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Markus Jung

Petition: Klinische Psychologie im Bachelor an der FernUni Hagen gefordert

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Verena Wulf aus Trier hat über openPetition eine Petition eingerichtet, mit ein ein klinisches Modul im Bachelor-Studiengang Psychologie an der FernUni Hagen gefordert wird, um die Voraussetzungen für die Bewerbung zu einem klinischen Master zu erfüllen.

Die Petition ist hier zu finden:

https://www.openpetition.de/petition/online/modul-klinische-psychologie-im-bachelor-psychologie-hagen

Aktuell gibt es knapp 700 Unterzeichner, eine Debatte mit fünf Pro- und zwei Contra-Beiträgen sowie zahlreiche Kommentare der Unterzeichner.

Die Petition kann noch bis zum 01.12.2012 unterzeichnet werden und richtet sich an den Fachbereich Psychologie der Fern Uni Hagen.

Ich werde den Verlauf im Auge behalten und hier weiter darüber berichten.

Werdet ihr die Petition unterzeichnen?

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Werdet ihr die Petition unterzeichnen?

Ich bin hier nicht eindeutig für oder gegen die Petition.

Zum einen finde ich am Bachelor der FernUni nichts falsch. Er ist, wie er ist, und das weiß man schon im Voraus. Die FernUni macht deutlich klar, dass man damit nicht Psychotherapeut werden kann. Natürlich haben manche Menschen keine andere Wahl, als bei der FernUni zu studieren. Und ich kann auch verstehen, dass diese Menschen gerne mehr Möglichkeiten hätten. Allerdings gibt es meines Erachtens immer noch Alternativen, die möglicherweise nicht zum Psychotherapeuten führen, aber in anverwandte Berufe. Insofern ist der BSc Psychologie der FernUni Hagen so wie er ist kein schlechter Studiengang, und klinische Psychologie muss meines Erachtens nicht unbedingt sein.

Auf der anderen Seite ist die Einführung des Bachelor/Master-Systems in Deutschland meines Erachtens gründlich daneben gegangen. Grundidee war, dass man mit dem Bachelor einen ersten berufsqualifzierenden Abschluss erreicht, der eher die Grundlagen lehren sollte. Der Master sollte dann in die Tiefe gehen, damit etwaige Spezialisierungen ermöglichen. Klinische Psychologie wäre eine solche Spezialisierung und jeder mit einem Bachelor in Psychologie sollte zumindest theoretisch die Zulassungsvoraussetzungen erfüllen (natürlich spielen solche Dinge wie Anzahl der verfügbaren Studienplätze und damit auch Abschlussnote keine geringe Rolle bei der Vergabe). Allerdings sieht die Realität anders aus. Wer nicht wenigstens ein paar ECTS klinische Psychologie im Bachelor nachweisen kann, tut sich schwer, eine Uni zu finden, die ihn zum Master zulässt. Ob er dann einen Platz aufgrund des Bewerberandrangs bekommt ist wieder eine andere Frage.

Kurzum, ich kann die Petitentin verstehen. Unterzeichnen werde ich nicht, weil ich - wie oben schon erwähnt - am Studiengang der FernUni an sich nichts schlechtes finde. Es ist für mich die Frage, ob die FernUni grundsätzlich die richtige Stelle ist, um solche Forderungen zu stellen. Vermutlich aber ist es einfacher, die FernUni zum Handeln zu bewegen als in der deutschen Hochschullandschaft ein Umdenken in Gang zu setzen.

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Ich habe die Petition unterzeichnet.

Für mich selber weiß ich, dass ich später nicht im therapeutischen Bereich arbeiten möchte.

Allerdings bin ich der Meinung, dass der Klinische Bereich zum Psychologen einfach dazu gehört. Ein Psychologe sollte psychische Krankheiten kennen, auch wenn er sie nicht behandelt.

Zudem ist bei ganz vielen Master-Studiengängen an Präsenzunis eine gewisse CP-Anzahl in Klin. Psy. Pflicht, um überhaupt zugelassen zu werden.

Von daher halte ich ein Wahlpflichtmodul für eine ausgezeichnete Idee und würde dieses auch höchstwahrscheinlich belegen, wenn es ein solches gäbe.

Gruß,

Manuela

Bearbeitet von Inkadye
"definitiv" in "höchstwahrscheinlich" umgewandelt

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Hallo Markus,

ich finde es klasse, dass du auf die Petition aufmerksam machst. Habe sogleich unterzeichnet. Ich arbeite seit fast 10 Jahren als Einzel- und Gruppentherapeutin (bin Dipl. Sozpäd. mit Zusatzausbildung Suchttherapie) in Kliniken. Habe 4 Semester an der Uni Psychologie studiert, infolge eines Umzugs werde ich nun wohl in Hagen weiterstudieren. Ich denke es ist gut, wenn einem die Option offen steht, sich im Laufe des Studiums für klinische Psych. zu entscheiden. Weiterhin meine ich es spricht rein garnichts dagegen, dass es angeboten wird, eben genau so wie an anderen Unis. In Amerika steht einem nach dem Bachelor quasi jede Möglichkeit offen. In Deutschland hat das System aus meiner Sicht bis jetzt versagt. Daher freue ich mich über jeden Versuch, uns Bildungsmöglichkeiten jeglicher Richtung zu öffnen, so auch an der Fernuni.

Viele Grüße

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Nun möchte ich auch mal was zu meiner persönlichen Meinung zu dem Thema schreiben, und die ist zwiespältig.

Die FernUni Hagen begründet ja meiner Meinung nach sehr plausibel, warum die klinische Richtung dort nicht angeboten wird. Und ich finde es auch richtig, dass der Weg des reinen Fernstudiums nicht in die klinische bzw. therapeutische Richtung führt. Der BDP würde das nach meinem Eindruck eh niemals unterstützten.

Auf der anderen Seite habe ich genau die Einstellung, die auch Manuela sehr treffend beschrieben hat:

Allerdings bin ich der Meinung, dass der Klinische Bereich zum Psychologen einfach dazu gehört. Ein Psychologe sollte psychische Krankheiten kennen, auch wenn er sie nicht behandelt.

Ich meine auch, dass Grundlagen hier einfach mit dazu gehören. Ist natürlich nicht ganz das, was die Initiatorin der Petition erreichen möchte. Dennoch werde ich wohl auch unterzeichnen, alleine um vielleicht zu erreichen, dass das Thema nochmals überdacht wird.

Allerdings bin ich sehr skeptisch, dass sich da etwas tun will. Aktuell ist es so, dass aus Personalmangel noch nichtmals die Fehler in den Studienbriefen korrigiert werden, sondern nur als Errata zur Verfügung gestellt werden, der Studiengang Psychologie platzt auch mit dem aktuellen Curriculum aus allen Nähten. Das wäre vermutlich eine traumhafte Situation für einen privaten Anbieter. Aber für die staatliche Hochschule mit ihren begrenzten Mitteln scheint mir das eher ein Problem zu sein, dass man sich vermutlich nicht freiwillig noch selbst verschärfen wird.

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Bei solchen Behauptungen von Anbietern, wo und in welchen Bereichen ihre Absolventen arbeiten, warte ich immer noch auf eine regelrechte und unabhängige Erhebung von Daten. Bis ich so etwas nicht habe, halte ich das in erster Linie für Marketing und somit die Pixel nicht wert, die dafür verwendet wurden.

Wenn ich im Blog hier lese von der "Vorführung" von Methoden, die eher in ein beratend-threapeutisches Umfeld gehören würden, wenn ich im Fernsehn mir die entsprechenden Formate anschaue, in denen Leute in Grenzsituationen gebracht werden durch Halbwissen und Methodenanleihen aus dem psychologischen Umfeld, so lange halte ich "Klinische Psychologie" im Rahmen eines Fernstudiums für nicht angemessen.

Wer sich informieren will, hat ganze Bibliotheken zur Verfügung, die voll mit Fachliteratur sind. Wer einen Schein als Legitimation braucht, der sollte an einer Präsenzuni Psychologie studieren. Wenn dem äußere Bedingungen entgegenstehen, dann ist das schade, aber wie so oft im Leben: Man kann nicht alles haben, man muss sich entscheiden und Prioritäten setzen.

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Ich habe auch unterschrieben, weil ich gerne klinische dabei haben möchte, denn ich möchte vielleicht meinen Master danach in Berlin machen und das geht nur mit einem klinischen Bachelor, selbst für den Master mit Schwerpunkt Arbeit und Organisation.

Trotzdem bin ich jetzt zwiegespalten:

Schon jetzt studieren ja viele Frischabiturienten in Hagen, weil sie den NC für eine Präsenzuni nicht schaffen. Die meisten davon würden aber sofort an die Präsenzuni wechseln. Jetzt stelle man sich doch mal vor, Hagen bietet tatsächlich Klinische mit an - dann geht jeder, der aufgrund des NCs nicht an die Präsenz kann, nach Hagen, selbst die, die vorher noch auf Wartesemester gemacht haben. Also: Mit der Zeit ginge die "Elite" mit den Topnoten an die Präsenzuni, und Hagen verkommt irgendwie zur Uni für den "Rest", für die, die nicht gut genug im Abi waren. Was ist dann nachher der Hagener Abschluss noch wert?

Andererseits könnte das Modul Klinische ja mit Auflagen verbunden sein, so dass man erst eine bestimmte Zeit lang studiert oder eine bestimmte Anzahl an Modulen geschafft haben muss. Oder es wird als Zusatz nur für die angeboten, die danach den Master an einer Präsenzuni machen wollen.

Na ja. Wie dem auch sei, es kommt wie es kommt, wobei ich wirklich nicht denke, dass Hagen da mitmacht. Und aufgrund der paar Unterschriften werden sie das auch nicht ändern.

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Wenn es soviel Bedarf gibt, dann wird sich sicher ein privater Anbieter finden, der das anbieten wird.

Das dürfte nicht so einfach sein. Auch bei einem privaten Anbieter müssen die Studiengänge akkreditiert werden. Und der Studiengang müsste vom BDP anerkannt werden. Außerdem ist Psychologie ein universitäres Studium, kein FH-Studium. Es gibt ja schon einige Studiengänge aus dem Bereich der Psychologie, oft Wirtschaftspsychologie - aber ein reines Psychologie-Studium mit klinischer Psychologie, das dürfte sich nur schwer realisieren lassen. Sollte es eine private Fernuni hin bekommen, wären ihr sicherlich etliche Kunden sicher. Wobei man auch da wieder einschränken muss, dass in Hagen ja unter anderem deshalb so viele studieren, weil es so günstig ist. Also bei weitem nicht so simpel, wie es dein Satz vermuten lässt.

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