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  1. Das war in Ordnung. Der Kurs VWL ist umfassend und geht auch auf andere Denkschulen ein. Ich vermute, die keynsianistische Schwerpunktsetzung erfolgt in Vertiefungsmodulen. Diese hatte ich nicht belegt.
  2. Kurzer Nachtrag (da missverständlich im Text formuliert): Was ich mit der Notenverteilung meine, ist, dass 75% aller LSE-Präsenzstudenten mit einem 2:1 und besser (!) abschließen und in GB allgemein etwa 85%. Demgegenüber stehen weitaus weniger als 50% aller UoL/ LSE Studenten.
  3. Guten Tag, ich bin Fernstudium-Absolvent der Universität London (nachfolgend: UoL). Nebenbei habe ich in Vollzeit gearbeitet. Mein Studiengang war wirtschaftswissenschaftlicher Natur. Die akademische Leitung des Studiengangs (Kursinhalte, Examen, etc) oblag der LSE. Es handelte sich bei meinem Abschluss um einen Bachelor of Science. Gerne möchte ich meine Erfahrungen mit Ihnen und Euch teilen. Pluspunkte Es handelt sich um einen weltweit anerkanntes, außerordentlich renommiertes Fernstudium (insbesondere wenn man in Kooperation mit der LSE studiert). Ein Abschluss hier ist ein großer Schritt in Richtung Einsetzbarkeit am internationalen Arbeitsmarkt und hilft (eine gute Note vorausgesetzt) generell bei jeglicher Bewerbung. Zudem kann man im Nachgang einen Master absolvieren (Obacht: viele Universitäten setzen dafür allerdings einen mindestens “guten”, dh 2:1, Bachelor-Abschluss an der UoL voraus. Wie schwierig es ist, diesen zu erreichen, schreibe ich in den Contra-Punkten). Viele Kursinhalte tragen merklich zur beruflichen Entwicklung bei. Um beispielsweise das Examen in Buchführung mit guter Note zu bestehen, muss man sehr solide Kenntnisse auf diesem Gebiet erwerben, die man dann im wirtschaftswissenschaftlichen Berufsleben nützlich anwenden kann. Zumindest hat man nach Abschluss des Studiums sehr solide Grundkenntnisse in den wichtigsten Fachbereichen und gewinnt so in dem jeweiligen Fachbereich an Kompetenz und Selbstbewusstsein. Im Zuge des Studiums verbessert man merklich seine Englischkenntnisse, insbesondere erweitert man sein Vokabular im entsprechenden Fachgebiet erheblich. Es gibt eine internationale Abschlussfeier in London mit englischer Klasse - das heisst, man trägt das bekannte “Graduation Academic Dress”, darf seine Urkunde vom Vice-Chancelor der UoL entgegennehmen und fühlt sich dadurch auch noch einmal besonders in seiner Leistung bestätigt. Für manche mag es nebensächlich klingen, mir selbst hat das aber außerordentlich gut gefallen, denn es ist ein Zeichen der Anerkennung. Contra-Punkte Der größte Contra-Punkt ist ganz klar der Schwierigkeitsgrad, wenn man das Fernstudium neben dem Beruf macht. Wegen des hohen Schwierigkeitsgrads steigt auch die Wahrscheinlichkeit, das Studium mit nicht-guter Note abzuschließen. Mindestens ⅔ des britischen Arbeitsmarktes verlangen jedoch ein sogenanntes “Upper second” zur Einstellung. Diese Note ist im Fernstudium für nebenbei Berufstätige Europäer enorm schwierig zu erreichen und erfordert eine enorm hohe Schmerztoleranz (kurz: viele aufgeopferte Freizeit-Stunden an Wochenenden, Abends und im Urlaub). Man darf sich keinesfalls Illusionen machen. Als ich das Studium begonnen habe, habe ich über ein bereits abgeschlossenes Studium, sehr gute Englischkenntnisse und ein sehr gutes Abitur verfügt (starker 1-er Schnitt). Dennoch würde ich dieses Fernstudium als akademisch herausfordernd und unfassbar kräftezehrend, stellenweise gar frustrierend beschreiben. Das hat folgende Gründe: Wettbewerbsverzerrung: Die große Mehrheit der UoL Fernstudenten kommt aus 1) Singapur und 2) Indien. Dort werden diese Fernstudiengänge in Vollzeit (!) an sogenannten “Learning Centres” (!) von Tutoren (!) mehrere Stunden pro Wochen (!) mit Extra-Materialien (!) unterrichtet. Will heißen: Bei einer vermutlich leicht relativen Notengebung steht man im direkten Konkurrenzkampf mit Asiaten, die dieses Studium als Präsenzstudium absolvieren. Qualität der Lehrmaterialien: Inhalt: Die Lernmaterialien der UoL sind im Durchschnitt eher mau. Man erhalt einen sogenannten “Subject Guide” pro Fache mit ca 200-350 Seiten wesentlichen Lehrinhalten. Allerdings sind diese Guides keinesfalls selbsterklärend. Stattdessen muss man sich gerade in Kursen wie Buchführung, Mathe oder Statistik mühsam Youtube-Tutorials und Sekundärliteratur zusammenklauben, um die Lerninhalte zu verstehen. Einige meiner europäischen Kommilitonen haben zudem Unterricht bei Tutoren in Indien etc über Skype genommen. Das hilft etwas, aber es bleibt ein sehr, sehr anstrengendes Unterfangen, sich die Inhalte selbst beizubringen. Außerdem sind einige Subject Guides in qualitativen Fächern wirklich “nebulös” geschrieben - es ist nicht klar, was der Autor sagen möchte und was essentieller Lerninhalt ist. Es gibt zwar Online-Foren für jedes Fach, die Qualität der Betreuung der Foren variiert jedoch sehr stark und ist für spezielle Rückfragen oft zu behäbig. Einige Fächer bieten erweiterte Lernunterlagen wie z.B. Videos und jedes Fach hat eine lange Liste empfohlener Sekundärliteratur, aber diese Literatur ist “unverdaubar”, da schlicht zu umfassend zum Auswendig-Lernen. Aktualität: Ein weitere Druckpunkt (gerade in eher qualitativen Fächern wie Marketing) ist die fehlende Aktualisierung der Lerninhalte. Im Schnitt werden die Unterlagen nur alle 3-6 Jahre aktualisiert und bisweilen auch nur unzureichend. Richtigkeit: Schlimmerweise enthalten einige Subject-Guides (gerade in Buchführung) auch noch Fehler, die Lerner verunsichern. Hier hilft es enorm, wenn man sich über das Forum der UoL in großen Whatsapp-Gruppen zum gemeinsamen Austausch zusammenfindet und so gemeinsam Aufgaben und Rechenwege besprechen kann. Diese Whatsapp-Gruppen zum gemeinsamen Austausch bzgl. Lerninhalte würde ich als mit wichtigstes Asset zum Lernen bezeichnen. Akademischer Anspruch: Den eher mauen Unterlagen zum Trotz sind die Examen eher anspruchsvoll und die Notengebung ist streng. Dies lassen auch die veröffentlichten Zahlen vermuten: Die UoL hat für 2015 die Notenverteilungsskala ihrer Fernstudenten veröffentlicht. Im Schnitt haben weit mehr als 50% der Studenten mit einem lower second oder schlechter abgeschlossen. Wohlgemerkt sind in dieser Statistik auch die Studenten enthalten, die dieses Studium in Vollzeit mit Unterstützung von Lehrern absolvieren (siehe oben). Demgegenüber steht die Notenverteilung der Präsenzstudenten der LSE (lässt sich googlen) von unfassbaren +75% Prozent und allgemein in Großbritannien von über 85%. Will heißen: Während Recruiter weltweit mindestens ein 2:1 als Einstellungskriterium voraussetzen, arbeitet man sich an diesem Fernstudium ab, ohne eine gute Chance auf ein 2:1 zu haben. Gerade als Arbeitnehmer in Europa. Zusammengefasst: Wer es nicht schafft, über 3-4 Jahre (mindestens alle 2 Tage 1 Stunde und am Wochenende 4-8 Stunden) neben der Arbeit zu lernen, bei dem stehen die Chancen auf einen “guten” Abschluss schlecht. Eine Alternative ist, dass man sich über 3 Jahre jedes Jahr für 2-3 Monate freistellen lässt und dann dem berüchtigten “Bulimie-Lernen” vor den Examen frönt.. Stressfrei ist diese Methode allerdings auch nicht. Ich kenne viele Kommilitonen aus Deutschland, die an diesem Studium verzweifelt sind, weil a) der Partner/ die Partnerin irgendwann nicht mehr mitgespielt hat und/ oder b) der Arbeitgeber kein Verständnis für die Situation hatte und/ oder c) das Studium sich in die Länge zog (aus 3 geplanten Jahren wurden 4-6). Kurz: Man braucht lückenlose Rückendeckung durch Parter/in, Arbeitgeber und eine hohe Portion Disziplin. Sämtliche Abläufe sind behäbig. Hat man Probleme oder Fragen, die Kommilitonen nicht beantworten können sondern nur das Personal der Universität, muss man ein Online-Ticket erstellen, das oft über Wochen unbeantwortet bleibt. FAZIT: Man muss genau wissen, worauf man sich einlässt. Die UoL “einfach mal nebenher” zu absolvieren, ist ein Unterfangen, das gnadenlos (!) scheitern wird. Die weitestgehend fehlende Betreuung, die reduzierte Verfügbarkeit von hilfreichen Lern-Unterlagen, der starke Wettbewerb aus Asien und die strenge Notengebung erfordern ein sehr hohes Maß an Eigeninitiative bei Studenten. Der Aufwand, um das Studium in 3 Jahren zu absolvieren, beträgt mindestens 1 Stunde/ 2 Tage + c.a. 8 Stunden am Wochenende + idealerweise eine Freistellung von einem Monat in der Examensphase. Diese Anforderungen muss man klar mit Partner und Arbeitgeber und Familie besprechen. Hält man diese Zeitvorgaben nicht ein, hat man meines Erachtens keine Chance auf eine gute Note und läuft Gefahr a) das Studium in die Länge zu ziehen und/ oder b) mit schlechter Note abzuschließen. *(Ausnahme vmtl. für Leute, die eine signifikante Vorbildung in dem Bereich aufweisen) PS: 2 wichtige Hinweise für diejenigen, die sich zum Studium an der UoL entschließen: 1) Unbedingt in Whatsapp-Study-Groups eintreten über das Online-Forum des jeweiligen Faches 2) Probe-Klausuren aus den vergangenen Jahren rauf und runter üben - damit mindestens 6 Wochen vor dem Examen anfangen, besser 8 Wochen vorher
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