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Markus Jung

Interview mit dem ILS zum Fernabitur

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Frau Dr. Bettina Srocke, Mitarbeiterin des ILS Institut für Lernsysteme, hat mir in einem Interview, dass ich im April 2012 per Mail geführt habe, einige immer wieder auftretende Fragen zum Fernabitur beantwortet.

 

Fernlehrgänge zur Vorbereitung auf Abiturprüfungen werden ausschließlich von Fernschulen der Klett-Gruppe angeboten. Ist dabei überall das Gleiche drin und nur ein anderer Name drauf, oder sollten Interessenten die einzelnen Angebote doch miteinander vergleichen?

 

Unabhängig davon, dass jedes Unternehmen der Klett-Gruppe individuell verschiedene Schwerpunkte, beispielsweise bei der Teilnehmerbetreuung, setzt, unterscheiden sich die Fernkurse auch inhaltlich erheblich. Die Hamburger Fernschulen bereiten explizit auf die Abiturprüfung in Hamburg vor, andere Fernschulen kooperieren mit den Behörden in ihrem jeweiligen Bundesland. Dementsprechend unterschiedlich sind die Lerninhalte. Ein Vergleich der Angebote ist daher empfehlenswert.

 

Es gibt viele verschiedene Konstellationen bei den Einstiegsformen, aber auch bei der Zusammenstellung der Fächer. Sicherlich ergeben sich hier im Laufe der Zeit auch immer wieder Veränderungen. Welche Unterstützung bietet das ILS den Teilnehmern, die sich von dieser Komplexität leicht erschlagen fühlen?

 

Auf unserer Homepage und in unserem Studienhandbuch wird alles ausführlich dargestellt. Darüber hinaus kann sich jeder Interessent telefonisch über den richtigen Einstieg beraten lassen, wenn er sich nicht sicher ist – unsere Kollegen in der betreffenden Abteilung können alle Fragen detailliert beantworten. Außerdem findet jeder künftige Abiturient in seinem ersten Heft ein Heft mit „Lehrgangsinformationen“, in dem jederzeit alles noch einmal nachzulesen ist.

Ein Teilnehmer kann darüber hinaus jederzeit seinen persönlichen Studienbetreuer kontaktieren, wenn während des Lehrgangs Fragen auftreten.

Veränderungen, die sich im Laufe der Lehrgangszeit ergeben, machen wir in unserem Online-Studienzentrum bekannt.

 

Macht es eigentlich einen Unterschied, ob jemand schon lange aus dem Schulbetrieb heraus ist, oder gerade erst seinen ersten Schulabschluss hinter sich hat?

 

Klar, wenn man erst vor kurzer Zeit die Schule verlassen hat, sind noch mehr Lerninhalte präsent als bei einer Person, die vor zehn oder mehr Jahren ihren Schulabschluss erworben hat. Das aber ist gar nicht so entscheidend. Unserer Erfahrung nach ist von größerer Bedeutung die Lernerfahrung, die ein Teilnehmer hat: Wer nach seinem Schulabschluss immer in irgendeiner Form gelernt hat, wird auch zehn oder mehr Jahre später leichter in den Fernlehrgang hineinfinden als jemand, dessen Schulzeit erst wenige Jahre zurückliegt, der aber seitdem kaum mit Lernen in Berührung kam.

Nach wenigen Monaten des Lernens im Fernunterricht stellt sich bei allen eine gewisse Routine ein, die das Lernen selbstverständlich werden lässt.

 

Wie intensiv erfolgt die fachliche Unterstützung durch die Tutoren? Können die Teilnehmer alle offenen Fragen mit ihrem Fernlehrer klären, auch wenn dies vielleicht mehrere am Tag sind? Was können die Teilnehmer von der Korrektur der Einsendeaufgaben erwarten?

 

Die Anzahl der Fragen, die unsere Teilnehmer an ihre Fernlehrer stellen können, ist nicht begrenzt. Fragen können schriftlich über unser Online-Studienzentrum gestellt werden, eine Antwort per Mail erfolgt häufig noch am gleichen, spätestens aber am nächsten Tag. Man kann aber auch eine Mailbox anrufen und um einen Rückruf bitten. Innerhalb von ein bis zwei Tagen meldet sich dann der Fernlehrer, und alle offenen Fragen können im Gespräch geklärt werden.

Die Korrektur der Einsendeaufgaben soll eine Rückmeldung geben, wie gut der Lernstoff verstanden wurde. Dabei geht es nicht allein darum, eine richtige Lösung zu geben, sondern die Fernlehrer geben auch Anregungen, wo etwas zu verbessern ist. Eine solche Korrektur geht davon aus, dass sich ein Teilnehmer noch einmal intensiv mit seiner Arbeit auseinandersetzt, wenn er sie vom Fernlehrer zurückerhält.

 

Warum ist es für die Teilnehmer verpflichtend, vor der Zulassung zur Externenprüfung erst die interne Abschlussprüfung des ILS zu bestehen?

 

Die Externenprüfung vor der Hamburger Schulbehörde darf in der Regel nur ablegen, wer in Hamburg mit seinem ersten Wohnsitz gemeldet ist – das ist so in der Prüfungsordnung festgelegt. Die Schulbehörde verlangt das Bestehen der internen Abschlussprüfung, um von dieser Wohnortklausel abzusehen und einen Nicht-Hamburger trotzdem zur Prüfung zuzulassen.

 

Sind nach ihren Auswertungen die Noten der Vorprüfungen ein verlässliches Indiz für die Ergebnisse in den staatlichen Prüfungen?

 

Ja, die Ergebnisse in unseren Probeklausuren haben einen guten Vorhersagewert. Wer unsere Probeklausuren sicher besteht, schafft in aller Regel auch gut das Abitur. Diejenigen, die in der staatlichen Prüfung wenig gut abschneiden, haben in aller Regel auch die Vorprüfungen nur unter Schwierigkeiten bestanden.

 

Sie bereiten gezielt auf die Nichtschüler-Prüfungen in Hamburg vor. Was empfehlen Sie Teilnehmern, die gerne an ihrem Heimatort die Abiturprüfungen ablegen möchten?

 

Wer an seinem Heimatort zur Prüfung gehen möchte, sollte sich sehr frühzeitig mit der zuständigen Schulbehörde in Verbindung setzen und ausführliche Auskünfte einholen, sowohl über die inhaltlichen Anforderungen als auch über Meldetermine, Prüfungsschule etc. – am besten schon etwa ein Jahr vor der geplanten Prüfung.

Da die Bedingungen in den 15 anderen Bundesländern alle stark voneinander abweichen, kann ich hier nur diese allgemeine Empfehlung geben. Auf alle Fälle erfordert eine Prüfung im eigenen Bundesland ein hohes Maß an Eigeninitiative.

 

Es gibt immer wieder Interessenten für „Fernabitur“-Lehrgänge, die nach dem Abitur sehr ambitionierte Studienziele wie Medizin, Jura oder Psychologie anstreben, für die ein sehr guter Abiturschnitt notwendig ist. Wie realistisch ist es, solch ein hohes Ziel zu erreichen? - Welche durchschnittliche Note erreichen die vom ILS vorbereiteten Teilnehmer als Abiturnote?

 

Wer ein hohes Ziel hat und hart dafür arbeitet, schafft auch im Fernunterricht einen sehr guten Notenschnitt. Genau wie in der Schule auch bedeutet das aber überdurchschnittlich viel Lernarbeit.

Die Noten unserer Fernschüler decken die gesamte Bandbreite ab und entsprechen in ihrer Verteilung dem Erwartungswert.

 

Ferner gibt es immer wieder Anfragen, ob der Kurs nicht auch deutlich schneller absolviert werden kann, als es vorgesehen ist. Wie schnell geht es im Optimalfall? - Und wie häufig kommt es vor, dass es jemand wirklich in dieser kurzen Zeit schafft?

 

Selbstverständlich kann man den Kurs auch schneller absolvieren. Die Erfolgsaussichten hängen von ganz vielen Faktoren ab.

Umgekehrt ist die Kurszeit nicht beliebig zu verkürzen. Sie werden nachvollziehen können, dass es beispielsweise wenig realistisch ist, den gesamten Oberstufenlernstoff, der an Schulen in zwei Jahren erarbeitet wird, in nur 4 oder 5 Monaten zu lernen (auch wenn manch ein Teilnehmer noch so gute Vorsätze hat und hoch motiviert ist).

Es gibt nur wenige Erwachsene, die den Kurs in Rekordzeit absolvieren – aber es gibt sie! Diese lernen dann in der Regel „Vollzeit“.

 

Verraten Sie uns noch einige statistische Angaben? Wie viele Teilnehmer melden sich pro Jahr an? Wie viele nehmen davon an den internen Prüfungen teil? Wie viele absolvieren davon die Externenprüfung?

 

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir firmeninterne Daten nicht veröffentlichen.

Ich kann Ihnen jedoch sagen, dass etwa 60 bis 70 Prozent der Teilnehmer an den Vorprüfungen sich auch hinterher zu den staatlichen Prüfungen anmelden.

 

Vielen Dank für Ihre Informationen.

Bearbeitet von Markus Jung
Links korrigiert.

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Das hier ist mein "Lieblingssatz":

Zitat: Unabhängig davon, dass jedes Unternehmen der Klett-Gruppe individuell verschiedene Schwerpunkte, beispielsweise bei der Teilnehmerbetreuung, setzt, unterscheiden sich die Fernkurse auch inhaltlich erheblich. Zitatende.

Die ILS hat sich gerade in der Teilnehmerbetreuung wirklich negativ hervorgetan. Von wegen: Fernlehrer melden sich oft noch am selben Tag, spätestens aber am nächsten. - Das funktioniert definitiv nicht, und gerade die Fernlehrer sind oftmals nicht auf die Fragen direkt eingegangen, sondern haben Allgemeinplätze von sich gegeben.

Die allgemeine Mitgliederbetreuung der ILS beschränkte sich in meinem Fall auf das absolut Nötige. Als alle meine Zahlungen erfolgt sind, bekam ich nur noch patzige Antworten.

Die SGD jedenfalls setzt also tatsächlich andere Schwerpunkte - jedenfalls bisher :)

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Von wegen: Fernlehrer melden sich oft noch am selben Tag, spätestens aber am nächsten. - Das funktioniert definitiv nicht

Hattest Du das an das ILS zurückgemeldet? Welche Reaktion hast Du ggf. erhalten?

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naja, bei Klett geht es schon (dass die Lehrer sich noch am gleichen Tag melden), und die unterscheiden sich z.Bsp. was die Kündigungsfrist betrifft, und ich glaube, die Monate sind etwas kürzer. Aber der Stoff...äh die Hefte sind aber die gleichen, zumindest die Anfanghefte. Ach ja, aber ILS und Klett (Fernakademie meine ich) haben unterschiedliche Atlanten...:-)

Allerdings sind die Bearbeitungshinweise manchmal nicht grad prickelnd, z.bsp. wenn nur ein Lösungsblatt beiliegt oder so. Manche Lehrer schreiben auch nie etwas dazu, aber manche sind sehr nett und schreiben viel. Hihi und der Spanischlehrer, der schreibt immer ganz viel. Leider auf spanisch, aber ich kann es zum Glück noch verstehen (weiß er vielleicht).

Ich finde das Interview aber ziemlich naja, wischiwaschi irgendwie. Da steht nicht wirklich was drin.

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@ Markus

Ich habe es einige Male erwähnt, und im ILS-Forum ist das auch groß und breit diskutiert worden. Die Krönung war einmal eine Antwort meines Mathematik-Fernlehrers, der nach zwei (!) Wochen geantwortet hat - mit einer Komplett-Lösung der EA. Kein Kommentar. Keine konkrete Antwort auf meine Frage.

Ab da habe ich nie wieder gefragt. Viele andere auch nicht.

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Sehr viele Hefte sind IDENTISCH. Selbst nach Jahren.

Ein Bekannter von mir hat vor etwa 10 Jahren beim ILS den Fernlehrgang Abi gemacht. Ne Bekannte hat vor 2 Monaten angefangen.

Wir haben Hefte verglichen.

Die sind teilweise absolut inhaltsgleich - die gleichen Fragen, die gleichen Hausaufgaben.

Selbst nach den 10 Jahren hat sich an vielen Heften absolut nichts geändert.

Von wegen "individuelle Schwerpunktsetzung".

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Beide ILS, oder verschiedene Anbieter aus der Klett-Gruppe?

Und von welchen Fächern habt ihr Hefte verglichen? Zum Beispiel in der Mathematik hat sich ja in den letzten zehn Jahren nicht so viel getan, so dass die gleichen Inhalte durchaus noch Gültigkeit haben können.

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Aso ... ja, vergessen zu schreiben.

Er ILS, sie Hamburger Fernakademie.

Wie gesagt. 10 Jahre später.

Etliche WORTGLEICHE, absolut identische Hefte.

Die selben Übungsaufgaben, die selben Einsendeaufgaben.

Wo da die Individualität liegen soll, ist mir schleierhaft.

Das Interview war absolut inhaltslos - leeres Palaver.

Das Interview ist sicher ne gut gemeinte Sache - aber es fehlen jegliche kritische Fragen.

Zum Beispiel sagt die gute Frau, dass 60 bis 70 % derer, die die VORPRÜFUNGEN machen zum Abi antreten.

Frag sie doch mal, wieviel Prozent derer, die mit dem Lehrgang Abi ANFANGEN (d.h. die ersten Raten zahlen) es auch bis zum Abschluss bringen.

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Das Interview ist sicher ne gut gemeinte Sache - aber es fehlen jegliche kritische Fragen.

Das Problem sind meiner Meinung nach eher die Antworten als die Fragen. Wenn ein Anbieter nichts von sich preis geben möchte bzw. nur die Zahlen, die "passen", kann ich da auch nichts tun.

Frag sie doch mal, wieviel Prozent derer, die mit dem Lehrgang Abi ANFANGEN (d.h. die ersten Raten zahlen) es auch bis zum Abschluss bringen.

Hatte ich - allerdings habe ich keine Antwort erhalten. Zitat:

Verraten Sie uns noch einige statistische Angaben? Wie viele Teilnehmer melden sich pro Jahr an? Wie viele nehmen davon an den internen Prüfungen teil? Wie viele absolvieren davon die Externenprüfung?

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir firmeninterne Daten nicht veröffentlichen.

Was den Vergleich der Hefte angeht: Niemand hat ja behauptet, dass sich alle Inhalte unterscheiden. Und, wie schon gesagt, ist ja in der Mathematik in den letzten zehn Jahren auch nicht so viel passiert, als dass die Hefte nun veraltet sein müssten.

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Was den Vergleich der Hefte angeht: Niemand hat ja behauptet, dass sich alle Inhalte unterscheiden. Und, wie schon gesagt, ist ja in der Mathematik in den letzten zehn Jahren auch nicht so viel passiert, als dass die Hefte nun veraltet sein müssten.

Irritiert hat mich weniger, dass die Einheiten oft noch in DM gewesen sind; das hätte ich gerne hingenommen. Aber didaktisch sind die Mathematikhefte wirklich schlimm aufgebaut gewesen. Nicht umsonst hat das ILS die Oberstufenhefte inzwischen komplett ausgetauscht. Die Proteste sollen nicht unerheblich gewesen sein. Immerhin: Sie haben inzwischen also reagiert.

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