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Hochschulrektoren üben scharfe Kritik an Bologna

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Hochschulen wollten nie Bologna und haben dies auch sehr schlecht umgesetzt. Im Ausland ging es doch besser. Warum solch ein Theater?

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In meinen Augen werden zu einem Großteil die gleichen Kritikpunkte seit 10 Jahren vorgetragen, ohne dass diese Horrorszenarien irgendwie eingetreten sind. Eigentlich sollte man da doch mal über die Kritik nachdenken. Wo sind denn z. B. die Heerscharen an arbeitslosen Bachelor-Absolventen oder solcher, die keine Master-Plätze bekommen? Wenn man hier mal die Realität mit der Geschrei vergleicht, relativiert sich doch alles etwas. Und wenn ich schon lese "wir brauchen Persönlichkeiten, nicht nur Absolventen" - soll das heißen, im Diplom gab es mehr Persönlichkeiten? Die Abschlussbezeichnung macht also den Menschen und mit Diplom ist man mehr Persönlichkeit? Wir sollten schleunigst den Leutnant der Reserve und den Herrn Geheimrat (und Frau Doktor und Frau Apotheker für Ärzte- und Apothekergatinnen) wieder hervorholen, schließlich: Je mehr Titel, desto mehr Persönlichkeit. Wer glaubt, so könne sich Deutschland für das 21. Jahrhundert rüsten, liegt m. E. falsch.

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Das Problem an Bologna war auch das man es nie wirklich versuchen wollte, direkt wurde alles madig gemacht.

Unter anderem der VDI, der den deutschen Ingenieur gefährdet sah da der Titel Dipl.-Ing. nicht mehr vergeben werden sollte.

Deshalb wollten die 9 großen TU's ind Deutschland auch nach auslaufen des Diplom's ihren Absolventen weiter den Titel Dipl-Ing verleihen. Was draus geworden ist weiß ich nicht.

Das Problem ist, so entsteht der Eindruck das manche Hochschulen nicht dran interessiert sind die Studiengänge vergleichbarer zumachen.

Wobei in dem Artikel Bologna auch gelobt wird, was ihn für mich zu einem typischen Sommelochfüller macht, getreu dem Motto und jählich grüßt das Murmeltier

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Hochschulen wollten nie Bologna und haben dies auch sehr schlecht umgesetzt.

Ich würde diese Behauptung so unbewiesen nicht pauschal unterschreiben. Es gibt in vielen Bereichen gute Ansätze. Natürlich wehren sich vor allem sehr traditionelle Bereiche (Jura, Medizin, Lehramt). Ich persönlich wüsste auch selbst nicht wie man diese Fächer in das Bachelor-Master-System integriert. Was ist ein Mediziner mit Bachelor? Auch in der Lehramtsausbildung ist die Umsetzung noch nicht so dolle. Wenn Lehrer einen Master als Voraussetzung benötigen, dann muss man alle Studenten zum Master zulassen. Was soll ein Lehrer mit Bachelor sonst machen?

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit braucht Zeit und durchaus herausfordernde Prüfungen. Wenn ich als Ingenieur weiß, ich kann in schwierigen Matheprüfungen bestehen, dann prägt mich das.

Auch ich habe mich nach meinem dualen Studium mit 24 (und vorheriger Berufsausbildung) noch durch meinen berufsbegleitenden Master weiterentwickelt.

Früher hieß es (auch aus der Wirtschaft), die deutschen Studenten brauchen zu lange fürs Studium und seien dann zu alt und nun sind sie zu jung.

Zudem ließ das frühere System zu, über den Tellerrand zu studieren. Ein BWL'er an der Uni konnte auch Philosophie- und Ethikvorlesungen besuchen, was seinen eigenen Horizont erweitert und seine Persönlichkeit durchaus prägen kann (nicht muss!).

Und vor allem er hatte noch die Zeit dazu.

Ansonsten existieren auch 10 Jahre danach noch jede Menge Probleme (wie Anerkennung von Studienleistungen im Ausland, Wechsel von "FH-Bachelor" zum "Uni-Master" und auch, dass manche Bachelorstudiengänge gar keinen Auslandsaufenthalt vorsehen). Aber das ist nicht Thema dieses Threads.

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Ich würde diese Behauptung so unbewiesen nicht pauschal unterschreiben. Es gibt in vielen Bereichen gute Ansätze. Natürlich wehren sich vor allem sehr traditionelle Bereiche (Jura, Medizin, Lehramt).
Natürlich wehren die sich, um ungute Abschlüsse zu behalten. Ein Staatsexamen ist im Ausland nicht anerkannt. Grade bei Law sieht man es extrem.

Ich persönlich wüsste auch selbst nicht wie man diese Fächer in das Bachelor-Master-System integriert. Was ist ein Mediziner mit Bachelor?

Gibt es in vielen Ländern wie UK, Australien usw.

http://en.wikipedia.org/wiki/Bachelor_of_Medicine,_Bachelor_of_Surgery

Auch in der Lehramtsausbildung ist die Umsetzung noch nicht so dolle. Wenn Lehrer einen Master als Voraussetzung benötigen, dann muss man alle Studenten zum Master zulassen. Was soll ein Lehrer mit Bachelor sonst machen?

Es gibt ja wenige Ausnahmen, wo der Master gebraucht wie u.a. (Lehrer, Architekten, Psychologen etc). Doch auch mit Bachelor könnte man als Lehrer in der Weiterbildung, Nachhilfe arbeiten.

Ansonsten existieren auch 10 Jahre danach noch jede Menge Probleme (wie Anerkennung von Studienleistungen im Ausland, Wechsel von "FH-Bachelor" zum "Uni-Master" und auch, dass manche Bachelorstudiengänge gar keinen Auslandsaufenthalt vorsehen). Aber das ist nicht Thema dieses Threads.

Das ist nicht nur beim Ausland so, selbst wenn jemand in Deutschland wechseln will, geht es sehr schwer. Doch das liegt an der Umsetzung.

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Hallo jedi,

danke für deine Antwort. Hier ganz kurz meine Antworten:

Ein Staatsexamen ist im Ausland nicht anerkannt.

Das ist ja so auch nicht ganz richtig. Deutsche Ärzte machen auch ihr Examen und werden in vielen Ländern mit Kusshand genommen.

Danke auch für den Link zu der ausländischen medizinischen Ausbildung. Ich werde mir es in Ruhe mal durchlesen.

Doch auch mit Bachelor könnte man als Lehrer in der Weiterbildung, Nachhilfe arbeiten.

Diese Aussage hat mich ein wenig verwundert/irritiert. Sorry, aber welcher Lehramtsstudent beginnt ein solches Studium der das Ziel hat in der Weiterbildung oder Nachhilfe zu arbeiten? Also ich habe noch nie jemanden kennen gelernt.

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Ich denke dass bei einigen Studiengängen zur Neuordnung einfach ein wenig um die Ecke gedacht werden müsste. Beispielsweise gibt es bei Ärzten schon ein ähnliches System, den Facharzt, wenn mich nicht alles täuscht. Ich verstehe nicht, warum nicht bereits bestehende Strukturen angepasst werden können.

Lehrer: Auch da könnte man mal über das bestehende System nachdenken: Da wird über Schulreformen nachgedacht, und hätte mal die Möglichkeit grundsätzlich was zu verändern....

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Idee, dass sich der Lehramtsstudent zu Beginn seines Studiums für eine Schulform entscheiden muss, mal grundsätzlich überdacht werden könnte, zugunsten von mehr Didaktik und spezifischem Wissen für ein Fach. Dann könnte ein Realschullehrer bei sinkenden Schülerzahlen wesentlich einfacher in den Gymnasialzweig wechseln.

Eine Freundin von mir hat sich während des Studiums 2mal umentschieden, auf welchem Schulzweig sie unterrichten möchte. Ergebnis: Sie musste jedesmal von fast ganz vorne anfangen. Das ist meines Erachtens nicht gerade clever gelöst.

Naja, hoffentlich kommen die auch mal noch auf den Trichter, dass Bologna auch ne riesen Chance darstellt...

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Ich persönlich wüsste auch selbst nicht wie man diese Fächer in das Bachelor-Master-System integriert. Was ist ein Mediziner mit Bachelor?

er kann z. B. Pharmareferent werden oder könnte eine Art Zwischenstufe zwischen den Ärzten und den Arzthelferinnen in den Praxen einnehmen.

was ich persönlich aber die interessanteste Möglichkeit fände: man könnte die weitere Medizin-Ausbildung differenzieren - will der Student später in die Forschung oder will er Hausarzt werden? Während ein Forscher in seinem Gebiet ein sehr, sehr tiefes Wissen benötigt, braucht ein Hausarzt ein sehr breites Wissen. Ein Forscher muss weniger mit Menschen umgehen - für den Hausarzt sind Sozialkompetenz, Kommunikation etc. sehr wichtig - und kommen im klassischen Medizinstudium meines Wissens nicht vor. Hier würde ich eine Chance für eine bessere Ausbildung sehen.

Was soll ein Lehrer mit Bachelor sonst machen

nun ja, er könnte sich nach dem Bachelor z. B. entscheiden, ob er wirklich Lehrer werden will. Oder vielleicht lieber in die Richtung Erwachsenenbildung geht. Oder vielleicht lieber in den Fächern, die er studiert, Experte werden will. Oder vielleicht lieber in Richtung Sozialpädagik will.

Hier werden nach meiner Meinung zu oft die Risiken gesehen - zu selten die Chancen. In der Realität ist es doch so, dass Menschen mit 18, 19 häufig noch gar nicht wissen, wohin die Reise gehen soll. Und gerade bei den genannten Fächern ist es schwierig, nach der Hälfte (Vordiplom) auszusteigen und was neues zu wagen. Dann sind die letzten Jahre in der Regel für die Katz gewesen. So können/müssen die Studenten nach dem Bachelor darüber nachdenken, ob die deeingeschlagenen Weg weitergehen wollen. Oder ob sie vielleicht die Richtung wechseln. Oder ne Feinjustierung vornehmen wollen (wie z. B. der Beginn einer Lehrerausbildung und dann ein Master in Sozialpädagogik)

Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit braucht Zeit und durchaus herausfordernde Prüfungen. Wenn ich als Ingenieur weiß, ich kann in schwierigen Matheprüfungen bestehen, dann prägt mich das.

das ist richtig. Aber muss die Zeit umbedingt an Hochschulen verbracht werden? Oder kann sie vielleicht auch im Betrieb/in der Familie/beim Hobby verbracht werden? Es gibt auch Herausforderungen und Prüfungen außerhalb von Hochschulen. Wenn ich z. B. im Betrieb ein anspruchsvolle Herausforderung meistere oder eine schwierige private Situation bestehe, wird mich das i. d. R. weitaus stärker prägen als eine bestandene Matheklausur

Ein BWL'er an der Uni konnte auch Philosophie- und Ethikvorlesungen besuchen, was seinen eigenen Horizont erweitert und seine Persönlichkeit durchaus prägen kann (nicht muss!).

das kann ein BWLer bei einem Bachelor/Master-Studium oder im Fernstudium bei entsprechendem Interesse genauso (vgl. auch den Blog von chillie)

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Das ist ja so auch nicht ganz richtig. Deutsche Ärzte machen auch ihr Examen und werden in vielen Ländern mit Kusshand genommen.

Die müssen natürlich im Ausland auch nochmal einige Prüfungen ablegen und evtl. nochmal dort die Facharztweiterbildung. Bei reglementierten Berufen ist im Ausland nichts einfach so mit gleich einsteigen.

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