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Kölner Mathe-Desaster

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Evtl. hat ja der eine oder andere etwas vom "Kölner Mathe-Desaster" mitbekommen: http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,826946,00.html ?! Hierzu wurde jetzt die Prüfung veröffentlicht: http://www.spiegel.de/media/0,4906,28519,00.pdf .

Was haltet ihr davon? Prüfung zu schwer? Professorin unfähig? Oder einfach nur faule Studenten?

Ich habe mir die Prüfung mal angesehen und würde jetzt nicht behaupten, dass sie besonders schwer finde. Allerdings bin ich auch Informatiker und kenne das erwartete Mathe-Niveau von Lehramtsstudenten nicht. Für eine Mathe-Prüfung an einer Uni halte ich sie aber für Lehramtsstudenten, die später Mathematiklehrer werden wollen, für angebracht. Lediglich die letzte Aufgabe, bei der man Minuspunkte bekommen kann, finde ich ein wenig frech. Aber gut, es gibt ja insgesamt auch nur 2 Punkte auf diese Aufgabe.

Ich kann zwar die Aussage einer Studentin "Das Fach sei von den meisten nur als Nebenfach belegt worden, jetzt werde "auf unfaire Art ausgesiebt"" nicht nachvollziehen, denn das Fach ist ein Fach mit einem entsprechendem Niveau, egal ob man es jetzt als Hauptfach oder als Nebenfach belegt, aber wenn die Aussagen über die Professorin stimmen, dann sollte diese Frau nicht mehr Lehren dürfen, bevor sie sich nicht nachweislich gebessert hat. Sowas geht ja gar nicht. Für mich also ein ganz klares Problem der Professorin, sofern die Aussagen über sie stimmen.

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Also ich würde die Aufgaben aus dem Stegreif nicht mehr hinbekommen, habe mir aber doch was extrem kompliziertes Vorgestellt... ich glaube die Lehramtsstudenten übertreiben.

Könnte mir Vorstellen, dass die "Nebenfachmathe" Leute dachten, dass es schon nicht so schwierig wird, weil es nur ein Nebenfach ist, und haben entsprechend "gelernt".

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Wie jetzt? Ist Mathe ein Nebenfach oder wollen die Studenten irgendwann Mathe unterrichten?

Ich finde die Klausur auf den ersten Blick für einen Mathestudenten nicht besonders unfair. Sicher nichts, was man mit voller Punktzahl besteht, aber etwas über 50 Prozent müssten für jemanden drin sein, der sich das Fach ja freiwillig ausgesucht hat.

In Odnung finde ich es übrigens, dass man sich gegen unpassende/vertaubte Lehrmethoden zur Wehr setzt, aber ich habe hier den Eindruck, dass der Aufstand erst gemacht wurde, nachdem die Durchfallquote bekannt war. Hätte man also bestanden, wären die Methoden der Lehrerin so hingenommen worden, aber sobald man nicht besteht, schlägt man Alarm und plötzlich war alles von Anfang an bescheuert?

Offenbar ist es den Studenten also vollkommen egal, ob sie etwas lernen - Hauptsache man bekommt den Schein. Und diese Einstellung finde ich wiederum reichlich fragwürdig für jemanden, der sich für ein Hochschulstudium entschieden jat und später sogar Mathematik unterrichten will.

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Wie jetzt? Ist Mathe ein Nebenfach oder wollen die Studenten irgendwann Mathe unterrichten?

Das kommt aus dem Artikel leider nicht hervor. Aber wenn sie später Mathematik unterrichten wollen würden, dann fände ich die Klausur für angebracht.

In Odnung finde ich es übrigens, dass man sich gegen unpassende/vertaubte Lehrmethoden zur Wehr setzt, aber ich habe hier den Eindruck, dass der Aufstand erst gemacht wurde, nachdem die Durchfallquote bekannt war. Hätte man also bestanden, wären die Methoden der Lehrerin so hingenommen worden, aber sobald man nicht besteht, schlägt man Alarm und plötzlich war alles von Anfang an bescheuert?

Offenbar ist es den Studenten also vollkommen egal, ob sie etwas lernen - Hauptsache man bekommt den Schein. Und diese Einstellung finde ich wiederum reichlich fragwürdig für jemanden, der sich für ein Hochschulstudium entschieden jat und später sogar Mathematik unterrichten will.

Richtig, dieses ewige rumgenöhle und diese Einstellung nervt mich auch ganz gewaltig. Es ist ein Studium, es hat niemand behauptet, dass es einfach wird. Wenn man "Bildungselite" werden möchte, muss man auch entsprechend etwas auf dem Kasten haben. Und ich begegne auch immer wieder der Einstellung "ich möchte mein Studium einfach nur irgendwie bestehen" anstatt "ich studiere, weil mich das Fach interessiert und weil ich mich weiterbilden möchte", was ich persönlich sehr schade finde. Wie es hier in diesem konkreten Fall abgelaufen ist, weiß man/ich jedoch nicht.

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Mir sind beim Lesen einige Dinge aufgefallen:

Offenbar handelt es sich um eine Prüfung für Grund- und Sonderschullehrer. Das sind keine Mathestudenten. Ich kenne das System, mit dem in Köln ausgebildet wird, nicht im Detail. Aber ich meine zu wissen, dass in D mehr Fachwissen in den einzelnen Fächern verlangt wird als bei uns in der Schweiz. Dafür studiert man nur einzelne Fächer, unterrichten darf man in der Grundschule dann aber trotzdem (fast) alles. Das halte ich nicht für sinnvoll.

Selbstverständlich muss der Lehrer mehr wissen als die Grundschüler, aber er muss m.E. überhaupt nichts von dem wissen, was über Abistoff hinaus geht. Wichtig ist aber, dass Hintergründe gelernt werden: Wie kann Mathe vermittelt werden? Welche Problemlösunsstrategien gibt es? Welche Lehr-/Lernmethoden gibt und gab es? Welches Denken entwickelt sich in welchem Alter? etc. Sowas wird normalerweise zusammengefasst in der Didaktik der Mathematik (und auch in den anderen Fächern). M.E. wird in Deutschland in der Grund- und Sonderschullehrerausbildung - soweit ich es mitgekriegt habt - viel zuviel Wert auf das Fächerwissen und viel zu wenig Wert auf das Hintergrundwissen und die Praxis gelegt.

- Wenn die Dozentin tatsächlich so "unterrichtet" hat, wie es geschildert wird, dann sollte sie gar nicht mehr unterrichten dürfen. Es ist jedoch klar, das sich gerade Lehramtsstudenten das nicht gefallen lassen dürfen. In diesem Sinne finde ich es beispiel haft, dass sie sich gewehrt haben.

- Was für (angehende) Lehrer auch klar ist: Wenn ein so grosser Anteil der Schüler (hier: Studenten) eine Prüfung nicht besteht - und die Schüler sind ansonsten nicht als besonders schlecht aufgefallen - dann liegt die Schuld beim Lehrer (hier: Dozentin). Eine Prüfung ist ja immer auch ein Lernzielkontrolle, für beide Seiten.

Ich hätte diese Prüfung übrigens nie lösen können, allerdings meine ich den Stoff bis "knapp davor" gelernt zu haben.

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Habe heute noch drübernachgedacht, warum Mathe auf FH Niveau so schön ist - weil nach Papula gilt "Auf einen Beweis wollen wir verzichten", lol. Denke aber, die Studenten sind auf die Art der Aufgaben hingeführt worden, schaffbar müsste diese Klausur sein.

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Dafür studiert man nur einzelne Fächer, unterrichten darf man in der Grundschule dann aber trotzdem (fast) alles.

Aber auch die einzelnen Fächer sucht man sich aus. In der Regel wird ja niemand gezwungen, Mathe zu wählen.

Selbstverständlich muss der Lehrer mehr wissen als die Grundschüler, aber er muss m.E. überhaupt nichts von dem wissen, was über Abistoff hinaus geht. Wichtig ist aber, dass Hintergründe gelernt werden: Wie kann Mathe vermittelt werden? Welche Problemlösunsstrategien gibt es? Welche Lehr-/Lernmethoden gibt und gab es? Welches Denken entwickelt sich in welchem Alter? etc. Sowas wird normalerweise zusammengefasst in der Didaktik der Mathematik (und auch in den anderen Fächern)

Ich gehe stark davon aus, dass die Fachdidaktiken auch in Köln Bestandteil des Studiums sind und natürlich ist das wichtig. Mathe ist aber eben auch mehr als das, was man bis zum Abi macht und zum tieferen mathematischen Verständnis reicht es eben nicht unbedingt aus, ein paar Ableitungen und die Strahlensätze zu kennen, sondern ich halte es durchaus für sinnvoll, einem Studenten, der sich für Mathematik entschieden hat, ein wenig höhere Mathematik zu vermitteln.

Wir sprechen hier schließlich über eine Einführungsveranstaltung von vielleicht 2-3 SWS.

- Wenn die Dozentin tatsächlich so "unterrichtet" hat, wie es geschildert wird, dann sollte sie gar nicht mehr unterrichten dürfen. Es ist jedoch klar, das sich gerade Lehramtsstudenten das nicht gefallen lassen dürfen. In diesem Sinne finde ich es beispiel haft, dass sie sich gewehrt haben.

Das ist natürlich von meiner Seite aus spekulativ, aber ich wette beinahe, dass sich kein einziger beschwert hätte, wenn nur die Klausur leicht und von jedem bestanden worden wäre. Warum? Weil es die meisten nicht die Bohne interessiert, ob sie wirklich etwas verstehen, sondern weil sie ihre Scheine schaffen wollen. Ich habe Achtung von jedem, der den Mund aufmacht, weil er den Anspruch hat, tieferes Verstänsnis für den Stoff zu entwickeln, der Dozent aber leider eine totale Niete ist. Im Nachhinein aber rumnölen, dass das Seminar ja schon doof gewesen und der Stoff ohnehin nicht relevant sei und deshalb eine neue, einfachere Klausur schreiben zu wollen, das finde ich einfach unangebracht.

In diesem Zusammenhang kann ich übrigens auch den Frust vieler Lehrkräfte verstehen. Ob das nun auf diese Dame zutrifft, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich habe es oft genug erlebt, dass manche Studis beispielsweise nur in jeder dritten Vorlesung anwesend sind, dann aber erwarten, dass man ihnen alles auf dem Silbertablett serviert und am besten die Inhalte der Klausur schon vorher nennt.

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Ich gehe stark davon aus, dass die Fachdidaktiken auch in Köln Bestandteil des Studiums sind und natürlich ist das wichtig. Mathe ist aber eben auch mehr als das, was man bis zum Abi macht und zum tieferen mathematischen Verständnis reicht es eben nicht unbedingt aus, ein paar Ableitungen und die Strahlensätze zu kennen, sondern ich halte es durchaus für sinnvoll, einem Studenten, der sich für Mathematik entschieden hat, ein wenig höhere Mathematik zu vermitteln.

Mathe ist immer "mehr als das". Mathe ist auch mehr als ein Bachelormathestudium. Die Frage ist: Was ist notwendig, um seinen Beruf gut ausführen zu können?

Meine Erfahrung ist, dass die Grundschullehrer zwar "ein wenig höhere Mathematik" können, aber die Fachdidaktik und vor allem die Methodik und die Praxis extrem zu kurz kommen. Die höhere Mathematik verhilft ihnen nicht zu Einsichten und Kompetenzen, die ihnen oder den Schülern von Nutzen wären. Ein Grundschullehrer muss breites, aber weniger tiefes Wissen haben. Das hat nichts mit oberflächlich zu tun!

Die Breite ist m.E. bei der Fächerauswahl nicht gegeben und die Tiefe dort, wo sie nötig wäre (Methodik, praktische Ausbildung) auch nicht.

Dass es faule Studenten gibt, ist klar, die gibt es überall. Allerdings kommt "Faulheit" manchmal auch von schlechtem Unterricht (es gibt genügend Dozenten, die sich ein äusserst leichtes Leben machen) und dem Gefühl, dass das, was man da lernen soll, nichts mit dem eigenen Studium zu tun hat.

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Ich sehe das anders. Es geht hier nicht um eine Grundsatzdiskussion über Sinn und Unsinn der Inhalte eines Lehramtsstudiums, sondern ganz konkret um eine Veranstaltung mit einem verhältnismäßig geringen Umfang an Semesterwochenstunden. Sicherlich kann man darüber streiten, wie sehr in die Tiefe nun die einzelnen Fachveranstaltungen gehen müssen, aber das kann nicht dazu führen, dass man das nun plötzlich als Begründung heranzieht, in einer derzeitigen Pflichtveranstaltung (mag man sie noch so sinnlos finden oder eben auch nicht) einfachere Klausuren zu schreiben, die ein bestimmter Prozentsatz von Studenten zu bestehen hat.

Und Faulheit auf den Dozenten zu schieben, sollte mit Anfang 20 doch dann langsam mal überstanden sein. Ich hatte während meiner Studizeit jede Menge Veranstaltungen, deren Sinn ich heute noch anzweifle. Entweder beiße ich mich da durch, weil es eben zum Studium dazugehört oder ich engagiere mich an der Uni, solche Strukturen langfristig zu verändern. Aber erst dann ein Fass aufzumachen, wenn ich durch eine Klausur falle, lässt mich stark an einer besonders ehrenhaften Motivation zweifeln. Wie gesagt: wie viele hätten den Zirkus denn veranstaltet, wenn sie bestanden hätten? Ich vermute stark, es hätte sich niemand beschwert, dass der Didaktikteil zu gering oder dieses Seminar so sinnlos sei, sondern alle hätten zufrieden grinsend ihren Schein eingesteckt und den Mund gehalten.

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Und Faulheit auf den Dozenten zu schieben, sollte mit Anfang 20 doch dann langsam mal überstanden sein. Ich hatte während meiner Studizeit jede Menge Veranstaltungen, deren Sinn ich heute noch anzweifle. Entweder beiße ich mich da durch, weil es eben zum Studium dazugehört oder ich engagiere mich an der Uni, solche Strukturen langfristig zu verändern. Aber erst dann ein Fass aufzumachen, wenn ich durch eine Klausur falle, lässt mich stark an einer besonders ehrenhaften Motivation zweifeln. Wie gesagt: wie viele hätten den Zirkus denn veranstaltet, wenn sie bestanden hätten? Ich vermute stark, es hätte sich niemand beschwert, dass der Didaktikteil zu gering oder dieses Seminar so sinnlos sei, sondern alle hätten zufrieden grinsend ihren Schein eingesteckt und den Mund gehalten.

Sehe ich absolut genauso.

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