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Bernard

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  1. Sie fordern eine Logik ein, der Sie sich selbst ständig enthalten. Die Unterscheidung liegt in anderen Kriterien begründet, das ist innovativer als bei uns - der wissenschaftliche Standard wird bei beiden Typen von "Research Degrees" (sic!) gleich angesetzt, und auch so nachgehalten, und im Gegensatz zu D auch extern geprüft. In einem Land, dessen Unis wesentlich mehr Jahre auf dem Buckel haben als die bei uns, nicht wahr? Und es gibt hierfür einen "Dr. rer oec oder was auch immer" - nur halt statt einem Dr. phil den Dr. business adminstration. Aber immer einen Doctor, auch wenn Ihnen das nicht zu passen scheint. Doch genau das ist ja die Idee dahinter - der wissenschaftliche Anspruch. Sonst wäre der DBA kein research degree. Natürlich argumentiere ich subjektiv, aber dennoch objektiv mit Berufung auf die scientific practice und die Studienordnungen in UK. Sie dagegen behaupten einfach nur und postulieren irgendwelche Qualitätsunterschiede, die in UK nicht vorgesehen sind. Warum kapieren Sie denn nicht, dass gemäß dieser Definition anhand von Lern- und Qualifikationszielen, die Sie ansprechen, der DBA wesentlich umfassender und anspruchsvoller ist, als Sie behaupten? Die Unterscheidung liegt nur an der Vorgehensweise, nicht aber am wissenschaftlichen Anspruch. Sie fordern eine Objektivität ein, die Sie nicht aufbringen mit Ihren ungestützten Behauptungen. Wie die Briten sagen, wenn diese Unterschiede diskutiert werden: a doctor is a doctor is a doctor. Ansonsten schliesse ich mich Stefs an, da ist alles gesagt.
  2. Zum "Paten" - Natürlich bin ich subjektiv, was denn sonst? Als neutral sehe ich hier in diesem Forum niemanden an. Zumidest habe ich mich mit diesem Thema jahrelang intensiv auseinandergesetzt. Viele UK Unis könnten den DBA doch gar nicht anbieten, weil ihnen selbst zu viel Praxisbezug abgeht. Das wird sich dann ändern, wenn auch diese mehr DBAs einstellen. Außerdem sind die Abbrecherquoten im DBA so hoch - das bringt Programme, die es nicht ernst meinen, schnell ins Schleudern, und viele andere trauen es sich erst gar nicht zu, ist doch klar. Die sagen aber nicht, sie packen es nicht, sondern heucheln Desinteresse. So lange gibt es den DBA in UKauch noch nicht - da lernen viele auch noch dazu. Bei uns war es ansonsten nicht anders - wer die 7 großen Scheine gemacht hatte, konnte sich mit einem M.Phil ausklinken, oder den DBA angehen. Wer eine schlechte DBA Diss hatte, die sich nicht retten ließ, wird auf den M.Phil runtergestuft. Doch die, die bis dahin durchhalten, sind eigentlich klasse. Pauschalisierungen sind jedenfalls nicht angebracht, zumal auch viele ältere UK Ph.D.s heute so nicht mehr durchkommen würden. Da hat sich viel an den Business Schools getan. Für DBA und Ph.D. gilt gleichermaßen, dass es auch viele langweilige Arbeiten gibt, wie bei uns auch; methodisch sind die aber alle extern qualitätsgecheckt. Ich will ja auch den Ph.D. aus UK nicht schlecht machen - ich sehe es eben so, dass für meine Ziele der DBA mehr Power hat.
  3. Sie nennen das Kurzschluss, aber Sie gehen von den falschen Voraussetzungen aus. Dummerweise veraltet die berufliche Praxis arg schnell - daher kommen ja auch die ganzen Impulse in der BWL aus Deutschland, oder? Der typische FH-Prof hat früher einige Jahre Berufserfahrung gehabt - ein Reinschnuppern. Aber da ändert sich seit einiger Zeit etwas. Das ist diese typisch deutsche Denke - einmal Bäcker, immer Bäcker. Der DBA hat eine riesiges Potential. Der klassische DBA ist genauso wissenschaftlich wie die deutschen Arbeiten, enthält aber viel öfter eine ernsthafte methodische Diskussion. Den Schuh mit Dr. light oder Dr. prakt wie Sie das nennen, ziehe ich mir nicht an - und so wird er in der Praxis in UK auch nicht gesehen. Das zu behaupten, ist eine bodenlsoe Frechheit. De Begriff "professional doctorate" enthält das Wort "doctorate", und das wird in UK mit den gleichen wissenschaftlichen Standards erworben wie ein Ph.D., egal wie Sie das beurteilen. Das ist eine Unterstellung, die auf dem not invented here syndrom beruht. Bei den DBAs, die ich kenne, kommt eine erhebliche berufliche Erfahrung zu einer wissenschaflichen Ausbildung und Dissertation auf einem Niveau, dass sich vor D ganz bestimmt nicht verstecken muss. Vor diesem Hintergrund scheint mir eher die Reform der deutschen Dissertation ganz dringend notwendig. Abgesehen davon bin überzeugt, dass die DBAs in D auch wissenschaftlich in den kommenden Jahren ganz erhebliche Impulse setzen werden. Und zwar solche, die in der Praxis ankommen. Das wird auch die FHs nach vorne bringen - lassen Sie uns einfach mal machen.
  4. Wieso sollte der Ph.D auf die Lehre ausgelegt sein, und das auch noch "extrem"? Drängt sich mir so nicht auf. Im UK promovieren ja generell viel weniger, viele davon international, und sicher wollen viele davon Dozent werden oder forschen, aber der DBA deckt eben den Praxisbezug wesentlich stärker ab. Dass die Unis damit auch Geld verdienen wollen ist so eine Sache - der Aufwand ist immens, kaum ein Programm trägt sich wirklich in UK, was ich so höre, nur die großen und wohl am ehesten bei den Kooperationen. Bei mir war ich der einzige International. Die Frage ob Ph.D. oder DBA stellt sich ja nun mal nur in der BWL, und da ist die Praxis eher vernachlässigt, sonst würden ja alle Manager Ph.D. Dissertationen lesen. Weil sie das nicht tun, wurder der DBA entwickelt bzw. von den USA übernommen, um das zu ändern, und Forschung relevanter werden zu lassen. Das hängt doch aber immer vom Thema und der Vorgehensweise und vom Promovenden ab und läßt sich pauschal so nicht sagen. Die einem meinen, der Ph.D. ist für die Forschung besser. Die anderen wollen sich in der Theorie verlieren; und die meisten Jungforscher dürfen den DBA gar nicht machen, auch wenn sie das wollten, weil er Berufserfahrung und einen Abschluss in BWL oder einen MBA voraussetzt. Der DBA ist für Praktiker der Nachweis, dass sie wissenschaftlich arbeiten können und methodisch ausgebildet sind. Für Praktiker, die Dozenten und Forscher werden wollen, die nötige Qualifikation, aber mit dem Fokus auf Praxisnähe - für Berufserfahrene eigentlich die bessere Wahl. Natürlich kenne ich auch einige, die statt dessen den Ph.D .gemacht haben, und auch das halbwegs praxisbezogen - aber bei uns gab es eben die bessere Ausbildung und Betreuung, das muss ich schon sagen. Der Ph.D. ist auf jeden Fall vom Ansatz her wesentlich theorielastiger. Was sich für den DBA pauschal sagen läßt, ist, dass er wesentlich praxisorientierter aufgestellt ist; für die Praktiker sowieso wichtig, und für FH-Professuren sollte das in der BWL nicht unerheblich sein - denn hier sollen ja die Praktiker agieren. Der DBA ist in jedem Fall die größere Challenge an meiner Uni gewesen, bot aber auch eine wesentlich bessere Ausbildung und Betreuung (die man bezahlen mußte, na klar), und dauert im Durchschnitt 5 Jahre. Für die paar, die durchkommen. In UK ist er dem Ph.D gleichgestellt, erfordert die gleiche wissenschaftliche Robustheit und muss dabei noch praxisrelevant sein - das ist viel schwieriger, und nur wer weiß, wovon ich rede, kann das nachvollziehen. Die Abbrecherrate bei den Ph.D.s ist klar viel niedriger als bei den DBAs, zumal viele das in Vollzeit machen. Der DBA muss nachvollziehbar einen Beitrag zur Verbesserung der Praxis bringen oder ein Business-Problem "lösen"; Forschung durch Entwicklung, ein Ansatz, der auch in D mal hoch gehandelt wurde. Der aber aufwendig ist. Für mich vom Anspruch klar die bessere Wahl - zumal auch wieder im Gegensatz zu den Ph.D.s bei uns 7 schriftliche Ausarbeitungen (bis zu 10.000 Worte) fällig waren, die auch nicht alle geschafft haben und die den Nachweis erbringen mussten, dass man auf dem richtigen Weg ist - also hohes Niveau in der Forschung, den Methoden, der Analyse, den Theorien, und praxisrelevant. Wir DBAs haben insgesamt wesentlich mehr Leistungen erbracht als die Ph.D.s. Wir haben auch viel CPD gemacht, auch nicht unwichtig. Zudem hatte ich das Gefühl, meine Uni hatte uns DBAs wesentlich schärfer getrietzt als die Ph.D.s und war mit uns wesentlich kritischer - vielleicht aus guten Grund, wenn ich mir diese Diskussionen nun hier in D anhören muss. Für praxisnahe Forschung, Drittmittel und eine gute, praxisrelevante Lehre hielt ich diesen Abschluss daher klar für den besseren - der Ph.D wäre schneller, einfacher und viel billiger gewesen. Auf englisch zu promovieren hört sich auch einfacher an als es am Ende ist, gerade wenn die Praxisrelevanz wichtig ist; Theorien nachzubeten ist einfacher als einen eigenen Beitrag für die Praxis leisten zu müssen. Für Leute, die über 20 Berufsjahre auf dem Buckel haben, wäre ein Ph.D jedenfalls immer die zweite Wahl, weil die Erfahrung einen ganz anderen Blick auf die Praxis erlaubt. Daher forschen wir auch anders. Ich sehe darin einen Vorteil, und bin geschockt, dass das in D nicht verstanden wird. Zwei meiner besten Dozenten im MBA hatten einen DBA - und die waren theoretisch und praktisch einfach unübertroffen. So ist es bei mir; ich denke, bei vielen anderen ist es halt so, dass nur der DBA direkt angeboten wird, und viele sich diese Fragen nicht stellen. Oder sie auf die Verkaufsargumente hereinfallen, berufsbegleitend in drei Jahren. Ich sagte bereits, hier wird großflächig Marketing betrieben, wie viele DBAs bereits auf die harte Tour herausgefunden haben. Will auch nicht abstreiten, dass auch nicht alle DBAs Gold sind. Kenne aber auch etliche Dozenten in D, deren Diss merkwürdigerweise nirgendwo aufzutreiben sind - unsere sind öffentlich zugänglich wie alle in UK. Es gibt jene und solche - was mich schockt, ist ein Pauschalurteil, das wäre fatal und auch durch nichts gerechtfertigt, wie bereits ausgeführt. Wie der DBA funktioniert wird irgendwann bekannt sein - ich war mir sicher, dass es wie beim MBA wird, dass wir in 10 Jahren diesen Abschluss auch in D haben, weil der Bedarf da ist (wo, wenn nicht in D?), weil dieser Forschungsansatz spannend ist und auf die Praxis einwirkt, und es einfach ein sinnvolles Konzept ist. Das also waren meine Überlegungen...
  5. Lieber Herr Moderator, Sie verstehen mich miß. Es geht hier nicht um irgendwelche Dr.-Titel ob im Pass stehend oder nicht stehend. Mir Selbstgefälligkeit zu unterstellen heißt, meien Beiträge nicht wirklich verstanden zu haben. Es geht um die Anerkennung. Um Karrieren und Berufungsvoraussetzungen. Als neutral sehe ich Sie hier jedenfalls nicht an. Es geht um die Voraussetzung für einen wissenschaftlichen Standard, den man erworben und beruflich signalisiert hat, der wiederum Grundlage für Karriere und bestimmte Gehaltsbänder ist. Um Visitenkarten, die der Arbeitgeber neu ausstellen müßte. Also um ganz gewiß keine Kleinigkeit. Wenn der DBA nicht mehr anerkannt werden würde, würde das für die Betroffenen, von denen die meisten hart dafür gearbeitet haben, ein mega-berufliches Problem sein und zweitens auch viele bestehende Professuren in D treffen, für die eine anerkannte Promotion bekanntlich eine Voraussetzung ist. Wieso solllen pauschal diejenigen bestraft werden, die den härteren, praxisnahen Weg gegangen sind? Nur weil das eine oder andere Programm nicht so rigoros wie die anderen ist? Ist doch in D genauso, also kehre man doch erst Mal vor der eigenen Tür. Ich bin nicht beleidigt, sondern entzürnt - und ich argumentiere genauso redlich wie alle anderen auch, aber begreiflicherweise subjektiv, und als Betroffener. Wie viele andere auch habe ich mich statt für einen Ph.D. für den praxisbezogeneren DBA entschieden. Wie viele andere habe ich das Ziel einer Professur, und wenn der DBA nicht mehr anerkannt werden würde, würde das ein Problem sein und zweitens auch viele bestehende Professuren in D treffen. Abgesehen davon gibt es in UK sehr viel weniger Professorenstellen als Dozenturen. Es gibt einen Mittelbau und Lehrprofessuren - herrlich! Kann D auch viel von lernen. Und genau darum wird es gehen; wenn ein Land meint, die Leistung in anderen Ländern nicht anerkennen zu müssen, wird sich das andere Land das nicht gefallen lassen. Und ohne deutsche Dozenten und Professoren würde der Lehrbetrieb in UK ganz bestimmt nicht zusammenbrechen, da mal keine Sorge. Gut aber an UK ist, dass es in der Tat sehr viel mehr internationale Dozenten gibt - auch das weitaus mehr als in D. Bei Aberkennung des D1 Status für den DBA wird es eine institutionelle und private Klagewelle geben, das liegt doch auf der Hand. Die Worte "Beleidigung" und "Bomber-Harris" heben diese Diskussion eher auf ein fragwürdiges Niveau als meine Beiträge, Herr Moderator.
  6. So, jetzt sollen die Leute abwarten? Die meisten Programme starten nur ein Mal im Jahr. Ich würde momentan eher dazu raten, den DBA direkt in UK zu machen, dann ist sichergestellt, dass eine ordentliche Prüfungsordnung und Qualitätssicherung zugrunde liegt. Mit dem Zitat oben endet der o.g. Artikel. Wie gesagt, da in den meisten Studienordnungen in UK der DBA und der Ph.D. gleichgestellt sind, würde eine Herabstufung auch den Ph.D. betreffen. Wie soll das denn gehen? Eine Klagewelle britischer Unis ohne Ende würde hieraus resultieren. Wenn überhaupt, könnte ANABIN nur bestimmte Anbieter herunterstufen, das müßte ja auch reichen. Meine Uni würde mit Sicherheit gegen eine pauschale Herabstufung klagen, und umgekehrt würde UK sich möglicherweise einen Spass draus machen, die deutsche Promotion ohne Qualitätssicherung nicht länger anzuerkennen. D ist selbst dran schuld, dass so viele im Ausland promovieren - bei uns ist Erwachsenenbildung auf wissenschaftlichem Niveau eben nicht vorgesehen. Ausgerechnet in dem Land, wo die Promotion nun mal eine große Bedeutung hat (Gründe sollen hier jetzt mal keine Rolle spielen)? Wenn die KMK sich so dem "Schutz der Wissenschaft verpflichtet fühlt", sollte sie eher mal bei der fehlenden deutschen Qualitätssicherung und bei dem deutschen Dr. med und dem deutschen Dr. jur anfangen - denn hier ist bei einem Großteil der "Dissertationen" doch höchst fragwürdig, ob das im Vergleich ein "wissenschaftlicher" Abschluss ist. Wenn, dann sind im internationalen Vergleich hier die Doktortitel, die nicht geführt werden dürften. Vielleicht sollten Vroni-Plag und Co. mal alle promovierten Mitarbeiter dieser ZAB überprüfen, die an diesem Irrsinn beteiligt sind - das könnte möglicherweise ganz lustig werden. Bevor D sich mit UK anlegt, sollten vielleicht erst mal die eigenen Merkwürdigkeiten aufgeräumt werden. Wenn es berufsbegleitende Promotionsprogramme in D gäbe, hätten wir diese ganze Diskussion nicht. Ich bin es jedenfalls leid - mein Dr. aus UK genießt international den höchsten Respekt und wird überall voll anerkannt - und ausgerechnet Plagiatorland will jetzt sagen, das wäre nicht vergleichbar? Das macht mich wütend und betroffen, und daher habe ich meine Uni auch informiert, was hier los ist. Da wird was kommen.
  7. Hallo zusammen, nun muss ich mich doch hier mal einschalten, denn ich vermisse die wichtigsten Argumente. Ich habe meinen DBA nach 5 Jahren harter Arbeit in Edinburgh abgeschlossen. Meine Meinung dazu ist die Folgende: Bloss keine Panik. Vielleicht gibt es den einen oder anderen DBA, der nicht koscher ist. In Australien soll es DBA-Programme geben, die ohne Viva Voce (Rigorosum) vergeben werden - das dies zweitklassig ist, liegt auf der Hand. Ich denke, in D haben viele Angst, dass der DBA ähnlich Furore macht wie der MBA - in D kann man halt nicht berufsbegleitend promovieren, der deutsche Bildungssektor ist an den Exporten von Studiengebühren selbst dran schuld. Daher wird gegen den DBA Stimmung gemacht, und die schlechten Programme, dies es wohl geben mag, dienen als Einfallstor. Liegt aber auch daran, dass FHs in D ihren Studenten über den Umweg UK Promotionen ermöglichen. Dagegen laufen die deutschen Unis Sturm - haben Angst, dass wie in UK alle FHs in den Uni-Rang aufsteigen. Die Abschlüsse sind ja nun die gleichen - bis auf das Promotionsrecht. Da weht der Wind her, denke ich. Ansonsten ist der DBA, zumindest in UK, der klassischen deutschen Promotion zum Dr. rer.pol. oder rer.oec hochgradig überlegen. Deswegen habe ich mich für einen DBA entschieden. Hier sind die Gründe: In D wird oft unter Abhängigkeiten und nicht frei promoviert. Doktorväter ändern die Themen ihrer Schützlinge, haben ein Weisungsrecht, vor allem bei Ausnutzung von Beschäftigtenverhältnissen, zB wiss. Assistenten. Dies alles wäre in UK nicht denkbar und als "Conflict of Interest" absolut unmöglich. Vorgesetzte betreuen oder prüfen dort keine ihrer Asisstenten. Punkt. In D ist die Betreuung durch den "Doktorvater" oft lachhaft und der wissenschaftliche Standard in so manchen Doktorandenkolloquien unterirdisch. Die Professoren kritisieren hier eher wenig und hören sich oft den größten Quatsch unkommentiert an. Methodendiskussionen bleiben oft aus. Zumindest im Vergleich, den ich ziehen kann, sieht es für D nicht so gut aus. In D darf man mit der Note 4 promovieren und den Dr. Titel führen. Wie peinlich ist das denn? Im UK ist eine Note nicht vorgesehen - eine "ausreichende" Arbeit würde jedoch nie durch die Qualitätssicherung durchkommen. Entweder es ist ein guter wissenschaftlicher Standard, und das wird extern überprüft, oder eben keinen Titel. Und da die britischen Unis an Research Impact gemessen werden, werden diese Standards eher hoch gehalten. In D sind die Promotionen nicht qualitätsgesichert. Der Betreuer ist gleichzeitig der Gutachter und begutachtet sich quasi selbst. Was ist das denn? Die Zweitgutachter verfahren nach dem Motto: Du läßt meine Schützlinge unfrisiert und ich deine. Oder man macht es wie in UK - Betreuer und Prüfer sind nicht die gleichen Personen, und kommen verpflichtend von außerhalb. Das das Zug in die Sache bringt und wesentlich anspruchsvoller ist, liegt auf der Hand. Also: In UK sind wissenschaftliche Arbeiten qualitätsgesichert. Man muss ein ordentliches Bewerbungsverfahren durchlaufen. In D darf man promovieren wenn ein Professor "ja" sagt. Man muss teilweise nicht mal eingeschrieben sein! Völlig undenkbar in UK - hier gibt es Prozesse, Gremien, Zwischenberichte, und die Betreuer werden kontrolliert. In UK wird man nur angenommen, wenn die Kriterien erfüllt sind u n d sich für das Thema eine Betreuung findet. Das Thema selbst hat Bestand, es gibt keine Willkürakte eines Betreuers. Die Betreuer sind nicht die Prüfer. Der Erstgutachter kommt immer von einer anderen Universität und darf zwei Jahre lang mit niemandem der Involvierten zu tun haben, wie auch der (interne, oft ebenfalls externe) Zweitgutachter. Damit niemand in der neutralen Prüfung auseinandergenommen wird, trietzen die Betreuer einen bis zum Anschlag - wäre sonst ein herber Gesichtsverlust. Die Betreuer sorgen also auch aus Eigeninteresse für ein hohes Niveau. Auch hier wird von Schieflagen berichtet, wo sich die Betreuer unbotmäßig einmischen oder dass man sie zum Jagen tragen muss. Ja klar - nix ist perfekt. Da die DBAs berufserfahren sind und gleichzeitig noch einmal eine konzentrierte wissenschaftliche Ausbildung für ihre Gebühren erhalten (die Ph.Ds nicht erhalten), ist das Niveau gegenüber Diskussionen mit Theoretikern (Ph.D.s) um Klassen hochwertiger. Schlussendlich nehmen einen die Prüfer in der Viva regelmäßig auseinander, ob berechtigt oder nicht. Der Aufwande der Prüfer wird bezahlt, und die wollen für ihr Geld etwas tun - hier wird aber so was von genau geschaut. Die meisten Vivas, die ich kenne, dauern 2,5 - 3 Stunden. 2-3 Betreuer und 2 Gutachter haben jedenfalls am Ende für ein doch recht hohes Niveau der wissenschaftlichen Ausarbeitung gesorgt. In meinem Fall waren die Prüfer wesentlich hochrangiger und erfahrenere Forscher als bei den meisten Ph.Ds. In meinem Rigorosum wurde die ganze Zeit von einer Ph.D. Prüfung geredet. Die Prüfer wußten nicht einmal, dass hier ein DBA-Kandidat vor ihnen sass. Warum auch - laut Prüfungsordnung sind sowieso die gleichen Leistungen zu erbringen. Denn Ph.D und DBA sind gleichgestellt und werden in der Prüfungsordnung gleichrangig behandelt. Der DBA ist wesentlich schwerer, weil man praxisorientiert wesentlich mehr selbst leisten muss und weniger Theorie nachschwafeln darf. Als Berufserfahrener weiß man ja auch um die Schwächen der meisten Theorien und findet diese nur als Jungforscher spannend - der oder die von der Praxis keine Ahnung hat. Gerade im Fach Wirtschaft eine Katastrophe - man sehe sich deutsche Dissertationen doch mal unter praktischen Aspekten an, da fällt einem doch einiges auf. Währende in UK auch beim DBA eine wissenschaftliche Veröffentlichung angestrebt ist, jedenfalls an den ambitionerten Unis, spielt die deutsche BWL international ein eher geringfügige Rolle, wie jeder DBA bei der Literaturrecherche recht schnell bemerkt. Da findet man in der BWL aus allen Ländern Beiträge, aber insgesamt recht wenig von den verbeamteten deutschen Professoren, nicht wahr? Der DBA ist in UK qualitätsgesichert, ist auf internationalem englischem Niveau, man muss vorher jede Menge Scheine machen, und das Vorhaben ist kein nettes, augenzwinkerndes Geplänkel mit einem Doktorvater, er dauert daher in der Regel 5 Jahre und je nach Schule und Kohorte kommen doch nur 20-50 % maximal durch - das ist doch die Wahrheit. Und das sagen einem die Business Schools natürlich vorher auch nicht. Diese Werbung "berufsbegleitend in drei Jahren" ist irreales Marketing, und schadet der DBA Sache. Dies gilt auch für einige DBA Programme, die es mit Sicherheit gibt, die eher als Abkürzung und für den Erwerb eines Titels ohne Ambition gedacht sind. Aber das gibt es auch für Ph.D. Programme - kein Grund, gezielt den DBA zu attackieren. Während in D also reihenweise Doktorarbeiten als qualitativ schwach oder gleich als Plagiat entlarvt werden, auch bei Wissenschaftsministern (ein in UK gerne goutiertes Schmankerl), haben wir in UK eine Qualitätssicherung. Wir müssen uns also eher die Frage stellen, ob der deutsche Dr. med (4-6 Monate) oder Dr. jur. (6-12 Monate begegnen mir regelmäßig) einem Research Degree von drei Jahren Studium mit entsprechenden ECTS Punkten (!!!) nach UK Vorbild entsprechen - was bei genauem Hinsehen kaum der Fall sein dürfte. Und ob die deutsche Promotion ohne Qualitätssicherung und ohne echte wissenschaftliche Ausbildung (den die findet im Gegensatz zu früher beim Bachelor null und bei den Master-Programmen in D inzwischen ja auch nicht mehr statt!!) eigentlich ausreicht, den Dr.-Titel führen zu dürfen. So herum würde eher ein Schuh draus werden. Der DBA verbindet sich mit einer Entwicklung, die zum Beispiel das vitae researcher development framework vorsieht, so war es zumindest bei mir. https://www.vitae.ac.uk/researchers-professional-development/about-the-vitae-researcher-development-framework Die deutsche Promotion hat idR nur eine wissenschaftliche Arbeit zum Ziel, während beim DBA wesentlich höhere Ansprüche dranhängen. Gerade wenn man Dozent oder Forscher werden will!!! Daher kostet der DBA auch mehr - er bietet wesentlich mehr und man muss wesentlich mehr dafür arbeiten als für einen Ph.D. Für Berufserfahrene kein Problem. Eine praxisorientierte Arbeit unter den gleichen wissenschaftlichen Bedingungen zu schreiben, ist wesentlich schwieriger, zumal bei der angestrebten "dissemination", also der Veröffentlichung, auch der Wordcount an manchen Unis in UK reduziert ist - man muss quasi auf dem Niveau wissenschaftlicher Publikationen schreiben, damit man mit dem Platz auskommt. Denn die Arbeiten sollen ja gelesen werden, während die Ph.D. Arbeiten herumschwafeln dürfen und konsequenterweise eher ungelesen verstauben. Daher ist man bei der Themenwahl auch nicht so pingelig wie bei uns Praktikern, habe ich immer wieder festgestellt - da drückt man viel mehr Augen zu als bei den DBAs. Wie soll das anders gehen, wenn Blinde über Farbe reden, also Jungforscher über "Führung" oder "Entrepreneurship" dissertieren? Natürlich gibt es auch DBA-Arbeiten, die Lösungen anbieten für Probleme, die erst gefunden werden müssen. Ist doch klar - Qualitätsunterschiede gibt es überall, Themenwahlfreiheit auch - aber in UK eben auch eine Qualitätssicherung. Alle diese Arbeiten sind zumindest selbst geschrieben (davon überzeugen sich die Betreuer von Kapitel zu Kapitel), nicht plagiiert und methodisch einwandfrei. Da sind deutsche Arbeiten wesentlich angreifbarer, weil nicht neutral durch Fachleute gecheckt. Ich kenne deutsche BWLer Dissertationen, da hat der Doktorvater ganz klar keinerlei Ahnung von dem Thema gehabt, es aber gleichwohl gerne betreut. Eine externe Überprüfung mit einem Experten nach UK Vorbild, und diese Arbeiten hätten so nie das Tageslicht erblickt. Aus diesen ganzen Gründen ist er DBA wesentlich schwieriger als er verkauft wird - das haben zahllose Abbrecher und Suchende nach einem scheinbar einfachen Titel bereits herausfinden müssen. Wer jetzt denkt, der DBA ist eher was für Ambtionierte und Masochisten, die dafür auch noch zahlen, hat es begriffen - daher die immens hohe Abbrecherquote. Auf das Marketing darf man nicht hereinfallen. Dass hier finanzielle INteressen hineinspielen, ist klar. Tipps: Wer vorher einen EMBA gemacht hat, weiß, was auf ihn oder sie zukommt, das macht es leichter. Wer direkt an einer britischen Uni studiert statt bei einem "Zwischenverkäufer" hat ein echtes forscherisches Umfeld. So oder so: Wer den "berufsbegleitenden" DBA (ohne längere Auszeiten sowieso kaum zu schaffen, dass sagt einem auch vorher keiner) geschafft hat, dem gebührt jeder Respekt. Wenn die Ausbildung und die Vorarbeiten in UK beendet sind, muss man alles alleine machen, wird besser betreut - aber man hat den gleichen Weg wie bei einer deutschen Diss. Nur ist man besser vorbereitet. Und im Vergleich zu dem, was die deutschen Unis in BWL an DIssertationen anzubieten haben, wie gesagt, muss sich hier keiner verstecken. Und die Praxis kommt hier auch weiter; ich kenne jede Menge DBAs, die in der Praxis extrem erfolgreich sind, da wissenschaftlich und methodisch fundiert. Berufserfahrene wissen mehr; promovieren wesentlich effizienter, haben einen höheren Output, sind besser organisiert als die Jungforscher, und bringen das alles in Theorie und Praxis ein. Daher ist die Relevanz für die Praxis wesentlich stärker - und während mancher deutsche "Dr.", der vor 20 Jahren in BWL promoviert hat, völlig veraltetes Forschungswissen hat (naja, eher vergessen hat), i.d.R. nicht mehr einen Hauch Ahnung von Wissenschaftstheorie hat, machen die frisch ausgebildetne DBAs Furore. Denn anders als junge Ph.D.s bringen die auch konkrete Erfahrung mit. Dass man davor in D Angst hat, ist doch klar. Der qualitative Unterschied macht Lichtjahre aus, egal, ob der deutsche Promovend mit Note 4, 3, 2, oder 1 promoviert hatte. Zumal in D Fleiss eher als Innovationsgeist belohnt wird - auch das ist in UK anders, hier ist die Freiheit in der Forschung wesentlich größer als bei uns die Abhängigkeit vom Doktorvater oder dem Zentralthema eines Kolloquiums, auch das muss mal klar gesagt werden. Schlussendlich ist der DBA "das Ding" im lifelong learning, und mit 40-50 Doktor zu werden, eine ganz andere Sache als das, was die Jungforscher da so bringen. Und in D als Berufserfahrener zu promovieren, ist nicht möglich, da nicht vorgesehen, aber die meisten deutschen Profs würden das auch fachlich nicht betreuen können, da eher realitätsfern und verbeamtet; die vorhandenen Strukturen sind hierfür ungeeignet, wenn wir ehrlich sind. Da ist UK einfach viel weiter, aber das müssen wir in D bekämpfen. Statt diese Praxisnähe mit den guten Aspekten in unserere Hochschullandschaft zu verbinden und dann etwas noch viel besseres zu entwerfen, was auch den Mittelstand zukunftssicher machen würde, treffen wir auf das "Not invented here" Syndrom - damit haben wir es zu tun. Also, DBAs, keine Bange vor dieser Anabin Lachnummer - den UK DBA herabzustufen käme einer Kriegserklärung mit den Promotions- und Prüfungsordnungen nahezu aller Britischen Unis gleich, und deren Antwort wäre dann die unterkühlte, aber berechtigte Frage, wie D eigentlich künftig mal Plagiate verhindern will und ob man in UK Promotionen aus D anerkennen soll, die ohne eine international aussagekräftige Qualitätsprüfung oder unter Abhängigkeiten von Dienstverhältnissen absolviert wurden. Meine Meinung: Hier ist in D wesentlich mehr Reformbedarf als anderswo, und D hat hier mehr zu verlieren als UK. Und so herum gehört das diskutiert.
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