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Arbeit oder Weiterbildung

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Hallo Forum,

vielleicht könnt ihr mir hilfreich sein, ich habe Folgende Situation.

Ich werde ab März arbeitslos sein. Nach fast 20 Jahren in verschiedenen Firmen hab ich irgendwie das Bedürfniss, mich weiter bzw umzuentwickeln. Ich habe nach der mittleren Reife eine Lehre zur Bürokauffrau gemacht, dann das Fachabitur nachgeholt uns seitdem immer im Büro gearbeitet. Eigentlich war es immer ok, aber halt wenig ereignissreich und oft langweilig. Meine große Leidenschaft ist das Reisen, ferne Länder und Kulturen, Sprachen und alles was damit zusammenhängt. Im Büro hab ich gerne organisiert, geplant und ich mag Menschenkontakt. Ich kann gut vermitteln und erklären, zumindenst sagen mir das viele.

Jetzt liebäugle ich mit der Tourismusbranche. Aber als Quereinsteiger hab ich bestimmt keine guten Chancen. Ich werde in zwei Jahren 40. Macht es Sinn nochmal eine Weiterbildung bzw ein Studium aufzunehmen, oder ist das vertane Zeit und Mühe. Welcher Schwerpunkt würde passen, und gibt es einen Zuschuss vom AA? Wie sehen die Aussichten aus? Immerhin hab ich noch fast 30 Jahre zu arbeiten und ich möchte auch mal was machen, was mir Spaß macht und meinen Fähigkeiten entspricht.

Danke

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Wenn Sie an eine Vollzeitweiterbildung denken, dann sollten Sie zuerst klären, ob Sie sich die leisten können. Denn wenn Sie studieren, dann entfallen alle Leistungen der Arbeitsagentur, weil Sie in dieser Zeit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen. Das ist eine Voraussetzung für die Zahlung von ALG und - damit verbunden - die Sozialersicherungsleistungen.

Zum anderen: liebäugeln Sie mal im Netz nach STellenanzeigen im Tourismusbereich. Welche Voraussetzungen werden dort gestellt, welche Mobilität braucht man, welche Erfahrungen werden für welche Jobs vorausgesetzt? Und mit welchen Inhalten beschäftigt sich jemand, der in diesem Bereich tätig ist?

Wenn Sie mit einem Studium fertig sind, dann sind Sie über die 40 hinaus. Das muss kein Drama sein, Sie sollten sich aber klar machen, dass Sie dann mit jungen Leuten Mitte 20 konkurrieren. Sie solltn also möglichst umfassend informiert sein, worauf Sie sich einlassen!

Sabine Kanzler

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Danke für die Erläuterung. Ich bin mir ja mit der Idee eines Studiums auch nicht so sicher. Momentan kreisen sehr viele Gedanken in meinem Kopf, irgendein Neuanfang steht ja mir ja bevor. Ich hatte die letzten 5 Jahre einen gutbezahlten Job mit angemessenen Rahmenbedingungen und solange die Kinder noch klein waren, war das in Ordnung.

Vielleicht sollte ich mich auf eine Weiterbildung fernab eines richtigen Studiums konzentrieren, der mir dennoch den Einstieg in die Touristik ermöglicht. Hat hier vielleicht jemand im Forum Erfahrung damit? Ist es ein Leichtes, das AA mit solchen Wünschen zu überzeugen? Oder anders gefragt, was muß man für Vorraussetzungen erfüllen, damit einem das AA so eine Weiterbildung bezahlt? Gehören das Fernstudien auch dazu?

Danke

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Ergänzung, die vielleicht auch zur Frage, welche Weiterbildung es denn sein könnte, zielführend ist:

Haben Sie Vorstellungen, was Sie konkret an einem Arbeitsplatz im Bereich "Toruistik" den ganzen Tag tun wollen?

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Ich könnte mir mehrere Schwerpunkte vorstellen:

Das klassische Reisebüro mit viel Kundenkontakt oder der Gestaltung von Reiseprospekten/-Bausteinen bzw. der Gestaltung von Reisen. Genauso aber würde mir eine Art der Reiseleitung, z.b. als Stadtführer gefallen. Interessant finde ich auch spezifische Reisen, wie z.B. Treckingreisen, Radreisen oder Camping (hab ich alles schon mitgemacht).

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Mit dem Hintergrund, dass du bereits viel Büroerfahrung und geschäftlichen Kontakt mit Kunden hattest, könnte ich mir

schon vorstellen, dass auch eine Weiterbildung im Bereich Tourismus dir den Einstieg in ein Reisebüro ermöglichen könnte.

Es gibt hier einige Anbieter, die reine Weiterbildungskurse in diesem Bereich anbieten. Wichtig wäre dann vielleicht noch,

gute Sprachkenntnisse anbieten zu können. Hast du denn schon mal neben Englisch eine weitere Sprache gelernt?

Bist du in Englisch gut?

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Nach allem, was ich weiß, fürchte ich, dass das klassische Reisebüro eher ein aussterbende Spezies ist, da viel Geschäft übers Internet geht. Aber schauen Sie mal hier

http://de.gigajob.com/job/Reiseb%C3%BCro.html

ob Sie sich da wiederfinden. Und: Es sind Jobs, in denen in erster Linie verkauft werden soll, nicht beraten. Darüber muss man sich klar sein.

Weiterhin habe ich mal bei tui geschaut - ist ja ein großer Veranstalter. Da können Sie sehen, welche Jobs es in solchen Organisationen überhaupt gibt und welche Voraussetzungen man braucht.

http://www.tui-group.com/de/jobkarriere/stellenangebote/4

Googeln Sie einfach noch ein bisschen, dann bekommen Sie ein klareres Bild.

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Mein Englisch ist ok, leider hab ich es die letzten 5 Jahre beruflich nicht gebraucht. Aber da wäre ich schnell wieder drin. Eine zweite Fremdsprache beherrsche ich nicht gut genug, aber ich habe so Urlaubskenntnisse in Italinisch, Französisch und Kroatisch. Wobei ich da noch am meisten in Italienisch verstehe und spreche. Hab mich aber ( unabhängig von meiner baldigen Arbeitslosigkeit ) für einen Italienisch-Kurs bei der VHS angemeldet. Der beginnt im März.

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Meine Erfahrung ist (ich arbeite seit langem zum Teil im Tourismus):

Man braucht im ersten Schritt Erfahrung, eher dann Ausbildung.

Ich würde mich an deiner Stelle also - wenn du wirklich im Tourismus arbeiten willst - eher nach einem Job umsehen als nach einer Weiterbildung.

Die Tourismusbüros von Städten bieten oft (kurze) Ausbildungen als Stadtführer an. Da kannst du dich ja mal erkundigen. Allerdings müssen diese oft selber finanziert werden. Angestellt wird man als Stadtführer kaum, meist arbeitet man als freier Mitarbeiter. Das bedeutet sehr unregelmässige Einkünfte.

Willst du als Reiseführerin z.B. auf Rad- oder Wanderreisen arbeiten, kannst du bei entsprechenden Anbietern anfragen, ob sie Jobs vergeben. Das machen fast alle. Mach dich jedoch auf sehr lange Arbeitszeiten, geringen Verdienst und anfangs langweilige Tätigkeiten gefasst. Oder aber du bekommst gleich etwas, wovon du eigentlich keine Ahnung hast. Zudem wirst du zu einem nicht geringen Anteil mit den Reiseaspekten zu tun haben, die den Leuten nicht gefallen (solange alles ok ist, brauchen die Leute meist den Ansprechpartner vor Ort nicht).

Möglich wäre auch ein Job auf einem Campingplatz oder in einem lokalen Tourismusbüro.

Auch im Bereich Animation oder Kinderbetreuung gibt es viele Jobs.

Generell ist es im Tourismus so, dass man "höhergestellte" Aufgaben nur dann bekommt, wenn man Erfahrung "an der Front" hat. Jobs "an der Front" gibt es viele, aber sie sind meist alles andere als ein Zuckerschlecken.

Über den graphischen bzw. den Angebotsbereich (Reisebüro - gibt es das überhaupt noch so richtig?) weis ich wenig bis nichts.

Es mag sein, dass ich etwas schwarz male. Ich habe allerdings die Erfahrung gemacht, dass oft völlig falsche Erwartungen an Jobs "im Tourismus" vorhanden sind. Ich finde die Arbeit toll, aber es ist mit Sicherheit nicht für jeden etwas.

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