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Pike123

MBA oder Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen

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Hallo,

da in meinem Verfahrenstechnik-Studium BWL nur sehr oberflächlich, und Marketing überhaupt nicht behandelt wurde, möchte ich meine Kenntnisse durch ein berufsbegleitendes Fernstudium aufbessern. Es geht mir dabei nicht nur um die Studieninhalte an sich, sondern auch um bessere Jobaussichten, d.h. das Studium sollte sich gut verkaufen lassen.

Das Studium soll für eine verantwortungsvolle Position wie z.B. Bereichs-/Abteilungsleiter qualifizieren, die ich aber aufgrund Familienplanung erst in 10-15 Jahren anstrebe.

Ich stehe vor folgender Entscheidung:

Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen …

Reine BWL ist mir zu trocken und langwierig. Durch Anrechnen der technischen Fächer und des Praxissemesters wäre das Studium in 4 Semestern machbar.

… oder MBA

Hierzu hätte ich einige Fragen:

1.) wieso ist ein Bachelor Fernstudium relativ teuer (8-12t€ im Vgl. zu ~4t€ Präsenzstudium), ein MBA aber vergleichsweise günstig (10-15t€ im Vgl. zu ~30t€ Präsenzstudium)? Ist ein MBA Fernstudium so viel schlechter angesehen als ein MBA Präsenzstudium?

2.) wie angesehen ist ein MBA ohne Auslandsaufenthalt?

3.) ist ein MBA im Allgemeinen vom Niveau her höher oder gleichwertig zum Bachelor?

4.) sind die Präsenzphasen in einem Fernstudium dringend zu empfehlen oder guten Gewissens vernachlässigbar? Sie lassen sich mit meinem derzeitigen Job kaum vereinbaren.

5.) wirkt es für einen Personalverantwortlichen „lächerlich“, wenn jemand nach dem Zweitstudium noch gut 10 Jahre im gleichen/vergleichbaren Job bleibt, und sich dann um eine höhere Stelle bewirbt? Wird ggf. ein „frischer“ Bachelor oder MBA bevorzugt?

Danke + Gruß

Michael

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Hallo,

da in meinem Verfahrenstechnik-Studium BWL nur sehr oberflächlich, und Marketing überhaupt nicht behandelt wurde, möchte ich meine Kenntnisse durch ein berufsbegleitendes Fernstudium aufbessern. Es geht mir dabei nicht nur um die Studieninhalte an sich, sondern auch um bessere Jobaussichten, d.h. das Studium sollte sich gut verkaufen lassen.

Jobaussichten sind so eine Sache.

Meistens honorieren die eigenen Arbeitgeber private und freiwillige Weiterbildungen, insbesondere Studiengänge, nicht. Sinngemäß steht meist die Annahme dahinter: Für seinen Job den er machen soll weiß er genug, sollte es nicht der Fall sein, wird er geschult. Wenn also Dein Arbeitgeber nicht dahinter steht, ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass es egal ob Bachelor WIng oder MBA es für Dich erst einmal nicht weitergeht ausser über gezeigte Leistung. Wenn Du Marketing brauchst aber nicht kannst, könnte es sein, dass Dein AG Dir eine gezielte Schulung in dem Bereich angedeihen lässt.

Beim Jobwechsel kann, muss aber nicht ein solcher Zusatzstudiengang Nutzen bringen. Das kommt einfach darauf an, was der neue Arbeitgeber jetzt von Dir erwartet. Hier muss man aber zwei Dinge sagen: Natürlich ist es auch für den neuen Arbeitgeber sehr positiv zu sehen, dass der Mitarbeiter nicht auf der Stelle treten möchte, wissbegierig ist und sein Wissen auf neustem Stand hält. Aber es gilt auch, dass die Relevanz von Studiengängen mit zunehmender Berufserfahrung in den Hintergrund gerät. Viele Arbeitgeber werden sich schwer tun Dich auf eine Stelle zu setzen, wo Du zwar theoretisches Wissen hast aber im Grunde "null" Erfahrung. Also auch hier nicht mit dem Karriereboost rechnen, vor allem dann nicht, je weiter weg das Studium vom bisherigen Bereich ist. Erschwerend kommt bei Dir hinzu, dass Du bereits Akademiker bist, also die "akademische" Steigerung kleiner ausfällt als bei einem ehem. Auszubildenden, der jetzt seinen Bachelor erhält. Ihm öffnen sich dann in der Tat neue Möglichkeiten.

Das Studium soll für eine verantwortungsvolle Position wie z.B. Bereichs-/Abteilungsleiter qualifizieren, die ich aber aufgrund Familienplanung erst in 10-15 Jahren anstrebe.

Ein Studium qualifiziert Dich NICHT zum leitenden Angestellten. Damit wirst Du es kaum schneller oder weniger schnell werden. Wenn Du das Zeug dafür hast, dann brauchst Du dafür kein zweites Studium. Tendentiell würde ich aber - aufgrund der Aussenwirkung - hier eher zum MBA als zum Bachelor W-Ing raten.

Familienplanung in 10-15 Jahren? Hast Du Dir Rechnung mit Deiner Freundin, Partnerin, Frau (jetzigen oder zukünftigen) gemacht? Wie alt bist Du dann, 35-40? Man kann Abteilungs- oder Bereichsleiter werden, berufsbegleitend studieren und mit Ende zwanzig schon Kinder kriegen...just by the way. Aber jeder wie er will.

Ich stehe vor folgender Entscheidung:

Bachelor Wirtschaftsingenieurwesen …

Reine BWL ist mir zu trocken und langwierig. Durch Anrechnen der technischen Fächer und des Praxissemesters wäre das Studium in 4 Semestern machbar.

"Reine" BWL ist Dir zu trocken? Und was meinst Du, was Du in den vier Semestern machen wirst, wenn die technischen Fächer wegfallen? Gemixte BWL? Scherz beiseite - aber letztlich geht es Dir ja nur um den BWL- Part. Wenn Du diesen nur zwanghaft machst, weil Du glaubst er könnte Deine Karrierechancen verbessern aber eigentlich nicht dahinter stehst, wirst Du mit dem Studium Probleme bekommen. Du solltest ein gewisses Interesse mitbringen, was für den o.g. Studiengang aber auch für einen MBA gilt.

Der größte Nachteil für mich hier wäre, dass Du weiterhin in der akademischen Leiter und damit im potentiellen Ansehen (Deutschland ist eben immer noch etwas titelgeil) nicht aufsteigst. Ich vermute Du hast wenigstens einen Bachelor, ein Diplom (FH/Uni) oder einen Master (FH/Uni).

Übrigens auch etwas, wovon ich meine Entscheidung abhängig machen würde. Später mehr.

… oder MBA

Hierzu hätte ich einige Fragen:

1.) wieso ist ein Bachelor Fernstudium relativ teuer (8-12t€ im Vgl. zu ~4t€ Präsenzstudium), ein MBA aber vergleichsweise günstig (10-15t€ im Vgl. zu ~30t€ Präsenzstudium)? Ist ein MBA Fernstudium so viel schlechter angesehen als ein MBA Präsenzstudium?

Der MBA ist grundsätzlich ein "Weiterbildungsstudium" der einen gewissen Karrierekick verspricht. Das von der Presse vor allem Einzelschicksale immer hochgepushed werden wird dabei gerne übersehen. Der weitere Vorteil beim MBA ist, dass die Studienteilnehmer entweder im Berufs stehen oder standen, von daher schlicht mehr Geld haben. Dritter Aspekt, der Aufwand zwischen Bachelor und MBA für 4 Semester ist ungefähr gleich, lediglich, dass theoretisch beim Bachelor nicht so passende (und damit teurere) Dozenten bezahlt werden müssen. Der Rest ist schlicht Angebot-Nachfrage und ein gewisser Snob-Effekt.

Thema Voll- vs. Teilzeit: Ja, ein Vollzeit-MBA wird im Allgemeinen als sehr viel besser erachtet weil man eben zwischen 12 und 24 Monaten wirklich hart und viel macht. Bei den guten zumindest. Teilzeitstudiengänge, selbst wenn sie die berühmte Triple-Crown tragen (siehe OU), sind eben immer ferner liefen und liefern auch nicht im Ansatz die Karrierepotentiale als wenn man von einer angesehen Hochschule Vollzeit kommt.

2.) wie angesehen ist ein MBA ohne Auslandsaufenthalt?

Der Auslandsaufenthalt an sich ist nicht einmal das Thema. Die meisten amerikanischen Spitzen-MBA verlangen überhaupt kein Ausland (aus US-Sicht), meist nicht einmal eine zweite Fremdsprache. Englisch reicht.

In, vor allem Kontinentaleuropa, ist zumindest wichtig, dass der Unterricht auf Englisch stattfindet. Ob das immer Sinn macht ist allerdings umstritten, vor allem, wenn man zur Zulassung seine Englischkenntnisse ohnehin unter Beweis stellen muss. Aber so eben die vorherrschende Meinung.

Wichtiger wäre für mich darauf zu achten, dass der MBA, wenn ich schon einige tausend EUR ausgebe und mir davon auch etwas für die Karriere (!) erhoffe die über rein fachliche Wissensaspekte hinaus geht, dass der MBA eines der drei international angesehenen Gütesiegel hat oder zumindest international oder national ein gewisses Renommee besitzt.

Geht es mir hingegen wirklich vornehmlich um den Wissensaufbau können viele andere auch interessant sein.

3.) ist ein MBA im Allgemeinen vom Niveau her höher oder gleichwertig zum Bachelor?

Anders. Es ist erst einmal ein Master und kein Bachelor, d.h. die Wirkung auf andere ist ungleich höher.

Was Dir letztlich schwerer fällt ist eine subjektive Sache. Ein MBA ist aber in erster Linie, klassich zumindest, ein General Management Studium mit einem gehörigen Schwerpunkt auf die Managementlehre - was nur ein Teilbereich der BWL ist, während ein Bachelor meist klassische BWL-Grundlagen vermittelt. In einigen Bereichen wird es keine Unterschiede geben aber bspw. wirst Du Dich im Bachelor vermutlich mal mit klassischer Buchhaltung/ internem Rechnungswesen etc. auseinandersetzen während Du im MBA eher die "Leitungssicht" der Dinge einnimmst. Gleiches gilt für andere Fachbereiche auch. Man könnte grob sagen, Du lernst im MBA nicht unbedingt, was man wie macht - bspw. einen Mediaplan aufstellen - sondern die wichtigen Entscheidungen zu treffen. Du musst wissen was es bedeuted für den Bereich und in Kombination aller Bereiche (Interdependenzen) für das Unternehmen. Quasi der Sicht leitender Angestellter.

Dann kommt hinzu, dass Du im MBA in aller Regel mehr Leute sitzen haben wirst mit Erfahrung in unterschiedlichsten Themenbereichen. Das können manchmal sehr interessante und hochkomplexe Diskussionen werden, wenn ein Germanist mit dem Ingenieur und dem Mathematiker um die beste Marketingstrategie im Case streitet. Es ist echt spannend zu sehen, was für Einwürfe auf einmal kommen können...auch das ist ein Vorteil des MBA. Interdisziplinär(ere) Gruppen, bei guten auch interkulturelle.

4.) sind die Präsenzphasen in einem Fernstudium dringend zu empfehlen oder guten Gewissens vernachlässigbar? Sie lassen sich mit meinem derzeitigen Job kaum vereinbaren.

Der MBA lebt auch vom Netzwerken und den o. beschriebenen Diskussionen. Ich würde sie versuchen mitzunehmen. Je nach Studiengang sind es sogar Pflichtpräsenzen ohne deren Besuch der Abschluß nicht verliehen wird. Zudem ist ein Fernstudium als Einzelkämpfer immer schwerer als in einer Gemeinschaft.

5.) wirkt es für einen Personalverantwortlichen „lächerlich“, wenn jemand nach dem Zweitstudium noch gut 10 Jahre im gleichen/vergleichbaren Job bleibt, und sich dann um eine höhere Stelle bewirbt? Wird ggf. ein „frischer“ Bachelor oder MBA bevorzugt?

Kommt drauf an. So pauschal kann und würde ich es nicht sagen. Allerdings ist dann schon die Frage, warum Du das Zweitstudium überhaupt gemacht hast? Nötig wäre es dann nicht gewesen und nach der Zeit wird wieder die Relevanz des Zweitstudiums nicht unerheblich abgenommen haben. Wenn Du eine Führungsposition willst, dann solltest Du die versuchen recht zeitnah nach dem Zweitstudium zu erreichen. Das bedeuted aber mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auch, dass Du den Arbeitgeber wechseln musst. (Meine Vermutung deswegen, weil die meisten, die von ihrem Arbeitgeber gefördert und befördert, oder dieses in Aussicht gestellt wird, nicht zum Zweitstudium aus privater Tasche tendieren.) Ein Zweitstudium zu machen und es danach lange nicht zu nutzen hat für mich etwas von vergeudeter Zeit. Im Grunde könntest Du Dir dann auch ein Auto kaufen und es 10 Jahre in die Garage stellen. Wertlos ist es auch danach nicht aber der Nutzen eben auch nicht mehr so hoch.

Der MBA hat auch noch einen anderen zu erwähnenden Punkt. Auch nur, weil ich hier keinen Hinweis darauf sehe: Jeder MBA der etwas auf sich hält verlangt wenigstens 12, besser 24-36 Monate Berufserfahrung (und zählt Praktika oder Ausbildung nicht dazu). Ob Bachelor W-Ing oder MBA kann, stand heute, also auch eine Frage sein, wieviel Berufserfahrung Du mitbringst.

Vielleicht noch mal eben die Abschlüsse von oben aufgegriffen. Solltest Du ein Dipl (FH) oder einen Bachelor haben bringt Dir der MBA natürlich rein vom Ansehen noch etwas mehr, als wenn Du quasi auf der gleichen Stufe mit Master/Diplom (Uni) noch einen Master machst. Allerdings wäre dann auch zu fragen, ob, ausgehend von Diplom FH/Bachelor nicht ein technisch orientiertes Masterstudium dir nicht sogar noch mehr bringen würde als jetzt einen MBA hinzulegen. Denn gerade im technischen Bereich wird in D immer noch viel wert auf Master o.ä. gelegt.

Darüber hinaus würde ich mir Gedanken machen ob und in wiefern, gerade wenn Familienplanung keine Rolle spielt, ein MBA im Ausland (und/oder Vollzeit) nicht die bessere Alternative ist. Es muss ja auch nicht immer Harvard sein.

Nächster Punkt: Neben dem MBA gäbe es auch die Möglichkeit nicht-konsekutive MA oder MSc zu machen. Beispielsweise den MA in Öknonomie und Management (zfuw.de) oder den MSc Management der Fernuni-hagen.de/hims. Eine weitere Alternative, insbesondere zum Bachelor könnte auch ein Master Wirtschaftsingenieurwesen sein, den technischen Teil bringst Du ja im Grunde bereits mit.

Wenn Du weitere Fragen hast -gerne her damit.

Bearbeitet von aquila

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wieso ist ein Bachelor Fernstudium relativ teuer (8-12t€ im Vgl. zu ~4t€ Präsenzstudium)
Dann schau dir mal den Sonderstudiengang Wirtschaft der HFH an. Schon hast du einen Tausender gespart. Ich bin jetzt fast durch mit dem Studiengang, es gibt da keine weiteren versteckten Kosten (Prüfungsgebühren, Repititorien). Für die Prüfungen braucht man vier Gesetzestexte (BGB, HGB, Steuer, ArbG: in Summe 30€), andere Literatur ist nicht nötig. Fahrten (+ evtl. Übernachtungen) für Präsenzen und Klausuren sind natürlich individuell sehr unterschiedlich. Mein Studienzentrum lag auf dem Arbeitsweg.

ist ein MBA im Allgemeinen vom Niveau her höher oder gleichwertig zum Bachelor?
MBA ist ein Master und setzt (meistens) ein anderes Studium voraus. Damit ist er höherwertig als ein grundständiger Bachelor. Wobei meinem Gefühl nach W.-Ings. in deutschen Unternehmen oft noch eine höhere Akzeptanz haben als der MBA.

wirkt es für einen Personalverantwortlichen „lächerlich“, wenn jemand nach dem Zweitstudium noch gut 10 Jahre im gleichen/vergleichbaren Job bleibt
Wenn danach 10 Jahre nichts mehr passiert würde es auf mich sehr eigenartig wirken. Da gibt es aber soviele Faktoren: wie lange bist du jetzt im Job, willst du für einen Aufstieg die Firma wechseln? Von Null auf Bereichsleiter klappt sowieso nicht!

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