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Frank_Boernard

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60 Sehr gut

Informationen

  • Status
    Aktiver Fernstudent
  • Anbieter
    DISC/TU Kaiserslautern
  • Studiengang
    Master Organisation und Kommunikation
  • Wohnort
    Sulz am Neckar
  • Geschlecht
    m

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  1. Ich war neugierig auf den Post, weil ich mit Hängen und Würgen ein 3.x-Abi gemacht und ein Studium abgebrochen habe. Im zweiten und dritten Studium interessierten mich viele Module sehr, weshalb ich viel Arbeit reinsteckte. Im Ergebnis zeigte sich das jeweils darin, dass ich die Studien als Jahrgangsbester abgeschlossen habe. Trotzdem sind und waren mir die Bewertungen nicht das wichtigste. An der letzten (englischen) Universität wurde auf einer Skala von 0-100 beurteilt nach dem Schema "80 ist für Genies, 90 für die Engel und 100 für Gott". Sprich, die Bestnote lag in den meisten Modulen bei 70 bis 80%. In anderen Studiengängen ist eine 3 eine gute Leistung - so war es bei mir übrigens auch in der Grundschule, wo es eine 2 oder 1 nur bei wirklich herausragenden Arbeiten gab. Zudem habe ich selber zum Beispiel im Bereich Financial Management eher im 3-er Bereich abgeschnitten, aber sehr viel dazugelernt. Da ich jemand bin, der mit Zahlen hadert, empfand ich das als durchaus befriedigendes Erlebnis. Ich denke, wenn die Abschlussnoten das Entscheidungskriterium für eine spätere Tätigkeit sind, dann ist der Job nichts für mich. Für andere kann es dagegen passen. Es stellt sich die Frage, gibt es zwischen diesen beiden Polen und zwischen Studierenden eine Vergleichbarkeit – und wenn: was sagt sie aus?
  2. Ein Sinn des Genderns ist ja "zur vollsten Zufriedenheit erfüllt": es wird darüber diskutiert, ob unsere Sprache der Realität verschiedener Geschlechter(*innen?) und allem, was dazwischen liegt, gerecht wird. Das - und die Frage der Gerechtigkeit - sind objektiv nötig. Meine persönliche Einstellung ist da nicht ganz eindeutig*: einerseits bin ich Journalist und damit seit jeher um einen dem Kontext angemessenen, guten Lesefluss bemüht. Dabei stören mich sowohl im gesprochenen als auch im geschriebenen Wort Schräg- und Bindestriche, Redundanzen und komplexe sprachliche Konstrukte natürlich. Die männliche Form liest sich alleine aus der jahrzehntelangen Gewohnheit heraus einfach am flüssigsten. Ich bin auch bei @firefly, dass das Geschlecht nicht dauernd und in jedem Kontext in den Mittelpunkt gerückt werden sollte. Andererseits ist Sprache nichts Starres, sondern entwickelt sich mit der Gesellschaft (sonst könnten wir Dinge wie ein Smartphone, das Internet, den Klimawandel oder das Coronavirus nicht benennen). Für mich ist die derzeitige Lösung, die männliche Form nicht mehr als selbstverständlich zu sehen. Ich überlege, wo und wie ich eine neutralere Sprache einsetzen kann. Dabei ziehe ich auch mal https://geschicktgendern.de zu Rate. Das Gendersternchen finde ich die am wenigsten intrusive Methode. Viele können jetzt schon, andere vielleicht perspektivisch ohne große Störung flüssig drüber lesen. Im gesprochenen Wort ist die mit dem Gendersternchen gekennzeichnete, kurze Kunstpause kein Beinbruch - und immer noch besser als "liebe Leserinnen und Leser" oder gar der polemische Seitenhieb, den ich kürzlich in einem Zwei-Minuten-Statement erdulden musste. Da hat der Sprecher etwa zehn Mal "liebe lieber Zuhörerin und Zuhörer und liebe lieber dazwischen" gesagt. Das war nur vermeintlich lustig... Insofern, liebe Leser*innen, bleibe ich beim Gendersternchen - bis etwas Besseres erfunden wird. *= Bekanntlich bin ich ja nicht alleine. Sowohl der Duden als auch die Gesellschaft für deutsche Sprache hadern mit dem Gendern. Obwohl schon vor über 40 Jahren die ersten Richtlinien dazu erlassen wurden, "gibt es dem Rechtschreibrat zufolge bislang keine eindeutige Tendenz, welche der Möglichkeiten am besten geeignet ist, geschlechtergerecht zu formulieren." Quellen: https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Geschlechtergerechter-Sprachgebrauch-Asterisk-und-Unterstrich https://gfds.de/pressemitteilung-gendersternchen/ https://gfds.de/standpunkt-der-gfds-zu-einer-geschlechtergerechten-sprache/
  3. Interessantes Konzept - wenn auch nicht wirklich "free". Sehe ich es richtig: keine Listung bei Anabin = keine Anerkennung in D/EU?
  4. Es sind schon einige Monate meines Studiums der "Organisation und Kommunikation" um - entsprechend zeichnet sich langsam ein Bild ab, wie ich es einschätze, wie viel Zeit es mich kostet, und was es mir vielleicht bringen wird. Im Resümee ist es eine Achterbahnfahrt - wenn auch sehr magenfreundlich und eher gemäßigt. Keine Loopings, keine Freudenschreie, kein Herzrasen bisher. Gemeinsam mit meinen Kommilitonen suche ich nach dem besten Weg, die Runde zu überstehen, vom Aufwand zu profitieren, und gut anzukommen. Dabei hat Corona nach wie vor einen starken Einfluss, den es zu berücksichtigen gilt. Aber der Reihe nach. Wie bereits berichtet, treffen wir uns wöchentlich zu einem virtuellen Stammtisch, um uns über das Studium auszutauschen. Die Zahl der Teilnehmenden ist inzwischen - wie zu erwarten - deutlich gesunken, aber der "harte Kern" ist regelmäßig dabei. Im ersten Semester haben wir bisher drei Pflichtmodule bearbeitet: Theorien der Sozialwissenschaften: Grund- und Hauptbegriffe Systemtheorie Handlungstheorie Handlungs- und Analysefelder in den Sozialwissenschaften: Soziale Netzwerke Sozialstrukturanalyse Wirtschaft & Gesellschaft Theorien in der Organisationskommunikationsforschung: Organisationssoziologische Grundlagen Theoretische Konzepte der Kommunikation Neue Medien, Kommunikation, sozialer Wandel In allen Modulen gibt es mehrere Studienbriefe, Zusatzmaterialien und Literaturempfehlungen. Im zweiten (Handlungs- und Analysefelder) zudem noch ein Essay von vier bis sechs Seiten und eine (online) Präsenzveranstaltung nebst vorbereitender Aufgabe. Während des viersemestrigen Studiums sind zudem zwei von drei Wahlpflichtmodulen zu belegen. Man kann auch alle drei belegen. Was ich getan habe, und daher schon im ersten Semester eine Zusatzaufgabe angehe. Meine Logik war, dass ich dann schon einen Teil erledigt habe, und damit auf Sicherheit gehe - wer weiß, was in diesem Jahr sonst noch an Herausforderungen anliegen wird. Es gibt zwar keine extra Credits für das zusätzlich belegte Modul, aber einen Vermerk im Abschlusszeugnis. Insofern beschäftige ich mich noch mit dem Thema: Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handeln von Organisationen: Nachhaltigkeit als sozialer und technischer Wandel Soziale Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Handeln von Unternehmen Was kostet der Spaß (an Zeit und Nerven)? Vergangene Woche haben wir beim Stammtisch über den Arbeitsaufwand, den wir in das Studium stecken, gesprochen. Mit teils sehr ähnlichen, teilweise aber auch deutlich unterschiedlichen Erfahrungen. Im Grunde haben die meisten beim ersten Modul brav die Studienbriefe durchgeackert, zusätzlich Videos gegoogelt und angeschaut, sowie die Zusatzliteratur zumindest gesichtet, und schließlich die Einsendeaufgabe abgegeben, die zu jedem Modul anzufertigen ist. Jede Einsendeaufgabe umfasst sechs Fragen, die jeweils auf ein bis drei Seiten zu beantworten sind. Ich habe das für das erste Modul sehr gründlich mit viel Recherche gemacht – andere haben dagegen weitgehend oder ausschließlich die Studienbriefe genutzt. Da es nur "bestanden" oder "nicht bestanden" gibt, ist das Ergebnis identisch. Man besteht auch ohne großen Zusatzaufwand. Aber ich selber fand es teilweise schwer, mir die Thematik nur anhand der Studienbriefe zu erschließen, weshalb ich eben viel zusätzlich gelesen habe. Die Belohnung für meine Mühe war eine äußerst detaillierte, fundierte und inspirierende Rückmeldung seitens des Betreuers. Das hat mich sehr gefreut und motiviert. Wie viel stecke ich rein? Wie viel hole ich raus? Allerdings machen einige – auch ich – die Erfahrung, dass diese Arbeitsweise enorm viel Zeit frisst. Da es mit dem Essay auch eine benotete Leistung gibt, muss ich ein bisschen rationalisieren. Deshalb habe ich beim zweiten Modul etwas Fahrt rausgenommen, etwas weniger gründlich recherchiert – und einige Antworten bewusst knapper gehalten. Unter anderem galt es, mit einer Software Daten zu analysieren, und diese dann zu interpretieren. In dieser Tiefe wollte ich mich nicht rein arbeiten, weshalb ich die Antwort eher spartanisch ausfallen ließ. Man muss 100 Prozent der Fragen beantworten. Es reicht aber, bei 50 Prozent ein "bestanden" zu erreichen. Also habe ich mit Mut zur Lücke den Aufwand reduziert - mit identischem Ergebnis. Alles bestanden, alles in Ordnung. Folglich kann man also mit deutlich reduziertem Einsatz, mit ein paar Loopings und Sprüngen weniger, am Ende aus der Achterbahn aussteigen. Da man insgesamt 24 Aufgaben mit der Beantwortung von Fragen, sowie eben das Essay und die vorbereitende Aufgabe zu erledigen hat, muss man die Strategie auf Ankommen auslegen. Eine kurze Liste der Pros und Cons Pros: Es hilft nach wie vor enorm, wöchentlich per Videochat die Kommiliton*innen zu treffen. Manchmal besprechen wir ein Thema, manchmal nörgeln wir auch nur, oder sprechen darüber, wie es gerade ist, Studium und Beruf/Familie unter einen Hut zu bringen. Die Whatsapp-Gruppen (eine allgemeine, eine zu Software und eine regionale) sind ebenfalls recht aktiv. Die Rückmeldungen auf Fragen seitens der Uni Kaiserslautern sind meistens sehr zeitnah und hilfreich. Auch telefonische Kontakte klappen prima. Der didaktische Aufbau scheint schlüssig zu sein. Die Bibliothek ist - im Vergleich zu anderen - nicht wirklich hilfreich. Man kann aber Google Scholar nutzen (dank VPN-Zugriff über die TU Kaiserslautern hat man auf viele Materialien Zugriff). Viele einzelne Themen, vor allem aber "Organisation und Kommunikation" als Ganzes passen sehr gut in die Zeit. Es bringt uns weiter, sich damit intensiv zu beschäftigen. Cons: Dass die Einsendeaufgaben nicht in die Benotung einfließen, kann man unterschiedlich beurteilen. Ich persönlich finde es schade. Ein bisschen verführt die fehlende Benotung dazu, es nicht so genau zu nehmen. Nach wie vor ist es schwierig, im Online-Portal den Überblick zu behalten. Wir beraten uns ständig gegenseitig, was noch zu erledigen ist. Die Studienbriefe haben unterschiedliche Qualität und sind teilweise sehr umfangreich. Da es keine Vorlesungen gibt, fehlt der grobe Überblick, worum es geht. Man muss sich alles selber erarbeiten. Theoretisch kann das förderlich sein – und Master-Studierenden ist es vielleicht auch zuzumuten – aber in der Praxis führt das durch die Menge an Material dazu, dass man an einigen Stellen anders arbeitet: Man schaut, welche Fragen für die Einsendeaufgaben gestellt werden, sucht sich die passenden Stellen, und liest erst einmal nur diese. Wenn dann noch Zeit bleibt, überfliegt man den "Rest" eben noch. Die Kommiliton*innen nur per Videochat und Whatsapp zu sehen, ist etwas schade. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meiner Studienwahl und dem Stoff. Gespannt sind wir alle auf die erste Präsenzsitzung – auch wenn sie online stattfinden wird. Image by Norbert Waldhausen from Pixabay
  5. Es ist eine Weile her, seit ich zuletzt über mein Studium "Organisation und Kommunikation" an der TU Kaiserslautern geschrieben habe – und im Grunde tue ich es heute auch nicht. Warum? Wartet's ab... Was bisher geschah: Nicht ohne meinen Zoom-Stammtisch! Schauen wir zunächst einmal kurz, was an wesentlichen Entwicklungen bisher passierte: Von Beginn an war es etwas intransparent, welche Anforderungen gestellt werden, wie das Studium abläuft, was mich erwartet Kurz vor dem Studium gelang es, sowohl eine Whatsapp-Gruppe, als auch einen Zoom-Stammtisch einzurichten Die Einführungsveranstaltung war zunächst eine Black-Box, weil wir von einer synchronen Gestaltung mit Live-Konferenzen ausgingen, dann aber nur Videos vorfanden. Andererseits war sie inhaltlich vielversprechend und endete mit dem sehr guten Ansatz der Programmverantwortlichen, dass die Studierenden selber einen Fragenkatalog erstellen – der dann im Nachhinein für alle sichtbar beantwortet wurde. Es hat dann eine Weile gedauert, bis die Antworten tatsächlich kamen. Allerdings lohnte sich das Warten: die Programmmanagerinnen haben ausführlich alle Fragen geklärt und sehr verständlich erläutert. Der zweite positive Punkt ist das von uns Studierenden selber initiierte, wöchentliche Treffen per Zoom. Während mich das erste Treffen nach der Einführungsveranstaltung noch schockte – einige waren schon sehr weit fortgeschritten in der Bearbeitung des Materials –, helfen wir uns jetzt doch sehr stark gegenseitig. Deshalb meinte ich in der Einleitung, dass ich gar nicht so richtig übers Studium schreibe: inzwischen ist der Zoom-Stammtisch die unverzichtbare Drehscheibe für das Vorankommen. Deshalb: DANKE, DANKE, DANKE für die Kommunikation und die Hilfe bei der Organisation (es muss viel passieren, bis ich in Großbuchstaben schreibe!). Es wurde eine gemeinsame Literaturliste angelegt, wir tauschen uns bei Fragen aus – und zum Glück gab es auch Hinweise auf anstehende Termine. Ich hatte nämlich tatsächlich eine terminierte Anmeldung verschwitzt. Und erfuhr beim Stammtisch, dass es anderen auch so geht – trotz Terminübersichten auf der Online-Lernplattform. Und wie geht's mir jetzt? Insgesamt schätze ich es derzeit stichpunktartig so ein: Es wird sehr viel Material zur Verfügung gestellt, das inhaltlich gut bis sehr gut ist. Ein pädagogisches Vorgehen ist erkennbar: von einfachen Handlungstheorien zu komplexeren Modellen zu pragmatischen Ansätzen beispielsweise. Auch das Studium insgesamt soll so aufgebaut sein, dass zunächst Theorien (Systeme, Netzwerke, Gesellschaft...) erschlossen werden, bevor es in die praktische Anwendung geht. Die Fülle an verpflichtenden Leistungen ist erschlagend. Drei bis vier Einsendeaufgaben mit jeweils sechs zu beantwortenden Fragen, dazu ein Wahlpflichtmodul (benotet), ein Essay (benotet) und eine vorbereitende Aufgabe. Für eine der Fragen müssen zum Beispiel eine Software installiert, Daten recherchiert, ausgewertet und analysiert werden. Da kommt einiges zusammen. Man kann auch noch etliche Übungsaufgaben absolvieren. Die Themen haben eine hohe Relevanz, sind spannend und bringen gedanklich weiter. Ohne den Austausch mit anderen Studierenden wäre es kaum zu machen. Etwas schleierhaft ist mir, wie die Bearbeitung der Fragen ohne intensive Literaturrecherche funktionieren soll. Theoretisch kann man das wohl für die Einsendeaufgaben alleine auf Basis der Studienbriefe machen – aber in der Praxis suche ich doch stundenlang nach Journals und Publikationen. On my way to LA... äh, zum Essay Erarbeitet habe ich bisher zum einen einen ersten Entwurf für meine Essay-Fragestellung. Das lief in zahlreichen Schritten: Es gibt ein Heft zum Thema Essay mit Anforderungen und Tipps. Man kann seine Gedanken in einem Forum für die Studierenden posten, wo sie dann von den anderen Studierenden kommentiert werden. Wir haben auch beim Stammtisch darüber diskutiert. Optional kann man das Formular mit Titel, Fragestellung und Kurzkonzept auch per E-Mail an die Organisatoren schicken (was ich gestern getan habe). Dann reicht man es ein. Das Konzept wird genehmigt oder abgelehnt. Man arbeitet nach. Nach der Genehmigung arbeitet man sein Essay (Umfang sechs Seiten) aus und reicht es ein. Ich muss dabei betonen, dass die Kommunikation mit den Organisatoren (Programmmanagerinnen) sehr gut und konstruktiv läuft. Das hilft wirklich. Ein bisschen Stückwerk: Die Einsendeaufgaben Parallel zum Entwurf für mein Essaythema habe ich die erste Einsendeaufgabe bearbeitet. Sechs Fragen, von denen eine aufgrund von Fragen der Studierenden wegen eines Fehlers von der Uni umformuliert wurde. Für mich ist das Arbeiten sehr gewöhnungsbedürftig, weil ich bisher in Studien gewohnt war, eine Frage gründlich, ausführlich und mit Bezug zu Wissenschaft und Praxis zu beantworten. Jetzt ist es ziemliches Stückwerk. Man beschäftigt sich in einer Frage mit dem Rational-Choice-Ansatz und politischer Partizipation, dann in der nächste Frage mit Gesellschaftsmodellen... kurz, knapp, vielfältig. Eine Seite Minimum, drei Seiten Maximum pro Frage. Ich muss mich daran gewöhnen. Auch an den Gedanken, dass diese Einsendeaufgaben wohl das Lernen leiten und zudem ermöglichen sollen, selber seinen Lernerfolg zu kontrollieren. Ich finde es gar nicht schlecht – aber auch anstrengend, weil man seine Aufmerksamkeit ständig neu fokussiert. Ambivalent für mich auch, dass es keine Benotung gibt. Ich bin gespannt, ob die Rückmeldung qualifiziert erfolgt – oder doch nur "bestanden" oder "nicht bestanden". Der ganz kleine und unfaire Vergleichstest Im Vergleich fällt mir zum letzten Studium an der University of Bolton allerdings einiges auf - vielleicht kommentiert ihr, ob ihr das auch so erlebt: Das Credo an der UoB und an der Steinbeis Hochschule war, den Studierenden ein optimales Arbeiten und gute Ergebnisse zu ermöglichen. Dazu gehörte eine sehr umfangreiche Bibliothek ebenso wie der Zugriff auf eingereichte Arbeiten früherer Studierender. Wir haben es immer als äußerst hilfreich empfunden, erfolgreich eingereichte Einsendeaufgaben, Thesen etc. zu studieren. Es kam niemand auf die Idee, dort abzuschreiben, denn... An der UoB reichte man seine Aufgaben ein und bekam eine Plagiatsprüfung. Man konnte dann nacharbeiten. Das war ebenfalls sehr hilfreich, weil man dann gleich den Text optimieren konnte und sah, wo man unabsichtlich identisch formuliert hatte. Zudem ließ sich checken, ob man alle Quellen korrekt angegeben hatte. Dadurch wurde die Arbeit – wenn man sich die Mühe der Nacharbeit machte – besser. Und zwar verdient besser. An der TU Kaiserslautern geht es wohl eher um Selbst-Studium und Chancengleichheit. Man soll sich die Themen selber erarbeiten, alle bekommen das gleiche (größtenteils wirklich gute) Material. Es gibt keine "Musterlösungen", Beispiele oder Ähnliches. Während der Kontakt zu den Profs an der UoB und bei Steinbeis direkt war, gibt es diesen am Distance and Independent Learning Center (DISC) der TU Kaiserslautern zu den Einsendeaufgaben und anderen, "kleineren" Leistungen nicht. Verständlich angesichts der Studierendenzahl und den niedrigen Kosten – aber natürlich auch etwas schade. Foto: Gordon Johnson auf Pixabay
  6. Heute startete das Fernstudium Organisation und Kommunikation am Distance and Independent Studies Center der Technischen Universität Kaiserslautern richtig - na ja, zumindest so halb. Aber der Reihe nach: Bisher gab's ja Studienbriefe, ein paar Bücher, sehr viele Infos und Selbststudium. Ich habe erst alles gesichtet, mich wie üblich zu einem Studienstart ziemlich durcheinanderbringen und verunsichern lassen – und dann einfach mal angefangen: Word-Templates im richtigen Format anlegen, Ordnerstruktur auf dem Rechner erstellen (Anmerkung an mich selber: Ich sollte das lieber in der Cloud machen. Ist sicherer), Dokumente für die Einsendeaufgaben einrichten. Und dann ein bisschen lesen, jagen und sammeln. Sprich: recherchieren. Der Weg in die Einführungsveranstaltung am heutigen Samstag war dann etwas holprig. Zum einen musste man erst einmal finden, wo man sich anmeldet. Und dann passierte längere Zeit nichts. Kleiner Exkurs: Da hätte ich doch selber drauf kommen können! Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Ich hatte geschrieben, dass ich andere Studierende angeschrieben und einen Forumseintrag für Baden-Württemberg erstellt habe, um Lerngruppen zu gründen. Erfolglos. Ich habe gerätselt, wie man das sonst machen könnte. Und dann hat jemand einfach eine virtuelle Gruppe vorgeschlagen. In dem Moment habe ich mir natürlich (Kopfkino an) mit der flachen Hand vor die Stirn geschlagen und selbige dann zigfach auf den Schreibtisch geklopft (Kopfkino aus). Ihr kennt dieses Gefühl: Da hätte man doch selber drauf kommen können. Einzig beruhigend: So ist es bestimmt zwanzig anderen sicher auch gegangen. Da zoomt und teamt man den ganzen lieben langen Tag. Und dann kommt man nicht drauf, einfach einen virtuellen Kaffeeklatsch und im Nachgang auch noch eine Whatsapp-Gruppe einzurichten. Die Gruppe hat mich dann sehr beruhigt, weil es den anderen teilweise ähnlich geht wie mir (fehlender Durchblick) und weil jede(r) sein Puzzleteilchen beiträgt, um die vielen kleinen Fragen zu klären (sich langsam ergebender, totaler Durchblick). Der Countdown läuft: Geht´s jetzt endlich los? Erst kurz vor dem Termin, der wegen der Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus (das tippe ich beruflich gerade mindestens zwei mal am Tag. ich sollte eine Schnelltaste dafür einrichten.) als reine online-Session stattfindet, gibt es einen Ablaufplan und ein bisschen textliches Futter. Die meisten denken da noch, dass es ein synchroner Termin wird, also Live-Vorträge, Streams, Arbeitsrunden und so weiter. Ihr ahnt es: dem ist dann nicht so. Versetzt Euch aber nochmal kurz in euren vorherigen Wissensstand zurück. Wir erwarten also ein virtuelles Zusammentreffen mit Live-Anteilen, zumal es einen Ablaufplan mit Uhrzeiten gibt. Die Infos zum Login sollen aber erst am Tag vor der Einführungsveranstaltung kommen. Sie stehen dann auch irgendwann auf der Webseite und beim Durchstöbern entdecke ich irgendwo, dass es auch noch einen Link zu einem Dokument gibt. Man hätte einen Steckbrief erstellen und mailen können. Kann man zwar am Veranstaltungstag auch noch machen, aber im Vorfeld wäre es natürlich ein Leichtes gewesen. Ich erstelle das Dokument, will es in den Ordner laden - aber das Datenverzeichnis kann nicht geöffnet werden. In der Whatsapp-Gruppe erfahre ich, dass es den anderen auch so geht. Und, dass die meisten den Hinweis auf den Steckbrief übersehen haben. Am Tag selber versuche ich mich - wie in einer Nachricht angekündet - um 9 Uhr einzuloggen. Es kommt der Hinweis, dass dies erst am 9:30 Uhr ginge. Das steht so auch in einer weiteren Nachricht. Um 9:30 Uhr gehen aber die Vorträge laut Ablaufplan schon los. Ich wundere mich, weil wir ja alle von einer Live-Session ausgehen. Auf Whatsapp findet ein reger Austausch statt. Üblicherweise loggt man sich doch früher ein? Was, wenn man den Start verpasst? Kurz nach 9:30 Uhr postet dann eine Gruppenteilnehmerin, sie könne jetzt rein. Endlich... oh... ein ganz normaler Verzeichnisbaum, durch den man sich durchklicken kann. Man soll sich selber organisieren und nacheinander Videos anschauen. Wir sind alle verblüfft. Warten Sie mal, ich klicke mal eben hier, nein hier, ah, sehen Sie die Präsentation jetzt? Was soll man nun zu den Videos sagen? Die Unis stellen gerade hektisch auf Online-Inhalte um. Die Dozent*innen haben teilweise wenig Erfahrung mit der Produktion von Videos. Und sie müssen es teilweise daheim im Arbeits- oder Wohnzimmer selber machen, weil sie im Homeoffice sind. Entsprechend wacklig, mit dürftigem Ton und holpriger Techniknutzung sind die Videos. Es wäre alles andere als fair, das jemandem in der heutigen Ausnahmezeit anzulasten. Selbst wenn der Studiengang "Organisation und Kommunikation" lautet. Verzeiht mir also bitte die schnippische Überschrift. Es gibt per Video eine Vorstellung der Uni Kaiserslautern, des Distance and Independent Studies Center, des Studiengangs sowie seiner Inhalte, der Ansprechpartner*innen, der Aufgaben am Einführungstag und der Online-Lernumgebung. Flugs ist parallel eine Zoom-Runde eingerichtet, wo wir Studierende uns gegenseitig vorstellen und Fragen bei der Bearbeitung des Materials klären. Meine unvollständige Liste der positiven Aspekte Ich möchte mich ansonsten wegen der beschriebenen, besonderen Umstände darauf konzentrieren, das Positive aufzulisten (ohne Anspruch auf Vollständigkeit): Die Struktur des Materials ist klar und nachvollziehbar Die Teilnehmer*innen schaffen es, sich selber zu organisieren und Probleme aus dem Weg zu räumen, sich untereinander bekannt zu machen Die Videos sind mit maximal etwa einer halben Stunde Länge gut konsumierbar und verständlich Es wird von den Organisator*innen und Dozent*innen immer wieder auf Kontaktmöglichkeiten bei Problemen hingewiesen Durch die asynchrone Veranstaltung ist es möglich, die Videos anzuhalten, zurückzuspulen, sich etwas noch einmal (oder auch mal etwas in doppelter Geschwindigkeit...) anzuschauen Die Idee, einen Bereich "Marktplatz" mit den "virtuellen Ständen" (also Videos zum Thema) Organisatorisches, Studienleistungen und Prüfungsleistungen einzurichten sowie gleichnamige Arbeitsgruppen, in denen die Studierenden einen Fragenkatalog zum Thema erarbeiten, ist gut und funktioniert gut. Im Nachhinein sollen die erarbeiteten Fragenkataloge dann beantwortet und online gestellt werden. Am Schluss doch noch eine kritische Anmerkung zum letzten Punkt: Weil wir in den Gruppen natürlich über unsere Fragen (auch hier wieder per selbst organisierter Zoom-Konferenz) sprechen, beantworten wir sie uns auch selbst. Zum Glück warnt ein Teilnehmer dann davor, dass wir alle gestellten Fragen in das entsprechende Dokument einfließen lassen - auch die bereits geklärten. Sonst wüssten die anderen, die nicht an einer anderen Gruppe teilgenommen haben, ja nicht, was alles auf Tapet kam. Inhaltlich ist das, was vorgestellt wird, durchaus vielversprechend. Ein besseres Verständnis von Organisationen, von Systemen, von sozialem Handeln, von Kommunikation. Einblick in Theorie, Empirie, die praktische Umsetzung sowie eine Masterarbeit zum Thema. Da kann durchaus etwas Fruchtbares entstehen. Ich freue mich drauf – ebenso wie auf den virtuellen Stammtisch, den wir Studierenden jetzt einrichten werden. ++++++++++++++++++ UPDATE 26.11.2020 +++++++++++++++++++++++ Zwischenzeitlich ist etwas Licht ins kommunikative Dunkel gekommen. Wie oben geschrieben, gab es keine synchronen (also Live-) Anteile bei der Einführungsveranstaltung, was wir Studierenden ungewöhnlich fanden. Laut TU Kaiserslautern hatte das verschiedene Ursachen und wurde wohl recht kurzfristig so entschieden. Da die Einführungsveranstaltung für alle Studierenden in allen Disziplinen am gleichen Tag stattfindet und es dafür Kreditpoints gibt, wäre es technisch wie rechtlich problematisch geworden. Hätte man in allen Studiengängen nahezu zeitgleich einen Videochat gemacht, wären möglicherweise Teilnehmende durch Verbindungsprobleme temporär ausgeschlossen worden. Um dieses Risiko zu vermeiden, ist man auf die asynchrone, weniger interaktive, aber eben sichere Variante gewechselt. Ich kann diese "Notlösung" gut verstehen, da ich derzeit täglich mitbekomme, wie kontrovers die Videosysteme diskutiert werden. Wenn es um öffentliche Beschlüsse, Wahlen, gravierende Entscheidungen, Rechtssicherheit, sensible Daten, Persönlichkeitsrecht und so weiter geht, beschränkt sich der Aufwand eben nicht darauf, mal eben ein Meeting zu starten. Es wird wohl eine ganze Weile dauern, bis man die "Organisation und Kommunikation" unter Corona-Bedingungen in den Griff bekommt.
  7. Wie angekündigt wurden die Kursmaterialien für das erste Semester von der TU Kaiserslautern am 26. Oktober 2020 freigeschaltet. Ein Blick zurück nach vorn Bevor ich darauf eingehe, möchte ich Euch kurz schildern, wie ich bisher studiert habe. Im Präsenzstudium gab es Vorlesungen, teilweise Tutorien, Workshops, Repetitorien, Arbeitsgruppen und Arbeitsmaterialien. In der Regel wurde ein Studienhandbuch präsentiert, ausgehändigt oder online zur Verfügung gestellt. Man konnte sich mit einem Prof oder Dozenten austauschen, wie die Aufgaben zu bearbeiten sind, Rückfragen stellen, mit Kommilitonen austauschen. Sehr wichtig war dabei für mich die Präsentation der Aufgaben durch die Lehrenden – meistens in einem Präsenzseminar, ab und zu auch mit einer Live-Vorlesung per Videostream oder als Video-Download. Da ich (zu meinem Erstaunen) die Aufgaben (fast) immer rechtzeitig und gut bearbeiten und einreichen konnte, habe ich mich jetzt an ein Fernstudium gewagt. Ich dachte, anspruchsvoller als ein fremdsprachiges Studium in einer mir fremden Materie wird es wohl nicht werden. Zudem, heißt es auf der Webseite der TU Kaiserslautern , empfehlen 95 Prozent der Studierenden das DISC (Distance Learning Center) weiter. Okay, das wird hart... Gleich am Abend habe ich mir also die Studienbriefe auf Tablet heruntergeladen und tapfer angefangen zu lesen. Die Module im Studiengang "Organisation und Kommunikation" sind mit dreistelligen Kennziffern versehen, sie heißen also "100", "200", "300" und so weiter. Zuerst habe ich den Studienbrief "OK0120_Systemisches Denken und Handeln" vorgeknöpft, und mich schon gewundert, warum man bei 120 und nicht bei 110 anfängt zu zählen. Dazu gleich mehr. Alle Studienbriefe sind gleich aufgebaut. Dazu heißt es im Studienhandbuch: Durch das Glossar habe ich mich (mit etwas Vorwissen aus einem Soziologie-Studium im vergangenen Jahrtausend) durchkämpfen müssen und längst nicht alles verstanden. Aber der eigentlich Text ist recht schlüssig und flüssig zu lesen. Der Autor weist dankenswerterweise darauf hin, dass das Verständnis für die Begriffe im Glossar sich erst später ergibt. Ungewohnt für mich ist, dass ich mir wohl Notizen zum Studienbrief machen muss. Bisher gab's meinerseits nur relativ unordentliche Aufschriebe aus den Vorlesungen. Gefühlt ist ein Studienbrief deutlich umfangreicher als der Inhalt einer Vorlesung, eines Videos oder eines Skripts. 168 Seiten Text im Studienbrief sind eine ganze Menge, zumal nicht (wie sonst bei wissenschaftlicher Literatur) viele Grafiken, keine wirklich umfangreichen Literaturverzeichnisse oder ähnliches enthalten sind, die man überfliegen oder nur bei Bedarf lesen kann. Ich werde also meine Arbeitsweise anpassen müssen. Schockschwerenot Heute habe ich dann die Online-Lernplattform mit dem Desktop-Rechner aufgerufen und mich tiefer eingearbeitet. Zum einen habe ich dabei festgestellt, dass "OK120" als erstes Material tatsächlich kein Fehler in der Nummerierung war: neben den Studienbriefen gibt es zu jedem der vier Module im ersten Semester auch noch wissenschaftliche Publikationen, sprich: Bücher. Und das erste Buch im ersten Modul heißt eben 110 - es war also kein Fehler, dass der Studienbrief 120 heißt. Wenn man alle Materialien bearbeitet, dann sind es acht Studienbriefe und sechs Bücher. Oder: Verdammt viel Material. Dazu kommen dann im ersten Semester: vier Einsendearbeiten, bei denen jeweils sechs Aufgaben zu bearbeiten sind – Beispiel: Ein Essay, mit dem ich mich noch nicht näher befasst habe Eine Präsenzveranstaltung. Ich habe noch nicht ganz verstanden, ob diese mit einer Prüfung verbunden ist oder nicht. Vor mir türmt sich jetzt erst einmal ein ganz schöner Berg auf. An dieser Stelle ein großer Dank an Ute Villing, von der ich das Wort "Anfangsverunsicherung" gelernt habe. Seitdem weiß ich, dass man sich als kleine Maus von so etwas in der Regel nicht schocken lassen muss, weil es ganz normal ist. Man beginnt einfach zu arbeiten, und irgendwann kommt man drüber. Eigentlich heißt es ja, "Der Berg gebar eine Maus" – ich habe es mal umgedreht, weil ich mich wie ein sehr kleines Nagetier fühle, dass sich durch ein eisenhartes Gebirgsmassiv knabbern muss. Allerdings hat uns der oben abgebildete Berg(-see) in Vorarlberg so fasziniert, dass wir ihn gleich zwei Mal hochgewandert sind. Und sonst? Inzwischen gibt es im Forum mehrere Anläufe, Lerngruppen zu gründen. Leider nicht in meiner Gegend. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.
  8. Vorletzte Woche habe ich an einem Kompaktseminar an der Württembergischen Verwaltungs- und Wirtschafts-Akademie teilgenommen und mein Wissen zum Change Management aufgefrischt sowie erweitert. Man schaut bei solchen Gelegenheiten ja immer in den Spiegel. Auf der Rückfahrt durch den üblichen Stau-Wahnsinn von Stuttgart habe ich Mantra-artig vor mich hingemurmelt: "Schau auf das Positive, schau auf das Positive, schau auf das Positive". Es war mir wieder einmal bewusst geworden, dass Menschen seit Urzeiten in den ganzen Gebüschen um sie herum nach dem Säbelzahntiger suchen, nach den Problemen und Problemchen – statt sich mal am sonnigen Tag, den netten Stammesmitgliedern, dem vollen Bauch und der Abwesenheit von Verkehrsstaus vor der steinzeitlichen Höhle zu freuen. Also nehme ich mir vor: "Der nächste Beitrag über das Studium Organisation und Kommunikation wird kein Genörgel!" Keinesfalls. Niemals! Okay, sag niemals nie: Oh du meine Kommunikation! Zuletzt habe ich berichtet, dass ich Leute wegen einer Lerngruppe angeschrieben und den Wunsch danach auch im internen Forum gepostet habe. Zudem wollte ich mir ein Zimmer in Kaiserslautern reservieren, um am Einführungsseminar am 21. November 2020 teilnehmen zu können. Was ist daraus geworden? Gemeldet hat sich leider noch niemand für die Lerngruppe. Überhaupt war es sehr still. Also bin ich weiter voll auf mich gestellt. Täglich aktiviere ich mein VPN, logge mich ein, schaue auf die "Aktuellen Mitteilungen", in das Forum. Dann schaue ich, ob es unter "Kick-off" zum Thema "Anmeldung Kick-off" neue Infos gibt. Aber da ist nichts. Also buche ich mir ein Hotelzimmer über die Webseite der TU Kaiserslautern. Das funktioniert nicht per Web-Service, sondern über ein herunter ladbares PDF, das man dann einscannt und an das Hotel schickt. Für Inhaber*innen eines Studierendenausweises gibt es zehn Euro Rabatt und wohl verbesserte Storno-Möglichkeiten. Ich bekomme eine Bestätigung per E-Mail und werde noch gebeten, meine Kreditkartendaten nachzuliefern. Einige Tage später sichte ich E-Mails in meinem privaten Konto. Dort entdecke ich eine von mir übersehene Nachricht: die Einführungsveranstaltung findet wegen der "aktuellen Corona-Lage und den unterschiedlichen Anreisegebieten" (es kommen auch Teilnehmer*innen aus der benachbarten Schweiz) jetzt doch nicht in Präsenz, sondern online statt. Weiter heißt es: "Da sich bisher noch nicht alle Studierende in OLAT registriert haben, erreicht Sie diese Information noch einmal über den E-Mailverteiler. - Zukünftig werden alle Informationen über den Mitteilungsbaustein in OLAT kommuniziert (Sie können sich per Mail über neue Nachrichten informieren lassen) - Oder wir schreiben Ihnen an Ihre RHRK-E-Mail-Adresse Ein Austausch über die privaten Mailadressen ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich." Ich durchsuche noch einmal die Online-Lernplattform OpenOLAT. Dort finde ich die oben stehende E-Mail oder Nachricht leider nicht. Etwas blöd, denn ich habe sie nicht in meinem privaten Postfach, sondern im System gesucht. Auch in meinem Studierenden-E-Mail-Postfach finden sich zwar lauter (teils kryptische - siehe den Screenshot) Nachrichten, aber nichts zur Umstellung der Einführungsveranstaltung auf ein Online-Seminar. Ganz optimal ist die "Organisation und Kommunikation" also nicht. And now for something completely different... The Positive! Ihr kennt Monty Python? The Larch? Nicht? Anschauen. Nach dem Genörgel, und durchs oben genannte Seminar marginal schlauer geworden, ende ich den Blog-Beitrag mal mit drei positiven Punkten: In der E-Mail wird noch einmal kurz beschrieben, wie man sich für "OpenOLAT" registriert, zudem gibt es ein Unterstützungsangebot bei technischen Problemen und Links zum Thema. Guter Service! Durch die E-Mail bin ich daran erinnert worden, dass ich öfter mal in mein Studierenden-E-Mail-Postfach schaue. Ich fand das schon beim letzten Studium knifflig, weil eigentlich nur selten eine relevante Nachricht einging - es sei denn, man tauschte sich gerade mit einem Prof zu einer einzureichenden oder eingereichten Arbeit aus. Die Stornierung des Hotelzimmers bei BestWestern klappte problemlos innerhalb weniger Minuten. Prima. Das merke ich mir als Pluspunkt.
  9. Danke fürs Feedback! Ich bin vom letzten Studium an einer englischen Universität etwas verwöhnt. Auch dort gab es mehrere Portale und es war teilweise umständlich. Aber alle Infos wurden zentral auf Moodle gestellt, dort fand der Austausch statt – und es wurden alle benötigten Links veröffentlicht. Zudem ging's ohne VPN. Ich verstehe völlig, dass VPN aus Sicherheitsgründen bei der Übermittlung persönlicher Daten nötig ist – nerven tut es manchmal trotzdem...
  10. Aller Anfang ist schwer, heißt es so schön – und manchmal ist er auch verwirrend. Das trifft auch für "Organisation und Kommunikation" zu. Ich kämpfe gerade mit den zwei großen Themenbereichen: Zugänge zu den zahlreichen Online-Portalen: Wo muss ich mich wie anmelden, um an alle relevanten Inhalte zu kommen und die Pflichten zu erfüllen? Präsenzveranstaltungen – Wie organisiere ich meine Teilnahme an den Seminaren vor Ort unter Corona-Bedingungen? Im Online-Dschungel der Organisation und Kommunikation Zum ersten Themenbereich gab es neben dem bereits genannten, eng bedruckten Schreiben von der TU Kaiserslautern mit vielfältigen Infos und dem gelben Zettel mit Infos zur Einführung mit vielfältigen Infos gut vierzehn Tage vor Studienbeginn eine weitere E-Mail mit Infos zur Einführung sowie angehängtem PDF mit weiteren Infos zur Einführung. Das PDF verweist wiederum auf zwei verschiedene Plattformen mit weiteren mit Infos zur Einführung. Hier gibt es dann auch noch Online-Selbstlernkurse und Videos mit detaillierten Infos zur Einführung... Ich denke, Ihr lest aus der vorangegangenen Passage eine gewisse Ironie heraus. Portale und Webseiten sowie schriftliche Infos wachsen historisch, verästeln sich, werden um spezifische Ergänzungen für eine Zielgruppe oder eine Anwendung erweitert – und am Schluss wird es dann für die Nutzerin und den Nutzer unübersichtlich. Man versucht als Absender dann meistens, die zugesandten Infos zu optimieren – und scheitert daran. Denn im Grunde liegt es an den komplexen Strukturen im Hintergrund, deren Neuorganisation eine gewaltige Anstrengung erfordern würde. Hier geht es also um "Organisation und Kommunikation" in Reinform. Und ich hocke hier am Ende der Kette und versuche, sie von hinten aufzudröseln (zu entschlüsseln). Hilfe! Wo bin ich? – oder: Don't panic. Viele werden das kennen: Die wichtigsten beiden Worte des Handbuchs "Per Anhalter durch die Galaxis" stehen in großen, freundlichen Buchstaben auf dem Cover. "Don't panic", heißt es da. Also setze ich mich abends die eine oder andere Stunde an den Rechner, registriere mich bei dem Studierendenaccount des Regionalen Hochschul-Rechenzentrums Kaiserslautern (RHRK), mit dem die Online-Dienste der Universität genutzt werden können. OpenOlat (https://olat.vcrp.de), dem zentral gehosteten Learning Management-System der QIS Selbstbedienungs­funktion zur Studiumsverwaltung (irritierenderweise nennt es sich auf der Webseite selber dann "HIS Online-Portal) Teilweise ist zur Nutzung auch noch ein VPN-Zugang nötig, für den man einen "Client" auf seinem Rechner installieren muss. Ein paar Tage später komme ich erst durch Ausprobieren darauf, dass man jedes Mal daran denken muss, erst diesen Zugang manuell zu starten und sich einzuloggen, bevor man die Webseite aufrufen kann. Eigentlich logisch, aber dennoch erfordert es Gewöhnung. Etwas tricky ist auch, dass man bei den meisten Anmeldungen den gleichen Usernamen verwendet – bei QIS funktioniert jedoch zumindest bei mir nur die Matrikelnummer. Zudem sind die Passwort-Anforderungen unterschiedlich. Und letztlich darf man beim Login "Hochschule Kaiserslautern" und "TU Kaiserslautern" nicht verwechseln. Es ist also ganz normaler Login- und Online-Plattform-Wahnsinn, durch den man sich wühlen muss. Wobei ich insgesamt die Struktur sowie die Erklärungen recht verständlich finde. Leichte Bedenken habe ich, dass ich in der Flut von Infos etwas Wesentliches übersehe. Aber auch hier gilt Douglas Adams: "Don't panic". Frühbucher-Rabatz Derzeit ist natürlich eine absolute Sondersituation. Niemand kann sagen, ob die angekündigten Präsenzphasen angesichts der Pandemie stattfinden werden. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Einführungsveranstaltung Anfang November online stattfinden wird. In den Vorab-Infos heißt es: Leider können wir aufgrund der aktuellen Situation noch keine verbindliche Information darüber geben, ob in diesem Jahr eine entsprechende Großveranstaltung stattfinden darf. Weitere Informationen erhalten Sie von uns zu gegebener Zeit. Wir empfehlen, die Buchung der Anreise und Unterkunft so spät wie möglich vorzunehmen und darauf zu achten, dass eine Stornierung bis zum Anreisetag kostenfrei möglich ist. Für Hotelbuchungen stehen Ihnen in Ihrer Lernumgebung ab Anfang Oktober (siehe auch nachfolgende Informationen zum Online-Campus) spezielle Hotelangebote zur Verfügung, bei denen mit Nutzung unserer Hotelreservierungsformulare in der Regel eine kostenlose Stornierung am Anreisetag möglich ist. Eine Rückerstattung von Hotel- und Fahrtkosten bei einer kurzfristig erforderlichen Absage der Veranstaltung ist nicht möglich. Ich werde morgen trotzdem mal vorsorglich ein Hotelzimmer buchen. Lösungsansätze – Wo sind die Leidensgenossen? Durch den Informationsdschungel muss man sich einfach durchwühlen, das ist klar. Es sind zahlreiche Kontaktadressen für Hilfestellung angegeben. In meinen vorherigen Studien hat es sich bewährt, Lerngruppen zu gründen. Ich habe mal das Verzeichnis der Teilnehmenden angeschaut und eine Studentin aus der näheren Umgebung gefunden. Die habe ich mal per Kurznachricht kontaktiert und zusätzlich im Forum "Austausch & Kommunikation" im Unterforum "Lern-/Fahrgemeinschaften" gepostet, dass ich eine regionale Lerngruppe gründen möchte. Das Studium "Organisation & Kommunikation" setzt fast ausschließlich auf eigenverantwortliches Lernen. Ich schätze, dass da eine Lerngruppe dazu beitragen kann, vor allem in den Frustphasen und im Endspurt auf die Masterthesis hin die Motivation zu halten. Bisher war das zumindest immer so: Alleine zu wissen, dass gerade noch jemand bis tief in die Nacht vor dem Rechner sitzt, ist ein Trost und Ansporn. Außerdem kann man durch Austausch den immer wieder auftretenden "Tunnelblick" vermeiden. Manchmal verrennt man sich in eine (oft scheinbare) Sackgasse und sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht. Da reicht dann ein kleiner Impuls von außen, eine Frage oder Bemerkung, und man findet doch noch eine Lösung. In meinen bisherigen Studien kam es nicht so sehr darauf an, ob die Gruppenmitglieder sich regelmäßig physisch treffen können, gleich alt sind, ähnliche Erfahrung haben. Irgendetwas gemeinsames und halbwegs eine Wellenlänge zu haben, reichte völlig aus. Diversität kann auch hier bereichernd sein. Und man arbeitet ja meist nicht wirklich eng sowie aufeinander angewiesen als Team zusammen, sondern tauscht sich ab und an mal aus. Wir wohl hier genauso sein. Image by ElisaRiva from Pixabay
  11. Ja, ein guter Test der Studierfähigkeit 😉 Allerdings gehört zu "Organisation und Kommunikation" gerade im Hinblick auf die Digitalisierung von Verwaltungen auch die Frage der Nutzer*innenfreundlichkeit, der Entbürokratisierung und der Optimierung der Kommunikation. Sprich, nicht zu viele Infos zusammenquetschen mit dem Risiko, dass etwas untergeht.
  12. Hallo firefly, ich habe einen Blog zum Studium gestartet. Es beginnt voraussichtlich Ende Oktober. Frank
  13. Die Entscheidung für oder gegen eine Fachrichtung, eine bestimmte Studienform, eine Universität und einen Startzeitpunkt ist sehr individuell und komplex. Das wird sicher in naher Zukunft nicht einfacher, wenn die Hybridisierung von Studiengängen durch Corona bedingt ebenso Fahrt aufnimmt wie der Trend zu Spezialisierungen, Zertifikatsstudien und weiteren Formen des akademischen Lernens. Wie kommt also die Henne zum Ei und ich zum DISC? Ich hätte mir sicher eine tolle, gewichtete Entscheidungsmatrix basteln können – zum Beispiel mit folgenden Kriterien: Möchte ich ein voll digitales, hybrides oder ein Präsenzstudium? Soll die Theorie im Vordergrund stehen oder die Praxis? Ist mir der persönliche Erkenntnisgewinn wichtig, die berufliche Anwendung oder der Titel im Lebenslauf? Welchem Schwierigkeitsgrad bin ich bereit mich zu stellen? Soll das Studium nah an meinen bisherigen Lern- und Berufserfahrungen sein, sie vertiefen – oder geht es in Richtung neuer Einsichten? Welche Entfernung zum Studienort bin ich bereit zu akzeptieren? Wieviele Präsenzphasen kann ich angesichts meiner beruflichen Verpflichtungen unterbringen? Bin ich besser in Klausuren, mündlichen Prüfungen oder Hausarbeiten? Welches Renommee hat die Uni, wie sind die Bewertungen? Wie wichtig ist mir das jeweils? Was akzeptiere ich keinesfalls? Was muss unbedingt sein? Wenn ich es getan hätte, dann hätte das vermutlich beeindruckend und sehr rational ausgesehen. Dennoch wäre meine Entscheidung letztendlich aber aus dem Bauch heraus gefallen. Gerade bei wichtigen Themen bewährt sich das ja öfter als man denkt. Ich frage mich schon ewig, wieviele der faszinierenden Entscheidungsmatrizes einfach nur der nachträglichen Rechtfertigung eines intuitiven Vorgehens dienen. Tatsächlich – Ihr verratet es ja nicht weiter – basierten meine Überlegungen auf den folgenden, zum Teil recht banalen Gedanken: Okay, nachdem ich meine Masterthesis für das letzte Studium in letzter Minute abgegeben und mir geschworen hatte, jetzt erst einmal auszuspannen, dauerte es gerade einmal ein paar Tage, bis mir die akademische Arbeit fehlte. Eine Promotion kann ich mir partout nicht leisten. Eigentlich würde ich gerne von einer englischen Universität einen Doktortitel verliehen bekommen. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Wo sind hier die Sonderangebote? So ein Master ist ja nix Besonderes mehr. Was kann ich denn da noch drauf setzen, wenn ich gemerkt habe, dass ich das mit dem Studieren ganz gut drauf habe? ich kann besser studieren, als so manche berufliche Aufgabe im Beruf lösen. Meine Motivation fürs Lernen und akademische Schreiben ist höher als die für irgendwelche Hobbys. Bei der Recherche nach "preisgünstigen" Promotionen stoße ich auf so manches andere, auch ganz spannende Masterstudium. Ich habe gemerkt, dass ein "fachfremdes" Studium ganz neue Einsichten bringt. Auch nach etlichen Seminaren, Klausuren und Studienarbeiten in Finanzierung und Controlling bin ich noch ein hoffnungsloser Dilettant in diesem Feld. Aber manchmal setze ich tatsächlich Erkenntnisse aus diesem Bereich in ganz anderem Kontext ein – und das funktioniert gut. Warum also nicht mal über den Tellerrand schauen? Was braucht es, um neue Gedanken und Lösungen auf den Weg zu bringen? Oft weiß oder ahnt man, was zu tun ist. Aber man kann es nicht erfolgreich vermitteln. Organisationen, Firmen, Behörden, Institutionen, Gruppierungen, ich selber müssen agiler werden und agil bleiben, um flexibel genug zu sein, sich der Zukunft zu stellen sowie, sie dynamisch zu gestalten. Für mich ist das ein bisschen Darwin: Evolution bedeutet, dass die Spezies überlebt, die sich am besten anpasst. Verantwortungsvoll (und überlebensnotwendig) ist es dann, wenn die Spezies auch noch dafür sorgt, dass sie bei ihrem eigenen Streben nach Überleben nicht alles andere auslöscht... Meine bisherige Erfahrung sagt mir, dass das am besten gelingt, wenn man Strukturen und Prozesse analysiert und versteht. Nur dann kann man anderen vermitteln (kommunizieren), wo man hin möchte. In einer Zeit des massiven Wandels (Klima, Corona, Technologie, Gesellschaft, KI... die Liste ist beliebig erweiterbar) ist es von zentraler Bedeutung, Organisation und Kommunikation besser zu verstehen und auch praktisch zur Verbesserung beizutragen. Wie viel Geld und Zeit kann ich maximal investieren – und wie lange darf so ein Studium längstens dauern? Die Antworten: möglichst nicht mehr als zwei Jahre Studium. Ich rechne hoch: das erste Studium war noch kostenlos bis auf die Lebensunterhaltskosten. Das "Rundum-Sorglos"-Paket an einer privaten Business School kostete 18.000 €, der Master etwa 12.000. Der Studiengang "Organisation und Kommunikation" liegt bei der Hälfte – etwa 6500 € müssten inklusive Übernachtungen reichen. ihr merkt, dass das alles irgendwie zusammen hängt. Die günstigsten Studien bietet wohl die Fernuni Hagen an. Aber zum einen ist dort das Studienangebot für mich nicht so attraktiv, zum anderen dauern die Studien recht lange. Und Hagen ist recht weit weg. Kaiserslautern ist näher dran, günstiger, und der Studiengang klingt interessant. Vielleicht bringt es etwas, einen zweiten Mastertitel zu haben. Wenn's damit klappt, finde ich womöglich doch noch eine Lösung für die Promotion. Vier oder fünf Präsenzphasen sind zu verkraften und können sicher ganz motivierend, interessant und erkenntnisreich sein. Also, go for it. Foto: Arek Socha from Pixabay
  14. Vorherige Bewerbungen: Meist wenig Papierkram Ich möchte kurz auf meine vorherigen Bewerbungen für das Studien eingehen: Beim ersten Studium (Soziologie und Psychologie in Präsenz) habe ich mein Abiturzeugnis eingereicht. Da es genug Studienplätze und keinen Numerus Clausus gab, lief das unkompliziert. Beim zweiten und dritten Studium (BA und Master Business Administration) lief es über ein persönliches Gespräch mit den Studiengangsleitern. Diese bescheinigten (für mich) unbürokratisch meine Motivation und Eignung, fertig. Klar, da es sich beim einen um eine private Business School und beim anderen um ein (leider) wenig beliebtes Studium handelte, hatten die Leiter ein großes Interesse, mich einzuschreiben. Sie haben sich um alles gekümmert. (Ich muss hier allerdings erwähnen, dass private Unis und Studiengangsleiter natürlich stark auf die Abbrecher-/Erfolgsquoten achten und daher sicher auch nicht jede/-n zulassen werden). Vorabinfos des DISC: Hilfreich und kompakt Das Distance and Independent Studies Center (DISC) ist da etwas anders gestrickt. Die Webseite informiert kompakt und umfassend über den Studiengang, die Zielgruppe, Zielsetzung und Abschluss, die Studieninhalte, die Zugangsvoraussetzungen sowie Ablauf und Organisation. Die digitalen Infos sind sehr gut, das Bewerbungsverfahren naturgemäß eher unpersönlich. Mir haben Webseite und Flyer sehr geholfen, die erste Hürde für die Bewerbung zu nehmen: Ich konnte ein Motivationsschreiben für meinen Arbeitgeber zusammenstellen und offensichtlich plausibel darlegen, warum ich Interesse an dem Master-Studiengang habe. Zusätzlich habe ich die Entscheidung zwar noch mündlich meinen Vorgesetzten vorgestellt, aber das sauber strukturierte Motivationsschreiben, das ihnen vorlag, hat auf jeden Fall geholfen: Es gibt neben der ideellen Unterstützung auch einen kleinen Zuschuss zu den Studiengebühren. Bewerbungsverfahren am DISC: Ganz lustig und etwas bürokratisch Die Organisation des Bewerbungsverfahrens fand ich gut und nachvollziehbar - wenn auch etliche Klicks und einiges an Aufmerksamkeit nötig sind, um den jeweils richtigen Weg aus dem Bewerbungsportal zur Online-Bewerbung zur "Online-Bewerbung Fernstudium (DISC)" zu finden. Nicht nur Kafka-Kenner werden sich ein bisschen amüsieren, den "Antrag auf Einschreibung im Fernstudium" auszufüllen. Kleines Beispiel: Man muss mehrfach das "Kennzeichen" eintragen: Kfz.-Kennzeichen Ihres Heimatwohnortes (bei Kreisen und kreisangehörigen Städten bitte nach dem Kfz.-Kenn- zeichen zusätzlich in das rechte Feld ein „K“ eintragen); bei Ausland, internationales Kfz.-Kennzeichen des Staates Kfz.-Kennzeichen der Stadt, in dem Sie die Berechtigung [zum Hochschulstudium] erworben haben; bei Ausland intern. Kfz.-Kennzeichen des Staates Kfz.-Kennzeichen der Stadt/des Kreises der Ersteinschreibung; bei Ausland intern. Kfz.-Kennzeichen des Staates Kfz.-Kennzeichen des Hochschulortes (bei Kreisen und kreisangehörigen Städten bitte nach dem Kfz.-Kenn- zeichen zusätzlich in das rechte Feld ein „K“ eintragen) Dazu noch Dauer von Berufstätigkeiten und die dabei jeweils geleisteten Wochenstunden. Eine Menge Papier (oder PDF-) Kram eben. Der Upload meiner Unterlagen im Bewerbungsportal funktionierte nicht (die berühmte "404"-Meldung), weshalb ich die Papiere gemailt habe. Ich musste sie aber auch noch im Original oder in beglaubigter Kopie verschicken. Zum geforderten "Nachweis über eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens einem Jahr nach dem Erststudium" (ich habe zwanzig Jahre als Journalist gearbeitet...) habe ich eine einfache Bescheinigung eingereicht. Das reichte dem DISC nicht: "Aus der Ihrer Bewerbung beigefügten Bescheinigung ist leider nicht ersichtlich, welche Tätigkeiten Sie im Einzelnen ausüben, bzw. ausgeübt haben. Um Ihre bisherige Berufserfahrungzuordnen zu können, benötige ich für die Feststellung der einschlägigen Berufstätigkeit einen Nachweis, welcher die einzelnen Tätigkeitsmerkmale und die Dauer der Beschäftigung enthält. Bitte reichen Sie zur abschließenden Prüfung Ihrer Bewerbung einen weiteren Tätigkeitsnachweis mit detaillierten Angaben zu Ihren einzelnen Arbeitsbereichen nach." Die Kommunikation mit dem DISC lief insgesamt und auch in dieser Sache schnell und unkompliziert. Nach Einreichen einer detaillierteren Auflistung meiner Tätigkeitsbereiche wurde mir eine erneute Prüfung angekündigt und eine Rückmeldung, falls noch Unterlagen benötigt würden. Dann habe ich eine Woche nichts gehört, bis zwei Briefe von unterschiedlichen Absendern kamen, dass ich mich einschreiben könne. Dazu musste ich zwei Überweisungen tätigen: Studienentgelt (€ 990; im Jahr 2020) Sozialbeitrag (€ 102; im Jahr 2020) Hier sei gleich eingeschoben, dass nicht nur diese beiden Zahlungen auf unterschiedliche Konten erfolgen müssen: Für die Zahlung des Sozialbeitrags für das zweite Semester gab es einige Wochen später eine weitere, abweichende IBAN! Schriftliche Kommunikation: Alles auf einer Seite Etwas ungewöhnlich sind die vielen, auf wenige Blätter Papier gequetschten Informationen. Ich hoffe, dass ich alles richtig verstanden habe: Nötige Überweisungen Infos zum Online-Account Termin der Freischaltung des Accounts Termine der Präsenzphasen Termin der Einführungsveranstaltung Terminfenster für die Anmeldung zur Einführungsveranstaltung Einige Wochen später habe ich ein weiteres, dicht bedrucktes Papier erhalten, das folgendes beinhaltete: Studienbescheinigungen Studierendenausweis Überweisungsträger und Zahlungs-Terminfenster für den Sozialbeitrag für das zweite Semester (gleichzeitig Rückmeldung) Stammdatenblatt Initial-Passwort für den Online-Bereich Auf einem kleinen gelben Zettel gab's dann noch Infos zu den "Online-Ressourcen der TU Kaiserslautern", VPN-Verbindung, Bibliothek und mehr. Das werde ich mir demnächst näher ansehen.
  15. Um Euch einen Eindruck zu geben, wer hier für Euch bloggt, möchte ich kurz über meine bisherigen Erfahrungen an Universitäten berichten - von meinem Präsenzstudium in den 90-er Jahren über diverse MOOCs sowie ein nebenberufliches Bachelorstudium an einer privaten Business-School bis hin zu einem internationalen "Flying University"-Masterstudium. Wenn Ihr nicht so intensiv einsteigen wollt, überspringt den Beitrag einfach. In grauer Vorzeit: Mit Hammer und Meißel Nach meinem Abitur 1989 an einem Gymnasium im Sauerland habe ich zunächst ab 1990 an der Philipps-Universität Marburg Soziologie und Psychologie im Hauptfach, Medienwissenschaften und Skandinavistik im Nebenfach studiert. Es war die Zeit kurz vor dem Siegeszug des Internets. Wir haben zwar nicht mehr mit Hammer und Meißel Steinplatten bearbeitet, aber Recherchieren bedeutete den persönlichen Besuch in diversen Fachbibliotheken – der oft in Frustration endete, weil Bücher vergriffen waren oder man schlicht nicht den richtigen Ansatz gefunden hatte. Auf der anderen Seite macht Not zum einen erfinderisch – zum anderen schweißt sie zusammen. Wir Studierenden haben sehr viel Zeit miteinander verbracht, gemeinsam gearbeitet, Probleme gelöst, uns ausgetauscht. Und Party gemacht. Wahrscheinlich vor allem Letzteres. Hoffnungslos überfüllte Hörsäle, extrem viele Studienabbrecher im Jahrgang, fehlende berufliche Perspektiven und steigende Lebenshaltungskosten bei gleichzeitig leerer Kasse waren einige Gründe, die mich damals bewegten, mit fast abgeschlossenem Grundstudium doch die Notbremse zu ziehen. Als Studienabbrecher schwang ich Hammer und Meißel, arbeitete auf der Baustelle und beschloss, den direkten Einstieg in die Arbeitswelt zu suchen. In der bunten Medienwelt: Mit Stift und Feder (und Filmspulen) Zufällig fand ich eine Stelle für ein Volontariat bei einem Anzeigenblatt in Schwaben. Man kann die Zeit wohl als "Training on the job" bezeichnen. Fast keine Theorie, dafür aber sechseinhalb Tage Praxis pro Woche. Wir haben am Ort recherchiert, selber die Fotos nicht nur geschossen, sondern auch die Filmspulen entwickelt, die Zeitungen selber layoutet, Druckplatten erstellt – der ganze Produktionsprozess von A bis Z mit einem hohen Maß an Kreativität, Engagement und harter Arbeit. Party machen gehörte damals nicht zum Repertoire. Wenn wir um halb fünf morgens heim kamen, dann aus dem Verlagshaus, nicht aus einer Kneipe. Nach kurzer Zeit bekam ich Verantwortung für komplette Lokalausgaben des Anzeigenblattes. Ich wechselte aber recht schnell zu einer großen Tageszeitung im Schwarzwald, welche die Kompetenz eines Generalisten suchte. Ich war kein Spezialist für gute Schreibe und tolle Fotos, sondern jemand, der nicht nur den gesamten Produktionsprozess aus eigener Arbeit kannte, sondern auch mit Kunden, Unternehmen, sozialen Einrichtungen, Leserinnen und Lesern, Politikern und vielen anderen Menschen Erfahrungen gesammelt hatte. Auch bei der Tageszeitung ging mein Aufstieg schnell voran – ohne dass ich das angestrebt hätte. Aber die vielseitige Arbeit machte mir viel Spaß. Ich war auch bei der Tageszeitung für die Redaktion von Anzeigenblätter, Sonderveröffentlichungen ("Bauen und Wohnen", "Jugend und Berufswahl"), später zudem für den Motor- und Reiseteil sowie alle Veranstaltungskalender nebst zugehöriger Datenbank für ein Drittel von Baden-Württemberg und zum Teil die Schweiz zuständig. Die Vielfalt hatte einen Preis: die meiste Arbeit habe ich organisiert, delegiert, unterstützt, aber nicht mehr selber geleistet. Zudem wurmte es mich, dass ich "Studienabbrecher" war. Der fehlende akademische Titel hatte mich nicht am Aufstieg gehindert, aber ab und an fühlte ich mich ganz ohne Abschluss unwohl. Und ich merkte, dass mir auch dringend benötigte persönliche Kompetenzen fehlten. Im Schoß der Steinbeis-Familie: Studium mit Rundum-Sorglos-Paket 2011 bewarb ich mich für ein Studium der Betriebswirtschaft an der privaten Business-School Alb-Schwarzwald, die ein einzigartiges Konzept hatte. Dozenten umliegender Universitäten unterrichteten kleine Jahrgangsgruppen von Freitagnachmittag bis Samstagabend. Begleitend kümmerten sich die Direktoren und ihr Team um wirklich alles: ausgedruckte Skripte in vorbereiteten, beschrifteten Ordnern Catering vom Frühstück übers Mittagsbüffet bis zum Vesper am Abend Gummibärchen, Süßkram und Getränke als "Flatrate" in der Studiengebühr enthalten ständige Verfügbarkeit von Beratung und Hilfe Workshops, Repetitorien zur Klausurvorbereitung, Zusatzseminare, Trainings, Studium Generale In meinem Jahrgang haben alle Studierenden dennoch selber hart gearbeitet, denn es ging kaum jemandem um den Abschluss allein. Die meisten waren in verantwortlicher Position oder selber Unternehmer*innen. Sie wollten daher sich selbst und ihre Firmen voranbringen. Ein Vorteil war, dass die Business-School zum Steinbeis-Netzwerk gehört. Es bietet viele Perspektiven und Möglichkeiten, unter anderem des Austausches und der Weiterbildung. Ein möglicher prinzipieller Nachteil dieser Business-Schools schien mir, dass sie sehr von den Vorstellungen der "Macher*innen" abhängen. Geht es den Verantwortlichen nur darum, Menschen zum Titel zu bringen, dann schleusten sie die Studierenden mit (für sie) minimiertem Aufwand durch und "verkauften" ihnen den Abschluss. In meinem Fall ging das Engagement der Verantwortlichen aber weit über dieses Minimalziel hinaus. Dennoch kann ich nachvollziehen, dass diese Business-Schools inzwischen nicht mehr weiter betrieben werden können. Denn ihnen fehlt eben der Aspekt der Forschung, und auch moderne Medien, Plattformen, Bibliotheken und so weiter waren nicht so verfügbar wie an einer konventionellen Universität. Ich bin jedenfalls weit über mein persönliches Ziel, irgendwie an einen akademischen Abschluss zu kommen, hinausgeschossen – und wurde als ehemals eher unterdurchschnittlicher Gymnasiast und schlechter Student zum Jahrgangsbesten. Zwischendurch was zum Knabbern: MOOC around the world Nach dem Bachelor wollte ich eigentlich weitermachen. Aber für den Master fehlte mir das nötige Kleingeld – und mein Arbeitgeber wollte auch keinen Zuschuss geben. Was macht man, wenn man noch neugierig ist? Massive Open Online Courses – Online-Kurse an den unterschiedlichsten Universitäten rund um die Welt. Internet-Sicherheit am Hasso-Plattner-Institut, Marketing am Massachusetts Institute of Technology... es kamen etliche Kurse zusammen, die ich größtenteils (bis auf die ganz dämlichen, die es auch zuhauf gibt) erfolgreich abschließen konnte. Ich merkte, dass ich trotz meiner miesen Englisch-Abiturnote und völlig fehlender Praxis mangels Auslandsaufenthalten ganz gut zurecht kam. Die Sprache eröffnet so viele Möglichkeiten, sich fortzubilden und zu vernetzen. Durch die Kurse beschäftigte ich mich außerdem stark mit der Frage, was ich im Leben noch erreichen wollte. Weshalb ich nach fast zwei Jahrzehnten den Job wechselte. Praktische Anwendung: Grundstücke verkaufen, Kunstaktionen organisieren, weiter studieren Ich wechselte in die Stadtverwaltung meiner Wahlheimat Sulz am Neckar. Dort bin ich für die Vermarktung von Gewerbegrundstücken verantwortlich und mit meinem kleinen Team (zwei Kolleginnen und eine Studentin) auch für die Bereiche Kultur, Sport, Tourismus, Öffentlichkeitsarbeit, Online, soziale Medien und Digitalisierung. Aber hier geht es ja ums Studium – und das wurde mir dankenswerter Weise gewährt und unterstützt. 2017 konnte ich mein Master of Business Administration-Studium an der University of Bolton beginnen. In Form einer "Flying University": statt dass ein halbes Dutzend Studierende nach England zur Universität reist, werden die internationalen Professoren nach Deutschland geflogen und unterrichten auf Englisch an deutschen Hochschulen. Ein tolles Modell, weil sehr effizient und stressfrei. Auch wenn die akademische Arbeit rein in einer Fremdsprache natürlich eine große Herausforderung darstellt. Die Zusammenarbeit mit Studierenden und Dozenten aus aller Welt bringt ganz neue Impulse, viele Erkenntnisse (meine Güte, wie viel wichtiger die Vorteile und Chancen der Diversität im Vergleich zu den damit verbundenen Belastungen und Risiken sind!), Spaß und Selbstreflektion. Schade, dass diese Studiengänge in Deutschland im Vergleich zu vielen asiatischen Ländern relativ unbeliebt und damit in der Existenz gefährdet sind. Obwohl ich meiner Frau versprochen hatte, dieses Studium mit weniger Verbissenheit und Aufwand zu betreiben, ihr ahnt es, schloss ich es mit Auszeichnung ab und bekam einen Preis für meine wissenschaftliche Arbeit. Hier nochmal der Hinweis: Ich war ein mieser Gymnasiast, im ganzen privat- wie Berufsleben kein Überflieger, aber mich packte das Studium einfach. Dr. No: Ein weiterer Master (?) Mein betreuender Prof. und Studiengangsleiter fragte mich, ob ich nicht promovieren wollte. Ja, aber... Finanziell hat sich bis dato keines meiner Studien ausgezahlt. Also fehlt mir (auch dank zweier gefräßiger Hunde) das nötige Kleingeld für den Doktortitel. Trotzdem möchte ich weiter studieren. Da man immer an Organisation und Kommunikation arbeiten kann (selber und in seiner Firma, Organisation oder Institution), entschied ich mich für eine Master im gleichnamigen Fachbereich. Darüber demnächst mehr auf diesem Kanal. Das Foto zeigt mich als typischen Motorjournalisten – in Babelsberg durfte ich auf Einladung von Jeep an einem Filmdreh mitwirken. Zum Glück wurde der Clip nie veröffentlicht...
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