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Informatik - Wie mit Erfolg lernen? Wie lange in Teilzeit? Work-Life-Balance?


ManuelL

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Hallo,

ich habe vor ein nebenberufliches Teilzeit Informatik-Studium an der Fernuni Hagen zum WS 2012/2013 zu beginnen (also Einschreibung bis 15 Juli 2012). Kurz zu meiner Person:

Ich bin 27 Jahre und arbeite im öffentlichen Dienst im IT-Support. Ich habe Fachabitur und mittlerweile 3,5 Jahre Berufserfahrung im IT-Support. Studienberechtigt bin ich über meine erste Ausbildung (staatl. gepr. Assistent für Informationsverarbeitung) + Berufserfahrung. Ich würde sagen, dass ich zu den Leuten gehöre, die den Matheaufbaukurs mitnehmen sollten ;)

Generell ist das ja ein sehr sehr schwieriges Studium das man ja nicht gerade auf einer Backe abreißt und daher mache ich mir jetzt schon Sorgen um die zukünftigen Lernerfolge. Ich bin zwar nicht auf den Kopf gefallen, aber auch weit entfernt davon ein "Naurtalent" zu sein. Da ich mir vorstellen kann, dass man im Informatikstudium ganz anders lernt als beispielsweise im Psychologiestudium würde ich gerne wissen:

... wie man am besten/ergiebigsten/effizientesten dafür lernt und vorallem

... wie lange in Wirklichkeit ein nebenberufliches Teilzeitstudium dauert wenn man nebenbei noch sowas wie ein Leben hat (Familie, Freundin, Freunde, Hobbies), denn zu stark einschränken kann und will ich mich da nicht. (Was bringt mir das tolle Studium wenn dadurch die Partnerschaft in die Brüche geht).

Vielleicht kann da ja mal jemand aus den "Nähkästchen" plaudern. Bin für Anregungen und vorallem Beispiele sehr dankbar :)

Beste Grüße, Manuel

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Vielleicht kann da ja mal jemand aus den "Nähkästchen" plaudern.

Dann plaudere ich mal aus dem Nähkästchen:

24, Ausbildung zum FI/AE und seit Mitte 2007 Vollzeit Berufserfahrung als Softwareentwickler, von 2008 bis 2010 nebenberuflicher Erwerb der Fachhochschulreife, seit 2010 Informatikstudium in Hagen, Fernbeziehung und natürlich will ich auch was vom Leben haben ;).

Ich würde sagen, dass ich zu den Leuten gehöre, die den Matheaufbaukurs mitnehmen sollten ;)

Mathe war schon anspruchsvoll, aber auch sehr interessant. Ich habe den Aufbaukurs nicht besucht. Lag aber auch daran, dass ich mich sehr spontan für das Studium entschieden habe (am letzten Tag der verlängerten Rückmeldefrist) und gleich u. a. mit Mathe angefangen habe. Außerdem lief zu dem Zeitpunkt noch meine Fachhochschulreife und meine letzten Mathestunden waren somit noch nicht ganz so lange her.

Da ich mir vorstellen kann, dass man im Informatikstudium ganz anders lernt als beispielsweise im Psychologiestudium

Ich habe jetzt zwar nicht Psychologie studiert, vermute dort den "Auswendiglernanteil" aber sehr hoch. Für die Informatik-Fächer habe ich bis jetzt (gute Halbzeit) evtl. mal 2, 3 Definitionen auswendig gelernt. Der Rest war verstehen, erklären können und zu einem gewissen Teil auch anwenden können. Man kommt bestimmt auch mit auswendig lernen voran, vermutlich aber nicht so erfolgreich und ob das was für die spätere berufliche Praxis bringt, sei auch mal dahingestellt.

... wie man am besten/ergiebigsten/effizientesten dafür lernt

Kommt auf deinen Typ an. Ich lese bspw. die Kurstexte erst einmal und versuche dabei so viel wie möglich zu verstehen (nicht unbedingt zu behalten). Dabei bearbeite ich alle Übungsaufgaben und Einsendeaufgaben. Anschließend lese ich den Kurstext noch einmal und fasse ihn dabei zusammen. Dann gehts an die Prüfungsvorbereitung durch lernen der Zusammenfassungen und durcharbeiten von alten Einsendeaufgaben/Übungen/Klausuren/... Bin bis jetzt damit ganz gut gefahren und habe auch noch relativ viel von dem Stoff (auch aus dem ersten Semester) im Gedächtnis.

... wie lange in Wirklichkeit ein nebenberufliches Teilzeitstudium dauert wenn man nebenbei noch sowas wie ein Leben hat (Familie, Freundin, Freunde, Hobbies), denn zu stark einschränken kann und will ich mich da nicht.

Kommt darauf an was deine Ziele sind (schnell vs gute Noten), wie schnell du lernst, wie effektiv du deine Lernzeiten organisieren kannst und wie viel Zeit du für Familie, Freundin, Freunde und Hobbies investieren möchtest. Wenn du jeden Abend mit Kumpels in der Kneipe hockst, am Wochenende tagsüber bei deiner Familie bist und auch mal Zeit für deine Freundin haben willst, wirst du natürlich länger brauchen, als wenn du bspw. deine Beziehung aufs WE reduzierst und dort auch größtenteils nur was mit deinen Freunden unternimmst. Ich werde, wenn alles gut geht, nach 4 Jahren (also jetzt noch 2) fertig sein, wobei ich mir die zwei Praktika anrechnen lassen konnte. Ohne diese Anrechnung würden es dann wohl 4,5 Jahre werden. Bei mir ist es so, dass ich unter der Woche eigentlich nichts mache außer Arbeiten und lernen (und Abends mal eine Stunde oder so entspannen bzw. Sport machen) und dafür die meisten Wochenenden ab Freitag Abend komplett frei habe. Insgesamt investiere ich wohl so 15-25 Stunden pro Woche in mein Studium.

(Was bringt mir das tolle Studium wenn dadurch die Partnerschaft in die Brüche geht).

Wenn deine Partnerin auch was ohne dich unternehmen kann, selbst Hobbies hat und dich unterstützt, sollte das kein Problem sein. Ich bin mit meiner Freundin jetzt gute 4 Jahre zusammen. Am Anfang ohne nebenberufliche Belastung und keine Fernbeziehung, dann mit nebenberuflicher Belastung und seit 2,5 Jahren mit nebenberuflicher Belastung und Fernbeziehung. Hat alles wunderbar geklappt ;) .

Viel Erfolg!

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Hallo,

Generell ist das ja ein sehr sehr schwieriges Studium das man ja nicht gerade auf einer Backe abreißt und daher mache ich mir jetzt schon Sorgen um die zukünftigen Lernerfolge. Ich bin zwar nicht auf den Kopf gefallen, aber auch weit entfernt davon ein "Naurtalent" zu sein. Da ich mir vorstellen kann, dass man im Informatikstudium ganz anders lernt als beispielsweise im Psychologiestudium würde ich gerne wissen:

Ich hätte gesagt, dass die Art zu Lernen eher typ- als fachabhängig ist. Ich bspw. habe eine bestimmte Art Dinge zu lernen und die ist nicht anders wenn ich mich mit Segeln/Angeln als Hobby von mir oder mit fachspezifischen Themen aus dem FRW beschäftige.

... wie man am besten/ergiebigsten/effizientesten dafür lernt und vorallem

Das wirst Du für Dich herausfinden müssen. Wahrscheinlich wirst du aber etwas anders lernen müssen als früher, weil es schlicht mehr und komplexerer Stoff in weniger Zeit sein wird. Manchen reicht simples, mehrfaches Lesen, andere müssen aufschreiben, andere lernen mit Karten oder durch ständige Wiederholung von Beispielaufgaben.... Das kann man leider nicht verallgemeinern.

... wie lange in Wirklichkeit ein nebenberufliches Teilzeitstudium dauert wenn man nebenbei noch sowas wie ein Leben hat (Familie, Freundin, Freunde, Hobbies), denn zu stark einschränken kann und will ich mich da nicht. (Was bringt mir das tolle Studium wenn dadurch die Partnerschaft in die Brüche geht).

Wie sagt unser Prof damals in der ersten Vorlesung des Studiums (sinngemäß): Gucken Sie Sich um. Aus Erfahrung wird jeder zweite von ihnen der heute in einer Beziehung steht zum Ende des Studiums mit einem anderen Partner oder ohne darstehen. Sollte die Partnerschaft halten, heiraten sie diesen Partner, sie werden keinen besseren mehr finden.

Ein berufsbegleitendes Studium, egal ob Fern oder Teilzeitpräsenz, ist eine Wahnsinnsbelastung für eine Partnerschaft und auch für den Bekanntenkreis. Einschränkungen in die Freizeit müssen in Kauf genommen werden. Manche Partnerschaften halten es aus, nicht wenige nicht, insbesondere dann, wenn der Partner eben nicht in eine ähnliche Weiterbildung eingebunden ist. Da ist so ein wenig die Frage, was einem wichtiger ist aber auch ob man mit jemanden zusammen sein möchte, der bei solchen zeitlich absehbaren Widrigkeiten schon flüchtet. Wichtig ist, dass sich zu Beginn beide versuchen darüber klar zu werden, was auf sie zukommt und was es bedeuten kann Wochenenden und -abende auf den Partner zu verzichten. Aber auch der Freundeskreis wird sich deutlich ändern. Das ist einfach so.

Sicherlich kann man ein Teilzeitstudium verlängern um diese Situation zu entspannen. Wie gut das möglich ist, manchmal, bei Semestergebühren ist es ja auch eine Frage des Geldes, eine andere Frage. Aus Erfahrung kann ich aber dazu nicht raten deutlich über die anvisierte Regelstudienzeit hinaus zu gehen, denn die in der Regel 6-9 Semester (ja nach Anbieter) schlauchen gnadenlos. Nach so 9/10 Semestern ist dann meist Schluß, wenn man dann noch weitere zwei, drei vor sich hat. Das Risiko, dass die Partnerschaft diese Dauerbelastung nicht erträgt ist hoch. Du musst immer bedenken: Die Leute stellen sich auf die Belastung von Beginn an ein. Da, verlängerst Du von Beginn an, die Partnerschaft eben "nur" 80% der Belastung gewohnt ist, die es eigentlich wäre, wird jedes zusätzliche Semester an den Nerven knappsen, als ob Du 100% machst. In dem Moment ist es psychologis sinnvoller, mit 100% zu beginnen und später, wenn man merkt das es nicht geht, auf 80% runterzuschrauben. Nur dann wird man die Entlastung auch merken und positiv bewerten.

Soviel zu meinem Nähkästchen.

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Hi Manuel,

ich mache in Hagen B.Sc. Informatik mit Nebenfach Mathe und würde dir den Rat geben, es schlicht zu versuchen.

Es ist verständlich, dass man am Anfang ein paar Aussagen zu Zeitaufwand, Schwierigkeit, pipapo haben möchte, aber letztlich wirst du von sämtlichen Beispielen nicht auf dich schließen können, zumal hier tendentiell eher Leute antworten werden, bei denen es einigermaßen funktioniert (hat).

Den ersten Mathekurs haben im letzten Semester wenn ich mich recht entsinne rund 2.000 Studenten angefangen. Davon gingen weit unter 500 in die Klausur (eine genaue Zahl möchte ich nicht nennen, da ich mich nicht mehr erinnere). Davon wiederrum ist die Hälfte durchgefallen.

Die Abbrecherquote ist hoch und als Erstsemestler neigt man dazu, das zu unterschätzen. Ich selbst kenne drei Leute aus dem persönlichen Umfeld, die in Hagen nach mir angefangen haben und den Aufwand völlig unterschätzten. Das waren dann so Kandidaten, die Vollzeitbelegung neben 45-Stunden-Job anstrebten. Mittlerweile haben zwei davon aufgehört und einer ist auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden.

Daher hier vier Tipps:

- Probiers einfach

- Rechne mit viel Arbeit und versuche frustrationstolerant zu bleiben.

- Rechne mit viel Theorie. Hagen ist eine Uni. Und selbst tendentiell "praktische" Kurse wie Technische Informatik sind eher formal und mathematisch gehalten. Das ist nicht unschaffbar, ABER man muss es wollen. Überleg dir also, ob du Lust auf Theorie hast. Bedenke insbesondere, dass der Matheblock kein Studienabschnitt ist, den man nach zwei, drei Semestern hinter sich hat. Viele spätere Kurse werden dich wieder mathematisch fordern.

- Halte dich zu Beginn an die vorgeschlagenen Studienpläne. Wenn du echt der Überflieger bist und mehr reißen kannst, so kannst du das auch in den Folgesemestern noch tun.

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Hallo Manuel,

die Antwort von mbue ist sehr zutreffend.

Auch ich studiere in Teilzeit in Hagen Informatik und ich würde auch empfehlen es einfach zu versuchen!

Vorteil in Hagen: die Kosten sind gering und man kann recht flexibel studieren.

Angefangen habe ich bereits zum Wintersemester 2004 und habe es zunächst als Möglichkeit der Weiterbildung gesehen, sprich erst einmal Scheine sammeln und schauen was kommt. Irgendwann ist dann der Punkt gekommen wo man auch nicht mehr aufhören will, weil man es schon so weit gebracht hat.

Als größte Hürde empfinde ich persönlich den Kurs Theoretische Informatik A + B, ich persönlich hätte diesen Kurs nie ohne Betreuung / Studientage / Kompakttage bestehen können.

Mittlerweile fehlen mir (nur) noch 4 mündliche Prüfungen. Aber mich hat auch ohne Abschluss das Studium sehr voran gebracht.

Man hat die Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und sich, wie schon gesagt, einfach nur weiterzubilden. Ein Zwischenzeugnis der bisher erbrachten Leistungen kam bei Bewerbungen auch gut an.

Also melde dich einfach an, zu verlieren hast du nichts.

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