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Bachelor und Erzieher gleichwertig?

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Ich weiß nicht ob das in einem ähnlichen Thema schon angeschnitten wurde, für mich heute jedoch neu und überraschend:

Der Erzieher/ die Erzieherin ist jetzt auf DQR Stufe 6 eingestuft worden. siehe auch hier

Schön dass ich mit dem Bachelor angefangen hab;)

Ne im Ernst, ich merke ja, dass ich von dem Studium sehr profitiere, aber frage mich langsam. wohin hier der Trend langsam geht...

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Gleichartig, gleichwertig usw. Fakt ist, der Bachelor ist ein akademischer Abschluss der Erzieher, Meister usw. nicht, so lange in Deutschland (das wird die nächsten 100 Jahre so bleiben) in den Köpfen hier noch unterschieden wird, kann in der DQR stehen was will ... und mal ganz ehrlich wer kenn schon den DQR?

Bearbeitet von Markus Jung
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Gleichartig, gleichwertig usw. Fakt ist, der Bachelor ist ein akademischer Abschluss der Erzieher, Meister usw. nicht, so lange in Deutschland (das wird die nächsten 100 Jahre so bleiben) in den Köpfen hier noch unterschieden wird, kann in der DQR stehen was will ... und mal ganz ehrlich wer kenn schon den DQR?

Na, den DQR kennen alle, die sich mit ihrer momentanen Ausbildung benachteiligt fühlen und der Meinung sind, dass man Bildung und Qualifikation gleichsetzen kann.

Ich wünsche all den Leuten Glück im weiteren Leben, die der Meinung sind alles über ein Pamphlet zu rechtfertigen, das weder rechtlich noch in der Wirtschaft relevant ist. Und den Lachflash krieg' ich dann, wenn diese Leute dann auch noch denken, sie könnten dadurch mehr verdienen.

Sei's drum, wirkliches Leben kann man halt nur in Jahrzehnten erfahren und jeder der denkt, es gibt einen schnelleren Weg, hat sich geschnitten... DQR hin oder her.

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Was zum Kopfschütteln zum DQR am Rande, der Betriebswirt IHK und technische Betriebswirt IHK, ist ja laut IHK der höchste IHK Bildungsabschluss d.h. über den Meister, Fachwirt usw. Ich habe vor einigen Monaten mal bei der IHK angefragt ob der TBW dann DQR 7 = Master ist ;) Es kam wirklich eine Antwort, leider ist auch der TWB nur DQR 6 .. sehr logisch das ganze.. d.h. der Betriebswirt ist gleich dem Fachwirt, aber dafür ist der Fachwirt auch gleich dem Bachelor . Da wurde was ohne Sinn und verstand entschieden. Das den Bachleor, der ja schon vorher schlecht geredet wurde nur noch schlechter macht, so was schaffen wahrscheinlich auch nur die Deutschen. Mich wundert es nicht das so viele präsenz Studenten fast panisch gleich den Master machen möchten ....

Bearbeitet von Markus Jung
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Der Erzieher/ die Erzieherin ist jetzt auf DQR Stufe 6 eingestuft worden. siehe auch hier

Schön dass ich mit dem Bachelor angefangen hab;)

Ist denn die Bezahlung auch gleichwertig? z.B. im Öffentlichen Dienst? Wie siehts da mit dem Gehalt eines Erziehers und eines Bachelors aus?

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Na, den DQR kennen alle, die sich mit ihrer momentanen Ausbildung benachteiligt fühlen und der Meinung sind, dass man Bildung und Qualifikation gleichsetzen kann.

Das stimmt mit Sicherheit. Umgekehrt glauben aber viele Hochschulabsolventen, dass "Ihre" Ausbildung um vieles hochwertiger bzw. für einen bestimmten Job besser geeignet ist als eine Fortbildung. Das ist meiner Meinung nach nur bedingt richtig und dadurch kommen meiner Meinung nach u.a. solche Diskussionen zustande wo Äpfel mit Birnen verglichen werden und ein DQR als Bildungsmaßstab herangezogen wird --> Papier ist geduldig.

Wichtig ist, was du kannst und wie du dich verkaufen kannst - unabhängig von der Ausbildung. Nicht umsonst gibt es viele erfolgreiche Führungskräfte ohne akademische Ausbildung in unserer Wirtschaft, denen mit Sicherheit ein DQR ziemlich egal ist.

Noch zum Thema Bachelor: zumindest ich habe nicht den Eindruck das er Bachelor so unterbewertet ist. Fakt ist du hast ein abgeschlossenes Studium und das wird von vielen Personalern auch gesehen - egal wie nun die genaue Abschlussbezeichnung lautet.

Mit Sicherheit haben Vollzeit Bachelorabsolventen dzt. Probleme einen gut bezahlten Job zu finden. Das liegt aber meiner Meinung nach auch daran, dass Unternehmen die aktuelle wirtschaftliche Situation ausnützen und "billige" Arbeitskräfte einstellen wollen.

Bei berufsbegleitenden Studiengängen gibt es mit einem Bachelor mit Sicherheit kein Problem. Belächelt werden in meinem Umfeld nur Masterstudiengänge ohne Erststudium. Aber das nur am Rande...

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Ist denn die Bezahlung auch gleichwertig? z.B. im Öffentlichen Dienst? Wie siehts da mit dem Gehalt eines Erziehers und eines Bachelors aus?

Ich denke das eigentlich interessante ist die Weiterentwicklung der pädagogischen Berufe, z.B. in der Behindertenhilfe. Wenn also die Berufe aus der Stufe 6 eher managen sollen, heißt dass, das 5er die jetzige Arbeit der 6er machen werden. In der Behindertenhilfe lässt sich das durch Schlagworte wie Inklusion und Sozialraumorientierung gut rechtfertigen. Also d.h., die Gesellschaft stemmt die Soziale Arbeit durch ehrenamtliches Engagement, und die 6er verwalten das.

Mehr Geld gibt es sicher nicht, aber das oben genannte Szenario wäre jetzt nicht komplett abwegig.

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Hier werden ja viele Dinge in einen Kopf geworfen die nicht zusammengehören.

1. Sagt der DQR nicht, dass ein Bachelor und ein Fachwirt "gleich" sind und eine subjektive Interpretation in diese Richtung würde zu kurz greifen. Der DQR ist ein Referenzmaßstab um verschiedene Bildungswege international vergleichbar zu machen. Da es nur 7 Stufen gibt, sind diese natürlich als Intervall zu sehen. D.h.: Ein Bachelor mit 6 Semestern, 7.Semestern und 8. Semestern sind gleichwertig eingeordnet, das selbe gilt für andere Qualis, z.B. Fachwirt und Betriebswirt.

Einen Bachelor-Absolventen mit einem staatl. gepr. Betriebswirt zu vergleichen ist nicht sinnvoll. Der eine kommt frisch von der Uni und hat ne Menge theoretisches Wissen, der andere muss um Betriebswirt zu werden bereits über einiges an Berufserfahrung verfügen. Äpfel mit Birnen eben..... wer meint das eine sei besser oder das andere, der kann es ja gerne tun. Qualifikation schadet nie :) Warum der Erzieher auf Stufe 6 ist, weiß ich auch nicht. Aber auch vorher schon galt eine Erzieherausbildung als gleichwertig zu einer Fortbildung

Das Gehalt im öffentlichen Dienst ist völlig unabhängig vom DQR. Ein Bachelor (als Berufsanfänger)bekommt meines Wissens nach mehr Geld wegen der Einordnung mind. in Gruppe 9 oder 10. Ein Erzieher kommt meines Wissens nach auch als Leiter einer Kita nicht über das Äquivalent zu Gruppe 9hinaus...wobei religiöse meines Wissens nach etwas mehr bezahlen.

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Mittlerweile ist die Erzieherausbildung an vielen Fachschulen, Berufskollegien und Fachakademien sehr anspruchsvoll geworden und dauert bis zu 5 Jahre. Und ich lache mich darüber schlapp, wenn Bachelorabsolventen sich als etwas "Besseres" fühlen, nur weil ihre Ausbildung sich "akademisch" schimpft. In erster Linie kommt es auf jeden Einzelnen an, was er aus seiner Ausbildung oder seinem Studium macht. Menschen rein nach Abschlüssen zu beurteilen ist ein Denken, was aus dem tayloristischen System des alten Preußentums stammt, also nicht gerade modern. :)

Und der Heilpraktiker ist beispielsweise auch kein Studienberuf, aber zahlreiche Master-Absolventen bestehen die Prüfung nicht, wie ich aus seriösen Quellen weiß. Das zeigt, dass Bildung nicht mit der Worthülse "akademisch" verwechselt werden sollte. Und zahlreiche Wissenschaftler sind sich heute auch darüber einig, dass wir in einer narzisstischen Gesellschaft leben, die sich durch Titel und Leistungen definiert. Und dazu kommt, dass heutzutage jeder 2. Deutsche studiert. Das hat nichts damit zu tun, dass die Deutschen schlauer geworden sind, sondern dass die Zulassungsbeschränkungen rapide gesunken sind. Das Niveau lässt insbesondere in vielen Studiengängen zu wünschen übrig, schon allein deswegen, weil Bulimie-Lernen propagiert wird, was neurobiologisch absoluter Quatsch ist, weil von dem Wissen kaum was hängen bleibt. Man sollte die Ausbildungen nicht generell so schlecht reden, da sie es faktisch nicht sind. Und Selbstüberhöhung und Fremdabwertung - z.B. durch die Spaltung zwischen Akademiker und Nicht-Akademiker - ist nichts, worauf man stolz sein kann, wenn man bedenkt, dass sowas aus narzisstischen Motiven resultiert. Besser mal drüber nachdenken. :)

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Im Bundesland Bayern dauert die Ausbildung zum Erzieher fünf Jahre. Die ersten beiden Jahre davon sind allerdings in den meisten Fällen eine vorgeschaltete Ausbildung zum Kinderpfleger. Die Eingangsvoraussetzung dafür ist ein qualifizierender Hauptschulabschluss. Bei entsprechenden Noten wird dann mit dem Ende dieses Ausbildungsabschnittes ein Realschulabschluss erworben. Ich meine, diese zwei Jahre kann man nicht Anschlag bringen, wenn man argumentieren möchte, der Abschluss eines Erziehers sei vergleichbar mit einem Bachelorabschluss. Der Bachelorabsolvent rechnet ja auch nicht seinen Besuch der 10. Klasse zu seiner Studienzeit.

 

Zumindest die Kinderpflegeausbildung in Bayern ist sehr schulbetont. Die Schüler verbringen nur einen Tag pro Woche in ihrer Praxiseinrichtung. Eine starke Betonung beruflicher Praxis hätte eine Stärke dieses Ausbildungsweges sein können, aber zumindest in meinem Bundesland ist das leider nicht so umgesetzt. Alternativ gibt es das sozialpädagogische Seminar, das deutlich praxisbetonter ist.

 

Die sich anschließende Ausbildung zum Erzieher geht über drei Jahre. Zwei davon sind - zumindest hier in Bayern - wieder überwiegend schulisch. Formale Eingangsvoraussetzung dafür ist eine mittlere Reife. Begleitend kann ein Fachabitur erworben werden. Aber das haben ja die meisten Bachelorstudenten auch erwerben müssen und rechnen es nicht ihrer Studienzeit zu.

 

Erst das letzte Ausbildungsjahr eines Erziehers findet überwiegend in der Praxiseinrichtung statt. Dieser Ausbildungsabschnitt hat meiner Meinung nach tatsächlich große Vorzüge. Allerdings ist ein einjähriges Berufspraktikum auch in vielen sozialen Studiengängen Voraussetzung für eine staatliche Anerkennung und anschließende Beschäftigungsmögichkeiten.

 

Ja, die Ausbildung zum Erzieher dauert lange. Das dürfte mittlerweile auch ein Grund dafür sein, dass es in vielen Regionen schwierig geworden ist, Erzieher zu finden. Im Gegensatz zu einer betrieblichen Ausbildung wird von den fünf Jahren in der Regel nur eines vergütet. Da - zumindest hier in Bayern - einige Schulen in kirchlicher oder privater Trägerschaft sind, muss sogar zum Teil noch ein Schulgeld gezahlt werden. Dementsprechend finden sich an den Kinderpflegeschulen viele Hauptschüler und an den Erzieherschulen viele Schüler mit mittlerer Reife, die so immerhin den Vorteil genießen, parallel zu ihrer Ausbildung höhere Schulabschlüsse zu erwerben.

 

Obwohl der Praxisanteil geringer ist als die Bezeichnung "Ausbildung" vermuten lassen würde, hat die Erzieherausbildung in ihrer gegenwärtigen Form Vorzüge. Die Absolventen erwerben insbesondere ein Repertoire frühpädagogischer Methoden, was in einschlägigen Studiengängen oft zu kurz kommt. (Vermutlich weil man davon ausgehen darf, dass viele Studierende schon eine Ausbildung zum Erzieher genossen haben.) Eine Vergleichbarkeit mit dem Bachelor sehe ich nicht. Für viele Absolventen schafft die Erzieherausbildung immerhin die formalen und fachlichen Voraussetzungen, ein anschließendes Bachelorstudium aufnehmen zu können.

 

An den Berufsanfängern vermisse ich noch immer Qualifikationen, die ein Bachelorstudium vermitteln würde. Insbesondere fehlt mir ein Einblick in Methoden frühpädagogischer und entwicklungspsychologischer Forschung, der helfen würde, frühpädagogische Trends und Veröffentlichungen in den Medien kritisch zu hinterfragen und einzuordnen. Ich erlebe leider ständig, dass Methoden unkritisch in die Praxis übernommen werden, z.B. weil "die Hirnforschung" dieses oder jenes "bewiesen" habe. Ein grundlegender Einblick in die Methoden wissenschaftlichen Arbeitens, wie sie ein Bachelorstudium vermittelt, könnte hier eine gewisse Immunisierung bieten. Zugleich würde man dabei die Fähigkeit ausbilden, relevante Studien im Original zu lesen, um Behauptungen aus Publikumsmedien gelegentlich nachzugehen. Gängige Kindergartenzeitschriften enthalten nämlich vorwiegend Meinungsbeiträge und können eigentlich nicht als Fachzeitschriften gelten.

 

Die Erzieherausbildung in Bayern vermittelt durchaus viele praxisrelevante Kompetenzen. In der gegenwärtigen Arbeitsmarktlage muss man für jeden Menschen dankbar sein, der sich für diesen langen Ausbildungsweg entscheidet. Als "sehr anspruchsvoll" kann ich sie beim besten Willen nicht bezeichnen. Die formale Einordnung beim Fachabitur ist realistisch.

 

Schulabgängern mit Abitur rate ich daher von diesem Bildungsweg ab. Ein einschlägiges Bachelorstudium kostet weniger Zeit, ermöglicht auch eine Tätigkeit im Kindergarten und öffnet für die weitere berufliche Laufbahn viele zusätzliche Möglichkeiten. Insbesondere vermittelt es ein allgemein höheres Bildungsniveau.

 

Die erste PISA-Studie hat eine Debatte über den Stellenwert frühkindlicher Bildung ausgelöst. Damals habe ich eine Chance gesehen, das Niveau der Ausbildung zu heben. Leider hat man sich in Deutschland lediglich dafür entschieden, die bestehenden Ausbildungen zu verlängern und die Absolventen durch Bildungspläne einzuhegen. Angesichts der Arbeitsmarktlage würde ich diese Strategie als nicht so erfolgreich bezeichnen. Der Beruf des Erziehers könnte attraktiver sein.

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