methoden so gut es geht anzunähern. Dieser Prozess der wissenschaftlichen Annäherung bzw. Auseinandersetzung ist der Kern dessen, was wissenschaftliches Arbeiten ausmacht und was am Ende beherrscht werden muss, will man den Weg in Richtung Promotion weitergehen. Aber ich habe gerade das Gefühl, ich rede mich hier um Kopf und Kragen. Viel klügere Menschen als ich haben bereits umfassende Abhandlungen zum Vergleich zwischen FH und Uni geschrieben. Darauf verweise ich an dieser Stelle mal. Das Umfeld: Wie bereits erwähnt, hatte ich das Glück, ein Regionalzentrum in meiner Nähe zu haben. Das war damals mein erster Anlaufpunkt. Dort habe ich mich beraten lassen, die Einführungsveranstaltung für alle neuen Studierenden mitgemacht und auch mein erstes modulbegleitendes Seminar besucht. Ich habe dann noch ein Seminar in einem anderen Regionalzentrum besucht. Dass man in den Regionalzentren verschiedene modulbegleitende Seminare oder auch Angebote der Studienberatung besuchen ist, ist wirklich toll. Ich kann nur jedem raten, die Angebote wahrzunehmen. Manchmal hilft einem auch nur der Austausch mit anderen Fernstudierenden weiter. Wobei das für mich ein großes Problem war: Anfangs habe ich noch versucht, Kontakte zu anderen Governance-Studierenden aufzubauen. Aber so richtig geklappt hat das nicht. Bei den Wirtschaftswissenschaftlern, Juristen und vor allem Psychologen ist das, denke ich, deutlich einfacher - allein deshalb, weil es einfach mehr Studierende gibt. Insoweit war das Fernstudium in meinem Fall durchaus eine einsame Sache. Wer ein Fach wählt, das jetzt nicht ganz oben auf der Beliebtheitsskala steht oder aus einer Region kommt, in der es nicht so viele FernUni-Studierende gibt, sollte den Faktor Einsamkeit im Hinterkopf haben (wobei sich das natürlich erst im Laufe des Studiums so richtig herauskristallisiert). Ansonsten ist natürlich zu sagen, dass der Austausch mit den Kommilitonen auch viel Eigeninitiative voraussetzt. Während meines Präsenzstudiums bin ich oft in irgendwelche Lern- oder Referatsgruppen "reingerutscht" weil ich zur richtigen Zeit am richtigen Ort war oder einfach nur spontan gefragt habe, ob ich mitmachen kann. So einfach war das im Master an der FernUni natürlich nicht. Fazit: Die Frage, ob ich mich heute noch mal für Governance entscheiden würde, wenn ich vor der Wahl stehen würde, kann ich nicht eindeutig beantworten. Wahrscheinlich eher nicht. Das liegt aber nicht an der FernUni oder am Studiengang, sondern mehr daran, dass ich mich rückblickend einfach zu spontan entschieden habe. Ich hatte noch andere Optionen vor Augen, die ich aber nie ernsthaft durchgespielt hatte. Im Endeffekt ist es jetzt egal, ich habe das Studium gemeistert und bin glücklich. Würde ich die FernUni weiterempfehlen? Ja, aber mit den Einschränkungen, die ich weiter oben formuliert habe. Wer ernsthaft ein Studium an der FU Hagen durchziehen will, sollte sich vorher klar machen, was das bedeutet - für den Beruf und das Familienleben. Was nicht bedeutet, dass man diese beiden Punkte komplett herunterfahren muss, wenn man sein Studium meistern will. Man muss aber zum Beispiel bereit sein, sich nach einem langen Tag (im Büro oder mit der Familie im Freizeitpark) hinzusetzen und ein paar Stunden konzentriert zu arbeiten. Man hat schließlich Fristen und Prüfungstermine im Nacken. So, mehr fällt mir zu diesem Thema erst mal nicht ein. Wer Fragen hat, auch zum Studiengang, kann natürlich jederzeit einen Kommentar hinterlassen oder mir hier im Forum eine Nachricht schreiben.
  12. Alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei - oder so. Endlich kann ich Euch mitteilen, dass mein Master-Marathon ein Ende gefunden hat. Am Dienstag lag der erlösende Brief im Briefkasten. Beide Prüferinnen haben ihren Daumen gehoben, zusammengerechnet habe ich für meine Abschlussarbeit die Note zwei erhalten. Ich bin damit absolut zufrieden, vor allem wenn man bedenkt, dass ich die Arbeit zu 90 Prozent in den späten Abendstunden, bis in die Nacht hinein, geschrieben habe, und die Auswirkungen der Corona-Pandemie mein Projekt noch einmal deutlich entschleunigt (und mir etwas mehr Zeit verschafft) hat. Ich habe gestern Nacht noch beim Prüfungsamt darum gebeten, meine Abschlussunterlagen auszustellen, damit das Kapitel Fernstudium endgültig beendet ist. Mehr kann ich Euch dazu eigentlich gar nicht erzählen. Ich habe die Nachricht gestern erfreut zur Kenntnis genommen, aber das war's auch schon. Dafür ist bei uns derzeit zu viel los - familiär und beruflich. Ich habe mir aber vorgenommen, zeitnah ein Fazit zum Fernstudium und einen Ausblick - wie geht's weiter - zu veröffentlichen und den Blog damit abzuschließen. Mittlerweile hat sich auch da viel geändert. Ich kann nur sagen, dass diese Zeit - sieben Jahre Fernstudiums - eine sehr intensive und lehrreiche Erfahrung war, die ich nicht missen möchte. Das hätte ich auch geschrieben, wenn ich das Studium vorzeitig abgebrochen hätte (was 1-2 Mal im Raum stand). Zuletzt möchte ich noch ein paar Leuten hier im Forum danken, deren Posts und Blogbeiträge mich motiviert haben und denen ich für Ihre Vorhaben alles Gute wünsche. @Markus Jung natürlich, @Vica die zu den unterhaltsamsten und spannendsten Blog-Autorinnen hier bei Fernstudium-Infos gehört (und von der ich eine Menge darüber gelernt habe, wie man sich Problemen auf dem Weg zu seinem Ziel stellt), @CrixECK der wahrscheinlich irgendwann einmal der erste Ehrenbürger der FernUni Hagen wird (auch wenn die Uni keine Stadt oder Dorf ist), @KanzlerCoaching deren Beiträge mir immer wieder vor Augen führen, wie wichtig es ist, sein Luftschloss frühzeitig gegen ein konkretes (und erreichbares) Ziel einzutauschen @OldSchool1966 die einfach einen beeindruckenden Weg zurückgelegt hat (und uns daran teilhaben ließ) und natürlich @TomSon deren Beteiligung hier im Forum ich auch sehr schätze. Vielen Dank für Euren Einsatz hier!
  13. @Alanna Genau das habe ich mir auch gedacht Ehrlich gesagt steckt hinter der Überlegung sogar ein recht konkreter Hintergedanke. Habe mir den Studiengang und die Module angeguckt und finde das Studium gar nicht mal so uninteressant. Würde auch gut in mein Profil passen, denke ich.
  14. Ja, ich hab mir auch schon einige Male an den Kopf gefasst. Aber letztens dachte ich mir: "Ja, so Bildungswissenschaft würde dein Profil doch ganz gut ergänzen." Und ein paar Tage später: "Ja, so Soziologie mit Schwerpunkt qualitative Sozialforschung - danach Promotion wäre schon drin." Und so weiter. Es ist ganz schrecklich ...
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