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Darky

Schlechter Ruf?

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Hallo,

ich werde des Öfteren angesprochen, warum ich denn ausgerechnet bei der Euro-FH studieren würde, die hätten doch einen so schlechten Ruf.

Ich empfinde die Qualität des Studiums nicht als optimal, aber auch nicht als so schlecht.

Ist die Wahrnehmung von außen wirklich so negativ, dass man sich mit einem Abschluss der Euro-FH nicht blicken lassen kann?

Ich meine, die Euro-FH hat auch schon Testsiege / gute Noten in Berichten erhalten, trotzdem werden oftmals nur die FernUni Hagen und vielleicht die AKAD gelobt. Dabei kenne ich einige Leute, die über die FernUni schimpfen und dort große Probleme haben, zurecht zu kommen, wahrscheinlich gibt es überall positive und negative Aspekte.

Man selbst bekommt das als Student gar nicht so mit, aber es gibt einem schon zu denken, wenn außen so negativ über die Euro-FH gesprochen wird.

Habt ihr das auch so erlebt oder was denkt ihr darüber?

Grüße,

Darky

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Es ist ein erheblicher Unterschied im Blickwinkel zwischen Arbeitgeber oder im weiteren Sinne der öffentlichen Meinung und der jeweiligen Studenten.

Die Euro-FH hat in der Tat im Vergleich zu anderen Anbietern eher einen nicht ganz so guten Ruf. Ich vermute das liegt an verschiedenen Aspekten. Fernstudium ist zum Einen ohnehin als Schmalspurstudium in weiten Teilen gesehen (zumindest akademisch und qualitativ schlechter als Vollzeit, Fernstudenten haben andere Qualitäten, die viel ausgleichen), dazu kommt der private FH-Charakter, der ohnehin skeptisch gesehen wird und das gepaart mit einem sehr offensiven Werbeplan. HS in Deutschland werben aber nicht so offensiv. Das ist irgendwie gegen die Natur und wirkt auf viele anbiedernd. Ganz dem Motto: Abschluß zu verkaufen, frischen Abschluß! Heute ganz billig!

Verstärkt wurde es glaube ich noch davon, dass die Euro-FH auch offensiver als andere damit werben Leute ohne Hochschulzugangsberechtigung zuzulassen. Etwas, was ohnehin nicht unumstritten ist in akademischen Kreisen (ob richtig oder nicht, egal, keine Wertung).

Die Euro-FH ist in den Punkten anders als andere. Schlecht ist sie sicherlich nicht aber vom Ruf her unter den Fernstudienanbietern nicht das Gelbe vom Ei.

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Für einige Diskussionen hat auch gesorgt, dass die Euro-FH (aber nicht nur diese) auch einen Master ohne Erststudium anbietet. Aber den Eindruck, dass sie insgesamt so einen schlechten Ruf hätte, habe ich eigentlich nicht.

Die Euro-FH hängt ja mit dem ILS in Hamburg zusammen (gleiches Gebäude, beide Klett-Konzern, zum Teil gleiche Mitarbeiter) und wendet auch ähnliche Methoden an, was das Marketing angeht (zum Beispiel Nachfass-Briefe per Post, Bus- und Plakatwerbung etc.). Auch das kommt nicht überall gut an.

Wenn Du darauf angesprochen wirst, was genau soll den diesen schlechten Ruf ausmachen?

Es gibt durchaus sehr erfolgreiche Absolventen der Euro-FH und zum Beispiel der Auslandsaufenthalt (wenn auch nur kurz) ist sicher ein Pluspunkt, den andere Fernstudium-Anbieter so oft nicht vorweisen können.

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Fernstudium ist zum Einen ohnehin als Schmalspurstudium in weiten Teilen gesehen (zumindest akademisch und qualitativ schlechter als Vollzeit, Fernstudenten haben andere Qualitäten, die viel ausgleichen), dazu kommt der private FH-Charakter, der ohnehin skeptisch gesehen wird und das gepaart mit einem sehr offensiven Werbeplan. HS in Deutschland werben aber nicht so offensiv.

Kannst Du zu "in weiten Teilen als Schmalspurstudium angesehen" Stellung nehmen - sind das Erfahrungswerte von Dir? Ist nicht provokant gemeint, aber als ich mal sagte, das "for profit" Anbieter Freiheit der Lehre nutzen, um nicht unbedingt die schwersten Anbieter zu sein, stieß das z.T. übel auf. Warst Du z.B. in Vorstellungsgesprächen, wo man Dir das so vermittelte (also im Sinne von "Ach, dann sind Sie ja kein vollwertiger Akademiker")?

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Gerne nehme ich Stellung dazu. Es ist nicht nur ein Erfahrungswert aus eigener Person (ich habe zwei Studiengänge berufsbegleitend abgeschlossen, eines davon in DL-Variante) und aus Gesprächen mit ehem. Kommilitonen, sondern auch aus Erfahrung als Personalverantwortlicher in Gesprächen mit Kollegen etc. sowie als Ex-Dozent, den einige ihr Leid klagten.

Es gibt im Arbeitgeberlager kaum jemanden, der bei einem direkten Vergleich akademischer Quantität und Qualität ein Teilzeitstudium (egal ob Teilzeitpräsenz oder Fern) auf das Niveau eines Vollzeitstudiums heben würde. Auch aus eigener Erfahrung würde ich das eher bestreiten, obwohl ich einen Teil mit Vollzeitstudenten in den Vorlesungen saß.

Der Grund, warum berufsbegleitende Studenten häufig trotzdem gut ankommen, teils besser, teils eben zumindest nicht schlechter, liegt daran, dass unser Vollzeitstudium in vielen Stellen über das Ziel hinausschießt und die Anwendungsorientierung vermissen lässt - insb. Uni.

Interessanterweise trifft ja, etwas abgespeckt, selbst die FernUni Hagen das Vorurteil in gewissen Bahnen immer wieder obwohl in kaum einem anderen Studiengang es so klar ist, dass Vollzeit- und Teilzeit identisch ist. Hier wird bspw. bemängelt, was aber auch auf viele, wenn nicht alle Anbieter berufsbelgeitender Studiengänge gilt - mal mehr, mal weniger - dass den Studenten im Grunde das Wissen vorgesetzt wird (ähnlich der Schule) und kaum noch akademische Selbstständigkeit entstehen kann.

Im Grunde ist es "ausreichend" was berufsbegleitende Studenten für den Job lernen. Hinzu kommt Erfahrung, Stressbelastbarkeit, Selbstdisziplin usw. was sie über weite Teile der Wirtschaft zu beliebten Arbeitnehmern macht.

Ich bin voll und ganz bei Dir: Natürlich werden berufsbegleitende Studiengänge so konzipiert, dass rechtlich der angestrebte Abschluß vergeben werden kann aber man sich natürlich nicht an der akademischen Grenze nach oben befindet. Das Risiko, dass ein sehr hoher Prozentsatz an Studenten abbrechen muss oder die Länge des Studiums uninteressant für die Kunden wird, wäre viel zu groß. Wer mal berufsbegleitend studiert hat und die Augen etwas offen hält, der erkennt das auch. Aber leider machen sich viele etwas vor und auch die Anbieter schieben das weit von sich. Verständlich. Man kann nicht damit werben, dass man die Grenzen nach unten austestet und ein leichteres Studium anbietet.

Auch hier ist die FernUni Hagen ein treffendes Beispiel. Ihr wird zwar vorgeworfen, dass selbstständige akademischen Lernen nicht lehren zu wollen/können aber im Grunde ist es das akademisch anspruchvollste Studium was im Fernbereich in D exisistiert. Mit überdurchschnittlichen Regelstudienzeiten (Teilzeit) sowie weit überdurchschnittlichen Abbruchquoten. Gerüchte sprechen je nach Studiengang von bis zu 80%, bei den meisten bewegt es sich (Aussage eines Profs der FernUni Hagen in einer Vorlesung) zwischen 40-60% und damit weit über den Abbruchquoten anderer Anbieter. Ein privater mit zumindest Selbsterhaltungszielen kann das nicht finanzieren.

...und ja: Ich hatte anfänglich meine Ressentiments in Bewerbungsgesprächen gegen mein, i.d.F. Teilzeitpräsenzstudium einer ÖR-FH. Es gab auch Arbeitgeber die offen gesagt haben, dass es damit nicht geht. Es ist aber nicht die Mehrheit und ich habe auch nicht wenig nach Stellen gegriffen, die tendentiell auch eher uni-lastig (Vollzeit) sind. Ich habe dann etwas über Umwege den Weg in eine bekannte UB geschafft und seitdem fragt keiner mehr.

Man sollte sich, das natürlich unabhängig von der Euro-FH-Diskussion oben, vor der Aufnahme eines wie auch immer gearteten Teilzeitstudiums schon Gedanken machen wohin man möchte als Ziel (wenn Vollzeit überhaupt eine Alternative sein kann). Denn unter Umständen ist es zielführender. Niemand sollte sich die Illusion machen, dass bei den meisten Anbietern berufsbegleitender Studiengänge einfach nur ein Vollzeitstudium 1:1 umgesetzt wurde. In der Regel sind die, wie jedes Produkt, für die Zielgruppe customized...vor allem bei Studiengängen, die berufsbegleitend "nur" 6 oder 7 Semester und damit kaum über den Vollzeitvarianten liegen, sollte man der Illusion nicht erliegen.

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Danke für einen sehr ausführlichen Beitrag, der zudem von einem Kenner kommt - damit bestätigt sich, was ich bereits ahnte: das eben Präsenzstudium und Fernstudium nicht 1:1 vergleichbar sind und die berufsbegleitende Variante eine Spur leichter ist (wenn man sich nur die Inhalte bzw. die Klausuren anschaut, vor dem Hintergrund einer 35 h + Arbeitswoche ist sie sogar wahrscheinlich schwerer!). Es kommt also darauf an, das so im Vorstellungsgespräch zu verkaufen. Ich bin auch deshalb froh, weil mir der User "wasserfall" immer ein Degradieren des Fernstudiums vorzuwerfen versuchte, diesem sinnfrein Vorwurf hast Du nun auch den Wind aus den Segeln genommen.

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Es gibt nur extrem wenige Studiengänge wo Voll- und Teilzeit vergleichbar sind. So richtig fällt mir eigentlich nur Hagen ein, weil die Skripte und die Klausuren für Voll- wie Teilzeitstudenten identisch sind.

Andere Studiengänge sind letztlich nur mehr oder minder identisch. Egal ob man Quantität oder akademische bzw. anwendungsorientierte Qualität vergleicht. Schon alleine die unterschiedlichen Studentengruppen machen hier einen nicht unerheblichen Unterschied aus. Zwar bauen Teilzeitstudiengänge teilweise auf Vollzeitstudiengängen auf oder teilen sich u.U. auch gemeinsame Vorlesungen (bei Teilzeitpräsenz manchmal möglich), doch sind die Vorlesungen etc. für die ausschließlich für die Teilzeitler sind meist angepasst. Meiner Erfahrung nach vor allem in den - keine Ahnung - 10% wo dann noch einmal eine Theorie im Vollzeit mehr durchgekaut wird oder noch etwas vertieft wird, was meist praktisch nicht mehr ganz so relevant ist.

Es macht auch schlicht Sinn auf die Zielgruppe einzugehen, denn es sind aufgrund des völlig anderen Erfahrungshorizonts der Teilnehmer ganz andere Diskussionen möglich und auch vorhanden. Das merkt man vor allem dann, wenn man mit Vollzeitlern eine Vorlesung besucht und sich manchmal fragt, was für (sorry) Kindergartendiskussionen sie manchmal führen können über Dinge, die jedem mit ein paar Monaten mehr Erfahrung völlig logisch erscheinen oder aber, die nur akademischen Sinn und Zweck haben aber völlig an der Praxis vorbeigehen.

Letztlich bleibt: Voll- und Teilzeit zu vergleichen ist fast unmöglich. Jeder "Anfänger" muss für sich selbst entscheiden welchen Weg er gehen möchte. Für einige Ziele ist eben Vollzeit besser geeignet, für andere vielleicht Teilzeit und für viele Bereiche, natürlich etwas abhängig vom Fach, ist es schlicht egal; betrachtet aus der Sicht des Abschlusses bzw. des behandelten Stoffes.

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Vergleichbar sind beide Varianten nicht, aber das ist kein Maßstab für besser oder schlechter, es ist einfach anders.

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Es macht auch schlicht Sinn auf die Zielgruppe einzugehen, denn es sind aufgrund des völlig anderen Erfahrungshorizonts der Teilnehmer ganz andere Diskussionen möglich und auch vorhanden. Das merkt man vor allem dann, wenn man mit Vollzeitlern eine Vorlesung besucht und sich manchmal fragt, was für (sorry) Kindergartendiskussionen sie manchmal führen können über Dinge, die jedem mit ein paar Monaten mehr Erfahrung völlig logisch erscheinen oder aber, die nur akademischen Sinn und Zweck haben aber völlig an der Praxis vorbeigehen.

Diese Kritik war hoffentlich ein sehr missglückter Witz, oder? Was genau ist denn daran problematisch, wenn an einer Uni auch eher praxisferne oder "akademische" Fragen gestellt und diskutiert werden? Ein Studium ist eben per Definition keine Berufsausbildung, in der die unternehmensinterne verwertbarkeit an erster Stelle steht. Einer akademischen Einrichtung vorzuwerfen, dass sie akademisch relevante Themen behandelt, ist hart an der Grenze zur Realsatire.

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Leider führt das ganze aber auch dann zur Realsatire wenn man dann so jemanden frisch aus der Hochschule einstellt und in der Praxis vor ein Problem stellt.

Ich meine das nicht pauschal, aber was ich da in meinem eigenen Berufsleben schon erlebt habe hat mich sehr erschreckt. Wer weiß, vllt. hatte ich auch mit den falschen Leuten zu tun ...

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